Schlagwort: Forschung & Entwicklung

Echte Vorbilder: Entrepreneur und Forscher des Jahres

Published on 20. Oktober 2020

Optimismus dominierte die Vergabe des HERMES.Wirtschafts.Preis des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, der Leitbetriebe Austria und der Tageszeitung „Kurier“ in der Hofburg. Die wichtigste Ehrung des Galaabends, der Titel „Entrepreneur des Jahres“, ging in diesem Jahr an Hannes Bardach, Mehrheitseigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender der Frequentis AG, des Weltmarktführers bei Sprachkommunikationssystemen im Flugverkehr. „Hannes Bardach ist einer der Pioniere der Digitalisierung in Österreich“, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in ihrer Laudatio per Videobotschaft. „Er hat es wie kaum jemand anderer geschafft, kühne technische Visionen zu entwickeln, viele andere Menschen dafür zu begeistern und sie dann konsequent in die Realität umzusetzen. Ohne ihn wäre Österreich ärmer an Ideen und ärmer an technischer Kompetenz, er ist ein Mensch und Unternehmer, auf den Österreich stolz sein kann.“

Auch Leitbetriebe Austria-Geschäftsführerin Monica Rintersbacher versprühte Optimismus: „Wenn nichts mehr so ist wie früher, genau dann ist der richtige Zeitpunkt, um einen Schritt weiter zu gehen. Viele österreichische Unternehmen, allen voran diejenigen, die wir heute hier auszeichnen, tun genau das. Trotz aller aktuellen Probleme spürt man immer stärker so etwas wie Aufbruchstimmung. Auch die enorme Resonanz auf die Leitbetriebe-Ideeninitiative „Made in Austria neu denken“ zeigt den Willen und die Fähigkeit, Wertschöpfung nach Österreich zurückzuholen und wieder neue, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen.“

Österreichischer Pionier der Digitalisierung

Eine zentrale Botschaft des HERMES-Wirtschafts.Preis wurde auch mit dem erstmals gewählten Dresscode „Tracht“ unterstrichen: Die Stärkung des Standorts durch Regionalisierung, die Wertschöpfung nach Österreich zurückholt, hochwertige Arbeitsplätze auch außerhalb der Ballungszentren sichert, globale Lieferketten verkürzt und so auch die Versorgungssicherheit entscheidend verbessert. „Die rasant fortschreitende Digitalisierung treibt einerseits die für eine Exportnation unverzichtbare, globale wirtschaftliche Kooperation voran, andererseits ermöglicht sie es, die Regionen durch Homeoffice, Remote Working, Zusammenarbeit in geographisch breit diversifizierten Teams zu stärken“, so Rintersbacher.

Auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck betonte die Chancen der Digitalisierung für unseren Wirtschaftsstandort: „Die Corona-Krise hat uns in das digitale Zeitalter gebeamt. Viele Unternehmen haben aus der Not eine Tugend gemacht und auch in der Krise Chancen gesehen. Die Investitionsprämie wird sehr gut angenommen und österreichische Unternehmen nutzen diese, um gerade jetzt in ihre Zukunft zu investieren. Davon fließt ein wesentlicher Teil in die digitale Transformation der Unternehmen, damit diese auch auf künftige Herausforderungen bestmöglich vorbereitet sind.“

Die HERMES-Preisträger 2020:

Dienstleistung: XING E-Recruiting GmbH, Kristina Knezevic, Country Manager Austria XING und XING E-Recruiting & Jutta Perfal-Strilka, Geschäftsführerin XING E-Recruiting Wien

Familien: GrECo International AG, Friedrich Neubrand, CEO in der Holding und Vorstand der GrECo Gruppe

Frauen: MediaShop GmbH, Katharina Schneider, Geschäftsführerin

Handel: Fussl Modestraße, Ernst Mayr, Geschäftsführer

Industrie: Rosenbauer International AG, Daniel Tomaschko, CTO

International: Single Use Support GmbH, Johannes Kirchmair & Thomas Wurm = Gründer und Geschäftsführer

„Entrepreneur des Jahres“ : Hannes Bardach, Eigentümer und Vorsitzender des Aufsichtsrats, Frequentis AG

Der HERMES.Wirtschafts.Preis ist der jährlich vergebene Preis für herausragende Unternehmen und Unternehmer in Österreich und wird in den Kategorien Dienstleistungs-, Familien-, Handels-, Industrie- und von Frauen geführte Unternehmen sowie International vergeben. Als Sonderpreis wird der „Entrepreneur des Jahres“ verliehen, der eine herausragende Persönlichkeit, welche die österreichische Wirtschaft maßgeblich geprägt hat, auszeichnet. Sinn und Zweck des Preises ist es, Erfolge heimischer Unternehmen sichtbar zu machen und den Standort Österreich zu stärken.

TU Graz und MacroArray Diagnostics gewinnen Houskapreis 2020

Mit einer Dotierung von 500.000 Euro ist der Houskapreis der größte private Preis für anwendungsnahe Forschung. Damit zeichnet die B&C Privatstiftung jedes Jahr herausragende wirtschaftsnahe Forschungsleistungen in Österreich aus. Aus insgesamt 60 Einreichungen wurden die Gewinnerprojekte in einem zweistufigen Verfahren von hochkarätigen Fachexperten ermittelt. In der Kategorie „Hochschulforschung“ gewinnt die Technische Universität Graz mit der Entwicklung einer neuartigen 3D-Nanodruck-Technologie. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ erhält das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics den österreichischen Forschungs-Oskar für seinen einzigartigen Allergietest „Allergy Explorer“.

Aus den fünf nominierten Einreichungen in der Kategorie „Hochschulforschung“ holte Harald Plank vom Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik der Technischen Universität Graz mit dem Projekt „3D-Nano-Printing“ den Hauptpreis mit einem Preisgeld von 150.000 Euro. Plank und sein Team entwickelten eine neuartige 3D-Nanodruck-Technologie, die sogenannte FEBID-Technologie (Focused Electron Beam Induced Deposition), zur Fertigung von komplexen, dreidimensionalen Objekten im Nanobereich. Diese neue Methode wird bereits in Rasterkraftmikroskopen von Industriepartnern eingesetzt und soll neue Anwendungsbereiche erschließen, die mit herkömmlichen 3D-Druckverfahren bisher nicht möglich waren. Projektleiter Harald Plank: „Ausgangssituation dieser Entwicklung war eine ‚schräge‘ Idee, die bei einem Kaffee entstanden ist. Dass diese Vision nach sechs Jahren zu einer industriell relevanten Technologie und schließlich zu einer solchen Auszeichnung führt, erfüllt mich mit großem Stolz.“

In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ waren ebenfalls fünf Projekte nominiert. Hier konnte das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics GmbH mit seinem Forschungsprojekt „Allergy Explorer – der Schlüssel zur Allergiediagnose“ die Fachbeiräte sowie die Jury überzeugen und das Preisgeld von 150.000 Euro gewinnen. Christian Harwanegg, Gründer und CEO von MacroArray Diagnostics: „Mit unserem zeit- und kosteneffizienten Allergietest möchten wir die großen Konzerne auch aufrütteln und vor allem für die Allergie-Patienten eine Erleichterung bei den Testungen schaffen.“ Harwanegg und sein Team haben den Allergietest „Allergy Explorer“ – kurz ALEX genannt – entwickelt, der annähernd 100 Prozent aller global relevanten Allergene in einem einzigen Schritt bestimmen kann und somit mehrere Einzeltests ersetzt. Da für den Test nur ein Tropfen Blut notwendig ist, eignet sich diese wenig invasive Methode auch sehr gut für Kleinkinder.

Den zweiten Platz des Houskapreises 2020 mit einem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro gewann Megan J. Cordill vom Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaft (ESI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Leoben, Steiermark, in der Kategorie „Hochschulforschung“ mit dem Projekt „Unzerbrechliche, flexible Elektronik“. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ konnte das Klagenfurter Unternehmen Bitmovin mit dem Projekt „PROMETHEUS – die Videostreaming-Infrastruktur der Zukunft“ den zweiten Platz für sich entscheiden.

Der Publikumspreis mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 20.000 Euro wurde heuer erstmals mittels Online-Votings von der Öffentlichkeit entschieden. In der Kategorie „Hochschulforschung“ überzeugte Projektleiter Peter Ertl vom Institut für Angewandte Synthesechemie an der Technischen Universität Wien mit dem Projekt „Parkinson-on-a-Chip: Erfassung neurodegenerativer Prozesse in einem Mittelhirn-on-a- Chip-Modell“, in der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ das Unternehmen UrbanGold GmbH aus Leoben mit dem Projekt „Effizientes und umweltverträgliches E-Schrott-Recycling“. Keines der insgesamt zehn nominierten Projektteams ging an diesem Abend leer aus, denn auch die übrigen Nominierten erhalten für ihre Forschungsarbeit ein Preisgeld von je 10.000 Euro.

Es wird (wieder) ordentlich investiert!

Published on 20. Oktober 2020

Bis 2022 investiert die Admonter Holzindustrie AG nicht weniger als 25,5 Millionen Euro – rund 19 Millionen davon in Anlagen und Maschinen, 1,5 Millionen in den technologischen Fortschritt und in die Digitalisierung. Weitere fünf Millionen Euro sind diverse Investitionen in unterschiedlichste Bereiche wie zum Beispiel Forschung & Entwicklung. „Durch diese Investitionen werden, und das ist für uns sehr wichtig, die bestehenden Arbeitsplätze nicht nur abgesichert, sondern unser Vertrieb wird in die Lage versetzt, neue Märkte zu erschließen“, erklärt Vorstand Gerhard Eckhart. Solche Investitionen in Maschinen und Technologien bedeuten einen erheblichen Leistungssprung der Systeme und Prozesse. Die daraus entstehenden Vorteile hinsichtlich Produktivität, Präzision, Flexibilität & Lieferzeit können so einem noch größeren Kundenkreis nähergebracht werden. „Wir sind stolz darauf, gerade in Zeiten wie diesen solche Investitionen tätigen zu können und mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Wir setzen damit ein klares Signal auf Wachstum und Bekenntnis zum Standort“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Pichler.

Um die hohe Qualität der Produkte und das Knowhow zu sichern, werden die Produkte der Admonter Holzindustrie AG ausschließlich in Admont produziert und veredelt. Derzeit werden 55.000 m³ Holz zu Naturholzprodukten in Form von 2- und 3-Schicht Parkett, 3-Schicht Platten, Türen, Treppenlösungen und Akustikelementen verarbeitet. Das entspricht einer Jahresmenge von umgerechnet 1,7 Millionen m². Die Hauptmärkte sind der DACHI-Raum, ebenso werden die hochwertigen Produkte auch in Überseemärkte wie Australien, China und in die USA exportiert.

Alles aus einer Hand

Um dies auch weiterhin gewährleisten zu können, setzt das Tochterunternehmen des Benediktinerstiftes Admont mit knapp 300 Mitarbeitern auf junge motivierte Arbeitskräfte. „Die Entwicklung junger Menschen ist uns in unseren Betrieben sehr wichtig“, bekräftigt Eckhart. Demzufolge ist die Admonter Holzindustrie AG ein staatlich qualifizierter Lehrbetrieb mit insgesamt acht Lehrberufen und derzeit 20 aktiven Lehrlingen.

Um weltweit rund um die Uhr eine Produktpräsentation gewährleisten zu können, setzt man bei Admonter stark auf digitale Medien und online Tools. Vor allem durch die Covid-19 Pandemie wurde deutlich, wie wichtig Digitalisierung und moderne Verkaufskonzepte sind. So kann man stolz behaupten, in diesem Bereich Vorreiter zu sein und Kunden davon stets zu überzeugen. Die Nominierung des online Tools VRroomz zum OÖ Werbepreis CAESAR 2020 zeigt, dass diese technische, innovative Lösung als funktionierende Verkaufsunterstützung wahrgenommen wird. Wichtig ist auch die Verknüpfung zwischen online und den stationären Admonter Schauräumen. Kunden wollen die Produkte auch in echt „erleben“; so ist Holz als Material ideal geeignet, um die Sinne zu wecken und so die Vorteile von Echtholz entdecken zu können. Die Admonter Holzindustrie ist Komplettanbieter von Premiumprodukten in Echtholz für die Innenraumgestaltung. Dieser USP zeichnet die Firma aus und ist gerade deswegen bei Architekten sehr beliebt, da sie bei Admonter „alles aus einer Hand“ bekommen. Um dieses Leistungsangebot stets attraktiv zu gestalten braucht es Innovationen, wofür eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung zuständig ist. Mit den innovativen Produkten wurde die Admonter Holzindustrie auch schon zweimal mit dem „Reddot Design Award“ ausgezeichnet.

„Unser neuer Standort bietet alle Möglichkeiten, um uns in Sachen Internationalisierung und Innovation nachhaltig weiterentwickeln zu können“, sagt Neuroth-CEO Lukas Schinko.

Hörakustiker Neuroth eröffnete neuen europaweiten Produktionsstandort

Trotz der Corona-Krise hat auch die Neuroth-Gruppe einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gesetzt: Österreichs führender Hörakustiker Neuroth hat kürzlich in Lebring (Südsteiermark) seinen neuen gruppenweiten Produktionsstandort offiziell eröffnet – und damit einen weiteren Meilenstein in der über 110-jährigen Unternehmensgeschichte gesetzt. Rund 190 Mitarbeiter sind vom langjährigen Sitz in Schwarzau nach Lebring übersiedelt. „Unser neuer Standort bietet alle Möglichkeiten, um uns in Sachen Internationalisierung und Innovation nachhaltig weiterentwickeln zu können“, sagt Neuroth-CEO Lukas Schinko, der das Traditionsunternehmen in vierter Generation leitet. „Damit unsere Wirtschaft wieder in Schwung kommt, ist gerade jetzt eine Investition in den heimischen Standort wichtiger denn je“, bestätigt Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer.

Auf rund 3.700 m² werden im neuen Supply Center individuelle Hörgeräte und Gehörschutz-Lösungen gefertigt. Es ist eines der größten Hörakustik-Labore Europas und eine „weitere Aufwertung für uns als Wirtschaftsstandort“, wie Bürgermeister Franz Labugger betont. „Wir wollten nicht nur eine helle, moderne Arbeitsatmosphäre schaffen, sondern auch die wichtigsten Kompetenzen unter einem Dach bündeln – davon werden auch unsere Kunden profitieren“, meint Schinko. Neben der gruppenweiten Produktion, Werkstatt und Logistik sind daher in Lebring auch weitere Unternehmensbereiche angesiedelt – etwa die Landesorganisation Österreich, die Medizintechnik-Sparte und der B2B-Gehörschutz-Bereich. Auch ein eigenes Fachinstitut soll im nächsten Jahr eröffnen – die hauseigene Neuroth-Academy wird künftig ebenfalls hier angesiedelt sein. Das europaweite Headquarter der Neuroth-Gruppe bleibt weiterhin in Graz.

Nur rund ein Jahr sind von der Entscheidung über den Standortwechsel bis heute vergangen. Das bisherige Investitionsvolumen in die umfangreichen Umbauarbeiten des Gebäudes, das bis 2018 Hauptsitz der Firma Isovoltaic war, betrug rund drei Millionen Euro. Weitere Investitionen werden folgen – unter anderem in die Neugestaltung der „Erlebniswelt Wirtschaft“, im Zuge dessen die Türen für Besucher geöffnet werden sollen. „Ein Hörgerät ist mittlerweile zum praktischen Allround-Kommunikationsmittel geworden, das man drahtlos mit dem Smartphone und Fernseher verbinden kann“, erklärt Schinko. „Aber nach wie vor wird eine Hörminderung leider häufig verdrängt oder stigmatisiert.“

Die Kernkompetenz von Neuroth liegt in der individuellen Anpassung von Hörlösungen an die Bedürfnisse der Kunden. Mittels modernen 3D-Druckern und feinster Handarbeit werden in Lebring sogenannte Otoplastiken (Ohrpassstücke) produziert und mit der nötigen Technik bestückt. Mit dem Umzug nach Lebring bleiben wichtige Arbeitsplätze im Bezirk Leibnitz erhalten. Weitere sollen schon bald neu geschaffen werden: Denn am bisherigen Standort in Schwarzau entsteht eine Pflegeinrichtung für Senioren. Mit dem bekannten österreichischen Pflege- und Gesundheitsdienstleister SeneCura wurde ein sehr erfahrener und langfristiger Betreiber gefunden.

Die Bauarbeiten für die Errichtung der Recyclingaufbereitungsfläche sind bereits angelaufen.

Held & Francke investiert 20 Millionen

Die zur Habau Group gehörende Held & Francke Baugesellschaft m.b.H mit Hauptsitz in Linz errichtet auf einer Fläche von ca. 45.000 m² einen neuen Standort in Hinzenbach (Oberösterreich). „Mit diesem Projekt investieren wir innerhalb der nächsten drei Jahre 20 Millionen Euro und schaffen so über 40 neue Arbeitsplätze in der Region Eferding“, erläutert Harald Krammer, technischer Geschäftsführer des Unternehmens. Auch für die Habau Group insgesamt handelt es sich um eine wichtige strategische Investition, wie deren CEO Hubert Wetschnig festhält: „Von der Erweiterung des Standortes in Hinzenbach mitsamt eigener Asphaltmischanlage profitieren sowohl Held & Francke als auch die gesamte Unternehmensgruppe. Dadurch gewinnen wir wieder ein Stück mehr Unabhängigkeit und vergrößern unsere Wertschöpfungskette.“

Die Bauarbeiten für die Errichtung der Recyclingaufbereitungsfläche sind bereits angelaufen. Dort wird Held & Francke mit Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit in Zukunft Abbruchmaterialien wie Asphalt, Altbeton und Ziegel aufbereiten. „Ein vernünftiger Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Firmenphilosophie“, so Johann Knöll, ebenfalls technischer Geschäftsführer. „Mit den entstehenden Recyclinganlagen, die Baustoffe in Top-Qualität herstellen, können wir unsere nachhaltige Arbeitsweise weiter verbessern.“

Das Herzstück dieser Recyclingsaufbereitungsfläche ist eine hochmoderne Asphaltmischanlage. „Sie wird den höchsten ökologischen Standards gerecht, indem sie behandelte Altasphalte so aufbereitet, dass sie einer neuen umweltfreundlichen Verwendung zugeführt werden können“, sagt Josef Zauner, kaufmännischer Geschäftsführer. Geplant ist auch die Errichtung eines Bürogebäudes, in dem neben Arbeitsplätzen auch Schulungs- und Seminarräume mit modernster Ausstattung entstehen.

TOP-Innovation besiegt (auch) Covid-19

Published on 11. August 2020

„Innovative KMU, die sich international vernetzen und neue Märkte erschließen, können wesentlich zur Konjunkturbelebung beitragen. Genau das forcieren wir gezielt mit Eureka und haben uns für den österreichischen Vorsitz einen Refresh vorgenommen, um die Eureka-Instrumente für eine kräftige Konjunkturbelebung bestmöglich einsetzen zu können“, erklärt Bundesministerin Margarete Schramböck. „Wir brauchen innovative KMU, um den Aufschwung zu schaffen. Mithilfe solcher Unternehmen wollen wir die Innovationskraft in Österreich weiter stärken und standortrelevante Forschung forcieren.“

„Wir wollen den Ideenreichtum und Innovationsgeist der Eureka-Partner für die Konjunkturbelebung nutzen“, wünscht sich Henrietta Egerth, die Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Eureka sei ein geeignetes Tool, um rasch und gezielt mit ausgewählten Ländern Ausschreibungen durchzuführen und so die Zusammenarbeit auch beyond Europe zu stärken. Beispielsweise wurde im Zuge des Ausbruchs der Corona-Pandemie unmittelbar eine Fast Track Covid-19-Ausschreibung gestartet, an der sich unter der Führung von Kanada neben Österreich auch fünf weitere Eureka-Mitgliedsländer beteiligt haben.

„Wir werden das Vorsitzjahr nützen, um Eureka und damit Forschungskooperationen über Ländergrenzen hinweg einen neuen Spirit zu verleihen“, hofft der österreichische Eureka-Vorsitzende Ulrich Schuh. Nach dem Motto „Towards a NEW Eureka“ gehe es um die Weiterentwicklung der Instrumente, den Ausbau der globalen Kooperation und neue Formen der Zusammenarbeit. Während des Vorsitzjahres finden mehrere Veranstaltungen in verschiedenen Bundesländern statt, u.a. wird es im Mai 2021 den „Eureka Global Innovation Summit“ in Graz geben, für den die grüne und digitale Transformation als Rahmenthema gesetzt wurde.

Daten und Fakten

Österreich ist seit der Gründung vor 35 Jahren Eureka-Mitglied. Die FFG wickelt die Förderungen auf nationaler Ebene mit Mitteln des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) ab und wurde vom BMDW mit der Abwicklung und Gestaltung des österreichischen Eureka-Vorsitzes betraut. Bisher wurden international 7.500 Projekte ermöglicht und insgesamt 48 Milliarden Euro investiert, davon haben österreichische Akteure an rund 800 Projekten teilgenommen und rund 210 Millionen Euro nationale Förderung erhalten. Insgesamt sind es Projekte mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro, bei denen Beteiligte aus Österreich profitierten.

Rund 338.000 Unternehmen der heimischen Wirtschaft zählen zu den Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben. Sie sind Arbeitgeber für rund zwei Drittel der Erwerbstätigen und bilden mit einem Anteil von mehr als 98 Prozent der heimischen Unternehmen die starke Säule unserer Wirtschaft. Die betriebswirtschaftliche Resilienz bzw. Krisenfestigkeit der KMU hat sich in der vergangenen Dekade laufend verbessert. Daten der KMU Forschung Austria, einem Mitgliedsinstitut des Forschungsnetzwerks Austrian Cooperative Research (ACR), zeigen, dass die Eigenkapitalquoten der KMU in den vergangenen Jahren im Durchschnitt auf knapp 33 Prozent stetig angestiegen sind – zu Beginn der Finanzkrise 2008/09 lag diese noch bei 26 Prozent. Die Ertragskraft (Umsatzrentabilität) hat sich im gleichen Zeitraum von durchschnittlich 2,5 auf 4,9 Prozent beinahe verdoppelt. Die Bandbreite unter den KMU ist hierbei allerdings groß: Während es viele Betriebe mit guter Eigenkapitalausstattung gibt, ist rund ein Fünftel der Betriebe überschuldet.

Den Taurob-Roboter hält selbst starker Wellengang auf einer Bohrinsel nicht von der Arbeit ab.

Ein Eureka-Vorzeigebeispiel

Das Startup Taurob in Wien Liesing konnte mithilfe der Förderungen des Eurostars-Programmes in Eureka sowie nationalen Förderungen in mehreren Programmen der FFG seine robusten Roboter weiterentwickeln, so dass diese mittlerweile auf Ölbohrinseln und in unwirtlichen Umgebungen eingesetzt werden. „Ohne das Eureka-Netzwerk und die Förderlandschaft in Österreich hätten wir die Entwicklung unserer Roboter so nicht finanzieren können“, bestätigt Taurob-Managing Director Matthias Biegl. „Mittlerweile profitieren unterschiedliche Branchen von unserer Innovation und die Förderungen und Darlehen konnten bereits fast zur Gänze wieder zurückbezahlt werden.“ Taurob ist auch ein sehr eindrückliches Beispiel dafür, dass Digitalisierung und Robotik nicht Arbeitsplätze wegnehmen, sondern jene Arbeiten übernehmen, die für Menschen unattraktiv oder sogar gefährlich sind. Im Falle von Taurob heißt das: Der Roboter und nicht der Mensch übernimmt bei Wind und Wetter Wartungsarbeiten auf der Ölplattform.

So sind die 90 kg schweren Roboter derzeit beispielsweise in einem Pilotprojekt auf den Shetlandinseln im Einsatz. Täglich lesen sie in einer Gasraffinerie des Mineralöl-Unternehmens Total Messdaten von Sensoren ab. Die robotischen Helfer übernehmen stupide, gefährliche und schmutzige Arbeiten. Ursprünglich waren die Roboter von Taurob für gefährliche Situationen bei Feuerwehreinsätzen konzipiert – rasch erkannte das Wiener Startup das Potenzial für andere, unmenschliche Einsatzfelder.

Intelligent und offen für andere Systeme

Unter schwierigsten klimatischen Verhältnissen und in Arbeitsbereichen, in denen Methangas vorkommt, verrichten Taurob-Roboter auch in der Raffinerie von Total ihren Dienst. Die Roboter übernehmen einfache, aber risikobehaftete, Routinetätigkeiten von Menschen. Die ATEX-zertifizierten Roboter verfügen über ein intuitives Steuerungssystem und Mehrzweckschnittstellen für eine schnelle und einfache Add-on-Integration. Autonom bewegen sie sich am Einsatzort und sammeln über Kameras, Mikrofone, Wärmebildkameras und Sensoren wichtige Daten für den Betrieb. Mit der installierten Technik besitzt so ein Roboter besondere Fähigkeiten für den Einsatz, wie beispielsweise eine präzise Wärmebildkamera, die Gaswolken sichtbar macht. 

Auf der abgesteckten Route liest der Taurob Inspector im Pilotprojekt Füll- und Messstände von analogen Anzeigen ab.

Autonom bewegen sich Taurob-Roboter auf seiner einprogrammierten Route von A nach B und reagiert auf unvorhersehbare Hindernisse. „Sie erkennen verschiedene Objekte, die auf einer Plattform vorkommen, und reagieren bei gefährlichen Situationen“, erklärt Taurob-Gründer Lukas Silberbauer. Mi einem Mikrofon werden im täglichen Einsatz Pumpgeräusche aufgenommen und dann mit Hilfe einer Software eruiert, ob eine Störung vorliegt. „Wir verwenden nicht nur selbst entwickelte Applikationen, sondern auch von anderen Herstellern“, sagt Silberbauer. Für die Detektion von defekten Pumpen nutzt man etwa die Software von CEA Tech, einem französischen Forschungsinstitut. Dass häufig noch Menschen händisch Zeigermessständer, Füllstände oder Ventilstellungen ablesen und in einer Liste eintragen, ist für Silberbauer rückständig: „Unsere Roboter stellen im Pilotprojekt mit Total gerade unter Beweis, dass sich diese Jobs viel effizienter und sicherer erledigen lassen.“ Bei analogen Messanzeigen schießt der Roboter ein Foto und lädt das Bild in die Cloud. Ein Programm wertet das Bild aus und erkennt den Füllstand. „Die erhobenen Messwerte der Roboter lassen sich besser vergleichen, da immer zur selben Tageszeit von exakt dem gleichen Blickwinkel die Aufnahme gemacht wird. Drei verschiedene Menschen im Schichtbetrieb liefern weniger verlässliche Werte.“

Taurob-Roboter treiben die Digitalisierung voran

Derzeit sind Inspektionsfahrten von ca. zwei Stunden möglich, an längeren Betriebszeiten wird laufend gearbeitet. Die Kommunikation erfolgt über WLAN, 4G- oder 5G-Netzwerke. Der Roboter ist jedoch nicht auf die Kommunikation im laufenden Betrieb angewiesen: Muss am Einsatzort Funkstille herrschen – z.B. in einer Transformatorhalle, in der die Kommunikation durch die elektromagnetischen Felder gestört werden könnte –, kann der Roboter die Daten auch nach absolvierter Mission übermitteln. Anschließend können die Daten in einer Cloud oder lokal verarbeitet werden.

Die Route wird ferngesteuert eingeben – der Roboter wird durch seine „Mission“ gesteuert und es werden Checkpoints definiert. Die Wegpunkte werden im Digitalen Zwilling abgespeichert und künftig autonom vom Roboter abgefahren. Im Echtbetrieb fährt der Roboter vorausschauend, erkennt Hindernisse oder drohende Absturzgefahren. In unbekannten Situationen bleibt er stehen und fordert Anweisungen vom Operator an. Auf akustische Signale wie Evakuierungs- oder Feueralarm reagiert der Wartungsroboter selbstständig und fährt in einen sicheren Bereich, sodass er keinen Fluchtweg blockiert. Der ursprünglich als Feuerwehrroboter konzipierte Roboter kann in Notfallsituationen genutzt werden, um aus gefährlichen Bereichen wie z.B. Brandherden Livebilder und Audiodaten aufnehmen.

Nicht nur auf Ölplattformen lassen sich Taurob-Roboter nutzen: Gefährliche Situationen gibt es in vielen Industriefeldern. Das kann ein Umspannwerk sein – wo es die Gefahr von Lichtbögen gibt –, die chemische Industrie mit gefährlichen Gasen und Flüssigkeiten, oder ein Hochofen in der verarbeitenden Industrie. „Denken Sie an ein Umspannwerk: das Betreten solcher Gebäude ist lebensgefährlich. Für jede Inspektion muss das Werk heruntergefahren werden, das kostet das ungemein viel Geld“, erläutert Silberbauer.

Categorized under: News

Top Leader-Innovationen Made in Austria: 3D-Druck mit Industriestandards

Published on 15. Juni 2020

Weltweit ist es nun erstmals gelungen, cm-große Prüfkörper für Materialspezifikationen nach ISO-Standards mittels einer 3D-Drucktechnologie herzustellen, die auch eine Auflösung von 200 Nanometern erlaubt. Dem Innovationsführer für hochpräzisen 3D-Druck basierend auf 2-Photonen Polymerisation (2PP) , der UpNano GmbH aus Wien, gelang dieser industrierelevante Fortschritt unter Verwendung eines ihrer spezifischen Photopolymere auf ihrem kommerziell verfügbaren NanoOne-Drucker. So können nun Prüfkörper in der für ISO-Tests notwendigen Größe und Form hergestellt werden. Dieser Fortschritt ist auch Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit des Unternehmens mit der Technischen Universität Wien (TU Wien). Bislang galt es für 2PP 3D-Drucker, die eine Auflösung im Nanometerbereich haben, als unmöglich, Bauteile drucken zu können, die so groß sind, dass sie für ISO-Standardtests verwendet werden können. Die patentgeschützte „Adaptive Auflösungstechnologie“ der UpNano macht dieses nun in Verbindung mit einem leistungsstarken Laser möglich – und damit die Herstellung von Nano- und Mikrobauteilen für Industrie und Hochschulen mit Materialien, die nach ISO-Standards spezifiziert sind.

Hochauflösender 3D-Druck erlaubt es, Bauteile herzustellen, die kleiner und präziser sind als dies mit irgendeinem anderen traditionellen Herstellungsverfahren möglich ist. Je bekannter allerdings das Potenzial dieser Technologie wird, desto mehr benötigen Industrie und Forschungseinrichtungen weltweit verlässliche Informationen zur Qualität der Vielzahl an unterschiedlichen Materialien, die für verschiedene Anwendungen verwendet werden. An solche Informationen zu gelangen erweist sich allerdings oft als schwierig, weil die meisten Standardverfahren zur Materialspezifikation Prüfkörper erfordern, die wesentlich größer sind als es mit 2-Photonen Polymerisation (2PP) gezeigt wurde. Doch jetzt gelang es dem Technologieführer für hochauflösenden 3D-Druck basierend auf 2PP, der UpNano GmbH (Wien), mit ihrem NanoOne-Drucksystem – das eine Auflösung im Nanometerbereich ermöglicht – Testkörper in der erforderlichen cm-Größe herzustellen.

Einer für alle(s)

„Dank unserer geschützten Adaptiven Auflösungstechnologie passt sich die Größe des Laserfokuspunkts an die erforderliche Geometrie des Bauteils und an die Auflösung an. Dies ermöglicht es den Anwendern eines NanoOne-Druckers, je nach Bedarf Probekörper mit 100 nm-Details oder auch in cm-Größe herzustellen“, erklärt Peter Gruber, Leiter Technologie und Mitbegründer der UpNano. „Wir haben nun die letztere Fähigkeit unseres Systems genützt, um Biegefestigkeits-Probekörper mit 2 cm Länge und Zugsfestigkeits-Probekörper mit 3,5 cm Länge zu drucken.“ Unter Verwendung des universell einsetzbaren Photopolymers UpPhoto konnte UpNano 30 Biegefestigkeits-Probekörper, mit unterschiedlichen Querschnitten, als Kleinserie auf einem einzigen Probenhalter in weniger als 10 Stunden herstellen und 12 Zugfestigkeits-Probekörper in einem Druckprozess mit einer standardisierten Geometrie in weniger als 9 Stunden drucken. Mit dieser Geschwindigkeit ist das NanoOne-System das schnellste derzeit auf dem Markt verfügbare hochauflösende 3D-Drucksystem. Überdies wird diese Anzahl an Prüfkörpern serielle Testungen mit statistisch soliden Ergebnissen und so die Materialprüfung nach ISO-Standards möglich machen.

Die „Adaptive Auflösungstechnologie“ von UpNano ermöglicht erstmals Materialspezifikation nach ISO.

„Der Mangel an standardisierten Materialien ist ein ernsthaftes Hindernis beim Einsatz hochleistungsfähigen 3D-Drucks für industrielle Anwendungen. Dezentralisierte Produktionsprozesse der weltweiten Industrie sowie Gewährleistungsrechte basieren auf Standards und Normen. Wenn das eigene Material oder Gerät in dieses ausgefeilte System nicht hineinpasst, dann mag es zwar für Prototypen geeignet sein, aber nicht für die serielle Produktion,“, betont Bernhard Küenburg, Geschäftsführer der UpNano, die Wichtigkeit des Innovationsfortschritts, den das Unternehmen erzielt hat.

Die UpNano ist in der Lage, die Anforderungen der technischen Industrie zu erfüllen – und stärkt dadurch ihre Position als Innovationsführer im aufstrebenden Markt für Hochleistungs-3D-Druck – eine Position, die sie sich durch die Entwicklung und den Verkauf des schnellsten 2PP 3D-Drucksystems erarbeitet hat, das einen bis zu hundertmal schnelleren Durchlauf für kurze Produktionszyklen als andere auf dem Markt befindliche Systeme aufweist.

Mit lebenden Zellen drucken

Die technischen Fähigkeiten des NanoOne-Systems sind für die Anforderungen der technischen Industrie geeignet, bedienen aber überdies auch jene von Forschungseinrichtungen. Erst kürzlich verkaufte UpNano ein Drucksystem an die Medizinische Universität Wien. Hier wird das System für verschiedene Forschungszwecke eingesetzt. Der Einsatz des sogenannten UpBio Photopolymers ermöglicht es, mit dem NanoOne-Drucksystem auch filigrane Strukturen, die in der biomedizinischen Forschung als Gerüste, Membranen oder Mikrokanäle benötigt werden, herzustellen. Dieses spezielle Photopolymer ermöglicht den 2PP 3D-Druck von eingebetteten, lebenden Zellen und ist somit für die biomedizinische Forschung ideal geeignet.

Durch die gleichwertige Berücksichtigung der Bedürfnisse von Industrie und Forschung treibt die UpNano Möglichkeiten und technische Fähigkeiten kontinuierlich weiter voran. Eine fokussierte in-house Forschung in Kooperation mit der TU Wien und ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Industrie werden die Position der UpNano als Innovationsführer auf dem Markt weiter stärken.

Hinter den Kulissen

Im September 2018 als Spin-Out der TU Wien gegründet, ist die UpNano ein in Wien ansässiges Hightech-Unternehmen mit Fokus auf Entwicklung, Herstellung und Kommerzialisierung von hochauflösenden 3D Druck-Systemen, die auf 2 Photonen-Polymerisation basieren. Mit ihrem ersten kommerziellen Produkt, dem NanoOne-Drucksystem, können Mikropartikel mit Strukturdetails bis zu 200 nm Auflösung gedruckt werden. Aufgrund des sehr schnellen Druckprozesses ist auch die Herstellung von Teilen bis zur Größe von mehreren Zentimetern realisierbar.

Mit dem NanoOne-Drucksystem können Mikropartikel mit Strukturdetails bis zu 200 nm Auflösung gedruckt werden.

Szenenwechsel zu Covid-19: 3D-Druck gegen das Virus

Wiener Universitäten, die Wiener Stadtwerke und der Krankenanstaltenverbund (KAV) entwickeln in einem Forschungsprojekt Filtereinheiten für Cov-2-Virus Pandemie Atemschutzmasken. Die Gehäuse werden mittels 3D-Druck erstellt und die Masken wurden von Ärzten der MedUni Wien sowie der Berufsfeuerwehr in Wien dem Praxistest unterzogen. Die Schutzmasken wurden bereits vom Österreichischen Forschungs- und Prüfinstitut (OFI) positiv getestet. Sie finden somit Einsatz in hochsensiblen Bereichen. Auf der Intensivstation sowie in allen Bereichen, wo es Kontakt mit hochinfektiösen Patienten gibt, sollen sie den höchsten Schutz vor Ansteckungen bieten. Auf Basis der Vorlage wird demnächst die Massenproduktion in Österreich umgesetzt.

Die Unternehmen der Stadtwerke haben zu dem Zweck eng mit der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien zusammengearbeitet. Die Konzernbereiche Facilitycomfort, Wiener Netze, Wien Energie und die Wiener Linien haben ihre 3D-Drucker auf Hochtouren laufen lassen, um Prototypen zu drucken, weiterzuentwickeln und fertigzustellen. „Auf Grundlage des Forschungsprojekts können wir demnächst Schutzmasken in Österreich produzieren, die höchsten Schutz vor Ansteckungen bieten“, so die zuständige Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke, Ulli Sima. Die Konstruktionspläne und 3D-Daten für die Filtereinheiten stammen aus der Arbeitsgruppe von Markus Aspelmeyer an der Fakultät für Physik der Universität Wien, die Montage der Prototypen erfolgte in den Labors von Wolfgang Drexler an der MedUni Wien. Die 3D-Daten wurden an ‚Sparox‘, einem Innovationsprojekt der Wien Energie, geschickt, das einerseits ein Online Marktplatz für Ersatzteile im Energiesektor, andererseits auch auf 3D-Druck spezialisiert ist. „Wir haben mit ‚Sparox‘ großes Know-how im Bereich 3D-Druck. Es ist großartig, dass wir helfen können. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren sofort bereit, mitzumachen und bei dem Forschungsprojekt an vorderster Front dabei. Darauf sind wir sehr stolz“, sagt Wiener Stadtwerke Generaldirektor Martin Krajcsir.

3D-Drucke zur Eindämmung des Virus

Masken zum Schutz des medizinischen Personals sind am Weltmarkt Mangelware und wenn, dann derzeit nur zu exorbitant hohen Preisen verfügbar. Mithilfe der entwickelten Filtereinheiten wird es demnächst möglich sein, Cov-2-Virus Pandemie Atemschutzmasken in Massenproduktion in Österreich herzustellen. Die Unternehmen der Wiener Stadtwerke nutzen ihre 3D-Drucker vielseitig, um das Corona-Virus einzudämmen. Die Wiener Linien drucken für ihre MitarbeiterInnen Gesichtsschutzmasken, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Das Schutzschild besteht aus einem PETG-Kunststoff, der besonders robust ist. Mehrere hundert Stück wurden bereits produziert.

Die Wiener Netze produzieren für einen sicheren Bürobetrieb Halterungen für Plexiglasscheiben, die den Büroräumlichkeiten angepasst sind, um dadurch Ansteckungen am Arbeitsplatz zu vermeiden. Weiters statten sie die Kantinen ebenfalls mit speziellen Halterungen aus dem 3D-Druck aus.

Austro-Start-Up forscht auf Weltniveau

Published on 18. Mai 2020

Das 2017 von Michael Lukesch gegründete Biotech-Unternehmen Valanx Biotech konnte sich eine sechsstellige Seed-Beteiligung eines Syndikats bestehend aus IST cube, tecnet equity und SOSV aus den USA sichern. Hinzu kommt eine Förderungsfinanzierung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) in Höhe eines siebenstelligen Betrags. Valanx Biotech ist am – mit dem IST Austria verbundenen – Technologiepark IST Park angesiedelt und entwickelt auf Basis eines patentierten Ansatzes eine hochspezifische Technologieplattform. Diese ermöglicht eine schnelle und kostengünstige Herstellung von genau definierten Protein-Wirkstoffkonjugaten sowie Peptidkonjugaten. Die Technologie soll in der Arzneimittelentwicklung, Diagnostik und Biosensorik ihre Anwendung finden.

CEO Michael Lukesch: „Mit unserer Technologie werden wir Pharma- und Biotechnologieunternehmen unterstützen, Proteinwirkstoffe rascher und zuverlässiger herzustellen. Durch unseren Prozess werden Proteinkonjugate in ihrer molekularen Zusammensetzung genau definiert, was in der Produktion und auch in der Wirkstoffsicherheit einen signifikanten Vorteil bietet. Viele Impfstoffe sind Proteinkonjugate. Die jüngsten pandemischen Ereignisse zeigen zweifellos das außerordentliche Potential unseres Zugangs auf.“

Synthetische Biologie

Mit den neuen Investoren hat Valanx ein umfangreiches (inter-)nationales Netzwerk an Bord geholt. „Zusammen mit der Erweiterung unseres Teams und der Besiedelung unseres neuen Labors im erst kürzlich eröffneten IST Park in Klosterneuburg leitet dieses Investment eine neue Phase in unserer Entwicklung ein“, sagt Lukesch. „Nun wollen wir unsere revolutionäre Technologie der Proteinkonjugation so schnell wie möglich zur Marktreife entwickeln und gezielt auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse hin anpassen.“

(v.l.n.r) Alexander Schwartz (IST cube), Markus Wanko (IST Austria Park), Michael Lukesch (Valanx), Dores Agneter (tecnet) und Christian Laurer (tecnet)

Der Schwerpunkt der nächsten Monate wird auf der Optimierung der Technologie sowie auf dem Ausbau der Kontakte zu Industriepartnern liegen.

Dazu der Lead Investor IST cube: „Valanx setzt innovative Techniken aus der Synthetischen Biologie ein, um kreative Lösungen für ein bislang ungelöstes Problem der Kunden in der Pharmaindustrie und darüber hinaus anzubieten. Mit unserem Investment unterstützen wir das hohe Potenzial der Valanx-Technologie und das starke Team unter der Leitung von Michael Lukesch. Gerade jetzt zeigt sich, dass wissenschaftsbasierte Startups dringend benötigte Lösungen bieten. IST cube setzt seine Arbeit mit Startups auch in der Krise mit vollem Engagement fort.“

Doris Agneter, CEO von tecnet equity: „VALANX verspricht, die Konjugate als Werkzeug für völlig neue Anwendungen der Industrie einsetzbar zu machen. Wir schaffen als Investor das Umfeld, dass diese disruptive Technologie ihr volles Potenzial entwickeln kann. Gemeinsam mit IST Cube und SOSV ermöglichen wir Entwicklungsarbeit auf Weltniveau“.

Hinter den kapitalen Kulissen

IST cube ist ein Investment Fund, der vom Institute of Science and Technology Austria gemeinsam mit weiteren Investoren ins Leben gerufen wurde. IST cube fokussiert auf Startups mit akademischem Hintergrund, sowie junge High-Tech-Unternehmen in Österreich, denen Finanzmittel in frühen Entwicklungsphasen, sowie Anschlussfinanzierungen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus bringt IST cube internationales Know-how in der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen in seine Portfolio-Unternehmen ein.

tecnet equity ist mit einem Fondsvolumen von rund 50 Millionen Euro einer der führenden Eigenkapitalgeber für Frühphaseninvestments in Österreich. tecnet finanziert junge Technologieunternehmen und Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen durch Venture Capital. Die Unterstützung geht weit über das finanzielle Investment hinaus. Mit persönlichem Engagement, einem internationalen Netzwerk und langjähriger Erfahrung begleitet tecnet seine Portfolio-Unternehmen zum Erfolg. Als klassischer Early Stage Investor ist tecnet seit vielen Jahren ein aktiver Teil der österreichischen Startup-Szene.

Vom Schnelltest bis zum Wirkstoff

Published on 15. April 2020

Wirkstoff APN01 – Apeiron Biologics

Das in Wien ansässige Biotechnologieunternehmen Apeiron Biologics hat einen möglichen Wirkstoff zur Behandlung von COVID-19 entwickelt. Nun soll er an 200 schwer erkrankten Patienten in Österreich, Deutschland und Dänemark getestet werden. Eigentlich sollte das Medikament mit dem neuen Wirkstoff APN01 zur Behandlung von akutem Lungenschaden bzw. akutem Lungenversagen entwickelt werden. Da diese Erkrankungen auch bei COVID-19-Patienten auftreten und tödlich verlaufen können, wird der Wirkstoff nun bei Menschen getestet, die sich mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben und infolge schwer erkrankt sind.

Wirkstoff Solnatide (AP301) – Apeptico

Das Wiener Startup Apeptico forscht seit Jahren an der Entwicklung von Arzneimitteln aus Peptiden für den Einsatz bei akuten lebensbedrohlichen Syndromen, die eine starke Lungenfehlfunktion, das sogenannte Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) auslösen. Dieses lebensbedrohliche Syndrom kann auch durch Krankheiten, etwa eine Lungenentzündung aufgrund des SARS-CoV-2 Virus (Corona Virus), entstehen und betrifft etwa 20 Prozent der Corona-Patienten. Apeptico will nun das von der Firma entdeckte und weiterentwickelte Peptid mit dem Namen Solnatide (AP301) so rasch wie möglich in der klinischen Forschung voranbringen und ein Arzneimittel daraus entwickeln. Es liegen bereits umfangreiche Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit für Solnatide in Patienten mit akutem Lungenversagen (ARDS) vor. Solnatide wurde am 7. April durch das Österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) im Rahmen des Compassionate Use Programmes zur Behandlung von infizierten Patienten mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und der sich daraus ergebener schweren Lungenkrankheit COVID-19 zugelassen.

Neues Testverfahren – Sinsoma/Uni Innsbruck

Die Universität Innsbruck „glänzt“ nun mit der Entwicklung und Evaluierung eines neuen Hochdurchsatzverfahrens zur genetischen Analyse von Patientenproben an ihrer Fakultät für Biologie. Am Institut für Zoologie und am Institut für Mikrobiologie der Universität Innsbruck wurden in den vergangenen Tagen gemeinsam mit der Sinsoma GmbH, einem Spin-off-Unternehmen der Universität Innsbruck, mehrere erfolgreiche Machbarkeitstests für eine Hochdurchsatz-CE-PCR zum Nachweis des SARS-CoV-2-Virus durchgeführt. Dieser Ansatz bedient sich der Koppelung von hochsensitiver Endpunkt-PCR und Kapillarelektrophorese (CE) im Gegensatz zu herkömmlichen Real-Time-PCR-Protokollen, um genetische Spuren des Virus in Proben aufzuspüren. Das gelingt dadurch, dass spezifische, sehr kurze DNA-Sequenzen – sogenannte Primer – verwendet werden, welche an die RNA des Virus andocken.

PhoenixDx COVID-19 – Schnelltest

Das Salzburger Biotech-Unternehmen Procomcure hat den PhoenixDx COVID-19 Schnelltest auf den Markt gebracht hat. Der Coronavirus-Schnelltest zeigt innerhalb einer halben Stunde, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert ist. Derzeit werden zahlreiche Spitäler und Labors in Österreich beliefert. Um der weltweiten Nachfrage nachzukommen, läuft die Produktion des Schnelltests auf Hochtouren. Zudem wurde ein Technologie-Transferdeal abgeschlossen, sodass das neue Verfahren künftig auch im Ausland hergestellt und angewendet werden kann – mit Know-how aus Österreich.

eCOVID19 – Scarletred

Das HealthTech-Startup Scarletred hat eine Corona-App zur Hotline-Entlastung entwickelt. Um den Ansturm an Betroffenen managen zu können, gelten digitale Tools für immer mehr Behörden und Regierungen als Teil der Lösung. Mit eCOVID19 bringt das junge Unternehmen eine eigene Telemedizin-App auf den Markt, die vor allem eines machen soll: Menschen, die Symptome von COVID-19 zeigen, möglichst unkompliziert zu beraten und an die richtige Stelle weiter zu leiten.