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Pöttinger lässt sich nicht beirren

Published on 11. August 2020

Trotz der aktuell sehr herausfordernden Zeit hält Pöttinger an seinen ambitionierten Plänen fest: Nach einer etwas mehr als einjährigen Bauphase soll das neue Werk in St. Georgen bei Grieskirchen eröffnet werden. Mit einer Investitionssumme von 25 Millionen Euro wird in der ersten Bauetappe ein Gebäude mit 6.300 m2 errichtet. Spätestens im Frühsommer 2021 startet dort die Montage von Rundballenpressen und Großschwadern.

An der knapp 150-jährigen Geschichte des Grieskirchner Landmaschinenherstellers sieht man, wie Erfolg geerntet wird: wenn fast 2.000 engagierten Mitarbeiter weltweit, ein innovatives Produktportfolio und ein visionärer Unternehmergeist sehr gut zusammenspielen. Nun wird ein weiteres, neues Kapitel aufgeschlagen: Pöttinger ist stolz auf seine Tradition und seine Wurzeln und bekennt sich daher eindeutig zum Standort Österreich. Mit St. Georgen realisiert Pöttinger nach dem Werksausbau in Grieskirchen und der Errichtung des neuen Ersatzteil-Logistikcenters in Taufkirchen/Tr. das dritte Bau-Projekt im Bezirk Grieskirchen.

Die beschränkten Flächenkapazitäten im Stammwerk führten bereits vor Jahren dazu, dass eine Montagehalle angemietet werden musste. Mit dem Standort St. Georgen hat Pöttinger einen optimalen Platz zur Ablöse der Mietflächen gefunden, der auch mit Blick in die Zukunft ausreichende Ausbaumöglichkeiten bietet. Der neue Standort liegt genau in der Mitte zwischen Taufkirchen/Tr. und Grieskirchen. In diesem Gewerbegebiet entsteht ein modernes Gebäude, das sich harmonisch ins Landschaftsbild einfügt. Mit Dachbegrünung, großzügigen Grünflächen und Einsatz von Holz als Baustoff wird großer Wert auf eine umweltfreundliche Bauweise gelegt.

So soll das neue Montagewerk aussehen (Rendering).

Bestes Arbeitsergebnis für die Region

Als Hersteller von Landtechnik setzt das Unternehmen auf eine umwelt- und ressourcenschonende Bauweise. Durch das Angebot von attraktiven Arbeitsplätzen bietet Pöttinger einen positiven Impuls für die Wertschöpfung in der Region, hat aber auch stets das gesunde Wachstum des Unternehmens im Fokus. „Der Markt definiert den Fortschritt des Baus“, erklärt Jörg Lechner, der für den Bau zuständige Geschäftsführer. „Wirtschaftlich vorausschauend zu agieren ist unsere Prämisse, unter der wir diese Investitionen geplant haben.“ Auf dem 17 ha großen Gelände wird mit der Montagehalle der Grundstein für das neue Werk gelegt. Die Pläne für eine flexible Erweiterung sind bereits vorhanden. Der jüngste Spross in der großen Pöttinger Produkt-Familie ist die „Impress“ Rundballenpresse. Diese wird ihre neue Heimat in St. Georgen finden, genauso wie die großen TOP-4-Schwadkreisel.

Angesichts der aktuell sehr fordernden Umstände will das fortschrittliche Unternehmen trotzdem auf Kurs bleiben. „Im neuen Werk werden wir Landtechnik leben, mit besonderem Augenmerk auf einem nachhaltigen und ergonomischen Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter“, sagt Lechners Kollege Gregor Dietachmayr als Sprecher der Pöttinger-Geschäftsführung. „Die Investition von 25 Millionen Euro in die erste Ausbaustufe ist ein wohlüberlegter Meilenstein auf dem weiteren Weg des Unternehmens.“ Für den Masterplan zur Gesamtumsetzung wurden die Steyrer Poppe*Prehal Architekten –  Spezialisten nachhaltiger Konzepte, gepaart mit hochwertiger Architektur für Industrie und Gewerbegebäude – beauftragt. „Besonders wichtig ist den Eigentümern Heinz und Klaus Pöttinger, mit dem neuen Werk den Standort zu stärken und durch die erweiterten Kapazitäten zukunftsorientiertes, flexibles Wachstum zu ermöglichen“, bestätigen die Architekten Andreas Prehal und Helmut Poppe. „Gerade in Zeiten wie diesen erkennt man, welch enorm große Rolle Regionalität für beständiges Wachstum, Qualität und Klima spielt.”

Pöttinger-Landmaschine „in Aktion“ (Rundballenpressen).

Führend im Ideenmanagement

Im Übrigen ist bei Pöttinger das Ideenmanagement schon viele Jahre fixer Bestandteil der Unternehmensorganisation. Kürzlich ist es gelungen, als österreichische Firma beim großen „Nachbarn“ zu punkten. Viele renommierte Unternehmen von Airbus bis Viessmann bewerben sich jährlich um den Deutschen Ideenmanagement Preis, die höchste Auszeichnung für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess von Unternehmen beim „Nachbarn“. Heuer stellte sich Pöttinger erstmals der Bewertung der unabhängigen Jury. Der Verbesserungsprozess des österreichischen Herstellers konnte sich sehr gut behaupten: In der Königsdisziplin „Bestes Ideenmanagement 2020“ gewann Pöttinger als erstes österreichisches Unternehmen den 1. Preis.

Der Landmaschinenhersteller fördert die Ideen der Mitarbeiter mit dem Kaizen-Prozess und dem Pöttinger-Verbesserungs-Prozess (PVP). Die internationale Jury war beeindruckt von der Integration des gesamten Verbesserungsprozesses. Dieser ist nicht nur in der Konzernzentrale, sondern an allen internationalen Standorten ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Ein fix angestelltes Team an Kaizen-Managern führt laufend über alle Standorte Audits und Verbesserungsworkshops durch. Dabei wird sowohl die Produktion als auch die Verwaltung gründlich unter die Lupe genommen. Davon profitiert auch das Pöttinger Sä Technik-Werk im deutschen Bernburg. Rund drei von vier Pöttinger-Mitarbeitern beteiligen sich an Verbesserungsprozessen. Dass es sich auch für die Mitarbeiter auszahlt, ist ein wesentlicher Bestandteil: Je nach Wirkungsgrad werden die 7.000 Ideen pro Jahr mit teilweise beachtlichen Prämien honoriert. 

Aufgrund der aktuellen Situation wurde der Preis nur digital übergeben. Die Freude im Unternehmen ist jedoch groß: „Die Landtechnik als innovative Branche lebt von kreativen Ideen“, erläutert Dietachmayr. „Es kommt nicht nur auf die großen Innovationen an – die Vielzahl an kleinen, gut durchdachten Vorschlägen ist ausschlaggebend.“ Der konkrete Verbesserungsprozesses bringt dem Unternehmen eine jährliche Einsparung von ca. sechs Millionen Euro!