Schlagwort: Unternehmen

Logistik neu gedacht

Published on 3. November 2020

Die weiter anhaltende Nachfrage an individuellen Lösungen im Online-Handel bestätigt die konsequente Weiterentwicklung der Stranzinger Gruppe. Digitalisierung und Ökologisierung sind in der heutigen Zeit maßgebliche Innovationstreiber, die unsere Lebens- und Verhaltensweisen nachhaltig ändern.

Mit dem Leistungsbereich Fulfillment bietet die Stranzinger Gruppe individuelle Logistiklösungen für die Welt im E-Commerce. Regional oder global werden alle notwendigen Schritte nach der Produktion von A (ab Rampe) bis Z (wie Zustellung) übernommen, bis das reale Paket dem Kunden übergeben wird. Als Logistikexperte werden auch Zusatzleistungen, Retourenabwicklung, Veredelungen und vieles mehr angeboten.

Die Abwicklung aus einer Hand von Supply Chain Management, Marketing und Vertrieb gewährleistet einen erfolgreichen E-Commerce-Auftritt.

SCORE – Scouting the Future of Retail

Mit der Initiative E-Commerce 3.0 wurde in Kooperation mit Global.Web.Shop eine Lösung für mitteleuropäische KMUs geschaffen, ihren Absatz auf den globalen Markt auszubreiten. Dabei wird auf regionale Wertschöpfung und Unabhängigkeit gesetzt. Klein- und Mittelbetriebe werden bei der Marktplatzierung, dem Logistikkonzept sowie bei allen weiteren Rahmenbedingungen unterstützt. Für jedes Produkt werden die passenden Marktplätze in den geeigneten Ländern erarbeitet. Unter rund 15.000 verschiedenen Online-Marktplätzen weltweit wird eine selektive Auswahl getroffen, um gesundes Wachstum zu generieren und regionale Arbeitsplätze zu sichern. Die Abwicklung aus einer Hand von Supply Chain Management, Marketing und Vertrieb gewährleistet einen erfolgreichen E-Commerce Auftritt unabhängig von der Unternehmensgröße.

Um weiterhin die Trends und Entwicklungen im Kontext des Handels der Zukunft zu erkennen, erweitert die Stranzinger Gruppe ihr Partnernetzwerk mit der FH Oberösterreich durch die „SCORE“ Mitgliedschaft – eine Initiative des Netzwerks „logistikum.RETAIL“ als Zusammenschluss von Wirtschaft und Wissenschaft, um Trends und Entwicklungen im Kontext des Handels der Zukunft zu erkennen.

Eine Trend-Analyse dient als Ausgangsbasis für eine unternehmensinterne Use-Case-Definition. Die Mission ist, Unsicherheiten zu reduzieren und zielgerichtet den Handel der Zukunft und seine Implikationen greifbarer und transparenter zu machen. „Wir sind der Outsourcing Partner für alle Unternehmen mit Logistikbedarf; vorausschauend agieren und die Zukunft selbst gestalten, sichert uns einen wesentlichen Wettbewerbsvorsprung“, erklärt Managing Director Dominik Stranzinger. Der exponentiell steigende Onlinehandel, verbunden mit ständig wechselnden Wirtschaftslagen, führte die Stranzinger Gruppe vor drei Jahren zum Thema Fulfillment. Stranzinger: „Wir sind stolz auf unsere Partnerschaften mit der FH OÖ, Fraunhofer Austria und dem Handelsverband Österreich als Unterstützer und Projektbegleiter, die einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung leisten.“

Der Handel und die Disziplin Logistik sind aktuell zunehmend gefordert, sich neuen Herausforderungen zu stellen: Digitale Transformation, geänderte Customer Journey sowie neue Technologien fordern ein teils radikales Um- und Neudenken. Neue Beziehungen zwischen Handel, Kunden und Dienstleister entstehen. Durch SCORE, mit seinem aktiven Corporate Foresight und Trendmonitoring Ansatz, sind die Unternehmenspartner gerüstet, um auf aktuelle Entwicklungen proaktiv zu reagieren.

Dr. Sandra Stein, Fraunhofer Austria.

Physical Internet through Cooperative Austrian Logistics

Das Leitprojekt „PhysICAL“ mit Fraunhofer Austria als Konsortialführer und insgesamt 17 Projektpartnern verfolgt ein Ziel: „Gemeinsam gegen den Klimawandel!“ Forschung und Entwicklung in den Bereichen kooperative Logistik und Physical Internet können einige Herausforderungen im Gütertransport minimieren. Dies bringt nicht nur der Transportwirtschaft einen ökonomischen Vorteil, sondern auch der Gesellschaft einen sozioökonomischen Nutzen.

In den nächsten vier Jahren arbeiten die Projektpartner aus Transportwirtschaft und Logistik an Verkehrsverlagerung und Emissionsminderung und können auf diese Weise den Energieverbrauch um mindestens ein Drittel reduzieren. Die Stranzinger Gruppe ist in „PhysICAL“ mit dem eigenen Use Case „Supply Chain 3.0“ vertreten, der eine der wesentlichen Säulen des Forschungsprojektes darstellt. Lagerung, Transporte und IT-Lösungen für produzierende KMUs sollen gemeinsam abgewickelt und der E-Commerce dadurch höchst effizient gestaltet werden. Damit verspricht man sich eine Effizienzsteigerung in der gesamten Logistikkette um bis zu 30 Prozent.

Categorized under: News

Wie CEOs kommunizieren (sollten)

Published on 2. November 2020

Führungskräfte können sich der Positionierung in Social-Media-Kanälen immer weniger entziehen, sind sie doch das Aushängeschild ihres Unternehmens. Müssen CEOs jetzt ständig Video-Selfies posten, Podcasts produzieren und sich zu Influencern entwickeln? Was Pflicht ist und was Kür, diskutierten Experten Ende Oktober bei einer Kooperationsveranstaltung der Österreichischen Marketing-Gesellschaft (ÖMG) und der APA – Austria Presse Agentur. 150 Teilnehmer verfolgten die Veranstaltung digital mit.

Führungskräfte müssen einen persönlichen Account haben und ihre Kommunikation auch auf Online-Kanäle ausrichten. „Sie sind Multiplikatoren und können Botschaften akzentuieren, müssen sich aber nicht unbedingt als die größten Influencer positionieren“, so Livia Dandrea-Böhm, Leiterin A1 External Communication. Die Personalisierung erlaube eine ganz andere Nähe, sieht auch Klemens Ganner, Geschäftsführer von APA-DeFacto, Vorteile: „Schließlich orientiert sich der Mensch an Menschen.“

Dabei rückt das Privatleben der CEOs stärker in den Fokus. „Die junge Generation fordert das. Sie will mehr vom Menschen dahinter wissen. Man muss aus sich herausgehen, wenn man da punkten will“, erläuterte Xenia Daum, Geschäftsführerin von styria digital one, die selbst keine privaten Fotos ihrer Wochenendaktivitäten teilt. Spezielle Richtlinien gibt es dabei aber nicht. Man hat zwar lokale Guidelines, ist aber permanent am Experimentieren, strich Christoph Kränkl, Geschäftsführer von SAP Österreich, hervor. Im Gegensatz zu internationalem Content würden Postings, die beispielsweise persönliche Werte kommunizieren, viele Reaktionen auslösen: „Hier gibt es steile Lernkurven.“

Top-CEO ÖBB-Chef Andreas Matthä (rechts, hier mit Siemens-Generaldirektor Wolfgang Hesoun).

Hilfreich bei Employer Branding

Auch bei der Aufgabe, sich als attraktive Arbeitgeber im „War for Talents“ darzustellen, können CEOs durchaus hilfreich sein. „Sie geben dem Unternehmen ein Gesicht und machen die Sache dadurch persönlicher“, so Dandrea-Böhm. Gerade Einblicke in den Arbeitsalltag könnten relevant bei der Mitarbeitersuche sein. SAP entwickle für die Talente-Suche eigene Story-Formate, etwa um Studierende anzusprechen, erklärte Kränkl. Das zeigt Wirkung und wird rege genutzt. Laut Ganner könne man damit auch die interne Kommunikation bedienen.

Es hat sich auch gezeigt, dass es mehr Rückmeldungen gibt, wenn man als Person postet, als wenn das über den Firmenkanal geschieht, ergänzte Daum. Zu beachten ist, dass der Content zum Kanal passt, so werde Lehrlingssuche auf LinkedIn wahrscheinlich nicht so gut funktionieren wie in passenden anderen Kanälen. A1 setzt hier auch auf Radio, „so kommen wir an die Eltern und Großeltern, die dann den Jugendlichen eine Bewerbung bei uns nahelegen“, meint Livia Dandrea-Böhm.

Top-CEO Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz.

Der CEO als Video-Star

Auf dem Vormarsch seien auch Videos, die eine bessere Interaktion versprechen. „Damit muss man sich auseinandersetzen. Vor allem kurze Video-Selfies kommen bei der jungen Zielgruppe sehr gut an“, zeigte sich Xenia Daum überzeugt. Dandrea-Böhm verwies auf den hohen Aufwand, zumindest bei der externen Kommunikation, geht aber von einer zunehmenden Bedeutung aus. „Ich persönlich werde noch länger bei schnellen Fotos bleiben. Aber sonst wird das bei uns schon viel genutzt“, erklärte Kränkl. Auch Podcasts gewinnen an Bedeutung, ergänzte Ganner.

Bleibt die Frage: Selber posten oder delegieren? „Bei A1 ist es eine Mischung. Das Top-Management postet teilweise selbstständig, teilweise schlagen wir auch Sachen vor. Aber nichts geht ohne die Zustimmung des CEOs hinaus“, sagte Dandrea-Böhm. „Das machen die Profis. Ich übergebe Texte, andere bringen es in Form und schicken es raus“, erklärte Kränkl. Daum und Ganner posten selbst, wenn auch laut eigener Einschätzung eher zurückhaltend.

Im Rahmen des Events präsentierte Ganner auch das aktuelle CEO-Ranking von APA-Comm: Erstmals ist ÖBB-Chef Andreas Matthä der präsenteste CEO Österreichs. Dahinter folgen Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Die Plätze vier und fünf belegen OMV-CEO Rainer Seele und Montana Tech-Geschäftsführer Michael Tojner.

Mit Casinos-Austria-Chefin Bettina Glatz-Kremsner erreichte zum ersten Mal eine Frau eine Top-10-Platzierung in diesem Ranking, für das über den Zeitraum eines Jahres 1,13 Millionen Beiträge aus heimischen Tageszeitungen, Magazinen sowie Radio- und TV-Nachrichtenformaten analysiert wurden.

Trotzdem optimistisch!

Published on 2. November 2020

Unternehmenslenker im deutschsprachigen Raum beurteilen die aktuelle Geschäftslage und ihre Zukunftsaussichten trotz Corona-Krise überraschend optimistisch. Sie haben hohes Vertrauen in die eigenen Stärken und sind davon überzeugt, bei der Steuerung ihres Unternehmens überwiegend selbstbestimmt und nur wenig von externen Faktoren abhängig zu sein. Den Volatilitätsschock in Folge der Corona-Krise sehen sie eher als historische Ausnahme und weniger als Ausdruck immer unsicherer und volatiler werdender Märkte. Ihren Strategieprozess passen sie in der Folge nur marginal an und verlieren dadurch möglicherweise wertvolle Zeit, um sich für künftige Krisen zu rüsten.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von PwC in Kooperation mit Kantar und der Technischen Universität Darmstadt, für die 157 Entscheider, darunter 29 aus Österreich, aus Vorstand, Strategie und M&A in der DACH-Region befragt wurden. 

Gerald Eibisberger, Partner und Leiter des Bereichs Deals bei PwC Österreich.

Großer Optimismus trotz volatiler Märkte

„Österreichische Manager sehen der Geschäftsentwicklung in den kommenden fünf Jahren, ähnlich wie Befragte in den Nachbarländern Deutschland und Schweiz, relativ optimistisch entgegen“, erklärt Gerald Eibisberger, Partner und Leiter des Bereichs Deals bei PwC Österreich. „Trotz der erheblichen Marktturbulenzen der vergangenen Monate lässt sich eine starke Zuversicht beobachten. So gehen die Befragten davon aus, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie gemessen an einem Fünf-Jahres-Horizont relativ gering und damit eher eine temporäre Ausnahmeerscheinung sind.“

Auch die künftige Marktattraktivität und die Wachstumschancen in ihrem Geschäftsumfeld bewerten befragte Manager mit Zuversicht. Der große Optimismus der Entscheider zeigt sich auch daran, dass sie sich als überwiegend selbstbestimmt sehen: Sie gehen tendenziell davon aus, dass sie ihr Unternehmen in den kommenden fünf Jahren frei steuern können und nicht allzu stark von externen Faktoren und Einflüssen abhängen.

Markt-Experte Gerald Eibisberger warnt jedoch vor zu großer Zuversicht: „Aktuell könnten die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise durch den Rettungsschirm aus Unterstützungsmaßnahmen, wie z.B. Kurzarbeitsgeldern, Abgabenstundungen und Garantien für Kredite oder Zuschüsse, noch etwas verzerrt und damit abgemildert wahrgenommen werden. Auf Unternehmensseite besteht derzeit die akute Gefahr, die Chancen zur Selbstreflektion und zur Vorbereitung des Business auf künftige Unsicherheiten zu versäumen.“ 

Wirtschaftsabschwung gilt als größte Bedrohung

Denn Risiken gibt es natürlich zahlreiche, das sehen die Befragten auch so. Nach den größten Bedrohungen für die Positionierung im Wettbewerb befragt, nennen die Studienteilnehmer vor allem einen Wirtschaftsabschwung (80 Prozent), Umweltrisiken und Pandemien (61), den sich verstärkenden Wettbewerb (60) und regulatorische Risiken (55 Prozent).

Finanzierungsrisiken sieht nur jeder Vierte als Bedrohung. Doch die Studie zeigt auch, dass Unternehmen dennoch Anpassungen an ihrem strategischen Kurs vornehmen: So stellen Verantwortliche ihre Strategie daher aktuell in leicht verkürzten Zeitabständen auf den Prüfstand. Je pessimistischer die Befragten die Marktattraktivität und die Zukunftsaussichten einschätzen, desto eher verkürzen sie den Zeithorizont für die Überprüfung ihrer Strategie. 

Österreichische Entscheidungsträger ergreifen ähnlich wie deutsche und Schweizer Manager in erster Linie organische Maßnahmen.

Kundenpräferenzen als ausschlaggebender Faktor

91 Prozent der befragten Manager sehen in den Veränderungen der Verbraucherpräferenzen den wichtigsten Anlass, die Unternehmensstrategie anzupassen. Drei Viertel führen die Veränderungen im Wettbewerbsumfeld an. Gefragt nach den strategischen Maßnahmen, auf die sich die Entscheider aktuell fokussieren, nennen die Befragten die Optimierung der Effizienz, die Fokussierung auf das Kerngeschäft und die Entwicklung neuer Technologien. Die Neuausrichtung des Portfolios gilt als weitaus weniger wichtig.

Österreichische Entscheidungsträger ergreifen ähnlich wie deutsche und Schweizer Manager in erster Linie organische Maßnahmen, um ihr Geschäft zu stabilisieren und zu optimieren: Als wichtige Strategien der kommenden fünf Jahre nennen rund zwei Drittel der österreichischen Teilnehmer Wachstumsprogramme (69 Prozent) und Restrukturierungen (66 Prozent). Insbesondere Wachstums-Maßnahmen haben im Ländervergleich zu Deutschland (75) und der Schweiz (83 Prozent) hierzulande weniger Stellenwert. Große Priorität haben in Österreich dafür strategische Maßnahmen im Bereich Forschung und Entwicklung (72 Prozent) – und damit deutlich mehr Gewicht als für deutsche (60) und Schweizer Teilnehmer (62 Prozent).

Anorganische Maßnahmen wie Transaktionen zur Anpassung des Unternehmensportfolios stehen in allen drei Ländern deutlich seltener auf der Agenda: Nur 14 Prozent aller Befragten ziehen Carve-outs als mögliche Maßnahme in Erwägung, bei österreichischen Managern sind sie sogar nur für rund 4 Prozent eine Option. 

„Österreichische Entscheider fokussieren sich aktuell auf ihr Kerngeschäft sowie die Produkt- und Innovationspipeline. Nur ein geringer Anteil zieht Transaktionen in Betracht, um diese Ziele zu erreichen“, beobachtet Gerald Eibisberger. „Anorganische Entwicklungsmaßnahmen wie Akquisitionen oder Veräußerungen werden aber mittelfristig an Bedeutung gewinnen. Denn im Vergleich mit organischen Maßnahmen bieten Transaktionen zahlreiche Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit und Wirkung.“

Digitale Gebäude im Fokus

Published on 31. Oktober 2020

Die Preise des zweiten Digitalimpuls Awards von Drei Österreich wurden kürzlich verliehen. Österreichische Unternehmen aller Branchen waren dazu aufgerufen, Projekte in Zusammenhang mit digitaler Transformation und Innovation einzureichen.

Das große Interesse überstieg die Anzahl der Einreichungen des Vorjahres und übertraf sämtliche Erwartungen. Mehr als 150 Einreichungen wurden von einer namhaften Jury (Digitalisierungsministerin Margarethe Schramböck, Vorstand des Instituts für KMU-Management (WU Wien) Dietmar Rößl, Teamleiter Information & Communication Technologies der FFG Thomas Zergoi, Drei CEO Jan Trionow sowie Herwig Langanger, Vorsitzender der Geschäftsführung „Die Presse“) in einem zweistufigen Verfahren selektioniert. Die einreichenden Unternehmen wurden in die beiden Kategorien „Innovation“ und „Transformation“ eingeordnet.

1. Platz Innovation: LineMetrics

Das 2012 gegründete Unternehmen LineMetrics aus Haag (Niederösterreich) entwickelt in seinen Büros in Wien und Berlin Lösungen in den Bereichen Monitoring, IoT (Internet of Things) und AI (Artificial Intelligence). Mit einer einfachen, massentauglichen und rasch einsetzbaren Lösung zur Effizienzsteigerung bestehender Gebäude überzeugte LineMetrics die Jury. Über Funksensoren und die Analyse von Daten via AI werden Optimierungspotenziale rasch sichtbar. Zu „Simplify it“ gehört auch eine mobile App für Mitarbeiter vor Ort, mit der das vernetzte Objekt mit seinem digitalen Zwilling verknüpft ist.

Der zweite Platz in der Kategorie Innovation ging an das Grazer Bioinformatik-Unternehmen Innophore für das Human Cavitom Project zur Identifizierung von Wirkstoffen zur Behandlung neuartiger Krankheiten. Den dritten Platz erhielt das Unternehmen MyPrivacy für eine Lösung zur sicheren Speicherung sensibler Unternehmensdaten.

1. Platz Transformation: Palfinger Structural Inspection

Das Unternehmen ist ein Joint Venture zwischen VCE Vienna Consulting Engineers, der Angst Group (Vermessung und Photogrammetrie) sowie der Palfinger AG, die als international führender Hersteller von Lifting Solutions über eine Palette an Brückeninspektionsgeräten verfügt. Die ausgezeichnete Lösung „Structinspect“ ist durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ein Paradebeispiel für Transformation im digitalen Zeitalter.

Der zweite Platz in der Kategorie Transformation ging an Emporia Telecom für die „Mach dein Smartphone einfach“-App, mit der das Linzer Unternehmen digitale Anwendungen wie die Lösung von Parkscheinen oder den Kauf von Zugtickets auch für Senioren zugänglich macht. Den dritten Platz erhielt die Erste Group Bank für eine innovative Blockchain-Lösung für rasche Transaktionen. (pj)

Drei CEO Jan Trionow mit Peter Furtner und Albrecht Karlusch (Palfinger Structural Inspection).

Österreich für die UN SDGs:

Acht digitale Projekte qualifizieren sich für die Internationale Auszeichnung WSA

Eine 15-köpfige Expertenjury hat die acht besten digitalen Projekte 2020 aus Österreich gekürt: Eine mobile App, die Covid-19 Testresultate (LABUNIQ) übermittelt und die Wartezeit auf die schriftlichen Testresultate umgeht, eine integrative Mobilitätsanwendung für Pendler (Fluidtime) oder das Plaudernetz der Caritas gegen Vereinsamung älterer Menschen- die Gewinner des WSA Austria zeichnen sich durch smarte Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen aus.

Schubu digitalisiert Schulbücher, während Bee-O-Meter mit digitalen Bienenstöcken ein EU-weites Monitoring von Umweltfaktoren ermöglicht. Als Tourismusland profitiert Österreich gerade von Lösungen wie „Die Vergangenheit ist jetzt“, einer Augmented Reality Tour durch Wien, und von ARCHES, einem großangelegten partizipativen Projekt für digitale Lösungen für die Barrierefreiheit von Kulturstätten. Uptraded wiederum ermöglicht es, Kleidung einfach mit anderen Usern zu tauschen, anstatt sie wegzuwerfen.

WSA als perfekte Plattform

Digitale Anwendungen, die sich nicht nur am möglichen Profit messen, sondern vor allem daran, konkrete Lösungen für die Gesellschaft zu bieten: Die renommierte Auszeichnung des in allen UN Mitgliedsstaaten durchgeführten WSA erhalten nur jene, die ICT nutzen, um einen aktiven Beitrag zu den UN SDGs zu leisten. Seit der Gründung 2003 wurden 700 Anwendungen weltweit ausgezeichnet, 26 davon aus Österreich.

Die Begrenzung des Marktes macht es für österreichische Unternehmer unumgänglich, auch auf Internationalisierung Wert zu legen – WSA bietet die perfekte Plattform, um Produkte einer weltweiten Jury und Community von 182 Staaten zu präsentieren. Daher gibt es seit 2017 mit dem WSA Austria eine eigene nationale Vorauswahl. Lisa Fassl, Matthias Haas und Christian Rupp sind die Nationalen Experten Österreichs für den WSA: „Dass Österreich auf der Liste der Länder mit den meisten gewonnenen World Summit Awards den ersten Platz belegt, ist jedes Jahr eine steile Vorlage für die WSA Austria Vorentscheidung, wer im internationalen Wettbewerb für Österreich an den Start geht!“

In den vergangenen Jahren wurden die österreichischen WSA Nominierungen aus Preisträgern lokaler Wettbewerbe wie Constantinus Award, oder dem Staatspreis für Multimedia und e-Business ausgewählt. In Vorbereitung auf den World Summit Award Kongress in Wien und um die inhaltlichen Alleinstellungsmerkmale des WSAs hervorzukehren, veranstaltete der WSA 2017 erstmals einen österreichischen Vorentscheid, der in allen Bundesländern ausgeschrieben wurde. Mittlerweile wird der WSA Austria unabhängig durch ein lokales Experten-Komitee durchgeführt. (pj)

Die Gewinner des WSA Austria 2020

  • Government & Citizenship: Plaudernetz
  • Health & Well-Being: LABUNIQ – Schnelle Covid-19 Befunde mit digitaler App
  • Smart Settlements & Urbanization: Fluidtime
  • Culture & Tourism: Augmented Reality Tour Die Vergangenheit ist jetzt
  • Learning & Education: Schubu
  • Environment & Green Energy: Bee-O-Meter
  • Business & Commerce: Uptraded
  • Inclusion & Empowerment: ARCHES

Sei willkommen, Künstliche Intelligenz!

Published on 19. Oktober 2020

Frau und Herr Österreicher sind davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz (KI) ihr Leben durch neue Angebote und Services verbessern wird und dass KI-Anwendungen einer der Erfolgsfaktoren für Unternehmen sind. KI ist in den Köpfen der Verbraucher angekommen, sie verknüpfen mit der Technologie einen Gewinn an Bequemlichkeit und eine passgenauere Unterstützung.

Wie „wir“ auf das Thema KI schauen: Dieser Frage ist der IT-Dienstleister adesso in einer neuen Studie nachgegangen. 80 Prozent der Verantwortlichen in Unternehmen sind davon überzeugt, dass KI Anwendungen einer der Erfolgsfaktoren sind.

Die Mehrheit der Österreicher – nämlich 55 Prozent – versprechen sich sogar persönliche Vorteile vom Einsatz der Technologie KI. 82 Prozent gehen davon aus, dass Roboter in Zukunft lästige Aufgaben übernehmen und ihnen das Leben erleichtern. Auch wenn 70 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass KI-gestützte Anwendungen viele Berufsbilder überflüssig machen werden – Angst um den eigenen Job haben lediglich 12 Prozent. „Künstliche Intelligenz ist in den Köpfen der Verbraucher angekommen, sie verknüpfen mit der Technologie einen Gewinn an Bequemlichkeit und eine passgenauere Unterstützung“, erklärt Reto Pazderka, Geschäftsführer bei adesso Austria. „Die positiven Aspekte von KI-Technologien überwiegen sowohl bei Unternehmern als auch bei Verbrauchern. Eine grundlegende Neugier ist zu erkennen – darauf können die Verantwortlichen in den Unternehmen bauen.“

Chatbots und konkrete Einsatzszenarien

Chatbots sind für viele Unternehmen eines der ersten konkreten Einsatzszenarien für KI. Die dialogbasierten Systeme werden häufig in externen Serviceprozessen eingesetzt. Die große Mehrheit der Kunden kann sich vorstellen, mit einem Chatbot zu kommunizieren. Ein durchaus überraschendes Ergebnis: Die Verbraucher, die bereits Chatbot-Erfahrung haben, bewerten den Dialog durchaus positiv – 59 Prozent mit „gut“ oder besser.

Und wie sieht es im eigenen Alltag aus und in welchen Bereichen würden Verbraucher Chatbots nutzen? Einen Termin bei Behörden über eine Chatbot-Anwendung zu vereinbaren, können sich aktuell zwei Drittel der Verbraucher (69 Prozent) vorstellen, an der Beratung beim Online-Kauf wäre knapp jeder Zweite (43 Prozent) interessiert und Unterstützung bei der Eröffnung eines Kontos bei einer Bank käme für 32 Prozent in Frage.

Die Akzeptanz für KI-Systeme hängt, das zeigt die Umfrage, stark vom einzelnen Anwendungsfall ab. Die Vorteile von KI-basierten Systemen wie die durchgängige Erreichbarkeit, keine oder kürzere Wartezeiten sowie das einfachere Finden von Informationen sieht eine überwältigende Mehrheit der Befragten. 59 Prozent der Verbraucher, die bereits Erfahrung mit einem Text-Chatbot gesammelt haben, bewerten den Dialog als durchaus positiv. Insbesondere überzeugte sie die Fähigkeit des Chatbots, schnell und präzise Antworten zu finden.

Datenschutz ist aus Verbrauchersicht wichtig

Wenn es um das Sammeln von Daten geht, ist die Mehrheit der Befragten kritisch. Weniger als ein Drittel findet es beispielsweise gut, wenn Unternehmen ihnen anhand ihrer bisherigen Einkäufe, besuchten Websites oder Aktivitäten in sozialen Netzwerken automatisiert individualisierte Angebote machen.

„Unternehmen müssen die Datenschutz-Bedenken der Endkunden ernst nehmen, da den Verbrauchern häufig praktische Erfahrungen mit KI-Anwendungen fehlen“, rät Pazderka. „Dieser Herausforderung müssen sich Unternehmen stellen, sie müssen das Potenzial von KI stärker nutzen und überzeugende Angebote aufbauen. Dabei ist es wesentlich, den Mehrwert der jeweiligen KI-Lösung für jeden Einzelnen auf den Punkt zu bringen.“

Künstliche Intelligenz ist die Eigenschaft eines IT-Systems, menschenähnliche, intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.

Hinter den Kulissen

Der Begriff künstliche Intelligenz, kurz KI, ist nicht einheitlich definiert – auch weil die KI-Forschung seit ihren Anfängen in den 1950er Jahren eine interdisziplinäre ist. In der Praxis hat sich jedoch folgende Definition als sinnvoll erwiesen: „Künstliche Intelligenz ist die Eigenschaft eines IT-Systems, menschenähnliche, intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.“

Der Begriff künstliche Intelligenz steht für Informatikanwendungen, die das Zeigen intelligenter Verhaltensweisen zum Ziel haben. Künstliche Intelligenz soll Menschen beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen – nicht überflüssig machen. Dies setzt bei den KI-Systemen folgende Kernfähigkeiten voraus: Wahrnehmen, Verstehen, Handeln und Lernen. Sie erweitern das Grundprinzip „Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe“ aller EDV-Systeme. Dabei ist das wirklich Neue an den heutigen KI-Systemen das Lernen und damit verbunden das Verstehen.

Geschäftsprozesse neu gestalten

Speziell Dienstleistungsunternehmen wie Banken und Versicherungen, aber auch Software-Unternehmen haben schon vor der Corona-Pandemie viel Zeit und Geld in KI investiert. Sie setzen beispielsweise auf KI-Disziplinen wie Robotic Process Automation (RPA), Knowledge-Management-Software, digitale Assistenten und Predictive Analytics. Dabei sehen sie den Nutzen der KI vor allem im Managen der Kundenkontakte und des Services. Mit Hilfe der KI sollen z.B. die angebotenen Leistungen und die Kundenansprache individueller gestaltet werden.

Google stellte bereits 2018 mit Google Duplex eine Technologie vor, die es ermöglicht, dass KI-Systeme scheinbar echte Gespräche mit Menschen führen – zumindest solche von kurzer Dauer und zu Themen, für die das System zuvor trainiert wurde. Beim Anschauen der YouTube-Videos, in denen Google Duplex vorgestellt wird, wird schnell klar: Menschen können die Computerstimme nicht von der Stimme eines echten Menschen unterscheiden, und das System versteht echte menschliche Sprache und reagiert adäquat hierauf. Es vereinbart zum Beispiel für seinen Nutzer einen Friseurtermin oder bestellt einen Restauranttisch. Solche Systeme werden künftig von Unternehmen gewiss zunehmend eingesetzt werden, beispielsweise um telefonisch Bestellungen, Beschwerden oder Fehler- bzw. Schadensmeldungen aufzunehmen und zu bearbeiten. Dabei lernt das System durch das Feedback der Anrufer ständig hinzu.

KI-Einführung erfordert Change-Management

Der Einsatz künstlicher Intelligenz bedingt einen Veränderungsprozess in den Unternehmen. Denn hierbei werden bisher von Menschen verrichtete Arbeiten von Maschinen übernommen; Menschen werden nur noch zu Beginn benötigt, um das System zu trainieren. Damit geht ein Wandel der Unternehmenskultur einher. Unter anderem deshalb sollten die betroffenen Mitarbeiter am Einführungsprozess beteiligt sein. Ein Patentrezept hierfür gibt es (noch) nicht. Umso wichtiger ist es, sich bewusst zu machen, dass die Einführung von künstlicher Intelligenz zwangsläufig ein zielgerichtetes Change-Management erfordert.

Die aktuell bestehenden KI-Systeme können noch keine komplexen (Telefon-)Analysen und Beratungen durchführen. Doch es gibt bereits Systeme, die solche Prozesse unterstützen. Der aktuelle Entwicklungsstand der KI offenbart bereits zahlreiche Möglichkeiten, Geschäftsprozesse zu beschleunigen und effizienter zu gestalten.

Servicetipp für Top Leader:

Die Adesso-Studie ist kostenfrei per Download erhältlich:

https://ki.adesso.at/at/Nächste-Schritte/Studie.html

„Wir können ein Milliarden-Unternehmen werden“

Published on 5. Oktober 2020

Herr Jäger, man erschrickt beinahe über die faszinierende Vielfalt Ihrer Unternehmensgruppe …

Mich beschäftigen und interessieren verschiedenste Bereiche – es sind ausschließlich Geschäftsfelder, die mich auch emotional berühren. Weiters hatte ich einen kleinen Startvorteil, da ich aus einer Unternehmerfamilie stamme – mein Großvater hat sein „Start-up“ 1933 initiiert.

Angefangen habe ich übrigens in „Ihrer“ Branche, nämlich im Medien-Business. Mit Büros in Hamburg, Leipzig, München und Stockelsdorf (bei Lübeck) sind wir vor allem in Deutschland als bestens etablierter Vertriebspartner aktiv und erfolgreich. Dieses Geschäft sorgt für kontinuierliche, sichere Erträge bzw. Umsätze und wird sich durchaus auch in Zukunft gut behaupten.

Und dann?

Dann ist das eine oder andere dazugekommen … (lacht)

Mit der börsennotierten Preos Real Estate AG entwickeln wir Gewerbeimmobilien – vor allem in deutschen Ballungsräumen. Weiters agiere ich als Venture Capitalist und Startup-Financier vor allem im Fitness- und MedTech-Bereich. Ein Beispiel für ersteres ist Quanta mit kompakten und multifunktionalen Hämodialyse-Systemen. Bei EasyMotionSkin bin ich vor einigen Jahren als Investor eingestiegen. Mittlerweile gehört mir das Unternehmen zur Gänze und bildet eine eigene, international tätige, Unternehmensgruppe in der Jäger Firmengruppe.

Christian Jäger hat zu den verschiedensten Themen eine ganze Menge zu sagen …

Sportmanager sind Sie auch … Weltmeisterin Christina Hammer oder Weltmeister Manuel Charr findet man auf Ihrer Liste.

Ja, das kommt mit meinem Engagement im Sport- und Fitnessbereich. Es geht mir eben keinesfalls ausschließlich um die Optimierung von Cashflow, Rendite oder Umsatz. Mir liegt die Gesundheit am Herzen – natürlich meine eigene und das Wohl meiner Familie, ebenso das Wohlbefinden der Mitmenschen. Fitness und Wellness sind wesentliche Bestandteile eines erfüllten Lebens – und auch Grundvoraussetzung für jeden langfristigen unternehmerischen Erfolg.

Mens sana in corpore sano: Ohne gesunden Körper und gesunden Geist kann es kein gesundes Unternehmen geben.

Trotzdem noch einmal zurück zu den harten Fakten: Wie übersteht Ihre Gruppe die Corona-Pandemie?

Wir sind unverändert stolz auf permanentes Wachstum in allen Unternehmen und haben praktisch kaum oder keine Einbrüche zu verzeichnen. Das führe ich auf die strategische Ausrichtung der Unternehmen zurück und liegt zudem am Umstand, dass Gesundheit und Fitness auch und gerade in schwierigen Zeiten unverzichtbar sind.

Meine Mitarbeiter und Partner in der Unternehmensgruppe ziehen mit mir an einem Strang, sie bilden die Basis für alle unsere Erfolge und verkörpern unseren erfolgreichen Team-Geist nach außen.

Ihre besondere Liebe gehört jenem Projekt, auf das wir uns in der Headline beziehen …

Definitiv. Soeben haben wir dafür einen Neubau – den EasyMotionSkin DOME – in Seefeld (Tirol) um mehrere Millionen € als Leuchtturmprojekt für die Branche realisiert! EasyMotionSkin ist das „kleinste Fitnessstudio der Welt“, mit überragend positiven Aspekten in allen Bereichen.

Dieses Produkt verkörpert sozusagen 1:1 meine Lebens- und Unternehmerphilosophie: Es gibt keine Grenzen, jeder kann über sich hinauswachsen und mental und physisch erfahren, zu welchen Riesenerfolgen sie oder er fähig ist. EasyMotionSkin inspiriert, verändert, formt und fördert die Gesundheit und führt jeden Menschen – nicht nur Unternehmer – „gesund zum Erfolg“.

So weit die hymnische Vision … was dürfen sich unsere Leser konkret darunter vorstellen?

EasyMotionSkin ist ein Trainingsanzug oder besser – ein Trainingssystem –mit hochentwickelter Elektromuskelstimulation (EMS). Das „World’s Smallest Gym“, wie wir gerne sagen, trainiert und regeneriert den Körper mit der innovativsten Form von Elektromuskelstimulation. Dabei pushen patentierte Trockenelektroden mit niederfrequenten elektrischen Impulsen bis zu 90 Prozent der Körpermuskulatur und sorgen dadurch für erhöhte Sauerstoffaufnahme und die Steigerung von Muskelkraft und Leistung – kurz für optimale Trainingseffekte. EMS-Workouts verbrauchen dreimal mehr Kalorien und sind bis zu 18mal effizienter als klassische Trainings.

Unser besonderer Vorteil: EasyMotionSkin ist kabellos und damit grenzenlos frei in der Wahl der Trainings. Ob in den eigenen vier Wänden, im Fitness-Studio, beim Golfen oder draußen im Wald, beispielsweise beim Spaziergang mit dem Hund. Mittels App steuert man die zahlreichen Anwenderprogramme auf dem Phone. Die medizinisch entwickelte Regenerationsprogramme sind übrigens der perfekte Abschluss nach einem intensiven Training oder harten Arbeitstag.

Das klingt gut – aber gerade in diesem Bereich muss doch auch wissenschaftlich alles hieb- und stichfest geprüft und bewiesen sein …

Selbstverständlich. EasyMotionSkin fußt auf den Erkenntnissen und Forschungen des führenden Herzmediziners und Chefarztes Prof. Dr. Dirk Fritzsche. Er hat das erste kabellose EMS-System entwickelt und die erste Trockenelektrode patentiert, nach mehr als 2.000 Trainingseinheiten an Patienten. Zu den Schlüsselergebnissen zählen die geleistete Kraft sowie die Absenkung von Blutdruck und -zucker.

Österreichs Pioniergolfer Markus Brier.

Also ein Produkt mit einer Vision weit über den D-A-CH-Raum hinaus …

Völlig richtig! EasyMotionSkin gibt es natürlich in Europa und auch bereits in China, Iran, Japan, Mexiko, Russland und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wir können auf jede Menge absolut überzeugte „Testimonials“ wie Rodelweltmeister Wolfgang Kindl, den österreichischen Pioniergolfer Markus Brier, Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier, SKY Sport – Moderatorin Sylvia Walker, Schauspieler Ralf Moeller und viele andere verweisen.

Selbstverständlich wird EasyMotionSkin ständig weiterentwickelt und nach höchsten Qualitätsstandards in Deutschland produziert. Unser neuester Deal hat mit der Raumfahrt zu tun, ich bin sehr zuversichtlich, dass EasyMotionSkin schon bald auch das Weltall erobert!

Christian Jäger vor dem Alpenchalet Wildmoos.
Verraten Sie uns zum Abschluss auch noch ein wenig aus Ihrer Privatsphäre und können Sie unseren Lesern etwas Nachhaltiges „mitgeben“?

Ich habe eine wundervolle Frau und drei großartige Kinder und selbstverständlich arbeite ich in ihren Augen (noch) immer viel zu viel … Bin aber sehr um weiter voranschreitende Strukturierung meiner selbst bemüht. (Lächelt.)

Und wenn Sie gestatten, darf ich hier meine sechs „Erfolgsregeln“ publizieren?

Sehr gerne und vielen Dank für das Gespräch!

Die sechs Erfolgsregeln
des Christian Jäger

Regel 1)
Glaube an Dich. Erfolg beginnt im Kopf.

Wenn Du nicht an Dich glaubst, glaubt auch kein anderer an Dich und Deine Ideen. Heute bin ich als Investor in der Situation, zusammen mit Gründern und Geschäftspartnern ihre Ideen nach vorne zu bringen. Wir glauben gemeinsam als Team daran, dass wir etwas Großes schaffen können. Dieser Glaube ist das, was Dich antreibt, wann immer Du in Dir selbst die Kraft suchst, weiterzumachen.

Und genau mit diesem Glauben hat auch die Erfolgsgeschichte von EasyMotionSkin begonnen – sie ist sozusagen das Produkt zu dieser Regel: Du musst glauben, dass Du besser sein kannst, Du musst aus Dir selbst heraus Grenzen überwinden wollen, wenn Du den blauen Anzug anlegst. Genau dann wirst Du es schaffen. Für alle die, die kein Limit akzeptieren – für die ist EasyMotionSkin.

Regel 2)
Arbeite hart und trainiere deinen Körper.

Jeden Morgen, wenn es noch dunkel ist, stehe ich auf, ziehe meinen blauen Anzug an und trainiere. Es ist ein festes Ritual, bei dem ich mit jedem Schritt und jeder Wiederholung dem inneren Schweinhund zurufe, dass er keine Macht über mich hat. Ja, Erfolg ist kein Glück, sondern das Ergebnis harter Arbeit. Es braucht Fleiß, Schweiß und Disziplin, um seine Ziele zu erreichen.

Dabei ist unser Körper mehr als nur ein Werkzeug. Ihm wohnt die Kraft inne, auch in kritischen Situationen gelassen zu agieren und in Extremsituationen unternehmerisch die richtigen Entscheidungen zu treffen – auch nach 18-Stunden-Tagen. Deshalb braucht ein gesundes Unternehmen einen Unternehmer an der Spitze mit einem gesunden Körper. Diese Regel ist so einfach und doch so schwer täglich umzusetzen.

Regel 3)
Erst Widerstände formen den Charakter.

Widerstände sind das, woran wir wachsen. Es ist das, was uns stärker macht. Bei ruhigem Seegang auf der Brücke zu stehen und Kapitän zu spielen, ist das Einfachste der Welt. Erst wenn die See rauer wird, wenn Dir das Wasser von allen Seiten ins Gesicht peitscht, erst dann zeigt sich, aus welchem Holz Du geschnitzt bist.

Das zeichnet den Unternehmer aus: Auf der Brücke zu stehen und das Schiff zu steuern, wenn der Sturm am heftigsten tobt. Wenn dann die Stille eintritt, hast Du eine weitere wichtige Lektion in Deinem Leben gelernt. Du bist stärker geworden. Und der nächste Sturm wird Dir weniger anhaben können. Auch bei EasyMotionSkin arbeiten wir bewusst gegen Widerstände. Sie sind elektrisch und oftmals so stark, dass wir im ersten Moment nicht glauben, sie überwinden zu können. Und dann bewegst Du Dich und merkst: Du schaffst das.

Regel 4)
Ignoriere die Nein-Sager.

 „Nein.“ „Das geht nicht.“ „Das schaffst Du niemals.“ Stell Dir vor, wenn Steve Jobs oder Michael Jordan auf die Nörgler und Zweifler gehört und aufgegeben hätten? Es gäbe keine Flugzeuge, keine Autos und wir wären auch niemals zum Mond geflogen. Vor jeder großen Revolution stand immer ein großes: NEIN! Auch Du solltest die Stimmen nicht beachten, die Dich klein machen wollen.

Ich liebe Nein-Sager – Sie sind für mich Ansporn und Motivation, weil ich weiß, dass ich jetzt einen Weg gehe, den die meisten niemals gehen würden, den sie für unmöglich halten und der ihnen Angst bereitet. Genau auf diesem Weg will ich sein. Ich will dorthin, wo noch nie ein anderer gewesen ist. Ich will den Nein-Sagern jeden Tag mein „Ja!“ zurufen. „Ja, ich schaffe das!“ Das ist es, was auch Du Dir jeden Tag sagen musst.

Regel 5)
Verkaufe nur das, von dem du selbst überzeugt bist.

EasyMotionSkin ist mein Baby. Ich glaube fest an die Idee, dass man Menschen GESUND ZUM ERFOLG bringen kann. Dass in Menschen viel, viel mehr steckt, als sie selbst für möglich halten. Der blaue Anzug ist für mich wie eine Art Superman- oder Superwoman-Anzug, den man überstreift, um über die eigenen Grenzen zu gehen, um Großartiges zu schaffen.

Ich trage diesen Anzug jeden Tag. Ich trainiere hart, diszipliniert und befolge meine sechs Regeln. Jeden Tag. Für etwas anderes könnte ich niemals stehen. Etwas, was ich nicht selbst lebe, könnte ich niemals verkaufen. Deshalb: Brenne lichterloh, sei authentisch, sei selbst Dein glühendster und begeistertster Kunde und Du wirst auch andere mit Deiner Idee anzünden.

Regel 6)
Sei dankbar und gib etwas zurück.

Jeden Tag stehe ich morgens auf, blicke mich um und bin voller Dankbarkeit für das, was mir das Leben gegeben hat. Ich bin dankbar für die Menschen, die an mich glauben, die mich inspiriert haben und die zu mir stehen. Auch wenn ich dann in aller Frühe in meinem blauen Anzug durch den Wald laufe und tief die klare Morgenluft einatme, bin ich erfüllt von einem tiefen positiven Gefühl der Dankbarkeit: Für die Natur und dafür, dass ich gesund bin.

Gesund sein ist nicht selbstverständlich. Es ist ein hohes Gut und ohne Gesundheit ist alles nichts. Deshalb ist es so wichtig, die eigene Gesundheit zu schützen und anderen dabei zu helfen, selbst ein erfülltes, erfolgreiches und gesundes Leben zu führen. Nichts macht glücklicher und erfüllt mit mehr Zufriedenheit, als der Gemeinschaft etwas zurückzugeben.
Nichts!

Zwölf Tipps und Tricks für Ihre Marktpräsenz

Published on 18. September 2020

Die Corona-Krise hat die Digitalisierung vieler Unternehmen enorm vorangetrieben. Angesichts des zögerlichen Verbraucherverhaltens beim „Neustart“ von Industrie und Handel wäre spätestens dies nun genau der Moment, um mit Hilfe digitaler Technologien auch die Kundenbeziehungen nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Dazu sieben wesentliche Anregungen:

Bringen Sie Ihre Daten auf Vordermann – und verwandeln Sie sie mit intelligenten Technologien in Kundenwissen.

Grundvoraussetzung für eine zielgerichtete Kundenansprache ist ein modernes Datenmanagement in Kombination mit der Nutzung intelligenter Technologien. Der Datenbestand muss dabei konsistent, aktuell und gut gepflegt sein – und allem darf er keine Abteilungsgrenzen kennen. Nur so entfalten intelligente Technologien ihre volle Wirkung und können in „Big Data“ Muster und Hinweise auf aktuelle Veränderungen in der Lebenswelt der Kunden erkennen. Die können Unternehmen dann zum Anlass nehmen, den Kunden bedarfsorientiert anzusprechen.

Setzen Sie Omnichannel konsequent um – aber übertreiben Sie es nicht!

Auf Basis der oben genannten Komponenten haben Unternehmen heute vielfältige Möglichkeiten, den Kunden entlang seiner Customer Journey proaktiv und kanalübergreifend zu begleiten. Botschaften und Informationen sollten jedoch konsistent sein. Und selbst wenn die Versuchung zur „Beschallung“ über sämtliche bestehende Kanäle groß ist: Weniger ist manchmal mehr!

Machen Sie Ihren Kunden zum Chef – und bringen Sie Vertrieb, Marketing und Kundenservice an einen Tisch!

Unternehmen ohne Abteilungen (und vor allem Abteilungsgrenzen) sind aktuell kaum denkbar –  und Vertrieb, Marketing und Service haben jeweils ihre eigenen Prioritäten und natürlich auch Budgets. Die Auflösung von „Silos“ und eine Datenintegration über Abteilungsgrenzen hinweg ist jedoch eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Begleitung von Customer Journeys. Zukünftig sollte es nur noch eine „Abteilung“ (oder einen Chef) geben, an dem Sie Ihre Aktivitäten ausrichten – und das ist der Kunde. Zugegebenermaßen eine große Herausforderung – aber eine, die sich lohnt!

Verankern Sie Kundenzentrierung als Leitmotiv in Ihrem Unternehmen!

Bei ihren Transformationsprozessen nehmen Unternehmen vor allem Themen wie New Work, Agilität oder Prozess- und Kostenoptimierung ins Visier. Genau diese Themen dominieren dann häufig auch die interne Kommunikation. Wenn aber bereits das Top Management nie oder selten ein Wort über Kunden verliert – welche Priorität sollten dann die Mitarbeitenden auf Kundenzentrierung legen? Kundenzufriedenheit entscheidet jedoch letztlich über die Existenzberechtigung von Unternehmen. Kundenzentrierung muss deshalb tief in der Unternehmenskultur verankert sein – und zwar für alle sichtbar. Warum nicht bereits im Foyer Ihres Unternehmens Kundenvideos laufen lassen? Oder mit Kundenbildern in Ihren Meeting-Räumen täglich daran erinnern, wer Auftraggeber der eigenen Arbeit ist?  

Denken Sie über neue Geschäftsmodelle nach – und überschreiten Sie dabei Grenzen!

Unternehmen aller Branchen stehen in einem enormen Wettbewerb um die Gunst des Kunden. Wer seinen Kunden maßgeschneiderte Services zum richtigen Zeitpunkt bieten kann, wird auch zukünftig die Nase vorn behalten. Diese Services werden zukünftig vermehrt im Rahmen kundenzentrierter Ökosysteme im Verbund mit Anbietern anderer Branchen entwickelt. Ein aktuelles Beispiel dafür hat TOP LEADER bei den eidgenössischen Nachbarn gefunden: Käufer exklusiver Möbel bei Pfister Möbel, dem führenden Einrichtungsunternehmen in der Schweiz, erhalten automatisch das Angebot eines Premiumschutzes bei den Basler Versicherungen für alle bei Pfister gekauften Möbel für vier Jahre. Technologische Basis für die Kundenansprache ist dabei ein CRM-System, mit der sowohl die Basler Versicherung als auch Pfister arbeiten, in Kombination mit einer Marketing-Automation-Plattform.

Machen Sie erfolgreiche Kundenorientierung messbar!

Customer-Relationship-Management ist eine erfolgskritische „Disziplin“ im Unternehmen, dennoch wird Kundenzufriedenheit in den wenigsten Unternehmen gemessen. Warum nicht Kundenkontakt und unternehmerische Initiative in die Leistungsbeurteilung von Mitarbeitenden übernehmen – und dann auch finanziell honorieren? Um wirksame Anreizsysteme zu schaffen, benötigen Unternehmen jedoch Kennzahlen, die eine Messbarkeit der Performance des Kundenmanagements herstellen.

Sehen Sie Kundenorientierung als Verantwortung für jedermann.

Ja, Kundenzentrierung muss auf Top-Management-Level verkörpert und vorgelebt werden. Und nein, echte Kundenorientierung ist keine Funktion für den Chief Customer Officer – sondern ein Prozess. für den jeder im Unternehmen Verantwortung trägt, und ein Mindset, das Zeit braucht. Sie ist gleichzeitig ein Change-Prozess, der intern intensiv begleitet werden muss – bei dem aber auch Erfolge gefeiert werden sollten.

Unterm Strich haben Unternehmen heute auf Basis intelligenter Datenanalytik und moderner CRM-Systeme die Chance, sich mit einem Top-Kundenservice im Markt zu differenzieren und ihre Kunden langfristig zu überzeugen. Mit KI-gestützten Automatisierungslösungen kann man herausfinden, wie Kunden auf personalisierte Angebote reagieren. Kanalübergreifend wird der Kunde somit entlang seiner eigenen Customer Journey bestmöglich unterstützt. Technologien entlassen Entscheider jedoch nicht aus ihrer Verantwortung: Den Inhalt des eigenen Brands, die eigene Strategie und den eigenen Purpose muss ich auch in Zukunft selbst definieren.

Setzen Sie (weiter) auf Werbung und Marketing!

In Zeiten des Wohlstands sollten Sie Werbung machen – in Krisenzeiten MÜSSEN Sie dies sogar. Denn genau jetzt ist es an der Zeit, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Die deutliche Reduktion des Bruttoinlandsprodukts führt vielerorts notgedrungen zu einer Senkung der Ausgaben und somit zu Sparmaßnahmen, worunter häufig als erstes die Marketing- und Werbebudgets leiden. Doch das ist ein Fehler! Dazu fünf Begründungen:

Eine simple Gleichung: Gerade wenn Ihre Konkurrenz in puncto Marketing und Werbung auf die Bremse tritt, erhöht das Ihre Chancen, sich mit Ihrem eigenen Unternehmen Gehör zu verschaffen. Zumal die Brand Awareness beim Verbraucher bereits nach sechs Monaten ohne Aktivitäten um 39 Prozent zurückgeht. Nutzen Sie also die Gunst der Stunde und füllen Sie die entstandene Lücke mit eigenem Content!

Mithilfe von Programmatik, Social und Search Advertising können Sie Ihre Nutzer längst individuell ansprechen und sie in Gruppen unterteilen. Zurückhaltende Käufer springen vor allem auf Einsparmöglichkeiten an, während man besonders zahlungskräftige Kunden auch mit der Werbung für ein neues Auto erreicht. Die Corona-bedingte Rezession ist die erste ihrer Art, in der man mit solchen Nutzerdaten gegensteuern kann. Und dadurch kann man die Werbebudgets so optimieren, dass man die richtige(n) Zielgruppe(n) erreicht!

Wirtschaftskrisen, Rezessionen und Pandemien erzeugen bei vielen Menschen vor allem eins: Ein Gefühl der Unsicherheit. Indem Sie mit Ihrer Marke in diesen Zeiten weiterhin präsent sind, wirken Sie diesem Gefühl entgegen. Sie zeigen, dass sie noch da sind, dass Sie weitermachen und dass die Welt keineswegs stillsteht. Mehr noch, je nach Ausrichtung Ihrer Kampagnen können Sie bei den Menschen sogar eine positivere Grundstimmung erzeugen!

Während des ersten Lockdowns verbrachten die meisten Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden vor dem Fernseher, am Computer oder am Smartphone. Folglich konnte man sie auch leichter mit Online-Werbung erreichen. Mittlerweile kehrt das gesellschaftliche Leben da und dort zwar wieder zu einer Art „Normalität“ zurück, unterschätzen sollte man diesen Faktor aber dennoch nicht. Schließlich fallen Großveranstaltungen, Stadionkonzerte und ähnliche Events nach wie vor weitgehend aus.

Und zu guter Letzt belegt ein Blick in die Vergangenheit, dass Werben in Krisenzeiten sich tatsächlich auszahlt. So konnten Pizza Hut und Taco Bell ihre Verkäufe während der Rezession Anfang der 90er Jahre um 61 beziehungsweise 40 Prozent steigern. Beide Unternehmen hatten weiterhin geworben, während Konkurrent McDonald’s defensiver agierte. Und nach der Finanzkrise – 2009 – konnte Amazon um 28 Prozent mehr Verkäufe vorweisen, nachdem das Unternehmen seine neuen Kindle-Produkte beworben hatte.

Summa summarum kann sich eine Erhöhung der Marketingausgaben gerade jetzt (sogar deutlich) rentieren: nämlich in Form von steigenden Marktanteilen und Umsätzen. Die Schlussfolgerung ist klar: Ist man in der Lage, weiterhin für Werbung Geld auszugeben, ist genau jetzt der beste Zeitpunkt dafür!

Richtig Schluss machen

Published on 23. August 2020

Unternehmen sollten eine Trennung von Mitarbeitern, möglichst fair gestalten. Sie sollten darauf achten, dass in diesem Prozess das Selbstwertgefühl der zu kündigenden Mitarbeiter gewahrt bleibt, die verbleibenden Mitarbeiter nicht unnötig demotiviert werden und die Firma keinen langfristigen Schaden erleidet.

Am ehesten gelingt dies mit einem vorab formulierten Drehbuch für den Kündigungs- und Trennungsprozess. Dieses sollte unter anderem folgende Fragen beantworten:

  • Nach welchen Kriterien wird entschieden, wer entlassen wird?
  • Zu welchem Zeitpunkt erfolgt die Kündigung?
  • Wann und wie wird die Kündigung ausgesprochen?
  • Wer führt die Kündigungs- und Trennungsgespräche?
  • Wie werden die verbleibenden Mitarbeiter über die Kündigungen informiert?
  • Wie werden sie gegenüber den zu kündigenden und den verbleibenden Mitarbeitern begründet? Und:
  • Wie gestalten wir den Trennungsprozess?

Im Gespräch ruhig und sachlich bleiben

In der Regel sollte der unmittelbare Vorgesetzte die betroffenen Mitarbeiter über ihre Kündigung informieren – selbst wenn diese von der Personalabteilung versandt wird. Er sollte sich vorab unter anderem  fragen: Teile ich dem Mitarbeiter in dem Gespräch nur die Kündigung mit und setze ich mich mit ihm anschließend nochmals zusammen, um zu vereinbaren, wie die Trennung gestaltet wird? Oder sollen das Kündigungs- und Trennungsgespräch zum selben Zeitpunkt stattfinden?

Die Entscheidung hierüber sollten Sie davon abhängig machen:
  • Wer ist Ihr Gegenüber?
  • Wie wird er/sie vermutlich reagieren?
  • Rechnet der Mitarbeiter bereits mit einer Kündigung oder fällt er aus allen Wolken?

Ist Letzteres der Fall, empfiehlt sich meist eine Trennung von Kündigungs- und Trennungsgespräch. Denn dies gibt dem Gekündigten die Chance, den Schock Kündigung zunächst zu verdauen und sich auf das Trennungsgespräch vorzubereiten.

Führungskräfte scheuen sich in Kündigungsgesprächen oft, die Hiobs-Botschaft auszusprechen. Also reden sie endlos um den heißen Brei. Dies erhöht nur unnötig die Qual des Mitarbeiters, der in der Regel schnell ahnt, worauf das Gespräch hinaus läuft. Sagen Sie stattdessen nach einer kurzen Einleitung zum Beispiel: „Wie Sie wissen, ist unser Auftragsvolumen um ein Drittel eingebrochen. Deshalb musste die Unternehmensführung einige Sparmaßnahmen beschließen. Dazu zählen vier betriebsbedingte Kündigungen in unserem Bereich. Sie, Herr/Frau …, zählen leider zu den Betroffenen. Wir werden das Arbeitsverhältnis mit Ihnen zum 30.6. beenden.“

Emotionen akzeptieren und Verständnis zeigen

Auf diese Nachricht reagieren Mitarbeiter unterschiedlich – manche geschockt, manche gelassen, manche wütend. Lassen Sie es zu, dass Ihr Mitarbeiter Emotionen zeigt. Äußern Sie hierfür Verständnis. Und geben Sie ihm ausreichend Zeit, die Fassung wiederzugewinnen. Gelingt ihm dies nicht, sollten Sie das Regeln der Trennungsmodalitäten vertagen.

Zuweilen müssen Führungskräfte Kündigungen aussprechen, von denen Sie nicht überzeugt sind. Dann dürfen Sie im Gespräch mit dem Mitarbeiter Ihre Bedenken nicht äußern, denn Sie nehmen die Aufgabe Kündigen stellvertretend für die Unternehmensleitung wahr. Außerdem geraten Sie in eine schwierige Situation, wenn der Gekündigte gegenüber Dritten äußert „Sogar mein…“ bzw. „… unser Chef empfindet die Kündigung als ungerecht“. Er wird Sie also als Kronzeuge gegen die Unternehmensführung verwenden.

Bei Kündigungen werden Führungskräfte oft mit Vorwürfen konfrontiert wie: „Aber vor einem Monat planten Sie mit mir doch noch…“ Oder: „Bei der Weihnachtsfeier erklärten Sie noch, unsere Arbeitsplätze seien sicher.“ Stehen Sie dann zu Ihren Worten und Taten. Bedauern Sie Ihren Irrtum. Sagen Sie, dass Sie zum damaligen Zeitpunkt die Situation anders einschätzten, diese sich in der Zwischenzeit aber aufgrund der Faktoren A, B, C geändert hat.

In der Regel fragen die zu kündigenden Mitarbeiter: „Warum gerade ich?“ Geben Sie dem Mitarbeiter eine inhaltlich verständliche Erklärung. Lassen Sie sich aber  keinesfalls auf eine Diskussion über die Auswahlkriterien ein. Denn wer die Gründe für die Kündigung diskutiert, diskutiert die Kündigung selbst.

Kündigung begründen, ohne die Person zu kränken

Wie schwierig eine Kündigung zu begründen ist, hängt weitgehend vom Anlass ab. Bei verhaltensbedingten Kündigungen ist das Begründen leicht. Hier gilt es vor allem, das rechtliche Prozedere zu beachten. Schwieriger ist es, wenn ein Mitarbeiter nicht die gewünschte Leistung erbringt. Dann sollte die mangelnde Passung zwischen Aufgaben und Qualifikation im Gespräch im Vordergrund stehen.

Entlässt ein Unternehmen betriebsbedingt eine größere Zahl von Mitarbeitern, dann muss deren Auswahl meist gemäß gesetzlich vorgegebener Kriterien wie Alter, Familienstand und Dauer der Betriebszugehörigkeit erfolgen. Auch dann ist das Begründen vergleichsweise einfach. Anders ist die Situation, wenn in die Auswahl auch Faktoren einfließen, wie: Wer bringt welche Leistung? Und: Welche Fertigkeiten braucht das Unternehmen? Dann wird das Begründen schnell zur heiklen Aufgabe. So zum Beispiel, wenn Sie gegenüber einem Techniker begründen sollen, warum er gehen muss, während seine Berufskollegen, die dieselben Aufgaben verrichten, bleiben dürfen. Bei solchen Kündigungen kann es vorteilhafter sein, eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses anzustreben.

Die Übergangszeit bis zum Ausscheiden regeln

Ist die Kündigung ausgesprochen und begründet, gilt es, die Zeit zwischen der Kündigung und dem Austritt aus dem Unternehmen zu regeln. Hierfür können Sie einen separaten Termin vereinbaren. Im Trennungsgespräch selbst sollten Sie Ihrem Mitarbeiter einen Weg aufzeigen, wie der Trennungsprozess gestaltet werden kann. Außerdem sollten Sie ihm Hilfe beim Suchen einer neuen Stelle anbieten. Zum Beispiel, indem Sie seine Wünsche beim Formulieren des Arbeitszeugnisses berücksichtigen.

Den Blick wieder in Richtung Zukunft richten

Nicht selten ist eine bezahlte Freistellung bis zum Ausscheidungstermin für beide Parteien die sinnvollste Lösung. Denn solange der oder die gekündigten Mitarbeiter noch im Unternehmen verweilen, sind auch die Noch-Kollegen innerlich hin- und hergerissen. Einerseits haben sie Mitleid mit ihren Kollegen, andererseits sehen sie oft die Notwendigkeit der Kündigungen. Dieser innere Zwiespalt wirkt sich negativ auf ihre Arbeitsmoral aus. Er hindert sie zudem, ihren Blick in Richtung Zukunft zu wenden. Dies sollte in dem für alle Beteiligten schmerzhaften Prozess Personalabbau jedoch möglichst schnell wieder geschehen.

Zum Autor: Alexander Pifczyk ist Senior Consultant und Partner bei der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner, Bruchsal (link is external). Seine Arbeitsschwerpunkte sind Führung, Change- und Projekt-Management.

Ersterscheinung: https: //www.die-wirtschaft.at (hier klicken)

Categorized under: News

TOP-Innovation besiegt (auch) Covid-19

Published on 11. August 2020

„Innovative KMU, die sich international vernetzen und neue Märkte erschließen, können wesentlich zur Konjunkturbelebung beitragen. Genau das forcieren wir gezielt mit Eureka und haben uns für den österreichischen Vorsitz einen Refresh vorgenommen, um die Eureka-Instrumente für eine kräftige Konjunkturbelebung bestmöglich einsetzen zu können“, erklärt Bundesministerin Margarete Schramböck. „Wir brauchen innovative KMU, um den Aufschwung zu schaffen. Mithilfe solcher Unternehmen wollen wir die Innovationskraft in Österreich weiter stärken und standortrelevante Forschung forcieren.“

„Wir wollen den Ideenreichtum und Innovationsgeist der Eureka-Partner für die Konjunkturbelebung nutzen“, wünscht sich Henrietta Egerth, die Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Eureka sei ein geeignetes Tool, um rasch und gezielt mit ausgewählten Ländern Ausschreibungen durchzuführen und so die Zusammenarbeit auch beyond Europe zu stärken. Beispielsweise wurde im Zuge des Ausbruchs der Corona-Pandemie unmittelbar eine Fast Track Covid-19-Ausschreibung gestartet, an der sich unter der Führung von Kanada neben Österreich auch fünf weitere Eureka-Mitgliedsländer beteiligt haben.

„Wir werden das Vorsitzjahr nützen, um Eureka und damit Forschungskooperationen über Ländergrenzen hinweg einen neuen Spirit zu verleihen“, hofft der österreichische Eureka-Vorsitzende Ulrich Schuh. Nach dem Motto „Towards a NEW Eureka“ gehe es um die Weiterentwicklung der Instrumente, den Ausbau der globalen Kooperation und neue Formen der Zusammenarbeit. Während des Vorsitzjahres finden mehrere Veranstaltungen in verschiedenen Bundesländern statt, u.a. wird es im Mai 2021 den „Eureka Global Innovation Summit“ in Graz geben, für den die grüne und digitale Transformation als Rahmenthema gesetzt wurde.

Daten und Fakten

Österreich ist seit der Gründung vor 35 Jahren Eureka-Mitglied. Die FFG wickelt die Förderungen auf nationaler Ebene mit Mitteln des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) ab und wurde vom BMDW mit der Abwicklung und Gestaltung des österreichischen Eureka-Vorsitzes betraut. Bisher wurden international 7.500 Projekte ermöglicht und insgesamt 48 Milliarden Euro investiert, davon haben österreichische Akteure an rund 800 Projekten teilgenommen und rund 210 Millionen Euro nationale Förderung erhalten. Insgesamt sind es Projekte mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro, bei denen Beteiligte aus Österreich profitierten.

Rund 338.000 Unternehmen der heimischen Wirtschaft zählen zu den Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben. Sie sind Arbeitgeber für rund zwei Drittel der Erwerbstätigen und bilden mit einem Anteil von mehr als 98 Prozent der heimischen Unternehmen die starke Säule unserer Wirtschaft. Die betriebswirtschaftliche Resilienz bzw. Krisenfestigkeit der KMU hat sich in der vergangenen Dekade laufend verbessert. Daten der KMU Forschung Austria, einem Mitgliedsinstitut des Forschungsnetzwerks Austrian Cooperative Research (ACR), zeigen, dass die Eigenkapitalquoten der KMU in den vergangenen Jahren im Durchschnitt auf knapp 33 Prozent stetig angestiegen sind – zu Beginn der Finanzkrise 2008/09 lag diese noch bei 26 Prozent. Die Ertragskraft (Umsatzrentabilität) hat sich im gleichen Zeitraum von durchschnittlich 2,5 auf 4,9 Prozent beinahe verdoppelt. Die Bandbreite unter den KMU ist hierbei allerdings groß: Während es viele Betriebe mit guter Eigenkapitalausstattung gibt, ist rund ein Fünftel der Betriebe überschuldet.

Den Taurob-Roboter hält selbst starker Wellengang auf einer Bohrinsel nicht von der Arbeit ab.

Ein Eureka-Vorzeigebeispiel

Das Startup Taurob in Wien Liesing konnte mithilfe der Förderungen des Eurostars-Programmes in Eureka sowie nationalen Förderungen in mehreren Programmen der FFG seine robusten Roboter weiterentwickeln, so dass diese mittlerweile auf Ölbohrinseln und in unwirtlichen Umgebungen eingesetzt werden. „Ohne das Eureka-Netzwerk und die Förderlandschaft in Österreich hätten wir die Entwicklung unserer Roboter so nicht finanzieren können“, bestätigt Taurob-Managing Director Matthias Biegl. „Mittlerweile profitieren unterschiedliche Branchen von unserer Innovation und die Förderungen und Darlehen konnten bereits fast zur Gänze wieder zurückbezahlt werden.“ Taurob ist auch ein sehr eindrückliches Beispiel dafür, dass Digitalisierung und Robotik nicht Arbeitsplätze wegnehmen, sondern jene Arbeiten übernehmen, die für Menschen unattraktiv oder sogar gefährlich sind. Im Falle von Taurob heißt das: Der Roboter und nicht der Mensch übernimmt bei Wind und Wetter Wartungsarbeiten auf der Ölplattform.

So sind die 90 kg schweren Roboter derzeit beispielsweise in einem Pilotprojekt auf den Shetlandinseln im Einsatz. Täglich lesen sie in einer Gasraffinerie des Mineralöl-Unternehmens Total Messdaten von Sensoren ab. Die robotischen Helfer übernehmen stupide, gefährliche und schmutzige Arbeiten. Ursprünglich waren die Roboter von Taurob für gefährliche Situationen bei Feuerwehreinsätzen konzipiert – rasch erkannte das Wiener Startup das Potenzial für andere, unmenschliche Einsatzfelder.

Intelligent und offen für andere Systeme

Unter schwierigsten klimatischen Verhältnissen und in Arbeitsbereichen, in denen Methangas vorkommt, verrichten Taurob-Roboter auch in der Raffinerie von Total ihren Dienst. Die Roboter übernehmen einfache, aber risikobehaftete, Routinetätigkeiten von Menschen. Die ATEX-zertifizierten Roboter verfügen über ein intuitives Steuerungssystem und Mehrzweckschnittstellen für eine schnelle und einfache Add-on-Integration. Autonom bewegen sie sich am Einsatzort und sammeln über Kameras, Mikrofone, Wärmebildkameras und Sensoren wichtige Daten für den Betrieb. Mit der installierten Technik besitzt so ein Roboter besondere Fähigkeiten für den Einsatz, wie beispielsweise eine präzise Wärmebildkamera, die Gaswolken sichtbar macht. 

Auf der abgesteckten Route liest der Taurob Inspector im Pilotprojekt Füll- und Messstände von analogen Anzeigen ab.

Autonom bewegen sich Taurob-Roboter auf seiner einprogrammierten Route von A nach B und reagiert auf unvorhersehbare Hindernisse. „Sie erkennen verschiedene Objekte, die auf einer Plattform vorkommen, und reagieren bei gefährlichen Situationen“, erklärt Taurob-Gründer Lukas Silberbauer. Mi einem Mikrofon werden im täglichen Einsatz Pumpgeräusche aufgenommen und dann mit Hilfe einer Software eruiert, ob eine Störung vorliegt. „Wir verwenden nicht nur selbst entwickelte Applikationen, sondern auch von anderen Herstellern“, sagt Silberbauer. Für die Detektion von defekten Pumpen nutzt man etwa die Software von CEA Tech, einem französischen Forschungsinstitut. Dass häufig noch Menschen händisch Zeigermessständer, Füllstände oder Ventilstellungen ablesen und in einer Liste eintragen, ist für Silberbauer rückständig: „Unsere Roboter stellen im Pilotprojekt mit Total gerade unter Beweis, dass sich diese Jobs viel effizienter und sicherer erledigen lassen.“ Bei analogen Messanzeigen schießt der Roboter ein Foto und lädt das Bild in die Cloud. Ein Programm wertet das Bild aus und erkennt den Füllstand. „Die erhobenen Messwerte der Roboter lassen sich besser vergleichen, da immer zur selben Tageszeit von exakt dem gleichen Blickwinkel die Aufnahme gemacht wird. Drei verschiedene Menschen im Schichtbetrieb liefern weniger verlässliche Werte.“

Taurob-Roboter treiben die Digitalisierung voran

Derzeit sind Inspektionsfahrten von ca. zwei Stunden möglich, an längeren Betriebszeiten wird laufend gearbeitet. Die Kommunikation erfolgt über WLAN, 4G- oder 5G-Netzwerke. Der Roboter ist jedoch nicht auf die Kommunikation im laufenden Betrieb angewiesen: Muss am Einsatzort Funkstille herrschen – z.B. in einer Transformatorhalle, in der die Kommunikation durch die elektromagnetischen Felder gestört werden könnte –, kann der Roboter die Daten auch nach absolvierter Mission übermitteln. Anschließend können die Daten in einer Cloud oder lokal verarbeitet werden.

Die Route wird ferngesteuert eingeben – der Roboter wird durch seine „Mission“ gesteuert und es werden Checkpoints definiert. Die Wegpunkte werden im Digitalen Zwilling abgespeichert und künftig autonom vom Roboter abgefahren. Im Echtbetrieb fährt der Roboter vorausschauend, erkennt Hindernisse oder drohende Absturzgefahren. In unbekannten Situationen bleibt er stehen und fordert Anweisungen vom Operator an. Auf akustische Signale wie Evakuierungs- oder Feueralarm reagiert der Wartungsroboter selbstständig und fährt in einen sicheren Bereich, sodass er keinen Fluchtweg blockiert. Der ursprünglich als Feuerwehrroboter konzipierte Roboter kann in Notfallsituationen genutzt werden, um aus gefährlichen Bereichen wie z.B. Brandherden Livebilder und Audiodaten aufnehmen.

Nicht nur auf Ölplattformen lassen sich Taurob-Roboter nutzen: Gefährliche Situationen gibt es in vielen Industriefeldern. Das kann ein Umspannwerk sein – wo es die Gefahr von Lichtbögen gibt –, die chemische Industrie mit gefährlichen Gasen und Flüssigkeiten, oder ein Hochofen in der verarbeitenden Industrie. „Denken Sie an ein Umspannwerk: das Betreten solcher Gebäude ist lebensgefährlich. Für jede Inspektion muss das Werk heruntergefahren werden, das kostet das ungemein viel Geld“, erläutert Silberbauer.

Categorized under: News

Welche Branchen haben Zukunft?

Published on 29. Juni 2020

Viele Experten wissen stets die logisch klingende Antwort auf die Frage, welche Branchen und welche Unternehmen sich in naher oder auch fernerer Zukunft positiv entwickeln werden. Etwa, dass aus derzeitiger Sicht die Pharmabranche, Streaming Dienste, Internetsecurity und die Roboterindustrie gut performen müssten und man die Öl- und Luftfahrtbranche eher meiden sollte. Die Geschichte zeigt aber, dass man mit solch fixen Erwartungen auch völlig falsch liegen kann …

Ein anschauliches Beispiel ist die Automobilbranche. Der US-Elektroautohersteller Tesla liefert beispielsweise eine tolle Börsenstory. Die Aktie ist derzeit an der Börse so teuer, dass sie mehr wert ist als VW, Daimler und BMW zusammen. Weil aber Tesla ein schlechtes Kreditrating hat und zudem auch noch nie Gewinne erzielt hat, ist die Aktie wohl eher keine Empfehlung.

… bei manchen Unternehmen wie etwa Tesla oder Amazon ist der Börsenwert stark zu hinterfragen.

Hohe Erwartungen treiben die Kurse so sehr nach oben, dass der Erfolg an der Börse oft schon Jahre vorweggenommen ist. Während andere Unternehmen völlig unbeachtet immer noch Geld verdienen, aber an der Börse längst abgestraft wurden, weil ihre „Story“ wenig vielversprechend klingt, etwa VW. Die VW-Aktie hat ein KGV von 8, ist also analog eine „billige“ Aktie. Der Markt hat die geringen Wachstumserwartungen der Automobilindustrie bereits mehr als vorweg genommen.

Auch die Amazon-Aktie verdient einen kritischen Blick: Ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 80, womit das Unternehmen an der Börse zum 80-fachen Gewinn bewertet ist oder anders gesagt, der Kaufpreis zum aktuellen Kurs erst in 80 Jahren amortisiert wäre. Auch die Aktienkurse der Tabakindustrie schienen in der Vergangenheit fast paradox: Sie stiegen noch Jahrzehnte lang, obwohl Klagen und Verboten der Branche bereits stark zugesetzt hatten.

Historische Fehleinschätzungen

Ein Ausflug in die Vergangenheit offenbart, wie sehr sogar Profis bei der Einschätzung einzelner Branchen völlig falsch liegen, oft aus später nicht mehr nachvollziehbaren Gründen: Als die Rothschilds versuchten, Investoren für ihr Eisenbahnprojekt zu finden, gab es viele kritische Stimmen. Nicht, dass etwa ein lästiges Umweltverträglichkeitsverfahren die Sache verzögert hätte, nein, es waren andere Hemmnisse. Es gab schon damals Gutachten und Gegengutachten, um das Ertragspotenzial eines solchen Investments auszuloten und eines dieser Gegengutachten hielt ein Eisenbahnprojekt für völlig ausgeschlossen. Aus medizinischen Gründen. Es sei nicht sichergestellt, ob die menschlichen Lungen für Geschwindigkeiten jenseits der 30 km/h ausgelegt seien, hieß es. Man fürchtete, dass eine Fahrt durch einen Tunnel den Erstickungstod vieler Fahrgäste nach sich ziehen würde und es sollte sich in jedem Wagen ein Mediziner befinden, lautete damals manch wissenschaftliche Meinung.

Die Geschichte des Automobils veranschaulicht ebenfalls, wie sehr Techniker, Mediziner und eben auch Investoren irren können: Ein gewisser Herr Daimler war überzeugt vom Siegeszug dieser neuen Fortbewegungsmöglichkeit, räumte aber gleichzeitig ein, dass das zu erwartende Wachstum einen natürlichen Deckel habe – „es sei nämlich mit der Anzahl der ausgebildeten Fahrer limitiert“.

In der jüngeren Vergangenheit war es das iPhone, das – im Rückblick völlig absurde – Aussagen provozierte. Als Steven Jobs im Jänner 2007 das erste iPhone vorstellte, meinte Steve Ballmer „zu verspielt, zu teuer – das wird ein Flop“. Und Ballmer war damals niemand geringerer als der CEO von Microsoft, also eines Tech Giganten, dem man eine Prognose für „seine“ Branche eigentlich zutrauen konnte.

Oder wer hätte 2007 gedacht, dass die meisten Online-Buchungen für Busreisen über eine Busgesellschaft getätigt werden, die nur einen einzigen Bus hat, nämlich Flixbus? Wer hätte angenommen, dass ein paar Jahre später täglich abertausende Buchungen weltweit bei einer Hotelkette abgewickelt werden, die kein einziges Hotel besitzt, nämlich booking.com?

Fakten statt Spekulation

Dennoch bleiben unterm Strich einige Faktoren, die wohl Bestand haben werden, weil sie sich beispielsweise direkt aus der Corona-Krise ergeben: Pharma-Unternehmen, die erfolgreich einen Impfstoff entwickeln, werden Welt- und Börsenruhm erringen. Die Bedeutung der pharmazeutischen Forschung hat eine neue Dimension bekommen und wird zunehmend Investorengelder anziehen.

Ebenso verdienen Technologie-Firmen, die Cloud-Computing oder Tools für Videokonferenzen anbieten, erhöhte Aufmerksamkeit.  Auch der Trend e-sports hat enorme Wachstumsraten und -prognosen. Der FC Bayern schickt seine e-Mannschaft ins Rennen und in Südkorea gibt es bereits e-sports-Meisterschaften, also virtuelle Fußballspiele auf dem Computer. Diese füllen Stadien mit 20.000 Menschen.

Vom unaufhaltsamen Wachstum der Weltbevölkerung sollten weiters Nahrungsmittelkonzerne profitieren. Aber auch bei ihnen zeigt die jüngere Vergangenheit, dass dem nicht so sein muss: Außer Nestle konnte keiner der Food-Giganten seinen Börsenwert halten oder steigern. Ein wahres Blutbad gab es z.B. bei der Aktie von Kraft Foods, bei der mit Warren Buffet ein Aktionär eingestiegen ist, dem man bisher blind vertrauen konnte …