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Echte Vorbilder: Entrepreneur und Forscher des Jahres

Published on 20. Oktober 2020

Optimismus dominierte die Vergabe des HERMES.Wirtschafts.Preis des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, der Leitbetriebe Austria und der Tageszeitung „Kurier“ in der Hofburg. Die wichtigste Ehrung des Galaabends, der Titel „Entrepreneur des Jahres“, ging in diesem Jahr an Hannes Bardach, Mehrheitseigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender der Frequentis AG, des Weltmarktführers bei Sprachkommunikationssystemen im Flugverkehr. „Hannes Bardach ist einer der Pioniere der Digitalisierung in Österreich“, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in ihrer Laudatio per Videobotschaft. „Er hat es wie kaum jemand anderer geschafft, kühne technische Visionen zu entwickeln, viele andere Menschen dafür zu begeistern und sie dann konsequent in die Realität umzusetzen. Ohne ihn wäre Österreich ärmer an Ideen und ärmer an technischer Kompetenz, er ist ein Mensch und Unternehmer, auf den Österreich stolz sein kann.“

Auch Leitbetriebe Austria-Geschäftsführerin Monica Rintersbacher versprühte Optimismus: „Wenn nichts mehr so ist wie früher, genau dann ist der richtige Zeitpunkt, um einen Schritt weiter zu gehen. Viele österreichische Unternehmen, allen voran diejenigen, die wir heute hier auszeichnen, tun genau das. Trotz aller aktuellen Probleme spürt man immer stärker so etwas wie Aufbruchstimmung. Auch die enorme Resonanz auf die Leitbetriebe-Ideeninitiative „Made in Austria neu denken“ zeigt den Willen und die Fähigkeit, Wertschöpfung nach Österreich zurückzuholen und wieder neue, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen.“

Österreichischer Pionier der Digitalisierung

Eine zentrale Botschaft des HERMES-Wirtschafts.Preis wurde auch mit dem erstmals gewählten Dresscode „Tracht“ unterstrichen: Die Stärkung des Standorts durch Regionalisierung, die Wertschöpfung nach Österreich zurückholt, hochwertige Arbeitsplätze auch außerhalb der Ballungszentren sichert, globale Lieferketten verkürzt und so auch die Versorgungssicherheit entscheidend verbessert. „Die rasant fortschreitende Digitalisierung treibt einerseits die für eine Exportnation unverzichtbare, globale wirtschaftliche Kooperation voran, andererseits ermöglicht sie es, die Regionen durch Homeoffice, Remote Working, Zusammenarbeit in geographisch breit diversifizierten Teams zu stärken“, so Rintersbacher.

Auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck betonte die Chancen der Digitalisierung für unseren Wirtschaftsstandort: „Die Corona-Krise hat uns in das digitale Zeitalter gebeamt. Viele Unternehmen haben aus der Not eine Tugend gemacht und auch in der Krise Chancen gesehen. Die Investitionsprämie wird sehr gut angenommen und österreichische Unternehmen nutzen diese, um gerade jetzt in ihre Zukunft zu investieren. Davon fließt ein wesentlicher Teil in die digitale Transformation der Unternehmen, damit diese auch auf künftige Herausforderungen bestmöglich vorbereitet sind.“

Die HERMES-Preisträger 2020:

Dienstleistung: XING E-Recruiting GmbH, Kristina Knezevic, Country Manager Austria XING und XING E-Recruiting & Jutta Perfal-Strilka, Geschäftsführerin XING E-Recruiting Wien

Familien: GrECo International AG, Friedrich Neubrand, CEO in der Holding und Vorstand der GrECo Gruppe

Frauen: MediaShop GmbH, Katharina Schneider, Geschäftsführerin

Handel: Fussl Modestraße, Ernst Mayr, Geschäftsführer

Industrie: Rosenbauer International AG, Daniel Tomaschko, CTO

International: Single Use Support GmbH, Johannes Kirchmair & Thomas Wurm = Gründer und Geschäftsführer

„Entrepreneur des Jahres“ : Hannes Bardach, Eigentümer und Vorsitzender des Aufsichtsrats, Frequentis AG

Der HERMES.Wirtschafts.Preis ist der jährlich vergebene Preis für herausragende Unternehmen und Unternehmer in Österreich und wird in den Kategorien Dienstleistungs-, Familien-, Handels-, Industrie- und von Frauen geführte Unternehmen sowie International vergeben. Als Sonderpreis wird der „Entrepreneur des Jahres“ verliehen, der eine herausragende Persönlichkeit, welche die österreichische Wirtschaft maßgeblich geprägt hat, auszeichnet. Sinn und Zweck des Preises ist es, Erfolge heimischer Unternehmen sichtbar zu machen und den Standort Österreich zu stärken.

TU Graz und MacroArray Diagnostics gewinnen Houskapreis 2020

Mit einer Dotierung von 500.000 Euro ist der Houskapreis der größte private Preis für anwendungsnahe Forschung. Damit zeichnet die B&C Privatstiftung jedes Jahr herausragende wirtschaftsnahe Forschungsleistungen in Österreich aus. Aus insgesamt 60 Einreichungen wurden die Gewinnerprojekte in einem zweistufigen Verfahren von hochkarätigen Fachexperten ermittelt. In der Kategorie „Hochschulforschung“ gewinnt die Technische Universität Graz mit der Entwicklung einer neuartigen 3D-Nanodruck-Technologie. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ erhält das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics den österreichischen Forschungs-Oskar für seinen einzigartigen Allergietest „Allergy Explorer“.

Aus den fünf nominierten Einreichungen in der Kategorie „Hochschulforschung“ holte Harald Plank vom Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik der Technischen Universität Graz mit dem Projekt „3D-Nano-Printing“ den Hauptpreis mit einem Preisgeld von 150.000 Euro. Plank und sein Team entwickelten eine neuartige 3D-Nanodruck-Technologie, die sogenannte FEBID-Technologie (Focused Electron Beam Induced Deposition), zur Fertigung von komplexen, dreidimensionalen Objekten im Nanobereich. Diese neue Methode wird bereits in Rasterkraftmikroskopen von Industriepartnern eingesetzt und soll neue Anwendungsbereiche erschließen, die mit herkömmlichen 3D-Druckverfahren bisher nicht möglich waren. Projektleiter Harald Plank: „Ausgangssituation dieser Entwicklung war eine ‚schräge‘ Idee, die bei einem Kaffee entstanden ist. Dass diese Vision nach sechs Jahren zu einer industriell relevanten Technologie und schließlich zu einer solchen Auszeichnung führt, erfüllt mich mit großem Stolz.“

In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ waren ebenfalls fünf Projekte nominiert. Hier konnte das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics GmbH mit seinem Forschungsprojekt „Allergy Explorer – der Schlüssel zur Allergiediagnose“ die Fachbeiräte sowie die Jury überzeugen und das Preisgeld von 150.000 Euro gewinnen. Christian Harwanegg, Gründer und CEO von MacroArray Diagnostics: „Mit unserem zeit- und kosteneffizienten Allergietest möchten wir die großen Konzerne auch aufrütteln und vor allem für die Allergie-Patienten eine Erleichterung bei den Testungen schaffen.“ Harwanegg und sein Team haben den Allergietest „Allergy Explorer“ – kurz ALEX genannt – entwickelt, der annähernd 100 Prozent aller global relevanten Allergene in einem einzigen Schritt bestimmen kann und somit mehrere Einzeltests ersetzt. Da für den Test nur ein Tropfen Blut notwendig ist, eignet sich diese wenig invasive Methode auch sehr gut für Kleinkinder.

Den zweiten Platz des Houskapreises 2020 mit einem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro gewann Megan J. Cordill vom Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaft (ESI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Leoben, Steiermark, in der Kategorie „Hochschulforschung“ mit dem Projekt „Unzerbrechliche, flexible Elektronik“. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ konnte das Klagenfurter Unternehmen Bitmovin mit dem Projekt „PROMETHEUS – die Videostreaming-Infrastruktur der Zukunft“ den zweiten Platz für sich entscheiden.

Der Publikumspreis mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 20.000 Euro wurde heuer erstmals mittels Online-Votings von der Öffentlichkeit entschieden. In der Kategorie „Hochschulforschung“ überzeugte Projektleiter Peter Ertl vom Institut für Angewandte Synthesechemie an der Technischen Universität Wien mit dem Projekt „Parkinson-on-a-Chip: Erfassung neurodegenerativer Prozesse in einem Mittelhirn-on-a- Chip-Modell“, in der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ das Unternehmen UrbanGold GmbH aus Leoben mit dem Projekt „Effizientes und umweltverträgliches E-Schrott-Recycling“. Keines der insgesamt zehn nominierten Projektteams ging an diesem Abend leer aus, denn auch die übrigen Nominierten erhalten für ihre Forschungsarbeit ein Preisgeld von je 10.000 Euro.