Schlagwort: Frauen

Menschen in Bewegung: Aufsteiger und Umsteiger November 2020/1

Published on 2. November 2020

Österreichs Wirtschaft „lebt“ von jenen Frauen und Männern, die wichtige Entscheidungen treffen, neue Karrieregipfel erklimmen oder einfach gute Ideen realisieren – zu unser aller Wohl!

Eine Chefin für die Erste (Bank)

Der Aufsichtsrat hat Gerda Holzinger-Burgstaller zur neuen CEO der Erste Bank Österreich ernannt. Sie folgt zum 1.1.2021 Peter Bosek nach, der die Bankengruppe verlassen wird. Holzinger-Burgstaller ist seit 2019 als CFO und CRO im Vorstand. Sie arbeitet seit 14 Jahren in der Bankengruppe.

Innerhalb des neuen Vorstandteams der Erste Bank Österreich wird Holzinger-Burgstaller als CEO, CFO und COO fungieren. Willibald Cernko soll als stellvertretender CEO und Firmenkundenvorstand der Erste Bank Österreich die Rolle der Bank im Firmenkundengeschäft weiter ausbauen. Alexandra Habeler-Drabek, Chief Risk Officer (CRO) der Erste Group, wird zusätzlich die Verantwortung für das Risikomanagement der Erste Bank Österreich übernehmen. Thomas Schaufler wird als Vorstandsmitglied weiterhin für das Privatkundengeschäft zuständig sein.

Neuer Aufsichtsratschef bei der HOGAST

Die HOGAST startet mit einem neu formierten Aufsichtsrat in die Wintersaison und das Jahr 2021. Bei der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung der Einkaufsgenossenschaft für Hotellerie und Gastronomie übernahm Werner Magedler den Vorsitz, weil sein Vorgänger Markus Tipotsch die maximale Funktionsdauer von drei mal drei Jahren erreicht hatte und statutengemäß aus dem HOGAST-Aufsichtsrat ausgeschieden ist.

Werner Magedler ist Geschäftsführer der „Rainer Hotels“ in Wien und seit sechs Jahren Mitglied im höchsten Gremium der Genossenschaft. Außerdem leitet er eine Consulting-Firma und ist Aufsichtsrat der Hobex AG.

Neue Aufsichtsrätin für Casinos und AUA

Christine Catasta, seit kurzem Leiterin des ÖBAG-Beteiligungsmanagements und zuvor CEO von PwC Österreich, wurde von der ÖBAG für die vakante Stelle im Aufsichtsrat der Casinos Austria AG (CASAG) nominiert. Angesichts der aktuellen Herausforderungen der CASAG soll Christine Catasta das Unternehmen in dieser schwierigen Zeit mit ihrer großen Expertise begleiten und unterstützen.

Gleichzeitig übernimmt Catasta auf Basis der Austrian Airlines-Standortvereinbarung Mandate im Aufsichtsrat der Austrian Airlines AG sowie im Vorstand der Österreichischen Luftverkehrs-Privatstiftung (ÖLP), der Mehrheitseigentümerin der Austrian Airlines (über die Österreichische Luftverkehrs-Holding). Ihre bisherigen Aufsichtsratsmandate beim Energieversorger Verbund und bei der Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG bleiben davon unberührt.

Neues Vorstandsmitglied bei der Bank Austria

Wolfgang Schilk ist per Anfang November als Chief Risk Officer (CRO) in den Vorstand der UniCredit Bank Austria eingezogen und folgt in dieser Funktion Jürgen Kullnigg nach, der als Chief Risk Officer Mitglied des Vorstands der HypoVereinsbank (UniCredit Bank AG) in Deutschland wird. Dank seiner umfassenden Erfahrung (etwa als Mitglied des Vorstands der YapiKredi Group von 2010 bis 2016) und davor im Risikomanagement der UniCredit Bank Austria ist Schilk bestens qualifiziert, diese Übergabe erfolgreich und reibungslos zu managen.

Neue Finanzchefin bei Bayer Austria

Helga Aigner leitet seit Kurzem als CFO den Finanzbereich bei Bayer Austria. In dieser Funktion zeichnet sie für die Finanzplanung und -strategie in Österreich und in der gesamten Region Südosteuropa verantwortlich. Die erfahrene Finanz- und Wirtschaftsexpertin ist seit 24 Jahren bei Bayer tätig, zuletzt als Leiterin Business Services für die Region Südosteuropa. Sie verfügt über profundes Prozess-Know-how der Ländergruppen in Südosteuropa sowie über umfassende Fähigkeiten zur Durchführung komplexer Transformationsprojekte.

Aigner begann ihre Karriere bei Bayer Austria als Controllerin für die Division Pharma. Nach nur vier Jahren übernahm sie als Head of Business Planning die Leitung des Controllings und Supply Chain Managements und orchestrierte in den folgenden Jahren das Controlling, das Supply Chain Management und die Kunden- und Vertriebsservices für den gesamten Healthcare Bereich. Helga Aigner studierte berufsbegleitend Europäische Wirtschaft- und Unternehmensführung und hält einen Master in Engineering der Technischen Universität Wien.

Neuer Geschäftsführer für P8 Marketing

Philipp Tirmann ist künftig als Teil der Geschäftsführung bei P8 Marketing für den Standort Wien und den Aufbau der neuen Business Unit „P8 Content Power“ verantwortlich.

Nach dem Studium Telekommunikation und Medien war Tirmann in den vergangenen 13 Jahren bei der Mediengruppe ProSiebenSat.1 PULS 4 beschäftigt. Dort leitete er das Projekt UEFA Champions League auf PULS 4, baute danach als Informationsdirektor die Informationsschiene von PULS 4 aus und festigte dabei die Position von Café Puls als Marktführer des österreichischen Frühstücksfernsehens. Zuletzt fungierte Tirmann bei der ProSiebenSat.1 PULS 4 als Director für Business Development and Innovation und war dort für die Entwicklung von Multi-Channel-Formaten wie Klima Heldinnen, 4LIFECHANGERS und Road To Digital Austria verantwortlich.

Echte Vorbilder: Entrepreneur und Forscher des Jahres

Published on 20. Oktober 2020

Optimismus dominierte die Vergabe des HERMES.Wirtschafts.Preis des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, der Leitbetriebe Austria und der Tageszeitung „Kurier“ in der Hofburg. Die wichtigste Ehrung des Galaabends, der Titel „Entrepreneur des Jahres“, ging in diesem Jahr an Hannes Bardach, Mehrheitseigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender der Frequentis AG, des Weltmarktführers bei Sprachkommunikationssystemen im Flugverkehr. „Hannes Bardach ist einer der Pioniere der Digitalisierung in Österreich“, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in ihrer Laudatio per Videobotschaft. „Er hat es wie kaum jemand anderer geschafft, kühne technische Visionen zu entwickeln, viele andere Menschen dafür zu begeistern und sie dann konsequent in die Realität umzusetzen. Ohne ihn wäre Österreich ärmer an Ideen und ärmer an technischer Kompetenz, er ist ein Mensch und Unternehmer, auf den Österreich stolz sein kann.“

Auch Leitbetriebe Austria-Geschäftsführerin Monica Rintersbacher versprühte Optimismus: „Wenn nichts mehr so ist wie früher, genau dann ist der richtige Zeitpunkt, um einen Schritt weiter zu gehen. Viele österreichische Unternehmen, allen voran diejenigen, die wir heute hier auszeichnen, tun genau das. Trotz aller aktuellen Probleme spürt man immer stärker so etwas wie Aufbruchstimmung. Auch die enorme Resonanz auf die Leitbetriebe-Ideeninitiative „Made in Austria neu denken“ zeigt den Willen und die Fähigkeit, Wertschöpfung nach Österreich zurückzuholen und wieder neue, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen.“

Österreichischer Pionier der Digitalisierung

Eine zentrale Botschaft des HERMES-Wirtschafts.Preis wurde auch mit dem erstmals gewählten Dresscode „Tracht“ unterstrichen: Die Stärkung des Standorts durch Regionalisierung, die Wertschöpfung nach Österreich zurückholt, hochwertige Arbeitsplätze auch außerhalb der Ballungszentren sichert, globale Lieferketten verkürzt und so auch die Versorgungssicherheit entscheidend verbessert. „Die rasant fortschreitende Digitalisierung treibt einerseits die für eine Exportnation unverzichtbare, globale wirtschaftliche Kooperation voran, andererseits ermöglicht sie es, die Regionen durch Homeoffice, Remote Working, Zusammenarbeit in geographisch breit diversifizierten Teams zu stärken“, so Rintersbacher.

Auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck betonte die Chancen der Digitalisierung für unseren Wirtschaftsstandort: „Die Corona-Krise hat uns in das digitale Zeitalter gebeamt. Viele Unternehmen haben aus der Not eine Tugend gemacht und auch in der Krise Chancen gesehen. Die Investitionsprämie wird sehr gut angenommen und österreichische Unternehmen nutzen diese, um gerade jetzt in ihre Zukunft zu investieren. Davon fließt ein wesentlicher Teil in die digitale Transformation der Unternehmen, damit diese auch auf künftige Herausforderungen bestmöglich vorbereitet sind.“

Die HERMES-Preisträger 2020:

Dienstleistung: XING E-Recruiting GmbH, Kristina Knezevic, Country Manager Austria XING und XING E-Recruiting & Jutta Perfal-Strilka, Geschäftsführerin XING E-Recruiting Wien

Familien: GrECo International AG, Friedrich Neubrand, CEO in der Holding und Vorstand der GrECo Gruppe

Frauen: MediaShop GmbH, Katharina Schneider, Geschäftsführerin

Handel: Fussl Modestraße, Ernst Mayr, Geschäftsführer

Industrie: Rosenbauer International AG, Daniel Tomaschko, CTO

International: Single Use Support GmbH, Johannes Kirchmair & Thomas Wurm = Gründer und Geschäftsführer

„Entrepreneur des Jahres“ : Hannes Bardach, Eigentümer und Vorsitzender des Aufsichtsrats, Frequentis AG

Der HERMES.Wirtschafts.Preis ist der jährlich vergebene Preis für herausragende Unternehmen und Unternehmer in Österreich und wird in den Kategorien Dienstleistungs-, Familien-, Handels-, Industrie- und von Frauen geführte Unternehmen sowie International vergeben. Als Sonderpreis wird der „Entrepreneur des Jahres“ verliehen, der eine herausragende Persönlichkeit, welche die österreichische Wirtschaft maßgeblich geprägt hat, auszeichnet. Sinn und Zweck des Preises ist es, Erfolge heimischer Unternehmen sichtbar zu machen und den Standort Österreich zu stärken.

TU Graz und MacroArray Diagnostics gewinnen Houskapreis 2020

Mit einer Dotierung von 500.000 Euro ist der Houskapreis der größte private Preis für anwendungsnahe Forschung. Damit zeichnet die B&C Privatstiftung jedes Jahr herausragende wirtschaftsnahe Forschungsleistungen in Österreich aus. Aus insgesamt 60 Einreichungen wurden die Gewinnerprojekte in einem zweistufigen Verfahren von hochkarätigen Fachexperten ermittelt. In der Kategorie „Hochschulforschung“ gewinnt die Technische Universität Graz mit der Entwicklung einer neuartigen 3D-Nanodruck-Technologie. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ erhält das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics den österreichischen Forschungs-Oskar für seinen einzigartigen Allergietest „Allergy Explorer“.

Aus den fünf nominierten Einreichungen in der Kategorie „Hochschulforschung“ holte Harald Plank vom Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik der Technischen Universität Graz mit dem Projekt „3D-Nano-Printing“ den Hauptpreis mit einem Preisgeld von 150.000 Euro. Plank und sein Team entwickelten eine neuartige 3D-Nanodruck-Technologie, die sogenannte FEBID-Technologie (Focused Electron Beam Induced Deposition), zur Fertigung von komplexen, dreidimensionalen Objekten im Nanobereich. Diese neue Methode wird bereits in Rasterkraftmikroskopen von Industriepartnern eingesetzt und soll neue Anwendungsbereiche erschließen, die mit herkömmlichen 3D-Druckverfahren bisher nicht möglich waren. Projektleiter Harald Plank: „Ausgangssituation dieser Entwicklung war eine ‚schräge‘ Idee, die bei einem Kaffee entstanden ist. Dass diese Vision nach sechs Jahren zu einer industriell relevanten Technologie und schließlich zu einer solchen Auszeichnung führt, erfüllt mich mit großem Stolz.“

In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ waren ebenfalls fünf Projekte nominiert. Hier konnte das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics GmbH mit seinem Forschungsprojekt „Allergy Explorer – der Schlüssel zur Allergiediagnose“ die Fachbeiräte sowie die Jury überzeugen und das Preisgeld von 150.000 Euro gewinnen. Christian Harwanegg, Gründer und CEO von MacroArray Diagnostics: „Mit unserem zeit- und kosteneffizienten Allergietest möchten wir die großen Konzerne auch aufrütteln und vor allem für die Allergie-Patienten eine Erleichterung bei den Testungen schaffen.“ Harwanegg und sein Team haben den Allergietest „Allergy Explorer“ – kurz ALEX genannt – entwickelt, der annähernd 100 Prozent aller global relevanten Allergene in einem einzigen Schritt bestimmen kann und somit mehrere Einzeltests ersetzt. Da für den Test nur ein Tropfen Blut notwendig ist, eignet sich diese wenig invasive Methode auch sehr gut für Kleinkinder.

Den zweiten Platz des Houskapreises 2020 mit einem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro gewann Megan J. Cordill vom Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaft (ESI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Leoben, Steiermark, in der Kategorie „Hochschulforschung“ mit dem Projekt „Unzerbrechliche, flexible Elektronik“. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ konnte das Klagenfurter Unternehmen Bitmovin mit dem Projekt „PROMETHEUS – die Videostreaming-Infrastruktur der Zukunft“ den zweiten Platz für sich entscheiden.

Der Publikumspreis mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 20.000 Euro wurde heuer erstmals mittels Online-Votings von der Öffentlichkeit entschieden. In der Kategorie „Hochschulforschung“ überzeugte Projektleiter Peter Ertl vom Institut für Angewandte Synthesechemie an der Technischen Universität Wien mit dem Projekt „Parkinson-on-a-Chip: Erfassung neurodegenerativer Prozesse in einem Mittelhirn-on-a- Chip-Modell“, in der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ das Unternehmen UrbanGold GmbH aus Leoben mit dem Projekt „Effizientes und umweltverträgliches E-Schrott-Recycling“. Keines der insgesamt zehn nominierten Projektteams ging an diesem Abend leer aus, denn auch die übrigen Nominierten erhalten für ihre Forschungsarbeit ein Preisgeld von je 10.000 Euro.