Schlagwort: Export

Es wird (wieder) ordentlich investiert!

Published on 20. Oktober 2020

Bis 2022 investiert die Admonter Holzindustrie AG nicht weniger als 25,5 Millionen Euro – rund 19 Millionen davon in Anlagen und Maschinen, 1,5 Millionen in den technologischen Fortschritt und in die Digitalisierung. Weitere fünf Millionen Euro sind diverse Investitionen in unterschiedlichste Bereiche wie zum Beispiel Forschung & Entwicklung. „Durch diese Investitionen werden, und das ist für uns sehr wichtig, die bestehenden Arbeitsplätze nicht nur abgesichert, sondern unser Vertrieb wird in die Lage versetzt, neue Märkte zu erschließen“, erklärt Vorstand Gerhard Eckhart. Solche Investitionen in Maschinen und Technologien bedeuten einen erheblichen Leistungssprung der Systeme und Prozesse. Die daraus entstehenden Vorteile hinsichtlich Produktivität, Präzision, Flexibilität & Lieferzeit können so einem noch größeren Kundenkreis nähergebracht werden. „Wir sind stolz darauf, gerade in Zeiten wie diesen solche Investitionen tätigen zu können und mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Wir setzen damit ein klares Signal auf Wachstum und Bekenntnis zum Standort“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Pichler.

Um die hohe Qualität der Produkte und das Knowhow zu sichern, werden die Produkte der Admonter Holzindustrie AG ausschließlich in Admont produziert und veredelt. Derzeit werden 55.000 m³ Holz zu Naturholzprodukten in Form von 2- und 3-Schicht Parkett, 3-Schicht Platten, Türen, Treppenlösungen und Akustikelementen verarbeitet. Das entspricht einer Jahresmenge von umgerechnet 1,7 Millionen m². Die Hauptmärkte sind der DACHI-Raum, ebenso werden die hochwertigen Produkte auch in Überseemärkte wie Australien, China und in die USA exportiert.

Alles aus einer Hand

Um dies auch weiterhin gewährleisten zu können, setzt das Tochterunternehmen des Benediktinerstiftes Admont mit knapp 300 Mitarbeitern auf junge motivierte Arbeitskräfte. „Die Entwicklung junger Menschen ist uns in unseren Betrieben sehr wichtig“, bekräftigt Eckhart. Demzufolge ist die Admonter Holzindustrie AG ein staatlich qualifizierter Lehrbetrieb mit insgesamt acht Lehrberufen und derzeit 20 aktiven Lehrlingen.

Um weltweit rund um die Uhr eine Produktpräsentation gewährleisten zu können, setzt man bei Admonter stark auf digitale Medien und online Tools. Vor allem durch die Covid-19 Pandemie wurde deutlich, wie wichtig Digitalisierung und moderne Verkaufskonzepte sind. So kann man stolz behaupten, in diesem Bereich Vorreiter zu sein und Kunden davon stets zu überzeugen. Die Nominierung des online Tools VRroomz zum OÖ Werbepreis CAESAR 2020 zeigt, dass diese technische, innovative Lösung als funktionierende Verkaufsunterstützung wahrgenommen wird. Wichtig ist auch die Verknüpfung zwischen online und den stationären Admonter Schauräumen. Kunden wollen die Produkte auch in echt „erleben“; so ist Holz als Material ideal geeignet, um die Sinne zu wecken und so die Vorteile von Echtholz entdecken zu können. Die Admonter Holzindustrie ist Komplettanbieter von Premiumprodukten in Echtholz für die Innenraumgestaltung. Dieser USP zeichnet die Firma aus und ist gerade deswegen bei Architekten sehr beliebt, da sie bei Admonter „alles aus einer Hand“ bekommen. Um dieses Leistungsangebot stets attraktiv zu gestalten braucht es Innovationen, wofür eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung zuständig ist. Mit den innovativen Produkten wurde die Admonter Holzindustrie auch schon zweimal mit dem „Reddot Design Award“ ausgezeichnet.

„Unser neuer Standort bietet alle Möglichkeiten, um uns in Sachen Internationalisierung und Innovation nachhaltig weiterentwickeln zu können“, sagt Neuroth-CEO Lukas Schinko.

Hörakustiker Neuroth eröffnete neuen europaweiten Produktionsstandort

Trotz der Corona-Krise hat auch die Neuroth-Gruppe einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gesetzt: Österreichs führender Hörakustiker Neuroth hat kürzlich in Lebring (Südsteiermark) seinen neuen gruppenweiten Produktionsstandort offiziell eröffnet – und damit einen weiteren Meilenstein in der über 110-jährigen Unternehmensgeschichte gesetzt. Rund 190 Mitarbeiter sind vom langjährigen Sitz in Schwarzau nach Lebring übersiedelt. „Unser neuer Standort bietet alle Möglichkeiten, um uns in Sachen Internationalisierung und Innovation nachhaltig weiterentwickeln zu können“, sagt Neuroth-CEO Lukas Schinko, der das Traditionsunternehmen in vierter Generation leitet. „Damit unsere Wirtschaft wieder in Schwung kommt, ist gerade jetzt eine Investition in den heimischen Standort wichtiger denn je“, bestätigt Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer.

Auf rund 3.700 m² werden im neuen Supply Center individuelle Hörgeräte und Gehörschutz-Lösungen gefertigt. Es ist eines der größten Hörakustik-Labore Europas und eine „weitere Aufwertung für uns als Wirtschaftsstandort“, wie Bürgermeister Franz Labugger betont. „Wir wollten nicht nur eine helle, moderne Arbeitsatmosphäre schaffen, sondern auch die wichtigsten Kompetenzen unter einem Dach bündeln – davon werden auch unsere Kunden profitieren“, meint Schinko. Neben der gruppenweiten Produktion, Werkstatt und Logistik sind daher in Lebring auch weitere Unternehmensbereiche angesiedelt – etwa die Landesorganisation Österreich, die Medizintechnik-Sparte und der B2B-Gehörschutz-Bereich. Auch ein eigenes Fachinstitut soll im nächsten Jahr eröffnen – die hauseigene Neuroth-Academy wird künftig ebenfalls hier angesiedelt sein. Das europaweite Headquarter der Neuroth-Gruppe bleibt weiterhin in Graz.

Nur rund ein Jahr sind von der Entscheidung über den Standortwechsel bis heute vergangen. Das bisherige Investitionsvolumen in die umfangreichen Umbauarbeiten des Gebäudes, das bis 2018 Hauptsitz der Firma Isovoltaic war, betrug rund drei Millionen Euro. Weitere Investitionen werden folgen – unter anderem in die Neugestaltung der „Erlebniswelt Wirtschaft“, im Zuge dessen die Türen für Besucher geöffnet werden sollen. „Ein Hörgerät ist mittlerweile zum praktischen Allround-Kommunikationsmittel geworden, das man drahtlos mit dem Smartphone und Fernseher verbinden kann“, erklärt Schinko. „Aber nach wie vor wird eine Hörminderung leider häufig verdrängt oder stigmatisiert.“

Die Kernkompetenz von Neuroth liegt in der individuellen Anpassung von Hörlösungen an die Bedürfnisse der Kunden. Mittels modernen 3D-Druckern und feinster Handarbeit werden in Lebring sogenannte Otoplastiken (Ohrpassstücke) produziert und mit der nötigen Technik bestückt. Mit dem Umzug nach Lebring bleiben wichtige Arbeitsplätze im Bezirk Leibnitz erhalten. Weitere sollen schon bald neu geschaffen werden: Denn am bisherigen Standort in Schwarzau entsteht eine Pflegeinrichtung für Senioren. Mit dem bekannten österreichischen Pflege- und Gesundheitsdienstleister SeneCura wurde ein sehr erfahrener und langfristiger Betreiber gefunden.

Die Bauarbeiten für die Errichtung der Recyclingaufbereitungsfläche sind bereits angelaufen.

Held & Francke investiert 20 Millionen

Die zur Habau Group gehörende Held & Francke Baugesellschaft m.b.H mit Hauptsitz in Linz errichtet auf einer Fläche von ca. 45.000 m² einen neuen Standort in Hinzenbach (Oberösterreich). „Mit diesem Projekt investieren wir innerhalb der nächsten drei Jahre 20 Millionen Euro und schaffen so über 40 neue Arbeitsplätze in der Region Eferding“, erläutert Harald Krammer, technischer Geschäftsführer des Unternehmens. Auch für die Habau Group insgesamt handelt es sich um eine wichtige strategische Investition, wie deren CEO Hubert Wetschnig festhält: „Von der Erweiterung des Standortes in Hinzenbach mitsamt eigener Asphaltmischanlage profitieren sowohl Held & Francke als auch die gesamte Unternehmensgruppe. Dadurch gewinnen wir wieder ein Stück mehr Unabhängigkeit und vergrößern unsere Wertschöpfungskette.“

Die Bauarbeiten für die Errichtung der Recyclingaufbereitungsfläche sind bereits angelaufen. Dort wird Held & Francke mit Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit in Zukunft Abbruchmaterialien wie Asphalt, Altbeton und Ziegel aufbereiten. „Ein vernünftiger Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Firmenphilosophie“, so Johann Knöll, ebenfalls technischer Geschäftsführer. „Mit den entstehenden Recyclinganlagen, die Baustoffe in Top-Qualität herstellen, können wir unsere nachhaltige Arbeitsweise weiter verbessern.“

Das Herzstück dieser Recyclingsaufbereitungsfläche ist eine hochmoderne Asphaltmischanlage. „Sie wird den höchsten ökologischen Standards gerecht, indem sie behandelte Altasphalte so aufbereitet, dass sie einer neuen umweltfreundlichen Verwendung zugeführt werden können“, sagt Josef Zauner, kaufmännischer Geschäftsführer. Geplant ist auch die Errichtung eines Bürogebäudes, in dem neben Arbeitsplätzen auch Schulungs- und Seminarräume mit modernster Ausstattung entstehen.

Die smarten KVM-Einzigartigen

Published on 3. Oktober 2020

Es begann mit einem Logikanalysator, der digitale Signale aufzeichnen und speichern konnte, mit Sicherheitssystemen für große Areale mit Bewegungserkennung und Nachtsichttauglichkeit. Fortsetzung folgte … u.a. mit industriellen Videokonvertern, die erfolgreich bis heute im Einsatz sind. Was zugegebenermaßen etwas technisch klingt, ist für professionelle User unverzichtbar und wird selbstverständlich auch laufend weiterentwickelt. Ing. Dietmar Pfurtscheller hat mit seinem Business bereits 1987 begonnen und damals im Rahmen eines Drei-Mann-Betriebs Terminals für Pilotentrainingszentren, Grafikkarten oder auch DTP-Monitore (für Nixdorf) entwickelt.

Dadurch sammelte sich enorm viel Know-how zum Thema Videoübertragung und vor etwas mehr als einem Jahrzehnt setzte sich für kvm-tec – nomen est omen – das Hauptgeschäftsfeld „Entwicklung von KVM-Extendern“ durch. „Wir verkaufen unsere Technologie(n) mit einer Exportquote von 96 Prozent rund um den Globus sowohl unter eigener Marke als auch via OEM z.B. im TV- und Videowall-Segment oder im explosionsgefährdeten Bereich“, sagt Purtscheller, MSc mit berechtigtem Stolz. „Sowohl Umsatz als auch Mitarbeiterzahl haben sich in den vergangenen sieben Jahren um den Faktor 10 erhöht!“ Alle Technologien der KVM Extender wurden im Haus entwickelt und so ist es gelungen, immer das Maximum an Technik aus den Produkten zu holen.

Vor fast drei Jahren fand man dann im Gewerbepark in Tattendorf auch noch die definitive Heimat auf 630 m2 auf zwei Ebenen inmitten wunderbarer Weingärten. Diese energieeffiziente „Homebase“ (mit Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und E-Tankstelle) ermöglicht dank u.a. Relaxing Lounge, Brainroom, Lounge-Bereich, Schwimmteich, Fitnessraum, zwei Schaukeln etc. einen ganz wesentlichen USP von kvm-tec: den vorbildlichen Umgang mit den Mitarbeitern.

Fokus auf die Mitarbeiter

„In unserer Küche wird für unsere Mitarbeiter täglich frisch gekocht“, berichtet Ingrid Pfurtscheller ein weiteres spezielles Highlight. Die gelernte Psychotherapeutin ist vor fünf Jahren ins Unternehmen eingestiegen und hat die Leitung von Sales und Marketing übernommen. „Mit mir hat sich der Frauenanteil auf zehn Personen erhöht, was für eine High-Tech-Firma sehr beachtlich ist – und dass sich auch gleich vier Damen im Leadership-Training befinden, ist ebenfalls ein hoher Anteil.“

Kein Wunder also, dass die Mitarbeiter mit Lob nicht geizen. Einige Zitate aus kununu: „Modernes Büro, in dem immer ein gutes Klima herrscht.“ Und: „Familiäres Verhältnis, vom ersten Tag an sofort ins Team aufgenommen, Austausch beim gemeinsamen Mittagessen, interessante Produkte und einprägendes Marketing.“ Oder: „Auf die Familie wird auch Rücksicht genommen.“ Und last but not least: „Alle Mitarbeiter reden mit einer absoluten Begeisterung über diese Firma, was ich auch bestätigen kann.“

kvm-tec legt generell sehr großen Wert auf Fortbildung und hat deshalb neben regelmäßigen internen Angeboten in Rhetorik, Messeauftritt, Online-Trainings, Verkaufstrainings etc. eine eigene Akademie ins Leben gerufen, in der die Führungsebene von externen Trainern im Leadership trainiert wird. Seit fünf Jahren ist auch die nächste Pfurtscheller-Generation im Familienunternehmen in der Geschäftsleitung tätig und „Wir legen großen Wert auf unsere Unabhängigkeit und haben uns trotz mehrerer Offerts immer wieder dazu entschlossen, kvm-tec weiter ohne Investoren zu führen – und international aufzubauen.“ Jährlich werden internationale Messen z.B. in Dubai, Las Vegas, Peking etc. frequentiert „und im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern sind wir durch unser spritziges Marketing sehr gut bekannt geworden“.

Und Corona? „Da wir international arbeiten, war die Krise vorauszusehen. Wir waren eine Woche vor dem Lockdown bereits im Home-Office und konnten somit vom ersten Moment an unsere Kunden sehr gut betreuen. Unser Umsatz ist zwar seit März etwas reduziert, aber wir kommen gut kostendeckend durch und waren während der Krise marketingtechnisch absolut präsent, was uns jetzt zugutekommt, da unsere Mitbewerber nichts von sich hören hat lassen.“

kvm-tec electronic gmbh
Gewerbepark Mitterfeld 1A
2523 Tattendorf, Austria

Tel. +43 2253  81912 0
Fax +43 2253  81912 99
Email: office(at)kvm-tec.com

https://www.kvm-tec.com/

Netze statt Ketten

Published on 19. September 2020

Die Corona-Pandemie dauert mittlerweile ein halbes Jahr. Wie geht es aktuell der heimischen Exportwirtschaft?

2019 war mit 154 Mrd. Euro an österreichischen Warenexporten ein Rekordjahr, die Landung in der Corona-Realität war umso härter. Gerade für unsere international eng verflochtene Wirtschaft ist das eine ziemliche Herausforderung. Natürlich haben viele Unternehmen besonders mit der gesunkenen Nachfrage zu kämpfen, aber Rückmeldungen unserer Exportfirmen und aktuelle internationale Wirtschaftsindikatoren geben Anlass zur Hoffnung. Da niemand genau absehen kann, wie sich die Situation weiterentwickeln wird, sind das Vertrauen und die Investitionsbereitschaft sehr gering. Sehr deutlich wird das auch anhand der aktuellen Zahlen. Die Konsumenten kaufen weniger Autos, sie fliegen weniger auf Urlaub, und sie schieben allgemein größere Investitionen lieber auf. Das schlägt sich natürlich auch auf den B2B-Bereich durch.

Gibt es auch Lichtblicke?

Die letzten Exportzahlen geben Hoffnung. Die OeNB hat das prognostizierte Minus beim BIP von –7,2 % auf minus sechs reduziert. Im Mai gab es bei den Exporten noch ein Minus von 25 %, im Juli hat sich das Minus auf 7 % reduziert. Auch viele Einkaufsmanagerindizes in ganz Europa sind aktuell wieder über der Wachstumsschwelle. Positives kommt aus der für uns wegen enger Zulieferverflechtungen so wichtigen deutschen Industrie: Sie verzeichnete im Juli einen Anstieg der Auftragseingänge um 27,9 %. Diese positiven Tendenzen sind sicher auch auf die Erfolge beim Zurückdrängen des Virus zurückzuführen. Es sind also positive Signale erkennbar. Nun lautet die große Frage, wie es weitergeht; Ob der Tanz zwischen Öffnung und Achtsamkeit gelingt und die Konsumenten wieder Vertrauen schöpfen. Wenn das klappt, können wir die Phase durchstehen. Eine wesentliche Rolle für die Stabilisierung werden auch weitere öffentliche Investitionen spielen. 

Welche Branchen leiden besonders, welche weniger?

Über alle Bereiche hinweg verzeichnen wir in den ersten fünf Monaten 2020 einen Rückgang bei den Warenexporten von 12,9 %. Besonders schwer hat es manche Kernbereiche Österreichs getroffen. Etwa die Maschinen- und Fahrzeugproduktion, die ein Minus von 23 % im Export verzeichnet. Auch bearbeitete Waren und Rohstoffe haben ein Minus von 15 % hinnehmen müssen. Positiv hat sich dagegen der Bereich der Nahrungsmittel und Getränke entwickelt und auch die chemische Industrie. Manche Branchen konnten sich also bislang gut halten. Aber Fakt ist: Im klassischen Exportgeschäft braucht man neue Aufträge. 

Trauen Sie sich eine Prognose zu, was das restliche Jahr bringen wird?

Wir glauben daran, dass sich der positive Trend fortsetzt. Die Devise lautet jetzt, auf Sicht fahren, denn aktuell weiß niemand wirklich, was um die Ecke kommt. Ich würde allerdings meinen, dass es in die richtige Richtung geht. Nur kann sich das leider sehr schnell wieder ändern. Wenn im September und Oktober die Nachfrage wieder einbricht, sind alle positiven Entwicklungen dahin. Das ist aus Sicht des einzelnen Unternehmens so, das gilt aber auch global. Darum müssen wir versuchen, Nachfrage zu schaffen, um das finanzielle Risiko abzufedern.

Wie kann das gelingen?

Nachfrage schaffen wir konkret durch recht hemdsärmelige Arbeit mit den Firmen. Alle unsere Büros sind weltweit besetzt, und die Mitarbeiter vor Ort vernetzen lokale Betriebe mit potenziellen Lieferanten aus Österreich. Wir arbeiten aktuell natürlich vermehrt mit digitalen Formaten, anstatt mit Wirtschaftsmissionen. Virtuelle Treffen sind gut, um die Kundenbindung aufrechtzuerhalten, sie sind aber kein vollwertiger Ersatz für persönliche Treffen mit Neukunden. Da wir vor Ort sind und Neukunden persönlich vorselektieren und dann die Unternehmen vorstellen können, klappt es aber durchaus gut. Im Herbst planen wir auch wieder Wirtschaftsmissionen und Messepräsenzen in der Nachbarschaft. Wir möchten möglichst früh wieder draußen sein – wenn es die Lage zulässt.

Sie vernetzen nicht nur Unternehmen, Sie sorgen auch für Wissenstransfer und präsentieren heimischen Betrieben spannende Innovationen aus aller Welt. Wie gut hat sich dieser Ansatz etabliert?

Dass wir nicht nur den Export unterstützen wollen, sondern auch neue Ideen vermitteln, kommt sehr gut an. Denn wir müssen von den weltbesten Betrieben lernen und uns austauschen. Die Zukunftsreisen haben wir nun auch durch digitale Workshops und interaktive Formate ersetzt. Wenn wir das Format nicht schon vor Jahren erfunden hätten, müssten wir es heute tun. 

Welche Regionen entwickeln sich denn besonders dynamisch?

An erster Stelle ist Südostasien zu nennen. Die Region entwickelt immer mehr Produktionspower, es gibt dort tolle Start-ups und Geschäftsideen. Die Nähe zu etablierten Ländern wie Japan, Südkorea und Singapur, aber auch zu China beschleunigt die Entwicklung. Sehr spannend ist aber auch der Südkaukasus, wo wir gerade einen Stützpunkt planen. Natürlich ist auch weiterhin die Dynamik in Afrika sehr hoch – vor allem im Osten und Westen. Da bringen wir uns schon jetzt in Stellung, weil es schnell gehen kann, wenn sich erst der Nebel lichtet.

Welche Unterstützungsleistungen können Exporteure gerade anzapfen?

Wir helfen natürlich bei Problemen aller Art vor Ort. Finanzielle Förderungen bietet das Exportförderprogramm „go-international“ der WKÖ gemeinsam mit dem BMDW. Dabei handelt es sich um Direktschecks. Mit dem Betriebsmittelfinanzierungsfonds der OeKB stehen darüber hinaus drei Milliarden bereit.

Die Krise hat Abhängigkeiten deutlich gemacht, weswegen die Politik laut über Lieferketten und die Rückverlagerung von Produktion nach Europa nachzudenken begonnen hat. Ein sinnvoller Ansatz?

Reshoring wird planwirtschaftlich sicher nicht funktionieren. Aber ich bin dafür, dass man die Produktion gewisser Schlüsselsektoren wie etwa Pharmazeutika in Europa hält. Ein Bild, das mir besser gefällt, zeichnet sich bei den Wertschöpfungsketten ab. Ketten haben ja viele Glieder, und wenn eines ausfällt, ist sie unterbrochen. Darum brauchen wir Wertschöpfungsnetze. Wenn ein Knotenpunkt in einem Netz zerreißt, kann man ausweichen. Staaten und Unternehmen sollten jetzt also vom Singlesourcing zum Multiplesourcing übergehen.

Passiert das bereits?

Das Bewusstsein ist sicher da. Allerdings muss man immer genau prüfen, ob es sich wirklich auszahlt. Risikostreuung ist aufgrund der Erfahrungen in der Krise für viele Betriebe ein großes Thema. Sie kostet aber mehr, und oft ist sie gar nicht möglich. 

Wieso?

Manche Hidden Champions haben zum Beispiel sehr spezielle Anforderungen und finden überhaupt keinen zweiten Lieferanten, der in der benötigten Qualität liefern kann. Insgesamt wird die Beschaffung digitaler, auch dieser Umstand spricht für Netze. Denn unser System wird komplexer. Deswegen brauchen wir noch mehr Handelsabkommen. Wenn das gelingt, erhalten wir in neuen Netzwerken die Chance, unsere Stärken auszuspielen. Wenn wir uns auf unsere Stärken fokussieren, dann können wir ein innovatives Kompetenzzentrum werden.

Autor/in: Mag. Stephan Strzyzowski

Ersterscheinung: https: //www.die-wirtschaft.at

Steuererhöhungen wären kontraproduktiv

Published on 5. Mai 2020

In Österreich scheint die Corona-Krise aktuell unter Kontrolle zu sein. Viele Geschäfte sind wieder offen, als nächstes kommt etwa die Gastronomie. Wie gut und rasch sich die heimische Wirtschaft erholen wird, hängt aber bei einer Exportnation wie Österreich auch extrem stark davon ab, wie sich die globale Situation gestaltet. Mit welcher Entwicklung rechnen sie in den nächsten Monaten? 

Natürlich müssen wir für dieses Jahr auch bei den Exporten mit einem Rückgang, ja sogar mit einem Einbruch rechnen. Dasselbe gilt auch für den privaten Konsum und für Investitionen. Wie sich die Exporte in den nächsten Monaten jedoch konkret entwickeln werden, hängt von vielen Faktoren ab. Etwa von der Frage, wann und unter welchen Bedingungen die Grenzen wieder geöffnet werden, der Flugverkehr wiederaufgenommen wird und die Wirtschaft in unseren Exportländern wieder anzieht. Leider sind gerade wichtige Exportländer wie die USA aber auch Italien von der Corona-Krise besonders stark betroffen und so lassen sich die globalen wirtschaftlichen Folgen der Krise derzeit noch nicht abschätzen.

Was kann für die Unternehmen getan werden, die stark vom Export abhängen, wenn die Absatzmärkte stark angeschlagen sind?

Das 38 Milliarden Euro schwere Corona-Hilfspaket der Bundesregierung soll natürlich auch den exportorientierten Betrieben zugutekommen. Darüber hinaus arbeiten wir mit Hochdruck an einem Maßnahmenpaket zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Betriebe nach der Krise.

Wie wollen Sie den Produktionsstandort stärken?

Um den Produktionsstandort zu stärken, braucht es als Basis optimale Rahmenbedingungen, denn ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort ist zentral für die Ansiedelung und das Halten von Unternehmen in Österreich. Wir brauchen eine Renaissance der Produktion in Europa. Das bedeutet in der Folge natürlich auch, dass die Arbeitsplätze hier erhalten bleiben. Für wichtige Güter wie Medikamente etc. müssen wir die Abhängigkeit vom Ausland unbedingt reduzieren, wir müssen hier die Produktion rasch wieder nach Europa holen. Die Notwendigkeiten, die wir hier bei wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse haben, thematisieren wir intensiv auf EU-Ebene.

Die Krise hat gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung ist. Wird der Ausbau jetzt entsprechend forciert? 

Die aktuelle Situation hat für uns alle den Mehrwert der Digitalisierung augenscheinlich gemacht. Digitalisierung ist ein riesiger Hebel, den wir unbedingt nutzen müssen. Wir können als unmittelbare Folge von Corona eine signifikante Steigerung der Nutzung digitaler Angebote verzeichnen. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass Österreichs KMU auf ihrem Weg zu E-Commerce weiter unterstützt werden müssen. Das heißt, wir müssen mit Nachdruck dranbleiben. Dafür haben wir den online-Marktplatz auf oesterreich.gv.at in Kooperation mit verschiedenen bereits bestehenden Plattformen ins Leben gerufen haben. Weiters arbeiten wir an einem Maßnahmenplan, der Österreich noch robuster gegenüber Krisensituationen machen und gleichzeitig Wege zu neuem Wachstum und Arbeitsplätzen aufzeigen soll. Gebot der Stunde ist es bestehende digitale Services auszubauen und die Entwicklung neuer Services weiter zu forcieren – Stichwort „Ö-Cloud“. Hier müssen auch die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, damit Innovationen noch einfacher und schneller möglich werden. Auch das schafft nicht zuletzt neue Arbeitsplätze. Unsere oberste Devise ist, dass die Digitalisierung allen nutzt und dass es keine Digitalisierungsverlierer geben soll.

Werden wir Steuererhöhungen im Nachgang der Krise sehen?

Wir müssen nun primär danach trachten, den Wirtschaftsstandort noch attraktiver zu machen und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu stärken – für beides wären Steuererhöhungen kontraproduktiv. Wenn wir es schaffen, das Wirtschaftswachstum wieder ordentlich anzukurbeln und damit so viele Menschen wie möglich wieder rasch in Beschäftigung zu bringen, erhöhen sich automatisch unsere Steuereinnahmen, ohne dass wir die Steuersätze erhöhen müssen – Wachstum ist der beste Beitrag zur Budgetkonsolidierung.

Das Interview führte Mag. Stephan Strzyzowski / Chefredakteur – Die Wirtschaft. Newsletter Anmeldung: www.die-wirtschaft.at/newsletter

Die beiden Bank-Profis mit dem neuen All-Time-Rekord

Published on 22. März 2020

Forderungen verkaufen und damit Wachstum finanzieren, saisonale Umsatzschwankungen ausgleichen und wesentliche Kennzahlen verbessern: Factoring ist jetzt auch in Österreich endgültig „angekommen“. Der Gesamtmarkt für Factoring hierzulande wächst dynamisch und konnte allein in den letzten vier Jahren einen Zuwachs von insgesamt 49% auf 27,2 Mrd. € (Volumen der angekauften Forderungen) verzeichnen. Im letzten Jahr ist der Markt in Österreich um 13 Prozent gestiegen. TOP LEADER sprach mit Andreas Bene und Gerhard Prenner, den beiden Vorständen der Raiffeisen Factor Bank.

Factoring ist in Österreich eine Erfolgsstory – wie sehr ist die Raiffeisen Factor Bank daran beteiligt?

Andreas Bene: Wir haben unseren Wachstumskurs fortgesetzt und konnten den Umsatz dank konsequenter Ausrichtung auf unsere Kunden im Jahr 2019 – gewissermaßen passend zur Jahreszahl – um 19 Prozent steigern. Viele erfolgreiche Unternehmen haben sich im Vorjahr für Factoring entschieden.

Andreas Bene und Gerhard Prenner konnten sich im Jahr 2019 über eine Umsatzsteigerung von 19% freuen.

Gerhard Prenner: In Zahlen: Mit einem neuen Rekord beim angekauften Forderungsvolumen bzw. Umsatz von neun Mrd. Euro konnten wir unseren Marktanteil von 31 auf 33 Prozent verbessern. 2018 lag das angekaufte Forderungsvolumen noch bei rund 7,5 Mrd. Euro.

Worauf führen Sie diese Steigerung zurück?

Bene: Wir haben 2019 die digitale Kundenplattform ‚Smart Factoring‘ erfolgreich eingeführt und mit dieser neuen Oberfläche für Kommerzkunden rund 3,6 Mio. Rechnungen vollautomatisch verarbeitet.

Was kann Smart Factoring?

Prenner: Bei Smart Factoring ist der gesamte Kunde-Bank-Prozess digital end-to-end integriert, was den vollautomatisierten Ankauf von Lieferforderungen ebenso wie die Einlösung von Lieferantenverbindlichkeiten (das heißt Reverse Factoring oder Confirming) ermöglicht. Das macht den Datenaustausch zwischen uns und den Kunden effizient, schnell und kostengünstig.

Bene: Smart Factoring offeriert alle wesentlichen Informationen in Echtzeit auf einen Blick. Damit haben unsere Kunden jederzeit Zugang zu allen Daten wie Auszahlung, Kundenposition, offene Posten oder Debitoren und Kreditoren.

Prenner: Ohne falsche Bescheidenheit: Smart Factoring ist international eines der modernsten Abwicklungs- und Kundensysteme.

Kann Factoring auch beim Export hilfreich sein?

Factoring kann gerade beim Export in neue Märkte hilfreich sein.

Bene: Absolut! Gerade wenn neue Märkte erschlossen werden und die Abnehmer noch nicht lange bekannt sind, bietet sich ein Verkauf der Auslandsforderungen an. Zusätzlich kann sich der heimische Exporteur vor Zahlungsausfällen ausländischer Abnehmer schützen, wenn er mit uns die Übernahme des Delcredererisikos vereinbart.

Prenner: Mit der innovativen Finanzierungsform Export Factoring können vereinbarte Zahlungsziele nicht nur finanziert, sondern auch Zahlungsziele verlängert werden. Der Exporteur verfügt durch den Forderungsverkauf über ausreichend Liquidität und kann gleichzeitig eine ‚Absatzfinanzierung‘ anbieten: Der ausländische Abnehmer verkauft die gelieferte Ware noch innerhalb des verlängerten Zahlungsziels, das der Austro-Exporteur eingeräumt hat.

Wie man von Factoring profitieren kann

  1. Expansionsmöglichkeiten Die Raiffeisen Factor Bank kauft und bevorschusst offene Forderungen, wodurch sich der Kunde umsatzkonform finanzieren kann. Vereinbarte Zahlungsziele von mehreren Monaten verkürzen sich durch Factoring auf wenige Stunden, und die Finanzierung passt sich dem saisonalen Umsatzverlauf an. Mit den durch Factoring erhaltenen flüssigen Mitteln kann weiter expandiert werden, und das Unternehmen kann sich auf das Kundengeschäft und damit auf seine Kernkompetenzen konzentrieren.
  2. Sicherheit, Kennzahlen, Export Mit Factoring kann man sich auch gegen Zahlungsausfälle absichern. Bei einem Insolvenzfall leistet die Raiffeisen Factor Bank für den Schadensfall bis zur vereinbarten Limithöhe. Auch beim Rating steht Factoring für einen positiven Beitrag: Der Verkauf der Forderungen kann eine Bilanzverkürzung bewirken und damit zur Verbesserung wichtiger Kennzahlen wie der Eigenkapitalquote führen.