Schlagwort: Nachhaltig

Auf dem Weg zur CO2-Neutralität

Published on 27. Juli 2020

Eine Zukunft mit deutlich reduziertem CO2-Ausstoß und Unabhängigkeit vom Import fossiler Rohstoffe scheint zum Greifen nahe. Grund dafür ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Wärme und Öltechnik (IWO) und der AVL List Gmbh mit dem Ziel, Europas innovativste Power-to-Liquid-Anlage zu errichten. Diese soll es ermöglichen, Wasserstoff in Verbindung mit Kohlendioxid in klimafreundliche, synthetische Brenn- und Kraftstoffe umzuwandeln.

Der große Vorteil synthetischer Brenn- und Kraftstoffe liegt darin, dass die energetische Nutzung im Gegensatz zu fossilen Energieträgern CO2-neutral erfolgt. Somit würde damit eine massive Reduktion von Treibhausgasemissionen erreicht, ohne dabei auf Autos, Flugzeuge oder herkömmliche Heizungen verzichten zu müssen, denn: Eine Umrüstung bestehender Infrastruktur ist für die Verwendung nicht nötig. Auch die wirtschaftliche Rentabilität steht im Fokus: „Mit der von uns geplanten Anlage wird der Wirkungsgrad für die Erzeugung des synthetischen Brenn- und Kraftstoffes signifikant verbessert und so der Energieeinsatz an erneuerbarem Strom erheblich gesenkt“, erklärt Prof. Helmut List, CEO der AVL List GmbH. „Dadurch erzielt man auch deutlich niedrigere Herstellungskosten. Auf diesem Weg kann erneuerbare Energie kostengünstig, praxistauglich und effizient speicherbar gemacht werden.“

Österreich als Green Innovation Leader

Ein Umstand, durch den laut Jürgen Roth, Fachverbandsobmann Energiehandel WKO und Vorstandsvorsitzender des Instituts für Wärme und Öltechnik, nicht „nur“ die Umwelt profitiert, sondern auch viele Bürger: „Österreich = Green Innovation Leader. Die Vision eines leistbaren, CO2-neutralen, flüssigen und genormten Brenn- und Kraftstoffes, 100 Prozent Made in Austria, wird mit unserer Pilotanlage Realität. Dadurch leisten wir unseren Beitrag zum Umweltschutz und sorgen gleichzeitig dafür, dass bewährte Technik weiterhin verwendet werden kann.“

Konzept der 1-MW-Pilotanlage.

Österreich möchte bis 2030 Strom bilanziell zu 100 Prozent erneuerbar produzieren. Der im Sommer durch Windkraft- und Photovoltaikanlagen entstehende Energieüberschuss muss für den Winter gespeichert werden. Konkret wird beim PtL-Verfahren (Power-to-Liquid) dieser überschüssige Strom aus Solar- und Windenergie verwendet, um Wasserstoff herzustellen. Dieser wird zusammen mit Kohlendioxid mittels des Fischer-Tropsch-Verfahrens chemisch verflüssigt. Dadurch entstehen synthetische Brenn- und Kraftstoffe, welche wie Diesel und Heizöl sofort verwendbar sind oder weiterverarbeitet werden können, zum Beispiel zu Kraftstoff für Flugzeugturbinen.

Mehr Unabhängigkeit vom internationalen Rohstoffmarkt

Der Bau der PtL-Anlage ist vollständig ausfinanziert und soll bereits in 24 Monaten die Produktion von flüssigen, CO2-neutralen Energieträgern zu leistbaren Preisen ermöglichen. Auch Magnus Brunner, Staatssekretär im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, sieht gewaltiges Potenzial bei diesem Projekt: „Mein Zugang ist, dass unsere ambitionierten Klimaschutzziele durch Technologieoffenheit und Innovation am effektivsten erreicht werden können. Durch neue Lösungsansätze ebnen wir den Weg in eine nachhaltige Zukunft und schaffen damit gleichzeitig einen entscheidenden Vorteil für den Wirtschaftsstandort. Österreich wird durch den Ausbau erneuerbarer Energieträger sowie durch solche innovativen Ansätze unabhängiger vom Import fossiler Rohstoffe.“

IWO und AVL planen den Aufbau einer 1-MW-PtL-Demoanlage, die über eine elektrische Anschlussleistung von 1 MW erneuerbaren Strom verfügt und zweistufig ausgeführt wird. In der ersten Stufe wird Wasserstoff auf Basis des innovativen SOEC-Prozesses mit mehr als 80 Prozent Wirkungsgrad erzeugt. Parallel dazu wird CO2 aus einem Industrieabgas bzw. aus einer Biogas/Biomasse Anlage abgeschieden. In der zweiten Stufe werden Wasserstoff und CO2 einer Fischer-Tropsch-Syntheseanlage zugeführt, in der synthetischer Kraftstoff in drei unterschiedlichen Fraktionen erzeugt wird. In Summe wird die 1-MW-Anlage ungefähr 500.000 L Dieseläquivalent pro Jahr produzieren. Aufgrund des hocheffizienten SOECProzesses und weiterer Optimierungen werden dafür um 20 bis 30 Prozent weniger erneuerbarer Energieinput benötigt.

Die Hochtemperaturelektrolyse wird dabei komplett von AVL entwickelt, während die Fischer-Tropsch-Synthese gemeinsam mit einem Partner realisiert wird. Der Aufbau der Gesamtanlage wird von einem österreichischen Anlagenbauer unterstützt. Die genaue Detailauslegung erfolgt aktuell in einer Konzeptphase, die kürzlich gestartet wurde. Diese Anlage wird im europäischen Kontext eine der ersten Versuchsanlagen für die industrielle Erzeugung von synthetischen Kraftstoffen darstellen und einen neuen Benchmark bezüglich der Energieeffizienz definieren. Die Anlage soll in ungefähr zwei Jahren den Testbetrieb aufnehmen. Der Standort wird aktuell in der Konzeptphase untersucht und festgelegt.

Erzielbare Herstellkosten von synthetischen Kraftstoffen.

Wirtschaftlichkeit und Potenzial

Entscheidend für den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen sind die erzielbaren Herstellkosten. Der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor auf die Herstellkosten ist der Strompreis, gefolgt von den erzielbaren Betriebsstunden. Dank des in diesem Projekt verfolgten innovativen Technologieansatzes liegen die erzielbaren Herstellkosten um 25 bis 35 Prozent unter denen von konventionellen Verfahren, primär bedingt durch den geringeren Stromverbrauch des Hochtemperaturelektrolyse-Verfahrens. Unter der Annahme eines niedrigen, jedoch realistischen Strompreises zeigt sich, dass Herstellkosten im Bereich von 1€/l bzw. knapp darüber möglich sind. In einem österreichischen Kontext sind wahrscheinlich dezentrale Anlagen in einer Größenordnung von 30 bis 100 MW vorteilhaft, die an bestehende CO2-Quellen (idealerweise Biomasse- bzw. Biogasanlagen) gekoppelt werden. Für zentrale, große Anlagen sind enorme Mengen an CO2 notwendig, die schwierig lokal bereitgestellt werden können.

Das Potential zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen ist erheblich: Im Jahr 2030, unter Annahme des Zieles der Bundesregierung einer bilanziell zu 100 Prozent regenerativen Stromerzeugung, könnten allein durch Ausnutzung von Überschussstrom 240 Mio. l synthetischer Kraftstoff erzeugt werden. Dies entspricht Energie, die sonst verloren wäre und nicht genutzt werden könnte. Bezieht man dann auch noch das verbleibende Potenzial von erneuerbaren Energieressourcen (PV, Wind, Wasserkraft) in Österreich mit ein, könnten 1,7 Mrd l synthetische Kraftstoffe hergestellt werden. Dies würde bei Weitem den Bedarf der Luftfahrt, den heutigen Heizölverbrauch oder etwa 20 Prozent des gesamten heutigen Benzin- und Dieselverbrauchs abdecken.

Hinter den Kulissen: die beiden Partner

AVL ist das weltweit größte, unabhängige Unternehmen für die Entwicklung, Simulation und das Testen von Antriebssystemen (Hybrid, Verbrennungsmotoren, Getriebe, Elektromotoren, Batterien, Brennstoffzellen und Software) für Pkw und Nutzfahrzeuge, deren Integration in das Fahrzeug, stationäre Hochleistungs-Anwendungen sowie ADAS/Autonomes Fahren. AVL beschäftigt weltweit mehr als 11.500 Mitarbeiter. 2019 betrug der Umsatz 1,97 Milliarden Euro.

Das IWO ist die Interessensvertretung der Mineralölwirtschaft am Raumwärmemarkt. Zu den Aufgaben des Instituts für Wärme und Öltechnik zählen die Erforschung und Entwicklung von klimafreundlichen, flüssigen Brennstoffen aus erneuerbaren Quellen und die Mitgestaltung des Transitionsprozesses von fossilen Brenn- und Kraftstoffen zu Flüssig-Brennstoffen aus erneuerbaren Quellen.

Das TOP-Forschungsprojekt „Fit im Job“

Published on 27. Juli 2020

Der Fachkräftebedarf in Österreich besteht auch in Zeiten einer Corona-bedingten höheren Arbeitslosigkeit weiter und wird mit zunehmender Erholung der Wirtschaft noch weiter zunehmen. Es gibt hier mehrere Punkte, um gegenzusteuern. Einer davon besteht darin, ältere Menschen länger in Beschäftigung zu halten, um auch ihr Know-how und ihre Erfahrung für die Unternehmen möglichst lange nutzen können. Eine zukunftsweisende Möglichkeit dazu ist der Einsatz von hochtechnisierten Hilfsmitteln wie Exoskeletten. Davon profitieren Mitarbeiter und Wirtschaft gleichermaßen, weil diese Hilfsmittel zum Erhalt und zur Erhöhung der Arbeitsfähigkeit von älteren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen beitragen.

Exoskelette kamen bisher als hochtechnisierte Hilfsmittel für Querschnittsgelähmte, in der Raumfahrt oder im Behindertensport zum Einsatz. Jetzt sollen sie auch Menschen in der Arbeitswelt helfen, gesund zu bleiben. Dass Exoskelette eine geeignete Technologie darstellen können, zeigt das vom Institut für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik (IAA) an der Johannes Kepler Universität Linz initiierte Forschungsprojekt „EnableMe 50+“, das sich mit der Frage beschäftigt, wie Arbeitsplätze in Hinblick auf ihre Altersgerechtigkeit bewertet und unter Einbezug der Faktoren Mensch, Technologie und Organisation konkret ausgestaltet werden können. Das Projekt liefert Hinweise darauf, wie altersgerecht einzelne Arbeitsplätze gestaltet sind. Mitarbeiter der Handelsfirma REWE (BILLA und MERKUR) und des Feuerwehrausstatters Rosenbauer haben Exoskelette im Praxiseinsatz erprobt – mit unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich der praktischen Anwendbarkeit. „Im Forschungsprojekt arbeiteten bis Ende Juni das Institut für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik der JKU Linz, das Institut für Innovation und Industrie Management der TU Graz und die beiden Konzerne zusammen. Ziel war es, eine praktikable Option für altersgerechte Arbeitsgestaltung zu entwickeln, für die physische Assistenzsysteme eine wichtige Rolle spielen“, erklärt Tanja Spennlingwimmer, Geschäftsführerin des Instituts für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik (IAA).

Bei der „Fit-im-Job“-PK: (v.l.n.r) Tanja Spennlingwimmer, Markus Achleitner, Daniel Tomaschko, Veronika Rabl.

Es konnte gezeigt werden, dass bei harter manueller Arbeit körperliche Beschwerden und Muskel-Skelett Erkrankungen – trotz Einhaltung ergonomischer Standards – im Altersverlauf auf das etwa Zehnfache ansteigen. Basierend auf der in der Studie festgestellten Entlastungswirkungen lässt sich abschätzen, dass durch den Einsatz passender Exoskelette das ergonomische Risiko zur Entwicklung von Muskel-Skelett-Erkrankungen für 62 Prozent der Arbeitsplätze auf ergonomisch unbedenkliche Werte reduziert werden kann. „Die Ergebnisse liefern erste Hinweise für die zielgerichtete Implementierung von Exoskeletten zur Gestaltung altersgerechter Arbeitsplätze, es braucht aber noch weitere Forschung und Langzeitstudien, um belastbare Aussagen zur nachhaltigen Entlastungswirkung treffen zu können“, betont Spennlingwimmer.

„Bei einer flächendeckenden Umsetzung von Exoskeletten in der österreichischen Industrie besteht die Chance, rund zwei Millionen Krankenstandstage durch Muskel-Skeletterkrankungen präventiv zu vermeiden und damit Kosten für Unternehmen und Staat von etwa einer Milliarde Euro zu reduzieren“, sagt Univ.-Prof. Christian Ramsauer, Institut für Innovation und Industrie Management der TU Graz. Die Bereitstellung unterschiedlicher Exoskelette erfolgte im Projekt durch die Firmen awb Schraubtechnik- und Industriebedarf GmbH und Exomys Augmented Humanity GmbH. Vor allem die von awb zur Verfügung gestellten Exoskelette wiesen dabei eine hohe Praxistauglichkeit auf.

Nachhaltige, altersgerechte Arbeitsplätze

Exoskelette sind bereits in einigen Branchen erfolgreich im Einsatz. Diese technischen Stützapparate stellen ein gutes Werkzeug dar, um körperliche Arbeit komfortabler und vor allem gesundheitsschonender verrichten zu können. Das Muskel-Skelett-System wird entlastet und Folgekrankheiten vorgebeugt. Bei Rosenbauer kamen sie nun erstmals im Rahmen des Forschungsprojektes EnableMe 50+ zum Testeinsatz. „Wir sind aus Tradition neugierig und probieren gerne Neues aus. Die Chance, Exoskelette direkt in unseren Produktionswerken zu testen, haben wir gerne wahrgenommen“, sagt Daniel Tomaschko, Technikvorstand der Rosenbauer International AG.

Rosenbauer ist Weltmarktführer bei Feuerwehrtechnik sowie -ausrüstung und zählt zu den wichtigsten Arbeitgebern in der Wirtschaftsregion Oberösterreich. In Österreich beschäftigt das Unternehmen knapp 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jeder Vierte davon ist über 50 Jahre, Tendenz steigend. Zwei Drittel des Rosenbauer-Teams arbeiten in Produktion und Logistik. Gerade in diesen Unternehmensbereichen findet man die meisten alterskritischen Arbeitsplätze, denn hier werden viele Beuge- und Hebearbeiten durchgeführt. Daniel Tomaschko sieht die Aufgabe des Unternehmens ganz klar: „Als verantwortungsvoller Arbeitgeber haben wir den Anspruch, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neben einer ausgewogenen Work-Life-Balance auch eine moderne und sichere Arbeitsumgebung zu bieten. Dabei legen wir großen Wert darauf, ein altersgerechtes Arbeitsumfeld zu schaffen, das Gesundheit und Wohlbefinden nachhaltig bewahrt.“

Bei der Erhaltung der Mitarbeitergesundheit setzt Rosenbauer stark auf präventive Maßnahmen. Innerbetriebliche Lösungen, wie etwa das Bereitstellen alternativer Arbeitsplätze im Krankheitsfall und das Angebot entsprechender Weiterqualifizierungen gehören zwar zum Standardrepertoire der Mitarbeiterfürsorge, sind aber zu wenig weit gegriffen. Die Beteiligung am dreijährigen Forschungsprojekt EnableMe 50+ hat gute Impulse geliefert. 45 Mitarbeiter in Produktion und Logistik wurden mit unterschiedlichen Exoskelett-Typen ausgestattet und im Zeitraum von insgesamt 37 Stunden in ihrer Arbeit unterstützt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz dieser Stützapparate, vor allem in diesen Arbeitsbereichen ideal ist, um Mitarbeiter bei Beuge- und Hebearbeiten im unteren Rücken zu entlasten. Das persönliche Belastungsempfinden wurde um fast ein Drittel reduziert und über die Hälfte der Testpersonen bestätigt, dass die Exoskelette gut zu ihrem Arbeitsplatz passen. „Die hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern motiviert uns, weitere Tests durchzuführen. Den jetzigen Probelauf sehen wir als Standortbestimmung. In weiterer Folge wird es darum gehen, den Komfort und die praktische Anwendung in weiteren, potenziellen Einsatzbereichen des Unternehmens auszutesten“, so Tomaschko. Für Rosenbauer ist es jedenfalls ein weiterer Schritt in Richtung einer nachhaltigen, altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung für das Team.

(v.l.n.r) Rosenbauer-Technikvorstand Daniel Tomaschko, Tanja Spennlingwimmer, GF Institut für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik (IAA), Rosenbauer-Mitarbeiter Elias Rashid, Veronika Rabl, Leiterin Human Resources REWE Group Österreich, IAA-Präsident und Landesrat Markus Achleitner.

Mitarbeiter als wichtigster Erfolgsfaktor

Als einer der größten Arbeitgeber und größter Lehrlingsausbildner Österreichs steht die REWE International AG auch in der Verantwortung, durch gesellschaftliches Engagement und nachhaltiges Handeln Arbeitszufriedenheit, Leistungsfähigkeit und Produktivität aktiv zu fördern und zu erhalten.

„So bereitwillig wir alle durch immer neue Assistenzsysteme in unseren Autos oder unseren Mobiltelefonen eine Mensch-Maschine-Interaktion eingehen, so selbstverständlich wird man möglicherweise schon in einigen Jahren Exoskelette für körperlich anstrengende Arbeiten verwenden, um präventiv vorzeitiger Überlastung entgegenzuwirken“, meint Veronika Rabl, Leiterin Human Resources bei der REWE Group Österreich. „Die Chance, diese Unterstützungsapparate direkt im Einsatz zu sehen, haben wir sehr gerne wahrgenommen. Wir hoffen, so auch Forschung und Weiterentwicklung im Bereich Exoskelette zu unterstützen. Wir sehen dieses Projekt als eine zukunftsträchtige Initiative zur Gesundheitsprävention. Denn Gesundheit ist unser wichtigstes Gut, trägt wesentlich zur Lebensqualität bei und ist nicht zuletzt entscheidend für ein glückliches Berufsleben.“

Nachhaltig bleibt nachhaltig erfolgreich

Published on 29. Juni 2020

Die Privatanleger in Österreich haben ihre Investments in Nachhaltige Geldanlagen 2019 von 3,8 auf rund 6,8 Milliarden Euro gesteigert und tragen damit zu knapp 36 Prozent zum Gesamtwachstum Nachhaltiger Geldanlagen bei. Insgesamt wurden per Ende des Vorjahres 30,1 Milliarden Euro in Anlageprodukte investiert, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien explizit in den Anlagebedingungen festschreiben. Das sind rund 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Berücksichtigt man außerdem die Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich per Ende 2019 eine Gesamtsumme von rund 107 Milliarden Euro für die verantwortlichen Investments in Österreich. Dies sind die Kernergebnisse des Marktberichts 2020 des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG).

Privatanleger in Österreich haben ihr Engagement im Bereich der Nachhaltigen Geldanlage 2019 deutlich gesteigert: Rund 3 Milliarden Euro privater Investoren flossen 2019 in nachhaltige Fonds und Mandate, was einem Wachstum von 77 (!) Prozent entspricht. Mit ihren rund 6,8 Milliarden Euro halten Privatanleger rund 25 Prozent der Nachhaltigen Geldanlagen in Österreich, 75 Prozent der Gesamtsumme Nachhaltigen Geldanlagen in Höhe von rund 30,1 Milliarden Euro entfallen auf institutionelle Investoren.

Die Ursache für das deutlich gestiegene Interesse privater Anleger liegt nach Einschätzung des FNG insbesondere in der deutlich intensivierten Berichterstattung über Nachhaltige Geldanlagen im Zuge der verschiedenen europäischen Maßnahmen zur Förderung dieser Anlageform und der damit gestiegen Bekanntheit entsprechender Anlagen. Zudem tragen Fridays for Future, die Diskussionen zum Kohleausstieg, zur CO2-Steuer und weiteren Initiativen zu einem gesteigerten gesellschaftlichen Klima- und Umweltbewusstsein bei. „Mit einem Anteil von 15,9 Prozent sind nachhaltige Fonds und Mandate ein fester Bestandteil des österreichischen Finanzmarktes – Tendenz wachsend“, stellt Wolfgang Pinner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FNG und Leiter für Österreich fest. „Denn mit der verpflichtenden Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenz in der Anlageberatung werden sich auch immer mehr Privatanleger dem Thema Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage zuwenden.“

Mehr als 30 Milliarden Euro bedeuten einen neuen Rekordwert für Nachhaltige Geldanlagen in Österreich.

Neue Rekorde

Die 30,1 Milliarden Euro markieren einen neuen Rekordwert für die Nachhaltige Geldanlagen in Österreich. Gegenüber dem Vorjahr ist ihr Volumen um 38 Prozent gestiegen. 14,6 Milliarden Euro (+31 Prozent) entfielen dabei auf nachhaltige Mandate, 14,7 Milliarden (+49 Prozent) auf nachhaltige Investmentfonds. Bei den Fonds und Mandaten erreichten die nachhaltigen Produkte nach Berechnungen des FNG einen Marktanteil von knapp 16 Prozent.

Die Nutzung von Ausschlusskriterien ist bei der Gestaltung nachhaltiger Fonds und Mandate nach wie vor von besonderer Bedeutung. 98 Prozent dieser im Marktbericht erfassten Anlageprodukte nutzen sie, um kontroverse  Emittenten vom Investment auszuschließen. Bei den Unternehmen werden dabei besonders häufig die Ausschlusskriterien Waffen und Rüstung, Kohle, Kernenergie, Menschen- sowie Arbeitsrechtsverletzungen aktiviert. Besonders stark gestiegen ist im Berichtsjahr auch die Nutzung des normenbasierten Screenings, bei dem die Konformität der Anlagen mit internationalen Normen und Standards, z.B. mit dem UN Global Compact, überprüft wird. Das unter Nutzung dieser nachhaltigen Anlagestrategie verwaltete Vermögen legte um 81 Prozent zu und erreichte per Ende 2019 ein Volumen von rund 27 Milliarden Euro. Vergleichsweise hohe Wachstumsraten verzeichneten auch die Stimmrechtsausübung (+47 Prozent auf 12 Milliarden Euro) sowie die nachhaltigen Themenfonds, die um 50 Prozent auf 1 Milliarde Euro zulegte.

Auch die Verantwortlichen Investments erreichten Ende 2019 in Österreich mit knapp 107 Milliarden Euro einen neuen Höchststand und lagen damit um beachtliche 64 Prozent über dem Vorjahreswert. In die Berechnung der Verantwortlichen Investments fließen neben den Nachhaltigen Geldanlagen auch solche Geldanlagen ein, bei denen Nachhaltigkeitskriterien nicht auf Produktebene für einzelne Fonds oder Mandate definiert, sondern auf übergeordneter Unternehmensebene für alle Kapitalanlagen berücksichtigt werden.

Weiteres Wachstum erwartet

Auch für das laufende Jahr erwartet die überwiegende Mehrheit ein weiteres Wachstum der unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verwalteten Geldanlagen. Rund jeder vierte (23,8 Prozent) im Rahmen des Marktberichts befragte Experte prognostiziert ein Wachstum von bis zu 15 Prozent, 42,9 Prozent der Befragten ein Wachstum von 15 Prozent bis 30 Prozent. Jeder dritte (33,3 Prozent) Befragte erwartet sogar einen Anstieg um über 30 Prozent.

Weiteren Rückenwind dürfte die Nachhaltige Geldanlage erhalten, wenn sich die ersten Studien bestätigen, die nachhaltigen Fonds eine höhere Krisenfestigkeit attestieren als ihren konventionellen Pendants. So zeigt beispielsweise eine Analyse der Wertentwicklung von mehr als 2.000 Aktienfonds durch Scope Analysis, dass nachhaltige Aktienfonds im ersten Quartal 2020 in allen betrachteten Regionen – Global, Europa, Nordamerika und Schwellenländer – weniger an Wert verloren als ihre konventionellen Wettbewerber.

Gesteigertes gesellschaftliches Klima- und Umweltbewusstsein pusht die Nachhaltige Geldanlage.

Rendite-Argument würde noch mehr Zuwachs bringen

Obwohl das Thema Nachhaltigkeit in den Medien viel Aufmerksamkeit erhält und die Anleger die Wichtigkeit von ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten bei der Auswahl von Anlagen betonen, könnten nachhaltige Anlagen noch mehr genutzt werden, steht in einer von der LGT Bank Österreich beauftragten, aktuellen Studie über das Anlegerverhalten im deutschsprachigen Raum.

Die Hälfte der Befragten ist demnach der Meinung, dass nachhaltige Vermögensanlagen helfen würden, ethische Standards in der Wirtschaft durchzusetzen, soziale Bedingungen zu verbessern und die Umwelt und das Klima zu schützen. Ein Großteil zeigt sich „besorgt“ über den Klimawandel (83) und die sich zunehmend öffnende Schere zwischen Armen und Reichen (75 Prozent). Ebenfalls signalisieren 43 Prozent großes Interesse an der Integration von ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance) in Anlagen, nachhaltigen Fonds (48), Impact Investing und Microfinance (55 Prozent).

Zwischen diesen Aussagen und dem tatsächlichen Verhalten klafft allerdings eine große Lücke: Immer noch sind erst fünf Prozent des Vermögens von österreichischen Anlegern auch wirklich nach nachhaltigen Kriterien investiert, so die Studie. Die Anleger gewichten in ihrer Wahrnehmung reine Renditeüberlegungen klar höher als Umwelt- oder soziale Aspekte, heißt es. Ein Viertel der österreichischen Private-Banking-Kunden sind nämlich der Meinung, dass die Rendite von nachhaltigen Anlagen im Gegensatz zu traditionellen Anlagen generell niedriger sei.

„Es ist den Instituten nicht wirklich gelungen, den Anlegern eine fundierte Informationsbasis zu Nachhaltigkeit zu vermitteln“, erklärt der Studienleiter Univ.-Prof. Teodoro D. Cocca von der Universität Linz. „Es scheint, als ob sie das Thema gegenüber außen stärker forcieren als in der Kundenberatung. Dadurch könnten auch hartnäckige Vorurteile gegenüber nachhaltigen Anlagen, wie der vermeintliche Renditenachteil, abgebaut werden.“

Nachhaltig wirksamer Beitrag für Regionalität und Stärkung der Regionen!

Published on 2. Juni 2020

BILLA setzt in enger Partnerschaft mit der österreichischen Landwirtschaft schon seit vielen Jahren auf höchstmögliche Regionalität: In wesentlichen Sortimenten finden BILLA- Kunden/innen jetzt schon 100 Prozent oder einen hohen Anteil österreichischer Qualitätsprodukte. Und als einzige Supermarktkette in Österreich bietet BILLA jetzt auch in allen mehr als 1.100 Filialen und dem Online Shop 100 Prozent Frischfleisch und -geflügel aus Österreich an – das inkludiert nicht zuletzt auch einen Lückenschluss bei österreichischer Pute. Mit der Regionalitätsoffensive „Land voller Leben“ will der Lebensmittelhändler gelebter Regionalität jetzt einen weiteren positiven Schub geben und die Regionen gerade in dieser Ausnahmezeit stärken.

Die Sympathie der Konsumenten für Regionalität und der Wunsch nach mehr regionalen Produkten ist in der Corona-Krise nochmals gestiegen. Auch die sichere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln hat viele beschäftigt. „Wir haben schon heute viel mehr Regionalität und Österreich im Sortiment als vielen bewusst ist. Und wir verstärken das noch, aktuell mit

100 Prozent österreichischem Frischfleisch – inklusive Pute“, betont Robert Nagele, Vorstandssprecher der BILLA AG. „Das werden wir jetzt für unsere Kunden mit einer breiten Kampagne noch sichtbarer machen – wo überall sie bei BILLA schon verlässlich zu heimischer Qualität greifen können. Dass gelebte Regionalität auch ein wichtiger Beitrag für eine sichere Versorgung ist. Und wir wollen sie verstärkt für das große regionale Angebot gewinnen. Das kommt wiederum auch unseren landwirtschaftlichen Partnern, ihrer Arbeit und heimischen Qualitätsprodukten zugute.“

Um für Kunden, Landwirtschaft und Regionen auch einen möglichst langfristigen und nachhaltigen Nutzen zu generieren, soll mit den breiten Kampagnen der BILLA- Regionalitätsoffensive auch mehr Bewusstsein für Regionalität geschaffen und zu gelebter Regionalität aufgerufen werden.

Besonderes Augenmerk werde auch daraufgelegt, das vorhandene regionale Angebot in allen Preissegmenten sichtbarer und allen Kunden ein attraktives Angebot für gelebte Regionalität zu machen – mit Dauertiefpreisen und auch weniger, aber gezielten Aktionen. „Das ist für viele Menschen, die durch Einkommensverluste jetzt sparen müssen oder wollen, ein wichtiger Beitrag, um sich gut und sparsam versorgen zu können“, so Nagele.

Robert Nagele, Vorstandssprecher der BILLA AG.

Weitere Vertiefung der Regionalität

BILLA nimmt jedes Jahr österreichische Produkte für rund 2,5 Mrd. € ab und ist schon jetzt im Sortiment sehr breit und umfassend regional aufgestellt: 100 Prozent Österreich finden Kunden bei Frischfleisch und -geflügel, Frischmilch, frischen Eiern, Brot & Gebäck. Rund 55 Prozent bei heimischem Obst & Gemüse (saisonal unterschiedlich), in normalen Erntejahren landen z.B. 90 Prozent österreichische Äpfel in den Regalen. Jedes Jahr bezieht BILLA mehr als 62.000 t Obst & Gemüse, rund 46 Mio. Liter Frischmilch, Brot & Gebäck von 138 Lieferanten.

Eine weitere Verstärkung der Regionalität im Sinne von mehr heimischer Wertschöpfung ist bei Produkten geplant, die auf den ersten Blick nicht in Österreich wachsen: „Wir fördern seit Jahren eine „neue“ Regionalität mit österreichischen Exoten wie z.B. Ingwer, Wassermelone, Reis, Süßkartoffeln oder Gojibeeren. Das bauen wir jetzt weiter aus, unterstützen damit Österreichs innovative Landwirte und erweitern für unsere Kunden das regionale Angebot“, kündigt der BILLA-Vorstandssprecher an. Auch zunehmend kleine und kleinste Lieferanten und Manufakturen beliefern BILLA regional – zum Teil nur eine oder zwei Filialen. Mittlerweile finden 550 Betriebe für insgesamt 1.700 regionale und lokale Spezialitäten bei BILLA eine Vertriebsbühne.

Regionalitätsoffensive – bewusste Zukunftsinvestition in Stärkung der Regionen

Als Nahversorger, Arbeitgeber und Partner der Wirtschaft ist BILLA seit vielen Jahrzehnten tief in den Regionen verwurzelt. „Auch wir sind durch die Corona-Krise gefordert, Kosten, Strukturen und Prozesse nochmals genau zu hinterfragen“, kommentiert der BILLA- Vorstandssprecher die noch nicht absehbare weitere Entwicklung von Kaufkraft und Konsumverhalten, in der Krise entstandene Zusatzkosten in Millionen-Höhe und den beschleunigten Umbruch im Handel, „aber es ist für uns selbstverständlich, dass wir gerade jetzt, wo es darauf ankommt, unser Möglichstes tun, um die Regionen zu stärken.“

Deshalb wird BILLA trotz der Unsicherheiten durch die Corona-Krise das geplante Investitionsprogramm heuer wie geplant durchziehen: 30 neue Standorte sollen entstehen, 32 Filialen umgebaut und modernisiert werden. Und damit bei regionalen Lieferanten Aufträge und indirekt Arbeitsplätze sichern. BILLA hat schon in den letzten 5 Jahren 200 neue Standorte geschaffen, 300 weitere umgebaut und damit nicht weniger als rd. 620 Mio. € in Österreich investiert.

Auch für die regionalen Arbeitsmärkte leistet BILLA einen wichtigen Beitrag: seit 2015 wurden 2.500 neue Arbeitsplätze geschaffen, heuer kommen zahlreiche weitere hinzu. „Wir haben in der Krise nicht nur viele Aushilfskräfte beschäftigt, sondern auch schon 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig bei uns aufgenommen“, so Nagele, „und wir können speziell angesichts der drohenden Jugendarbeitslosigkeit jetzt vor allem für Lehrlinge noch zusätzliche attraktive Ausbildungsplätze anbieten.“

Digitalisierungsschub im Handel erhöht bedarfsgerechte Versorgung für Regionen

BILLA ist jetzt schon die klare Nr. 1 und Innovationsführer bei der Verschmelzung stationärer und digitaler Einkaufswelten im heimischen Lebensmittelhandel. Mit 1.100 Filialen, der flächendeckenden Belieferung aller österreichischen Postleitzahlen durch den BILLA-Online
Shop, 130 Click & Collect-Filialen, dem ersten Drive in-Supermarkt und der ersten Scan & Go- Filiale Österreichs wird das Zusammenspiel von stationären und digitalen Einkaufsmöglichkeiten bedarfsgerecht für die Regionen und ihre Bevölkerung laufend verbessert. Und jetzt noch ausgeweitet. „Wir hatten bis zu 40 Prozent Neukunden am Tag, die Bestellungen im Online Shop haben sich verachtfacht. Die Corona-Krise hat viele Menschen erstmals mit dem digitalen Einkauf von Lebensmitteln in Kontakt gebracht und auch davon überzeugt“, betont der BILLA-Vorstandssprecher. Mit der Erhöhung der Kapazitäten – österreichweit um 30 Prozent, im Großraum Wien sogar um 80 Prozent – sowie der Ausweitung des Click & Collect-Services von 130 auf 400 Filialen bis Ende 2020 verbessert BILLA die bedarfsgerechte Versorgung in den Regionen noch weiter.