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Das TOP-Forschungsprojekt „Fit im Job“

Published on 27. Juli 2020

Der Fachkräftebedarf in Österreich besteht auch in Zeiten einer Corona-bedingten höheren Arbeitslosigkeit weiter und wird mit zunehmender Erholung der Wirtschaft noch weiter zunehmen. Es gibt hier mehrere Punkte, um gegenzusteuern. Einer davon besteht darin, ältere Menschen länger in Beschäftigung zu halten, um auch ihr Know-how und ihre Erfahrung für die Unternehmen möglichst lange nutzen können. Eine zukunftsweisende Möglichkeit dazu ist der Einsatz von hochtechnisierten Hilfsmitteln wie Exoskeletten. Davon profitieren Mitarbeiter und Wirtschaft gleichermaßen, weil diese Hilfsmittel zum Erhalt und zur Erhöhung der Arbeitsfähigkeit von älteren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen beitragen.

Exoskelette kamen bisher als hochtechnisierte Hilfsmittel für Querschnittsgelähmte, in der Raumfahrt oder im Behindertensport zum Einsatz. Jetzt sollen sie auch Menschen in der Arbeitswelt helfen, gesund zu bleiben. Dass Exoskelette eine geeignete Technologie darstellen können, zeigt das vom Institut für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik (IAA) an der Johannes Kepler Universität Linz initiierte Forschungsprojekt „EnableMe 50+“, das sich mit der Frage beschäftigt, wie Arbeitsplätze in Hinblick auf ihre Altersgerechtigkeit bewertet und unter Einbezug der Faktoren Mensch, Technologie und Organisation konkret ausgestaltet werden können. Das Projekt liefert Hinweise darauf, wie altersgerecht einzelne Arbeitsplätze gestaltet sind. Mitarbeiter der Handelsfirma REWE (BILLA und MERKUR) und des Feuerwehrausstatters Rosenbauer haben Exoskelette im Praxiseinsatz erprobt – mit unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich der praktischen Anwendbarkeit. „Im Forschungsprojekt arbeiteten bis Ende Juni das Institut für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik der JKU Linz, das Institut für Innovation und Industrie Management der TU Graz und die beiden Konzerne zusammen. Ziel war es, eine praktikable Option für altersgerechte Arbeitsgestaltung zu entwickeln, für die physische Assistenzsysteme eine wichtige Rolle spielen“, erklärt Tanja Spennlingwimmer, Geschäftsführerin des Instituts für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik (IAA).

Bei der „Fit-im-Job“-PK: (v.l.n.r) Tanja Spennlingwimmer, Markus Achleitner, Daniel Tomaschko, Veronika Rabl.

Es konnte gezeigt werden, dass bei harter manueller Arbeit körperliche Beschwerden und Muskel-Skelett Erkrankungen – trotz Einhaltung ergonomischer Standards – im Altersverlauf auf das etwa Zehnfache ansteigen. Basierend auf der in der Studie festgestellten Entlastungswirkungen lässt sich abschätzen, dass durch den Einsatz passender Exoskelette das ergonomische Risiko zur Entwicklung von Muskel-Skelett-Erkrankungen für 62 Prozent der Arbeitsplätze auf ergonomisch unbedenkliche Werte reduziert werden kann. „Die Ergebnisse liefern erste Hinweise für die zielgerichtete Implementierung von Exoskeletten zur Gestaltung altersgerechter Arbeitsplätze, es braucht aber noch weitere Forschung und Langzeitstudien, um belastbare Aussagen zur nachhaltigen Entlastungswirkung treffen zu können“, betont Spennlingwimmer.

„Bei einer flächendeckenden Umsetzung von Exoskeletten in der österreichischen Industrie besteht die Chance, rund zwei Millionen Krankenstandstage durch Muskel-Skeletterkrankungen präventiv zu vermeiden und damit Kosten für Unternehmen und Staat von etwa einer Milliarde Euro zu reduzieren“, sagt Univ.-Prof. Christian Ramsauer, Institut für Innovation und Industrie Management der TU Graz. Die Bereitstellung unterschiedlicher Exoskelette erfolgte im Projekt durch die Firmen awb Schraubtechnik- und Industriebedarf GmbH und Exomys Augmented Humanity GmbH. Vor allem die von awb zur Verfügung gestellten Exoskelette wiesen dabei eine hohe Praxistauglichkeit auf.

Nachhaltige, altersgerechte Arbeitsplätze

Exoskelette sind bereits in einigen Branchen erfolgreich im Einsatz. Diese technischen Stützapparate stellen ein gutes Werkzeug dar, um körperliche Arbeit komfortabler und vor allem gesundheitsschonender verrichten zu können. Das Muskel-Skelett-System wird entlastet und Folgekrankheiten vorgebeugt. Bei Rosenbauer kamen sie nun erstmals im Rahmen des Forschungsprojektes EnableMe 50+ zum Testeinsatz. „Wir sind aus Tradition neugierig und probieren gerne Neues aus. Die Chance, Exoskelette direkt in unseren Produktionswerken zu testen, haben wir gerne wahrgenommen“, sagt Daniel Tomaschko, Technikvorstand der Rosenbauer International AG.

Rosenbauer ist Weltmarktführer bei Feuerwehrtechnik sowie -ausrüstung und zählt zu den wichtigsten Arbeitgebern in der Wirtschaftsregion Oberösterreich. In Österreich beschäftigt das Unternehmen knapp 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jeder Vierte davon ist über 50 Jahre, Tendenz steigend. Zwei Drittel des Rosenbauer-Teams arbeiten in Produktion und Logistik. Gerade in diesen Unternehmensbereichen findet man die meisten alterskritischen Arbeitsplätze, denn hier werden viele Beuge- und Hebearbeiten durchgeführt. Daniel Tomaschko sieht die Aufgabe des Unternehmens ganz klar: „Als verantwortungsvoller Arbeitgeber haben wir den Anspruch, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neben einer ausgewogenen Work-Life-Balance auch eine moderne und sichere Arbeitsumgebung zu bieten. Dabei legen wir großen Wert darauf, ein altersgerechtes Arbeitsumfeld zu schaffen, das Gesundheit und Wohlbefinden nachhaltig bewahrt.“

Bei der Erhaltung der Mitarbeitergesundheit setzt Rosenbauer stark auf präventive Maßnahmen. Innerbetriebliche Lösungen, wie etwa das Bereitstellen alternativer Arbeitsplätze im Krankheitsfall und das Angebot entsprechender Weiterqualifizierungen gehören zwar zum Standardrepertoire der Mitarbeiterfürsorge, sind aber zu wenig weit gegriffen. Die Beteiligung am dreijährigen Forschungsprojekt EnableMe 50+ hat gute Impulse geliefert. 45 Mitarbeiter in Produktion und Logistik wurden mit unterschiedlichen Exoskelett-Typen ausgestattet und im Zeitraum von insgesamt 37 Stunden in ihrer Arbeit unterstützt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz dieser Stützapparate, vor allem in diesen Arbeitsbereichen ideal ist, um Mitarbeiter bei Beuge- und Hebearbeiten im unteren Rücken zu entlasten. Das persönliche Belastungsempfinden wurde um fast ein Drittel reduziert und über die Hälfte der Testpersonen bestätigt, dass die Exoskelette gut zu ihrem Arbeitsplatz passen. „Die hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern motiviert uns, weitere Tests durchzuführen. Den jetzigen Probelauf sehen wir als Standortbestimmung. In weiterer Folge wird es darum gehen, den Komfort und die praktische Anwendung in weiteren, potenziellen Einsatzbereichen des Unternehmens auszutesten“, so Tomaschko. Für Rosenbauer ist es jedenfalls ein weiterer Schritt in Richtung einer nachhaltigen, altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung für das Team.

(v.l.n.r) Rosenbauer-Technikvorstand Daniel Tomaschko, Tanja Spennlingwimmer, GF Institut für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik (IAA), Rosenbauer-Mitarbeiter Elias Rashid, Veronika Rabl, Leiterin Human Resources REWE Group Österreich, IAA-Präsident und Landesrat Markus Achleitner.

Mitarbeiter als wichtigster Erfolgsfaktor

Als einer der größten Arbeitgeber und größter Lehrlingsausbildner Österreichs steht die REWE International AG auch in der Verantwortung, durch gesellschaftliches Engagement und nachhaltiges Handeln Arbeitszufriedenheit, Leistungsfähigkeit und Produktivität aktiv zu fördern und zu erhalten.

„So bereitwillig wir alle durch immer neue Assistenzsysteme in unseren Autos oder unseren Mobiltelefonen eine Mensch-Maschine-Interaktion eingehen, so selbstverständlich wird man möglicherweise schon in einigen Jahren Exoskelette für körperlich anstrengende Arbeiten verwenden, um präventiv vorzeitiger Überlastung entgegenzuwirken“, meint Veronika Rabl, Leiterin Human Resources bei der REWE Group Österreich. „Die Chance, diese Unterstützungsapparate direkt im Einsatz zu sehen, haben wir sehr gerne wahrgenommen. Wir hoffen, so auch Forschung und Weiterentwicklung im Bereich Exoskelette zu unterstützen. Wir sehen dieses Projekt als eine zukunftsträchtige Initiative zur Gesundheitsprävention. Denn Gesundheit ist unser wichtigstes Gut, trägt wesentlich zur Lebensqualität bei und ist nicht zuletzt entscheidend für ein glückliches Berufsleben.“

Nachhaltig wirksamer Beitrag für Regionalität und Stärkung der Regionen!

Published on 2. Juni 2020

BILLA setzt in enger Partnerschaft mit der österreichischen Landwirtschaft schon seit vielen Jahren auf höchstmögliche Regionalität: In wesentlichen Sortimenten finden BILLA- Kunden/innen jetzt schon 100 Prozent oder einen hohen Anteil österreichischer Qualitätsprodukte. Und als einzige Supermarktkette in Österreich bietet BILLA jetzt auch in allen mehr als 1.100 Filialen und dem Online Shop 100 Prozent Frischfleisch und -geflügel aus Österreich an – das inkludiert nicht zuletzt auch einen Lückenschluss bei österreichischer Pute. Mit der Regionalitätsoffensive „Land voller Leben“ will der Lebensmittelhändler gelebter Regionalität jetzt einen weiteren positiven Schub geben und die Regionen gerade in dieser Ausnahmezeit stärken.

Die Sympathie der Konsumenten für Regionalität und der Wunsch nach mehr regionalen Produkten ist in der Corona-Krise nochmals gestiegen. Auch die sichere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln hat viele beschäftigt. „Wir haben schon heute viel mehr Regionalität und Österreich im Sortiment als vielen bewusst ist. Und wir verstärken das noch, aktuell mit

100 Prozent österreichischem Frischfleisch – inklusive Pute“, betont Robert Nagele, Vorstandssprecher der BILLA AG. „Das werden wir jetzt für unsere Kunden mit einer breiten Kampagne noch sichtbarer machen – wo überall sie bei BILLA schon verlässlich zu heimischer Qualität greifen können. Dass gelebte Regionalität auch ein wichtiger Beitrag für eine sichere Versorgung ist. Und wir wollen sie verstärkt für das große regionale Angebot gewinnen. Das kommt wiederum auch unseren landwirtschaftlichen Partnern, ihrer Arbeit und heimischen Qualitätsprodukten zugute.“

Um für Kunden, Landwirtschaft und Regionen auch einen möglichst langfristigen und nachhaltigen Nutzen zu generieren, soll mit den breiten Kampagnen der BILLA- Regionalitätsoffensive auch mehr Bewusstsein für Regionalität geschaffen und zu gelebter Regionalität aufgerufen werden.

Besonderes Augenmerk werde auch daraufgelegt, das vorhandene regionale Angebot in allen Preissegmenten sichtbarer und allen Kunden ein attraktives Angebot für gelebte Regionalität zu machen – mit Dauertiefpreisen und auch weniger, aber gezielten Aktionen. „Das ist für viele Menschen, die durch Einkommensverluste jetzt sparen müssen oder wollen, ein wichtiger Beitrag, um sich gut und sparsam versorgen zu können“, so Nagele.

Robert Nagele, Vorstandssprecher der BILLA AG.

Weitere Vertiefung der Regionalität

BILLA nimmt jedes Jahr österreichische Produkte für rund 2,5 Mrd. € ab und ist schon jetzt im Sortiment sehr breit und umfassend regional aufgestellt: 100 Prozent Österreich finden Kunden bei Frischfleisch und -geflügel, Frischmilch, frischen Eiern, Brot & Gebäck. Rund 55 Prozent bei heimischem Obst & Gemüse (saisonal unterschiedlich), in normalen Erntejahren landen z.B. 90 Prozent österreichische Äpfel in den Regalen. Jedes Jahr bezieht BILLA mehr als 62.000 t Obst & Gemüse, rund 46 Mio. Liter Frischmilch, Brot & Gebäck von 138 Lieferanten.

Eine weitere Verstärkung der Regionalität im Sinne von mehr heimischer Wertschöpfung ist bei Produkten geplant, die auf den ersten Blick nicht in Österreich wachsen: „Wir fördern seit Jahren eine „neue“ Regionalität mit österreichischen Exoten wie z.B. Ingwer, Wassermelone, Reis, Süßkartoffeln oder Gojibeeren. Das bauen wir jetzt weiter aus, unterstützen damit Österreichs innovative Landwirte und erweitern für unsere Kunden das regionale Angebot“, kündigt der BILLA-Vorstandssprecher an. Auch zunehmend kleine und kleinste Lieferanten und Manufakturen beliefern BILLA regional – zum Teil nur eine oder zwei Filialen. Mittlerweile finden 550 Betriebe für insgesamt 1.700 regionale und lokale Spezialitäten bei BILLA eine Vertriebsbühne.

Regionalitätsoffensive – bewusste Zukunftsinvestition in Stärkung der Regionen

Als Nahversorger, Arbeitgeber und Partner der Wirtschaft ist BILLA seit vielen Jahrzehnten tief in den Regionen verwurzelt. „Auch wir sind durch die Corona-Krise gefordert, Kosten, Strukturen und Prozesse nochmals genau zu hinterfragen“, kommentiert der BILLA- Vorstandssprecher die noch nicht absehbare weitere Entwicklung von Kaufkraft und Konsumverhalten, in der Krise entstandene Zusatzkosten in Millionen-Höhe und den beschleunigten Umbruch im Handel, „aber es ist für uns selbstverständlich, dass wir gerade jetzt, wo es darauf ankommt, unser Möglichstes tun, um die Regionen zu stärken.“

Deshalb wird BILLA trotz der Unsicherheiten durch die Corona-Krise das geplante Investitionsprogramm heuer wie geplant durchziehen: 30 neue Standorte sollen entstehen, 32 Filialen umgebaut und modernisiert werden. Und damit bei regionalen Lieferanten Aufträge und indirekt Arbeitsplätze sichern. BILLA hat schon in den letzten 5 Jahren 200 neue Standorte geschaffen, 300 weitere umgebaut und damit nicht weniger als rd. 620 Mio. € in Österreich investiert.

Auch für die regionalen Arbeitsmärkte leistet BILLA einen wichtigen Beitrag: seit 2015 wurden 2.500 neue Arbeitsplätze geschaffen, heuer kommen zahlreiche weitere hinzu. „Wir haben in der Krise nicht nur viele Aushilfskräfte beschäftigt, sondern auch schon 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig bei uns aufgenommen“, so Nagele, „und wir können speziell angesichts der drohenden Jugendarbeitslosigkeit jetzt vor allem für Lehrlinge noch zusätzliche attraktive Ausbildungsplätze anbieten.“

Digitalisierungsschub im Handel erhöht bedarfsgerechte Versorgung für Regionen

BILLA ist jetzt schon die klare Nr. 1 und Innovationsführer bei der Verschmelzung stationärer und digitaler Einkaufswelten im heimischen Lebensmittelhandel. Mit 1.100 Filialen, der flächendeckenden Belieferung aller österreichischen Postleitzahlen durch den BILLA-Online
Shop, 130 Click & Collect-Filialen, dem ersten Drive in-Supermarkt und der ersten Scan & Go- Filiale Österreichs wird das Zusammenspiel von stationären und digitalen Einkaufsmöglichkeiten bedarfsgerecht für die Regionen und ihre Bevölkerung laufend verbessert. Und jetzt noch ausgeweitet. „Wir hatten bis zu 40 Prozent Neukunden am Tag, die Bestellungen im Online Shop haben sich verachtfacht. Die Corona-Krise hat viele Menschen erstmals mit dem digitalen Einkauf von Lebensmitteln in Kontakt gebracht und auch davon überzeugt“, betont der BILLA-Vorstandssprecher. Mit der Erhöhung der Kapazitäten – österreichweit um 30 Prozent, im Großraum Wien sogar um 80 Prozent – sowie der Ausweitung des Click & Collect-Services von 130 auf 400 Filialen bis Ende 2020 verbessert BILLA die bedarfsgerechte Versorgung in den Regionen noch weiter.