Schlagwort: Digitalisierung

Logistik neu gedacht

Published on 3. November 2020

Die weiter anhaltende Nachfrage an individuellen Lösungen im Online-Handel bestätigt die konsequente Weiterentwicklung der Stranzinger Gruppe. Digitalisierung und Ökologisierung sind in der heutigen Zeit maßgebliche Innovationstreiber, die unsere Lebens- und Verhaltensweisen nachhaltig ändern.

Mit dem Leistungsbereich Fulfillment bietet die Stranzinger Gruppe individuelle Logistiklösungen für die Welt im E-Commerce. Regional oder global werden alle notwendigen Schritte nach der Produktion von A (ab Rampe) bis Z (wie Zustellung) übernommen, bis das reale Paket dem Kunden übergeben wird. Als Logistikexperte werden auch Zusatzleistungen, Retourenabwicklung, Veredelungen und vieles mehr angeboten.

Die Abwicklung aus einer Hand von Supply Chain Management, Marketing und Vertrieb gewährleistet einen erfolgreichen E-Commerce-Auftritt.

SCORE – Scouting the Future of Retail

Mit der Initiative E-Commerce 3.0 wurde in Kooperation mit Global.Web.Shop eine Lösung für mitteleuropäische KMUs geschaffen, ihren Absatz auf den globalen Markt auszubreiten. Dabei wird auf regionale Wertschöpfung und Unabhängigkeit gesetzt. Klein- und Mittelbetriebe werden bei der Marktplatzierung, dem Logistikkonzept sowie bei allen weiteren Rahmenbedingungen unterstützt. Für jedes Produkt werden die passenden Marktplätze in den geeigneten Ländern erarbeitet. Unter rund 15.000 verschiedenen Online-Marktplätzen weltweit wird eine selektive Auswahl getroffen, um gesundes Wachstum zu generieren und regionale Arbeitsplätze zu sichern. Die Abwicklung aus einer Hand von Supply Chain Management, Marketing und Vertrieb gewährleistet einen erfolgreichen E-Commerce Auftritt unabhängig von der Unternehmensgröße.

Um weiterhin die Trends und Entwicklungen im Kontext des Handels der Zukunft zu erkennen, erweitert die Stranzinger Gruppe ihr Partnernetzwerk mit der FH Oberösterreich durch die „SCORE“ Mitgliedschaft – eine Initiative des Netzwerks „logistikum.RETAIL“ als Zusammenschluss von Wirtschaft und Wissenschaft, um Trends und Entwicklungen im Kontext des Handels der Zukunft zu erkennen.

Eine Trend-Analyse dient als Ausgangsbasis für eine unternehmensinterne Use-Case-Definition. Die Mission ist, Unsicherheiten zu reduzieren und zielgerichtet den Handel der Zukunft und seine Implikationen greifbarer und transparenter zu machen. „Wir sind der Outsourcing Partner für alle Unternehmen mit Logistikbedarf; vorausschauend agieren und die Zukunft selbst gestalten, sichert uns einen wesentlichen Wettbewerbsvorsprung“, erklärt Managing Director Dominik Stranzinger. Der exponentiell steigende Onlinehandel, verbunden mit ständig wechselnden Wirtschaftslagen, führte die Stranzinger Gruppe vor drei Jahren zum Thema Fulfillment. Stranzinger: „Wir sind stolz auf unsere Partnerschaften mit der FH OÖ, Fraunhofer Austria und dem Handelsverband Österreich als Unterstützer und Projektbegleiter, die einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung leisten.“

Der Handel und die Disziplin Logistik sind aktuell zunehmend gefordert, sich neuen Herausforderungen zu stellen: Digitale Transformation, geänderte Customer Journey sowie neue Technologien fordern ein teils radikales Um- und Neudenken. Neue Beziehungen zwischen Handel, Kunden und Dienstleister entstehen. Durch SCORE, mit seinem aktiven Corporate Foresight und Trendmonitoring Ansatz, sind die Unternehmenspartner gerüstet, um auf aktuelle Entwicklungen proaktiv zu reagieren.

Dr. Sandra Stein, Fraunhofer Austria.

Physical Internet through Cooperative Austrian Logistics

Das Leitprojekt „PhysICAL“ mit Fraunhofer Austria als Konsortialführer und insgesamt 17 Projektpartnern verfolgt ein Ziel: „Gemeinsam gegen den Klimawandel!“ Forschung und Entwicklung in den Bereichen kooperative Logistik und Physical Internet können einige Herausforderungen im Gütertransport minimieren. Dies bringt nicht nur der Transportwirtschaft einen ökonomischen Vorteil, sondern auch der Gesellschaft einen sozioökonomischen Nutzen.

In den nächsten vier Jahren arbeiten die Projektpartner aus Transportwirtschaft und Logistik an Verkehrsverlagerung und Emissionsminderung und können auf diese Weise den Energieverbrauch um mindestens ein Drittel reduzieren. Die Stranzinger Gruppe ist in „PhysICAL“ mit dem eigenen Use Case „Supply Chain 3.0“ vertreten, der eine der wesentlichen Säulen des Forschungsprojektes darstellt. Lagerung, Transporte und IT-Lösungen für produzierende KMUs sollen gemeinsam abgewickelt und der E-Commerce dadurch höchst effizient gestaltet werden. Damit verspricht man sich eine Effizienzsteigerung in der gesamten Logistikkette um bis zu 30 Prozent.

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Magenta-Chef Andreas Bierwirth erwartet Digitalisierungsschub

Published on 2. November 2020

Magenta Telekom-CEO Andreas Bierwirth erwartet für die Wirtschaft in Österreich einen massiven Digitalisierungsschub nach Corona. Auch wenn die Telekommunikation vielleicht zu den Profiteuren zählt, sind von der Pandemie alle betroffen. Da braucht es Verantwortung und Mut, die richtigen Schritte zu gehen. Voraussetzung sind totales Commitment zum Team und das gemeinsame Verständnis einer Vision der Zukunft.

„Im Spitzensport arbeitet man mit Stäben, Psychologen und Taktikern. Das sollte im Management nicht anders sein. Wir wollen ja Spitzenleistungen erbringen.“ Über die Rolle einer Ländergesellschaft in einem internationalen Konzern: „Da darf man nicht auf die Chance der Zukunft warten, dass irgendwer von oben sagt, du musst aber das und das machen, sondern wir sollten mehr Ideen haben als umsetzbar sind und dann schauen, wie weit wir kommen.“

„Das Rebranding war ein absolut logischer Schritt“, erklärt Andreas Bierwirth.

Markenwechsel notwendig

Den Kauf des Kabel-TV-Anbieters UPC 2015 nennt Bierwirth einen Glücksfall. Dieser wäre sechs Monate später aufgrund von US-Aktivitäten des Konzerns gar nicht mehr möglich gewesen. Der Umstieg von T-Mobile auf Magenta im Vorjahr war „pure Notwendigkeit“: „Wir haben für das Wachstum der Firma einen eigenen Markt geschaffen, dadurch konnten wir uns eine Spur weit von den dynamischen Entwicklungen auf dem Mobilfunkmarkt entkoppeln. Außerdem wäre die Verbreiterung mit der Marke T-Mobile nicht zu bewältigen gewesen. Sie steht ja nicht für Fernsehen oder Breitband.“

Bierwirth: „Das Rebranding war ein absolut logischer Schritt. Das Einmalinvestment in die Marke, die jetzt schon viel bunter und vielfältiger wahrgenommen wird als T-Mobile jemals wahrgenommen wurde, war eine wichtige Operation – aber nicht die einzige. Wir haben auch die Zweitmarke Telering aus dem Markt herausgenommen und zu Magenta migriert. Gerade für die Telering-Kunden war es deutlich einfacher, eine Marke Magenta zu akzeptieren als in die Parallelmarke T-Mobile reinzugehen.“

Was vielleicht nicht so gut funktioniert hat dabei, waren die Prozesse im Detail. „Das haben wir unterschätzt. Wir sind durch die Übernahme von UPC ein technologischeres Unternehmen geworden.“ Die Art und Weise sowie Geschwindigkeit der Transformation in eine völlig neue Firma hätten ihn selbst überrascht. Und das nicht nur im Team, sondern auch innerhalb der Geschäftsführung. „Es ist nur noch eine Kollegin von T-Mobile dabei, alle anderen sind neu. Da gibt es andere Bedürfnisse, eine andere Generation. Ich bin plötzlich der Älteste, das macht auch etwas mit uns.“

„Im Rahmen des fünfjährigen Mergerplans hätten wir jedes Jahr Kostensynergien“, sagt Magenta Telekom-CEO Andreas Bierwirth.

Covid-19 und die Folgen

Hinsichtlich der Corona-Folgen meint Bierwirth, dass die Telekomwirtschaft zwar nicht zu den Verlierern zählt, aber ebenso schwer darunter leidet. Durch den Wegfall von Geschäftsreisen und Tourismus etwa haben sich auch die Roamingumsätze quasi über Nacht pulverisiert, das hat Auswirkungen auf die Ergebnisse. Umgekehrt fordert der Kapitalmarkt durch die zunehmende Digitalisierung, dem Trend zu Home-Office und Video-Conferencing steigende, zumindest aber stabile Gewinne. „Das heißt, wir müssen das, was wir durch Roaming verloren haben, aus uns selber wieder rausschnitzen, durch Kurzarbeit und Kostensenkungsprograme, um durch die nächsten 12 bis 24 Monate zu kommen.“

Hinzu kommt, dass sich das Thema Kostensenkung bei Magenta durch die noch laufende Integration von UPC potenziert. „Im Rahmen des fünfjährigen Mergerplans hätten wir jedes Jahr Kostensynergien“, sagt Bierwirth. „Jetzt müssen wir zusätzlich Kosten senken aufgrund der Corona-Situation. Das macht es für viele Mitarbeiter unverständlich. Wir sind ja stabil, bauen aber trotzdem Mitarbeiter ab. Das hat aber nichts mit Corona zu tun, sondern ist eine Folge des Mergers. Gleichzeitig müssen wir noch Kurzarbeit und andere Einsparungen machen, um den negativen Corona-Effekt wegzuarbeiten.“

Nicht zu vergessen: „Das Wichtigste ist natürlich, dass unsere Kunden im Businessbereich auch noch unsere Kunden bleiben, und nicht sozusagen die Krise zwar uns nicht betrifft, aber wir am Ende keine Kunden mehr haben, weil im Frühjahr die große Insolvenzwelle rollt. Das betrachten wir mit Sorge.“

Bierwirth zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Was uns sehr gutgetan hat, ist, dass die Systemrelevanz der Telkos für das Land klarer wurde. Wir sind ja ein sehr stark regulierter Bereich – siehe Telekommunikationsgesetz, Konsumentenschutz, Auktionen. Hier wird man uns künftig mit sehr viel mehr Augenmaß regulieren. Die Firmen müssen ja weiterhin fähig bleiben, in die Infrastruktur zu investieren.“

Digitale Gebäude im Fokus

Published on 31. Oktober 2020

Die Preise des zweiten Digitalimpuls Awards von Drei Österreich wurden kürzlich verliehen. Österreichische Unternehmen aller Branchen waren dazu aufgerufen, Projekte in Zusammenhang mit digitaler Transformation und Innovation einzureichen.

Das große Interesse überstieg die Anzahl der Einreichungen des Vorjahres und übertraf sämtliche Erwartungen. Mehr als 150 Einreichungen wurden von einer namhaften Jury (Digitalisierungsministerin Margarethe Schramböck, Vorstand des Instituts für KMU-Management (WU Wien) Dietmar Rößl, Teamleiter Information & Communication Technologies der FFG Thomas Zergoi, Drei CEO Jan Trionow sowie Herwig Langanger, Vorsitzender der Geschäftsführung „Die Presse“) in einem zweistufigen Verfahren selektioniert. Die einreichenden Unternehmen wurden in die beiden Kategorien „Innovation“ und „Transformation“ eingeordnet.

1. Platz Innovation: LineMetrics

Das 2012 gegründete Unternehmen LineMetrics aus Haag (Niederösterreich) entwickelt in seinen Büros in Wien und Berlin Lösungen in den Bereichen Monitoring, IoT (Internet of Things) und AI (Artificial Intelligence). Mit einer einfachen, massentauglichen und rasch einsetzbaren Lösung zur Effizienzsteigerung bestehender Gebäude überzeugte LineMetrics die Jury. Über Funksensoren und die Analyse von Daten via AI werden Optimierungspotenziale rasch sichtbar. Zu „Simplify it“ gehört auch eine mobile App für Mitarbeiter vor Ort, mit der das vernetzte Objekt mit seinem digitalen Zwilling verknüpft ist.

Der zweite Platz in der Kategorie Innovation ging an das Grazer Bioinformatik-Unternehmen Innophore für das Human Cavitom Project zur Identifizierung von Wirkstoffen zur Behandlung neuartiger Krankheiten. Den dritten Platz erhielt das Unternehmen MyPrivacy für eine Lösung zur sicheren Speicherung sensibler Unternehmensdaten.

1. Platz Transformation: Palfinger Structural Inspection

Das Unternehmen ist ein Joint Venture zwischen VCE Vienna Consulting Engineers, der Angst Group (Vermessung und Photogrammetrie) sowie der Palfinger AG, die als international führender Hersteller von Lifting Solutions über eine Palette an Brückeninspektionsgeräten verfügt. Die ausgezeichnete Lösung „Structinspect“ ist durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ein Paradebeispiel für Transformation im digitalen Zeitalter.

Der zweite Platz in der Kategorie Transformation ging an Emporia Telecom für die „Mach dein Smartphone einfach“-App, mit der das Linzer Unternehmen digitale Anwendungen wie die Lösung von Parkscheinen oder den Kauf von Zugtickets auch für Senioren zugänglich macht. Den dritten Platz erhielt die Erste Group Bank für eine innovative Blockchain-Lösung für rasche Transaktionen. (pj)

Drei CEO Jan Trionow mit Peter Furtner und Albrecht Karlusch (Palfinger Structural Inspection).

Österreich für die UN SDGs:

Acht digitale Projekte qualifizieren sich für die Internationale Auszeichnung WSA

Eine 15-köpfige Expertenjury hat die acht besten digitalen Projekte 2020 aus Österreich gekürt: Eine mobile App, die Covid-19 Testresultate (LABUNIQ) übermittelt und die Wartezeit auf die schriftlichen Testresultate umgeht, eine integrative Mobilitätsanwendung für Pendler (Fluidtime) oder das Plaudernetz der Caritas gegen Vereinsamung älterer Menschen- die Gewinner des WSA Austria zeichnen sich durch smarte Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen aus.

Schubu digitalisiert Schulbücher, während Bee-O-Meter mit digitalen Bienenstöcken ein EU-weites Monitoring von Umweltfaktoren ermöglicht. Als Tourismusland profitiert Österreich gerade von Lösungen wie „Die Vergangenheit ist jetzt“, einer Augmented Reality Tour durch Wien, und von ARCHES, einem großangelegten partizipativen Projekt für digitale Lösungen für die Barrierefreiheit von Kulturstätten. Uptraded wiederum ermöglicht es, Kleidung einfach mit anderen Usern zu tauschen, anstatt sie wegzuwerfen.

WSA als perfekte Plattform

Digitale Anwendungen, die sich nicht nur am möglichen Profit messen, sondern vor allem daran, konkrete Lösungen für die Gesellschaft zu bieten: Die renommierte Auszeichnung des in allen UN Mitgliedsstaaten durchgeführten WSA erhalten nur jene, die ICT nutzen, um einen aktiven Beitrag zu den UN SDGs zu leisten. Seit der Gründung 2003 wurden 700 Anwendungen weltweit ausgezeichnet, 26 davon aus Österreich.

Die Begrenzung des Marktes macht es für österreichische Unternehmer unumgänglich, auch auf Internationalisierung Wert zu legen – WSA bietet die perfekte Plattform, um Produkte einer weltweiten Jury und Community von 182 Staaten zu präsentieren. Daher gibt es seit 2017 mit dem WSA Austria eine eigene nationale Vorauswahl. Lisa Fassl, Matthias Haas und Christian Rupp sind die Nationalen Experten Österreichs für den WSA: „Dass Österreich auf der Liste der Länder mit den meisten gewonnenen World Summit Awards den ersten Platz belegt, ist jedes Jahr eine steile Vorlage für die WSA Austria Vorentscheidung, wer im internationalen Wettbewerb für Österreich an den Start geht!“

In den vergangenen Jahren wurden die österreichischen WSA Nominierungen aus Preisträgern lokaler Wettbewerbe wie Constantinus Award, oder dem Staatspreis für Multimedia und e-Business ausgewählt. In Vorbereitung auf den World Summit Award Kongress in Wien und um die inhaltlichen Alleinstellungsmerkmale des WSAs hervorzukehren, veranstaltete der WSA 2017 erstmals einen österreichischen Vorentscheid, der in allen Bundesländern ausgeschrieben wurde. Mittlerweile wird der WSA Austria unabhängig durch ein lokales Experten-Komitee durchgeführt. (pj)

Die Gewinner des WSA Austria 2020

  • Government & Citizenship: Plaudernetz
  • Health & Well-Being: LABUNIQ – Schnelle Covid-19 Befunde mit digitaler App
  • Smart Settlements & Urbanization: Fluidtime
  • Culture & Tourism: Augmented Reality Tour Die Vergangenheit ist jetzt
  • Learning & Education: Schubu
  • Environment & Green Energy: Bee-O-Meter
  • Business & Commerce: Uptraded
  • Inclusion & Empowerment: ARCHES

Echte Vorbilder: Entrepreneur und Forscher des Jahres

Published on 20. Oktober 2020

Optimismus dominierte die Vergabe des HERMES.Wirtschafts.Preis des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, der Leitbetriebe Austria und der Tageszeitung „Kurier“ in der Hofburg. Die wichtigste Ehrung des Galaabends, der Titel „Entrepreneur des Jahres“, ging in diesem Jahr an Hannes Bardach, Mehrheitseigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender der Frequentis AG, des Weltmarktführers bei Sprachkommunikationssystemen im Flugverkehr. „Hannes Bardach ist einer der Pioniere der Digitalisierung in Österreich“, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in ihrer Laudatio per Videobotschaft. „Er hat es wie kaum jemand anderer geschafft, kühne technische Visionen zu entwickeln, viele andere Menschen dafür zu begeistern und sie dann konsequent in die Realität umzusetzen. Ohne ihn wäre Österreich ärmer an Ideen und ärmer an technischer Kompetenz, er ist ein Mensch und Unternehmer, auf den Österreich stolz sein kann.“

Auch Leitbetriebe Austria-Geschäftsführerin Monica Rintersbacher versprühte Optimismus: „Wenn nichts mehr so ist wie früher, genau dann ist der richtige Zeitpunkt, um einen Schritt weiter zu gehen. Viele österreichische Unternehmen, allen voran diejenigen, die wir heute hier auszeichnen, tun genau das. Trotz aller aktuellen Probleme spürt man immer stärker so etwas wie Aufbruchstimmung. Auch die enorme Resonanz auf die Leitbetriebe-Ideeninitiative „Made in Austria neu denken“ zeigt den Willen und die Fähigkeit, Wertschöpfung nach Österreich zurückzuholen und wieder neue, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen.“

Österreichischer Pionier der Digitalisierung

Eine zentrale Botschaft des HERMES-Wirtschafts.Preis wurde auch mit dem erstmals gewählten Dresscode „Tracht“ unterstrichen: Die Stärkung des Standorts durch Regionalisierung, die Wertschöpfung nach Österreich zurückholt, hochwertige Arbeitsplätze auch außerhalb der Ballungszentren sichert, globale Lieferketten verkürzt und so auch die Versorgungssicherheit entscheidend verbessert. „Die rasant fortschreitende Digitalisierung treibt einerseits die für eine Exportnation unverzichtbare, globale wirtschaftliche Kooperation voran, andererseits ermöglicht sie es, die Regionen durch Homeoffice, Remote Working, Zusammenarbeit in geographisch breit diversifizierten Teams zu stärken“, so Rintersbacher.

Auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck betonte die Chancen der Digitalisierung für unseren Wirtschaftsstandort: „Die Corona-Krise hat uns in das digitale Zeitalter gebeamt. Viele Unternehmen haben aus der Not eine Tugend gemacht und auch in der Krise Chancen gesehen. Die Investitionsprämie wird sehr gut angenommen und österreichische Unternehmen nutzen diese, um gerade jetzt in ihre Zukunft zu investieren. Davon fließt ein wesentlicher Teil in die digitale Transformation der Unternehmen, damit diese auch auf künftige Herausforderungen bestmöglich vorbereitet sind.“

Die HERMES-Preisträger 2020:

Dienstleistung: XING E-Recruiting GmbH, Kristina Knezevic, Country Manager Austria XING und XING E-Recruiting & Jutta Perfal-Strilka, Geschäftsführerin XING E-Recruiting Wien

Familien: GrECo International AG, Friedrich Neubrand, CEO in der Holding und Vorstand der GrECo Gruppe

Frauen: MediaShop GmbH, Katharina Schneider, Geschäftsführerin

Handel: Fussl Modestraße, Ernst Mayr, Geschäftsführer

Industrie: Rosenbauer International AG, Daniel Tomaschko, CTO

International: Single Use Support GmbH, Johannes Kirchmair & Thomas Wurm = Gründer und Geschäftsführer

„Entrepreneur des Jahres“ : Hannes Bardach, Eigentümer und Vorsitzender des Aufsichtsrats, Frequentis AG

Der HERMES.Wirtschafts.Preis ist der jährlich vergebene Preis für herausragende Unternehmen und Unternehmer in Österreich und wird in den Kategorien Dienstleistungs-, Familien-, Handels-, Industrie- und von Frauen geführte Unternehmen sowie International vergeben. Als Sonderpreis wird der „Entrepreneur des Jahres“ verliehen, der eine herausragende Persönlichkeit, welche die österreichische Wirtschaft maßgeblich geprägt hat, auszeichnet. Sinn und Zweck des Preises ist es, Erfolge heimischer Unternehmen sichtbar zu machen und den Standort Österreich zu stärken.

TU Graz und MacroArray Diagnostics gewinnen Houskapreis 2020

Mit einer Dotierung von 500.000 Euro ist der Houskapreis der größte private Preis für anwendungsnahe Forschung. Damit zeichnet die B&C Privatstiftung jedes Jahr herausragende wirtschaftsnahe Forschungsleistungen in Österreich aus. Aus insgesamt 60 Einreichungen wurden die Gewinnerprojekte in einem zweistufigen Verfahren von hochkarätigen Fachexperten ermittelt. In der Kategorie „Hochschulforschung“ gewinnt die Technische Universität Graz mit der Entwicklung einer neuartigen 3D-Nanodruck-Technologie. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ erhält das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics den österreichischen Forschungs-Oskar für seinen einzigartigen Allergietest „Allergy Explorer“.

Aus den fünf nominierten Einreichungen in der Kategorie „Hochschulforschung“ holte Harald Plank vom Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik der Technischen Universität Graz mit dem Projekt „3D-Nano-Printing“ den Hauptpreis mit einem Preisgeld von 150.000 Euro. Plank und sein Team entwickelten eine neuartige 3D-Nanodruck-Technologie, die sogenannte FEBID-Technologie (Focused Electron Beam Induced Deposition), zur Fertigung von komplexen, dreidimensionalen Objekten im Nanobereich. Diese neue Methode wird bereits in Rasterkraftmikroskopen von Industriepartnern eingesetzt und soll neue Anwendungsbereiche erschließen, die mit herkömmlichen 3D-Druckverfahren bisher nicht möglich waren. Projektleiter Harald Plank: „Ausgangssituation dieser Entwicklung war eine ‚schräge‘ Idee, die bei einem Kaffee entstanden ist. Dass diese Vision nach sechs Jahren zu einer industriell relevanten Technologie und schließlich zu einer solchen Auszeichnung führt, erfüllt mich mit großem Stolz.“

In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ waren ebenfalls fünf Projekte nominiert. Hier konnte das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics GmbH mit seinem Forschungsprojekt „Allergy Explorer – der Schlüssel zur Allergiediagnose“ die Fachbeiräte sowie die Jury überzeugen und das Preisgeld von 150.000 Euro gewinnen. Christian Harwanegg, Gründer und CEO von MacroArray Diagnostics: „Mit unserem zeit- und kosteneffizienten Allergietest möchten wir die großen Konzerne auch aufrütteln und vor allem für die Allergie-Patienten eine Erleichterung bei den Testungen schaffen.“ Harwanegg und sein Team haben den Allergietest „Allergy Explorer“ – kurz ALEX genannt – entwickelt, der annähernd 100 Prozent aller global relevanten Allergene in einem einzigen Schritt bestimmen kann und somit mehrere Einzeltests ersetzt. Da für den Test nur ein Tropfen Blut notwendig ist, eignet sich diese wenig invasive Methode auch sehr gut für Kleinkinder.

Den zweiten Platz des Houskapreises 2020 mit einem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro gewann Megan J. Cordill vom Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaft (ESI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Leoben, Steiermark, in der Kategorie „Hochschulforschung“ mit dem Projekt „Unzerbrechliche, flexible Elektronik“. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ konnte das Klagenfurter Unternehmen Bitmovin mit dem Projekt „PROMETHEUS – die Videostreaming-Infrastruktur der Zukunft“ den zweiten Platz für sich entscheiden.

Der Publikumspreis mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 20.000 Euro wurde heuer erstmals mittels Online-Votings von der Öffentlichkeit entschieden. In der Kategorie „Hochschulforschung“ überzeugte Projektleiter Peter Ertl vom Institut für Angewandte Synthesechemie an der Technischen Universität Wien mit dem Projekt „Parkinson-on-a-Chip: Erfassung neurodegenerativer Prozesse in einem Mittelhirn-on-a- Chip-Modell“, in der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ das Unternehmen UrbanGold GmbH aus Leoben mit dem Projekt „Effizientes und umweltverträgliches E-Schrott-Recycling“. Keines der insgesamt zehn nominierten Projektteams ging an diesem Abend leer aus, denn auch die übrigen Nominierten erhalten für ihre Forschungsarbeit ein Preisgeld von je 10.000 Euro.

Es wird (wieder) ordentlich investiert!

Published on 20. Oktober 2020

Bis 2022 investiert die Admonter Holzindustrie AG nicht weniger als 25,5 Millionen Euro – rund 19 Millionen davon in Anlagen und Maschinen, 1,5 Millionen in den technologischen Fortschritt und in die Digitalisierung. Weitere fünf Millionen Euro sind diverse Investitionen in unterschiedlichste Bereiche wie zum Beispiel Forschung & Entwicklung. „Durch diese Investitionen werden, und das ist für uns sehr wichtig, die bestehenden Arbeitsplätze nicht nur abgesichert, sondern unser Vertrieb wird in die Lage versetzt, neue Märkte zu erschließen“, erklärt Vorstand Gerhard Eckhart. Solche Investitionen in Maschinen und Technologien bedeuten einen erheblichen Leistungssprung der Systeme und Prozesse. Die daraus entstehenden Vorteile hinsichtlich Produktivität, Präzision, Flexibilität & Lieferzeit können so einem noch größeren Kundenkreis nähergebracht werden. „Wir sind stolz darauf, gerade in Zeiten wie diesen solche Investitionen tätigen zu können und mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Wir setzen damit ein klares Signal auf Wachstum und Bekenntnis zum Standort“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Pichler.

Um die hohe Qualität der Produkte und das Knowhow zu sichern, werden die Produkte der Admonter Holzindustrie AG ausschließlich in Admont produziert und veredelt. Derzeit werden 55.000 m³ Holz zu Naturholzprodukten in Form von 2- und 3-Schicht Parkett, 3-Schicht Platten, Türen, Treppenlösungen und Akustikelementen verarbeitet. Das entspricht einer Jahresmenge von umgerechnet 1,7 Millionen m². Die Hauptmärkte sind der DACHI-Raum, ebenso werden die hochwertigen Produkte auch in Überseemärkte wie Australien, China und in die USA exportiert.

Alles aus einer Hand

Um dies auch weiterhin gewährleisten zu können, setzt das Tochterunternehmen des Benediktinerstiftes Admont mit knapp 300 Mitarbeitern auf junge motivierte Arbeitskräfte. „Die Entwicklung junger Menschen ist uns in unseren Betrieben sehr wichtig“, bekräftigt Eckhart. Demzufolge ist die Admonter Holzindustrie AG ein staatlich qualifizierter Lehrbetrieb mit insgesamt acht Lehrberufen und derzeit 20 aktiven Lehrlingen.

Um weltweit rund um die Uhr eine Produktpräsentation gewährleisten zu können, setzt man bei Admonter stark auf digitale Medien und online Tools. Vor allem durch die Covid-19 Pandemie wurde deutlich, wie wichtig Digitalisierung und moderne Verkaufskonzepte sind. So kann man stolz behaupten, in diesem Bereich Vorreiter zu sein und Kunden davon stets zu überzeugen. Die Nominierung des online Tools VRroomz zum OÖ Werbepreis CAESAR 2020 zeigt, dass diese technische, innovative Lösung als funktionierende Verkaufsunterstützung wahrgenommen wird. Wichtig ist auch die Verknüpfung zwischen online und den stationären Admonter Schauräumen. Kunden wollen die Produkte auch in echt „erleben“; so ist Holz als Material ideal geeignet, um die Sinne zu wecken und so die Vorteile von Echtholz entdecken zu können. Die Admonter Holzindustrie ist Komplettanbieter von Premiumprodukten in Echtholz für die Innenraumgestaltung. Dieser USP zeichnet die Firma aus und ist gerade deswegen bei Architekten sehr beliebt, da sie bei Admonter „alles aus einer Hand“ bekommen. Um dieses Leistungsangebot stets attraktiv zu gestalten braucht es Innovationen, wofür eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung zuständig ist. Mit den innovativen Produkten wurde die Admonter Holzindustrie auch schon zweimal mit dem „Reddot Design Award“ ausgezeichnet.

„Unser neuer Standort bietet alle Möglichkeiten, um uns in Sachen Internationalisierung und Innovation nachhaltig weiterentwickeln zu können“, sagt Neuroth-CEO Lukas Schinko.

Hörakustiker Neuroth eröffnete neuen europaweiten Produktionsstandort

Trotz der Corona-Krise hat auch die Neuroth-Gruppe einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gesetzt: Österreichs führender Hörakustiker Neuroth hat kürzlich in Lebring (Südsteiermark) seinen neuen gruppenweiten Produktionsstandort offiziell eröffnet – und damit einen weiteren Meilenstein in der über 110-jährigen Unternehmensgeschichte gesetzt. Rund 190 Mitarbeiter sind vom langjährigen Sitz in Schwarzau nach Lebring übersiedelt. „Unser neuer Standort bietet alle Möglichkeiten, um uns in Sachen Internationalisierung und Innovation nachhaltig weiterentwickeln zu können“, sagt Neuroth-CEO Lukas Schinko, der das Traditionsunternehmen in vierter Generation leitet. „Damit unsere Wirtschaft wieder in Schwung kommt, ist gerade jetzt eine Investition in den heimischen Standort wichtiger denn je“, bestätigt Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer.

Auf rund 3.700 m² werden im neuen Supply Center individuelle Hörgeräte und Gehörschutz-Lösungen gefertigt. Es ist eines der größten Hörakustik-Labore Europas und eine „weitere Aufwertung für uns als Wirtschaftsstandort“, wie Bürgermeister Franz Labugger betont. „Wir wollten nicht nur eine helle, moderne Arbeitsatmosphäre schaffen, sondern auch die wichtigsten Kompetenzen unter einem Dach bündeln – davon werden auch unsere Kunden profitieren“, meint Schinko. Neben der gruppenweiten Produktion, Werkstatt und Logistik sind daher in Lebring auch weitere Unternehmensbereiche angesiedelt – etwa die Landesorganisation Österreich, die Medizintechnik-Sparte und der B2B-Gehörschutz-Bereich. Auch ein eigenes Fachinstitut soll im nächsten Jahr eröffnen – die hauseigene Neuroth-Academy wird künftig ebenfalls hier angesiedelt sein. Das europaweite Headquarter der Neuroth-Gruppe bleibt weiterhin in Graz.

Nur rund ein Jahr sind von der Entscheidung über den Standortwechsel bis heute vergangen. Das bisherige Investitionsvolumen in die umfangreichen Umbauarbeiten des Gebäudes, das bis 2018 Hauptsitz der Firma Isovoltaic war, betrug rund drei Millionen Euro. Weitere Investitionen werden folgen – unter anderem in die Neugestaltung der „Erlebniswelt Wirtschaft“, im Zuge dessen die Türen für Besucher geöffnet werden sollen. „Ein Hörgerät ist mittlerweile zum praktischen Allround-Kommunikationsmittel geworden, das man drahtlos mit dem Smartphone und Fernseher verbinden kann“, erklärt Schinko. „Aber nach wie vor wird eine Hörminderung leider häufig verdrängt oder stigmatisiert.“

Die Kernkompetenz von Neuroth liegt in der individuellen Anpassung von Hörlösungen an die Bedürfnisse der Kunden. Mittels modernen 3D-Druckern und feinster Handarbeit werden in Lebring sogenannte Otoplastiken (Ohrpassstücke) produziert und mit der nötigen Technik bestückt. Mit dem Umzug nach Lebring bleiben wichtige Arbeitsplätze im Bezirk Leibnitz erhalten. Weitere sollen schon bald neu geschaffen werden: Denn am bisherigen Standort in Schwarzau entsteht eine Pflegeinrichtung für Senioren. Mit dem bekannten österreichischen Pflege- und Gesundheitsdienstleister SeneCura wurde ein sehr erfahrener und langfristiger Betreiber gefunden.

Die Bauarbeiten für die Errichtung der Recyclingaufbereitungsfläche sind bereits angelaufen.

Held & Francke investiert 20 Millionen

Die zur Habau Group gehörende Held & Francke Baugesellschaft m.b.H mit Hauptsitz in Linz errichtet auf einer Fläche von ca. 45.000 m² einen neuen Standort in Hinzenbach (Oberösterreich). „Mit diesem Projekt investieren wir innerhalb der nächsten drei Jahre 20 Millionen Euro und schaffen so über 40 neue Arbeitsplätze in der Region Eferding“, erläutert Harald Krammer, technischer Geschäftsführer des Unternehmens. Auch für die Habau Group insgesamt handelt es sich um eine wichtige strategische Investition, wie deren CEO Hubert Wetschnig festhält: „Von der Erweiterung des Standortes in Hinzenbach mitsamt eigener Asphaltmischanlage profitieren sowohl Held & Francke als auch die gesamte Unternehmensgruppe. Dadurch gewinnen wir wieder ein Stück mehr Unabhängigkeit und vergrößern unsere Wertschöpfungskette.“

Die Bauarbeiten für die Errichtung der Recyclingaufbereitungsfläche sind bereits angelaufen. Dort wird Held & Francke mit Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit in Zukunft Abbruchmaterialien wie Asphalt, Altbeton und Ziegel aufbereiten. „Ein vernünftiger Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Firmenphilosophie“, so Johann Knöll, ebenfalls technischer Geschäftsführer. „Mit den entstehenden Recyclinganlagen, die Baustoffe in Top-Qualität herstellen, können wir unsere nachhaltige Arbeitsweise weiter verbessern.“

Das Herzstück dieser Recyclingsaufbereitungsfläche ist eine hochmoderne Asphaltmischanlage. „Sie wird den höchsten ökologischen Standards gerecht, indem sie behandelte Altasphalte so aufbereitet, dass sie einer neuen umweltfreundlichen Verwendung zugeführt werden können“, sagt Josef Zauner, kaufmännischer Geschäftsführer. Geplant ist auch die Errichtung eines Bürogebäudes, in dem neben Arbeitsplätzen auch Schulungs- und Seminarräume mit modernster Ausstattung entstehen.

Sei willkommen, Künstliche Intelligenz!

Published on 19. Oktober 2020

Frau und Herr Österreicher sind davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz (KI) ihr Leben durch neue Angebote und Services verbessern wird und dass KI-Anwendungen einer der Erfolgsfaktoren für Unternehmen sind. KI ist in den Köpfen der Verbraucher angekommen, sie verknüpfen mit der Technologie einen Gewinn an Bequemlichkeit und eine passgenauere Unterstützung.

Wie „wir“ auf das Thema KI schauen: Dieser Frage ist der IT-Dienstleister adesso in einer neuen Studie nachgegangen. 80 Prozent der Verantwortlichen in Unternehmen sind davon überzeugt, dass KI Anwendungen einer der Erfolgsfaktoren sind.

Die Mehrheit der Österreicher – nämlich 55 Prozent – versprechen sich sogar persönliche Vorteile vom Einsatz der Technologie KI. 82 Prozent gehen davon aus, dass Roboter in Zukunft lästige Aufgaben übernehmen und ihnen das Leben erleichtern. Auch wenn 70 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass KI-gestützte Anwendungen viele Berufsbilder überflüssig machen werden – Angst um den eigenen Job haben lediglich 12 Prozent. „Künstliche Intelligenz ist in den Köpfen der Verbraucher angekommen, sie verknüpfen mit der Technologie einen Gewinn an Bequemlichkeit und eine passgenauere Unterstützung“, erklärt Reto Pazderka, Geschäftsführer bei adesso Austria. „Die positiven Aspekte von KI-Technologien überwiegen sowohl bei Unternehmern als auch bei Verbrauchern. Eine grundlegende Neugier ist zu erkennen – darauf können die Verantwortlichen in den Unternehmen bauen.“

Chatbots und konkrete Einsatzszenarien

Chatbots sind für viele Unternehmen eines der ersten konkreten Einsatzszenarien für KI. Die dialogbasierten Systeme werden häufig in externen Serviceprozessen eingesetzt. Die große Mehrheit der Kunden kann sich vorstellen, mit einem Chatbot zu kommunizieren. Ein durchaus überraschendes Ergebnis: Die Verbraucher, die bereits Chatbot-Erfahrung haben, bewerten den Dialog durchaus positiv – 59 Prozent mit „gut“ oder besser.

Und wie sieht es im eigenen Alltag aus und in welchen Bereichen würden Verbraucher Chatbots nutzen? Einen Termin bei Behörden über eine Chatbot-Anwendung zu vereinbaren, können sich aktuell zwei Drittel der Verbraucher (69 Prozent) vorstellen, an der Beratung beim Online-Kauf wäre knapp jeder Zweite (43 Prozent) interessiert und Unterstützung bei der Eröffnung eines Kontos bei einer Bank käme für 32 Prozent in Frage.

Die Akzeptanz für KI-Systeme hängt, das zeigt die Umfrage, stark vom einzelnen Anwendungsfall ab. Die Vorteile von KI-basierten Systemen wie die durchgängige Erreichbarkeit, keine oder kürzere Wartezeiten sowie das einfachere Finden von Informationen sieht eine überwältigende Mehrheit der Befragten. 59 Prozent der Verbraucher, die bereits Erfahrung mit einem Text-Chatbot gesammelt haben, bewerten den Dialog als durchaus positiv. Insbesondere überzeugte sie die Fähigkeit des Chatbots, schnell und präzise Antworten zu finden.

Datenschutz ist aus Verbrauchersicht wichtig

Wenn es um das Sammeln von Daten geht, ist die Mehrheit der Befragten kritisch. Weniger als ein Drittel findet es beispielsweise gut, wenn Unternehmen ihnen anhand ihrer bisherigen Einkäufe, besuchten Websites oder Aktivitäten in sozialen Netzwerken automatisiert individualisierte Angebote machen.

„Unternehmen müssen die Datenschutz-Bedenken der Endkunden ernst nehmen, da den Verbrauchern häufig praktische Erfahrungen mit KI-Anwendungen fehlen“, rät Pazderka. „Dieser Herausforderung müssen sich Unternehmen stellen, sie müssen das Potenzial von KI stärker nutzen und überzeugende Angebote aufbauen. Dabei ist es wesentlich, den Mehrwert der jeweiligen KI-Lösung für jeden Einzelnen auf den Punkt zu bringen.“

Künstliche Intelligenz ist die Eigenschaft eines IT-Systems, menschenähnliche, intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.

Hinter den Kulissen

Der Begriff künstliche Intelligenz, kurz KI, ist nicht einheitlich definiert – auch weil die KI-Forschung seit ihren Anfängen in den 1950er Jahren eine interdisziplinäre ist. In der Praxis hat sich jedoch folgende Definition als sinnvoll erwiesen: „Künstliche Intelligenz ist die Eigenschaft eines IT-Systems, menschenähnliche, intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.“

Der Begriff künstliche Intelligenz steht für Informatikanwendungen, die das Zeigen intelligenter Verhaltensweisen zum Ziel haben. Künstliche Intelligenz soll Menschen beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen – nicht überflüssig machen. Dies setzt bei den KI-Systemen folgende Kernfähigkeiten voraus: Wahrnehmen, Verstehen, Handeln und Lernen. Sie erweitern das Grundprinzip „Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe“ aller EDV-Systeme. Dabei ist das wirklich Neue an den heutigen KI-Systemen das Lernen und damit verbunden das Verstehen.

Geschäftsprozesse neu gestalten

Speziell Dienstleistungsunternehmen wie Banken und Versicherungen, aber auch Software-Unternehmen haben schon vor der Corona-Pandemie viel Zeit und Geld in KI investiert. Sie setzen beispielsweise auf KI-Disziplinen wie Robotic Process Automation (RPA), Knowledge-Management-Software, digitale Assistenten und Predictive Analytics. Dabei sehen sie den Nutzen der KI vor allem im Managen der Kundenkontakte und des Services. Mit Hilfe der KI sollen z.B. die angebotenen Leistungen und die Kundenansprache individueller gestaltet werden.

Google stellte bereits 2018 mit Google Duplex eine Technologie vor, die es ermöglicht, dass KI-Systeme scheinbar echte Gespräche mit Menschen führen – zumindest solche von kurzer Dauer und zu Themen, für die das System zuvor trainiert wurde. Beim Anschauen der YouTube-Videos, in denen Google Duplex vorgestellt wird, wird schnell klar: Menschen können die Computerstimme nicht von der Stimme eines echten Menschen unterscheiden, und das System versteht echte menschliche Sprache und reagiert adäquat hierauf. Es vereinbart zum Beispiel für seinen Nutzer einen Friseurtermin oder bestellt einen Restauranttisch. Solche Systeme werden künftig von Unternehmen gewiss zunehmend eingesetzt werden, beispielsweise um telefonisch Bestellungen, Beschwerden oder Fehler- bzw. Schadensmeldungen aufzunehmen und zu bearbeiten. Dabei lernt das System durch das Feedback der Anrufer ständig hinzu.

KI-Einführung erfordert Change-Management

Der Einsatz künstlicher Intelligenz bedingt einen Veränderungsprozess in den Unternehmen. Denn hierbei werden bisher von Menschen verrichtete Arbeiten von Maschinen übernommen; Menschen werden nur noch zu Beginn benötigt, um das System zu trainieren. Damit geht ein Wandel der Unternehmenskultur einher. Unter anderem deshalb sollten die betroffenen Mitarbeiter am Einführungsprozess beteiligt sein. Ein Patentrezept hierfür gibt es (noch) nicht. Umso wichtiger ist es, sich bewusst zu machen, dass die Einführung von künstlicher Intelligenz zwangsläufig ein zielgerichtetes Change-Management erfordert.

Die aktuell bestehenden KI-Systeme können noch keine komplexen (Telefon-)Analysen und Beratungen durchführen. Doch es gibt bereits Systeme, die solche Prozesse unterstützen. Der aktuelle Entwicklungsstand der KI offenbart bereits zahlreiche Möglichkeiten, Geschäftsprozesse zu beschleunigen und effizienter zu gestalten.

Servicetipp für Top Leader:

Die Adesso-Studie ist kostenfrei per Download erhältlich:

https://ki.adesso.at/at/Nächste-Schritte/Studie.html

Zwölf Tipps und Tricks für Ihre Marktpräsenz

Published on 18. September 2020

Die Corona-Krise hat die Digitalisierung vieler Unternehmen enorm vorangetrieben. Angesichts des zögerlichen Verbraucherverhaltens beim „Neustart“ von Industrie und Handel wäre spätestens dies nun genau der Moment, um mit Hilfe digitaler Technologien auch die Kundenbeziehungen nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Dazu sieben wesentliche Anregungen:

Bringen Sie Ihre Daten auf Vordermann – und verwandeln Sie sie mit intelligenten Technologien in Kundenwissen.

Grundvoraussetzung für eine zielgerichtete Kundenansprache ist ein modernes Datenmanagement in Kombination mit der Nutzung intelligenter Technologien. Der Datenbestand muss dabei konsistent, aktuell und gut gepflegt sein – und allem darf er keine Abteilungsgrenzen kennen. Nur so entfalten intelligente Technologien ihre volle Wirkung und können in „Big Data“ Muster und Hinweise auf aktuelle Veränderungen in der Lebenswelt der Kunden erkennen. Die können Unternehmen dann zum Anlass nehmen, den Kunden bedarfsorientiert anzusprechen.

Setzen Sie Omnichannel konsequent um – aber übertreiben Sie es nicht!

Auf Basis der oben genannten Komponenten haben Unternehmen heute vielfältige Möglichkeiten, den Kunden entlang seiner Customer Journey proaktiv und kanalübergreifend zu begleiten. Botschaften und Informationen sollten jedoch konsistent sein. Und selbst wenn die Versuchung zur „Beschallung“ über sämtliche bestehende Kanäle groß ist: Weniger ist manchmal mehr!

Machen Sie Ihren Kunden zum Chef – und bringen Sie Vertrieb, Marketing und Kundenservice an einen Tisch!

Unternehmen ohne Abteilungen (und vor allem Abteilungsgrenzen) sind aktuell kaum denkbar –  und Vertrieb, Marketing und Service haben jeweils ihre eigenen Prioritäten und natürlich auch Budgets. Die Auflösung von „Silos“ und eine Datenintegration über Abteilungsgrenzen hinweg ist jedoch eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Begleitung von Customer Journeys. Zukünftig sollte es nur noch eine „Abteilung“ (oder einen Chef) geben, an dem Sie Ihre Aktivitäten ausrichten – und das ist der Kunde. Zugegebenermaßen eine große Herausforderung – aber eine, die sich lohnt!

Verankern Sie Kundenzentrierung als Leitmotiv in Ihrem Unternehmen!

Bei ihren Transformationsprozessen nehmen Unternehmen vor allem Themen wie New Work, Agilität oder Prozess- und Kostenoptimierung ins Visier. Genau diese Themen dominieren dann häufig auch die interne Kommunikation. Wenn aber bereits das Top Management nie oder selten ein Wort über Kunden verliert – welche Priorität sollten dann die Mitarbeitenden auf Kundenzentrierung legen? Kundenzufriedenheit entscheidet jedoch letztlich über die Existenzberechtigung von Unternehmen. Kundenzentrierung muss deshalb tief in der Unternehmenskultur verankert sein – und zwar für alle sichtbar. Warum nicht bereits im Foyer Ihres Unternehmens Kundenvideos laufen lassen? Oder mit Kundenbildern in Ihren Meeting-Räumen täglich daran erinnern, wer Auftraggeber der eigenen Arbeit ist?  

Denken Sie über neue Geschäftsmodelle nach – und überschreiten Sie dabei Grenzen!

Unternehmen aller Branchen stehen in einem enormen Wettbewerb um die Gunst des Kunden. Wer seinen Kunden maßgeschneiderte Services zum richtigen Zeitpunkt bieten kann, wird auch zukünftig die Nase vorn behalten. Diese Services werden zukünftig vermehrt im Rahmen kundenzentrierter Ökosysteme im Verbund mit Anbietern anderer Branchen entwickelt. Ein aktuelles Beispiel dafür hat TOP LEADER bei den eidgenössischen Nachbarn gefunden: Käufer exklusiver Möbel bei Pfister Möbel, dem führenden Einrichtungsunternehmen in der Schweiz, erhalten automatisch das Angebot eines Premiumschutzes bei den Basler Versicherungen für alle bei Pfister gekauften Möbel für vier Jahre. Technologische Basis für die Kundenansprache ist dabei ein CRM-System, mit der sowohl die Basler Versicherung als auch Pfister arbeiten, in Kombination mit einer Marketing-Automation-Plattform.

Machen Sie erfolgreiche Kundenorientierung messbar!

Customer-Relationship-Management ist eine erfolgskritische „Disziplin“ im Unternehmen, dennoch wird Kundenzufriedenheit in den wenigsten Unternehmen gemessen. Warum nicht Kundenkontakt und unternehmerische Initiative in die Leistungsbeurteilung von Mitarbeitenden übernehmen – und dann auch finanziell honorieren? Um wirksame Anreizsysteme zu schaffen, benötigen Unternehmen jedoch Kennzahlen, die eine Messbarkeit der Performance des Kundenmanagements herstellen.

Sehen Sie Kundenorientierung als Verantwortung für jedermann.

Ja, Kundenzentrierung muss auf Top-Management-Level verkörpert und vorgelebt werden. Und nein, echte Kundenorientierung ist keine Funktion für den Chief Customer Officer – sondern ein Prozess. für den jeder im Unternehmen Verantwortung trägt, und ein Mindset, das Zeit braucht. Sie ist gleichzeitig ein Change-Prozess, der intern intensiv begleitet werden muss – bei dem aber auch Erfolge gefeiert werden sollten.

Unterm Strich haben Unternehmen heute auf Basis intelligenter Datenanalytik und moderner CRM-Systeme die Chance, sich mit einem Top-Kundenservice im Markt zu differenzieren und ihre Kunden langfristig zu überzeugen. Mit KI-gestützten Automatisierungslösungen kann man herausfinden, wie Kunden auf personalisierte Angebote reagieren. Kanalübergreifend wird der Kunde somit entlang seiner eigenen Customer Journey bestmöglich unterstützt. Technologien entlassen Entscheider jedoch nicht aus ihrer Verantwortung: Den Inhalt des eigenen Brands, die eigene Strategie und den eigenen Purpose muss ich auch in Zukunft selbst definieren.

Setzen Sie (weiter) auf Werbung und Marketing!

In Zeiten des Wohlstands sollten Sie Werbung machen – in Krisenzeiten MÜSSEN Sie dies sogar. Denn genau jetzt ist es an der Zeit, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Die deutliche Reduktion des Bruttoinlandsprodukts führt vielerorts notgedrungen zu einer Senkung der Ausgaben und somit zu Sparmaßnahmen, worunter häufig als erstes die Marketing- und Werbebudgets leiden. Doch das ist ein Fehler! Dazu fünf Begründungen:

Eine simple Gleichung: Gerade wenn Ihre Konkurrenz in puncto Marketing und Werbung auf die Bremse tritt, erhöht das Ihre Chancen, sich mit Ihrem eigenen Unternehmen Gehör zu verschaffen. Zumal die Brand Awareness beim Verbraucher bereits nach sechs Monaten ohne Aktivitäten um 39 Prozent zurückgeht. Nutzen Sie also die Gunst der Stunde und füllen Sie die entstandene Lücke mit eigenem Content!

Mithilfe von Programmatik, Social und Search Advertising können Sie Ihre Nutzer längst individuell ansprechen und sie in Gruppen unterteilen. Zurückhaltende Käufer springen vor allem auf Einsparmöglichkeiten an, während man besonders zahlungskräftige Kunden auch mit der Werbung für ein neues Auto erreicht. Die Corona-bedingte Rezession ist die erste ihrer Art, in der man mit solchen Nutzerdaten gegensteuern kann. Und dadurch kann man die Werbebudgets so optimieren, dass man die richtige(n) Zielgruppe(n) erreicht!

Wirtschaftskrisen, Rezessionen und Pandemien erzeugen bei vielen Menschen vor allem eins: Ein Gefühl der Unsicherheit. Indem Sie mit Ihrer Marke in diesen Zeiten weiterhin präsent sind, wirken Sie diesem Gefühl entgegen. Sie zeigen, dass sie noch da sind, dass Sie weitermachen und dass die Welt keineswegs stillsteht. Mehr noch, je nach Ausrichtung Ihrer Kampagnen können Sie bei den Menschen sogar eine positivere Grundstimmung erzeugen!

Während des ersten Lockdowns verbrachten die meisten Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden vor dem Fernseher, am Computer oder am Smartphone. Folglich konnte man sie auch leichter mit Online-Werbung erreichen. Mittlerweile kehrt das gesellschaftliche Leben da und dort zwar wieder zu einer Art „Normalität“ zurück, unterschätzen sollte man diesen Faktor aber dennoch nicht. Schließlich fallen Großveranstaltungen, Stadionkonzerte und ähnliche Events nach wie vor weitgehend aus.

Und zu guter Letzt belegt ein Blick in die Vergangenheit, dass Werben in Krisenzeiten sich tatsächlich auszahlt. So konnten Pizza Hut und Taco Bell ihre Verkäufe während der Rezession Anfang der 90er Jahre um 61 beziehungsweise 40 Prozent steigern. Beide Unternehmen hatten weiterhin geworben, während Konkurrent McDonald’s defensiver agierte. Und nach der Finanzkrise – 2009 – konnte Amazon um 28 Prozent mehr Verkäufe vorweisen, nachdem das Unternehmen seine neuen Kindle-Produkte beworben hatte.

Summa summarum kann sich eine Erhöhung der Marketingausgaben gerade jetzt (sogar deutlich) rentieren: nämlich in Form von steigenden Marktanteilen und Umsätzen. Die Schlussfolgerung ist klar: Ist man in der Lage, weiterhin für Werbung Geld auszugeben, ist genau jetzt der beste Zeitpunkt dafür!

TOP-Innovation besiegt (auch) Covid-19

Published on 11. August 2020

„Innovative KMU, die sich international vernetzen und neue Märkte erschließen, können wesentlich zur Konjunkturbelebung beitragen. Genau das forcieren wir gezielt mit Eureka und haben uns für den österreichischen Vorsitz einen Refresh vorgenommen, um die Eureka-Instrumente für eine kräftige Konjunkturbelebung bestmöglich einsetzen zu können“, erklärt Bundesministerin Margarete Schramböck. „Wir brauchen innovative KMU, um den Aufschwung zu schaffen. Mithilfe solcher Unternehmen wollen wir die Innovationskraft in Österreich weiter stärken und standortrelevante Forschung forcieren.“

„Wir wollen den Ideenreichtum und Innovationsgeist der Eureka-Partner für die Konjunkturbelebung nutzen“, wünscht sich Henrietta Egerth, die Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Eureka sei ein geeignetes Tool, um rasch und gezielt mit ausgewählten Ländern Ausschreibungen durchzuführen und so die Zusammenarbeit auch beyond Europe zu stärken. Beispielsweise wurde im Zuge des Ausbruchs der Corona-Pandemie unmittelbar eine Fast Track Covid-19-Ausschreibung gestartet, an der sich unter der Führung von Kanada neben Österreich auch fünf weitere Eureka-Mitgliedsländer beteiligt haben.

„Wir werden das Vorsitzjahr nützen, um Eureka und damit Forschungskooperationen über Ländergrenzen hinweg einen neuen Spirit zu verleihen“, hofft der österreichische Eureka-Vorsitzende Ulrich Schuh. Nach dem Motto „Towards a NEW Eureka“ gehe es um die Weiterentwicklung der Instrumente, den Ausbau der globalen Kooperation und neue Formen der Zusammenarbeit. Während des Vorsitzjahres finden mehrere Veranstaltungen in verschiedenen Bundesländern statt, u.a. wird es im Mai 2021 den „Eureka Global Innovation Summit“ in Graz geben, für den die grüne und digitale Transformation als Rahmenthema gesetzt wurde.

Daten und Fakten

Österreich ist seit der Gründung vor 35 Jahren Eureka-Mitglied. Die FFG wickelt die Förderungen auf nationaler Ebene mit Mitteln des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) ab und wurde vom BMDW mit der Abwicklung und Gestaltung des österreichischen Eureka-Vorsitzes betraut. Bisher wurden international 7.500 Projekte ermöglicht und insgesamt 48 Milliarden Euro investiert, davon haben österreichische Akteure an rund 800 Projekten teilgenommen und rund 210 Millionen Euro nationale Förderung erhalten. Insgesamt sind es Projekte mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro, bei denen Beteiligte aus Österreich profitierten.

Rund 338.000 Unternehmen der heimischen Wirtschaft zählen zu den Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben. Sie sind Arbeitgeber für rund zwei Drittel der Erwerbstätigen und bilden mit einem Anteil von mehr als 98 Prozent der heimischen Unternehmen die starke Säule unserer Wirtschaft. Die betriebswirtschaftliche Resilienz bzw. Krisenfestigkeit der KMU hat sich in der vergangenen Dekade laufend verbessert. Daten der KMU Forschung Austria, einem Mitgliedsinstitut des Forschungsnetzwerks Austrian Cooperative Research (ACR), zeigen, dass die Eigenkapitalquoten der KMU in den vergangenen Jahren im Durchschnitt auf knapp 33 Prozent stetig angestiegen sind – zu Beginn der Finanzkrise 2008/09 lag diese noch bei 26 Prozent. Die Ertragskraft (Umsatzrentabilität) hat sich im gleichen Zeitraum von durchschnittlich 2,5 auf 4,9 Prozent beinahe verdoppelt. Die Bandbreite unter den KMU ist hierbei allerdings groß: Während es viele Betriebe mit guter Eigenkapitalausstattung gibt, ist rund ein Fünftel der Betriebe überschuldet.

Den Taurob-Roboter hält selbst starker Wellengang auf einer Bohrinsel nicht von der Arbeit ab.

Ein Eureka-Vorzeigebeispiel

Das Startup Taurob in Wien Liesing konnte mithilfe der Förderungen des Eurostars-Programmes in Eureka sowie nationalen Förderungen in mehreren Programmen der FFG seine robusten Roboter weiterentwickeln, so dass diese mittlerweile auf Ölbohrinseln und in unwirtlichen Umgebungen eingesetzt werden. „Ohne das Eureka-Netzwerk und die Förderlandschaft in Österreich hätten wir die Entwicklung unserer Roboter so nicht finanzieren können“, bestätigt Taurob-Managing Director Matthias Biegl. „Mittlerweile profitieren unterschiedliche Branchen von unserer Innovation und die Förderungen und Darlehen konnten bereits fast zur Gänze wieder zurückbezahlt werden.“ Taurob ist auch ein sehr eindrückliches Beispiel dafür, dass Digitalisierung und Robotik nicht Arbeitsplätze wegnehmen, sondern jene Arbeiten übernehmen, die für Menschen unattraktiv oder sogar gefährlich sind. Im Falle von Taurob heißt das: Der Roboter und nicht der Mensch übernimmt bei Wind und Wetter Wartungsarbeiten auf der Ölplattform.

So sind die 90 kg schweren Roboter derzeit beispielsweise in einem Pilotprojekt auf den Shetlandinseln im Einsatz. Täglich lesen sie in einer Gasraffinerie des Mineralöl-Unternehmens Total Messdaten von Sensoren ab. Die robotischen Helfer übernehmen stupide, gefährliche und schmutzige Arbeiten. Ursprünglich waren die Roboter von Taurob für gefährliche Situationen bei Feuerwehreinsätzen konzipiert – rasch erkannte das Wiener Startup das Potenzial für andere, unmenschliche Einsatzfelder.

Intelligent und offen für andere Systeme

Unter schwierigsten klimatischen Verhältnissen und in Arbeitsbereichen, in denen Methangas vorkommt, verrichten Taurob-Roboter auch in der Raffinerie von Total ihren Dienst. Die Roboter übernehmen einfache, aber risikobehaftete, Routinetätigkeiten von Menschen. Die ATEX-zertifizierten Roboter verfügen über ein intuitives Steuerungssystem und Mehrzweckschnittstellen für eine schnelle und einfache Add-on-Integration. Autonom bewegen sie sich am Einsatzort und sammeln über Kameras, Mikrofone, Wärmebildkameras und Sensoren wichtige Daten für den Betrieb. Mit der installierten Technik besitzt so ein Roboter besondere Fähigkeiten für den Einsatz, wie beispielsweise eine präzise Wärmebildkamera, die Gaswolken sichtbar macht. 

Auf der abgesteckten Route liest der Taurob Inspector im Pilotprojekt Füll- und Messstände von analogen Anzeigen ab.

Autonom bewegen sich Taurob-Roboter auf seiner einprogrammierten Route von A nach B und reagiert auf unvorhersehbare Hindernisse. „Sie erkennen verschiedene Objekte, die auf einer Plattform vorkommen, und reagieren bei gefährlichen Situationen“, erklärt Taurob-Gründer Lukas Silberbauer. Mi einem Mikrofon werden im täglichen Einsatz Pumpgeräusche aufgenommen und dann mit Hilfe einer Software eruiert, ob eine Störung vorliegt. „Wir verwenden nicht nur selbst entwickelte Applikationen, sondern auch von anderen Herstellern“, sagt Silberbauer. Für die Detektion von defekten Pumpen nutzt man etwa die Software von CEA Tech, einem französischen Forschungsinstitut. Dass häufig noch Menschen händisch Zeigermessständer, Füllstände oder Ventilstellungen ablesen und in einer Liste eintragen, ist für Silberbauer rückständig: „Unsere Roboter stellen im Pilotprojekt mit Total gerade unter Beweis, dass sich diese Jobs viel effizienter und sicherer erledigen lassen.“ Bei analogen Messanzeigen schießt der Roboter ein Foto und lädt das Bild in die Cloud. Ein Programm wertet das Bild aus und erkennt den Füllstand. „Die erhobenen Messwerte der Roboter lassen sich besser vergleichen, da immer zur selben Tageszeit von exakt dem gleichen Blickwinkel die Aufnahme gemacht wird. Drei verschiedene Menschen im Schichtbetrieb liefern weniger verlässliche Werte.“

Taurob-Roboter treiben die Digitalisierung voran

Derzeit sind Inspektionsfahrten von ca. zwei Stunden möglich, an längeren Betriebszeiten wird laufend gearbeitet. Die Kommunikation erfolgt über WLAN, 4G- oder 5G-Netzwerke. Der Roboter ist jedoch nicht auf die Kommunikation im laufenden Betrieb angewiesen: Muss am Einsatzort Funkstille herrschen – z.B. in einer Transformatorhalle, in der die Kommunikation durch die elektromagnetischen Felder gestört werden könnte –, kann der Roboter die Daten auch nach absolvierter Mission übermitteln. Anschließend können die Daten in einer Cloud oder lokal verarbeitet werden.

Die Route wird ferngesteuert eingeben – der Roboter wird durch seine „Mission“ gesteuert und es werden Checkpoints definiert. Die Wegpunkte werden im Digitalen Zwilling abgespeichert und künftig autonom vom Roboter abgefahren. Im Echtbetrieb fährt der Roboter vorausschauend, erkennt Hindernisse oder drohende Absturzgefahren. In unbekannten Situationen bleibt er stehen und fordert Anweisungen vom Operator an. Auf akustische Signale wie Evakuierungs- oder Feueralarm reagiert der Wartungsroboter selbstständig und fährt in einen sicheren Bereich, sodass er keinen Fluchtweg blockiert. Der ursprünglich als Feuerwehrroboter konzipierte Roboter kann in Notfallsituationen genutzt werden, um aus gefährlichen Bereichen wie z.B. Brandherden Livebilder und Audiodaten aufnehmen.

Nicht nur auf Ölplattformen lassen sich Taurob-Roboter nutzen: Gefährliche Situationen gibt es in vielen Industriefeldern. Das kann ein Umspannwerk sein – wo es die Gefahr von Lichtbögen gibt –, die chemische Industrie mit gefährlichen Gasen und Flüssigkeiten, oder ein Hochofen in der verarbeitenden Industrie. „Denken Sie an ein Umspannwerk: das Betreten solcher Gebäude ist lebensgefährlich. Für jede Inspektion muss das Werk heruntergefahren werden, das kostet das ungemein viel Geld“, erläutert Silberbauer.

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Europa in der Welt

Published on 11. August 2020

Gebannt starrt die Welt auf die Auswirkungen der Pandemie. Zurzeit sind deren Folgen in wirtschaftlicher, sozialer und psychologischer Hinsicht kaum abschätzbar. Die vorhandene Unsicherheit über die weitere Entwicklung dieser Pandemie lähmt zunehmend wichtige Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft.

Europa hat zuletzt ein dringend notwendiges Lebenszeichen gegeben. Die Einigung der Staats- und Regierungschefs auf ein Recovery-Programm und den Finanzhaushalt der kommenden Jahre ist eine beachtliche Leistung. Nicht, dass damit alles in Ordnung wäre, aber die Tatsache der Einigung und damit der Beendigung der Streitereien ist für sich genommen durchaus ermutigend, liegt doch Europa in der Prognose der wirtschaftlichen Auswirkungen unter allen Kontinenten mit Abstand am schlechtesten. Die chinesische Wirtschaft erwartet im heurigen Jahr ein Plus von zwei bis drei Prozent Wachstum, die europäische Wirtschaft ein Minus von neun bis zehn Prozent.

Was für ein Unterschied! Wieder hat sich gezeigt, dass das rasche Regieren autokratischer Systeme zwar von den Grundwerten, die wir vertreten, nicht wünschenswert ist, aber doch den Herausforderungen der Zeit entgegenkommt. Sollte der Auslöser der Pandemie zugleich der Gewinner derselben sein? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wie es in Europa weitergeht.

Zwei Punkte möchte ich dabei herausstreichen:

Der institutionelle Aspekt

In allen liberalen Demokratien der Welt ist es üblich, dass das Parlament als gewählte Vertretung des Volkes das letzte und entscheidende Wort hat. Das Europäische Parlament hat in Zusammenarbeit mit der europäischen Exekutive, der Kommission, Vorschläge gemacht, denen die Versammlung der Mitgliedsländer (der Europäische Rat) nur nach langen Streitereien und mit Abstrichen gefolgt ist.

Dazu kommt, dass nunmehr das Europäische Parlament Nachverhandlungen fordert und weiters alle 27 nationalen Parlamente noch zustimmen müssen. Das ist wertvolle Zeit, die verrinnt, bevor die angedachten Maßnahmen wirksam werden können. Eine solche Zeitverschwendung wird sich eine demokratische Staatsform in Zeiten rasanter Veränderungen und notwendiger rascher Antworten darauf in Zukunft immer weniger leisten können.

Der inhaltliche Aspekt

Ja, es stimmt: Die Mittel für Forschung und Entwicklung werden mehr, allerdings nicht so viel, wie es die Kommission und das Parlament für erforderlich erachten, um die wesentlichen Zukunftsaufgaben in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Klimawandel, Digitalisierung, Migration und Sicherheit erfüllen zu können. Hier wurden schmerzhafte Abstriche gemacht.

Noch gar nicht behandelt wurde eine zentrale Forderung der europäischen Wirtschaftskammer: Eine notwendige Stärkung des Binnenmarktes vorzunehmen, insbesondere in den Bereichen Energieversorgung, Dienstleistungen und der Schaffung eines effizienten Kapitalmarkts. Die USA haben einen funktionierenden Kapitalmarkt, die Chinesen einen funktionierenden Staatskapitalismus, Europa muss zuschauen, wie sich Wachstumsunternehmen an die eine oder andere Seite wenden müssen, um ihre Vorhaben finanzieren zu können. Sehen wir das nicht? Ist es uns egal? Wir leben in akuter Lebensgefahr, scheinen aber zu wenig Kraft zu haben, diese Dinge mit der notwendigen Energie und Entschlossenheit anzugehen.

Das zu tun ist jedoch nicht nur Aufgabe der Politik. Wir als Vertreter der Zivilgesellschaft, in der Wirtschaft, im Sozialbereich, im ökologischen Bereich, in der Kultur, müssen unsere Stimme erheben und dies massiv einfordern. Es geht um unsere Zukunft, vor allem um die Zukunft der nächsten Generationen. Das ist eine Verantwortung, welche die Top Leader in ganz Europa jetzt, gerade jetzt, wahrnehmen müssen!

Zur Lage der (industriellen) Nation

Published on 29. Juni 2020

„Ich freue mich, als neuer IV-Präsident gemeinsam mit einem Team hier zu stehen, das sich mit Sabine Herlitschka und Philipp von Lattorff aus Persönlichkeiten zusammensetzt, die fest in der Industrie verankert sind – national wie international.“ So begrüßte der neue Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Knill, bei der „Antrittspressekonferenz“ am 19.6. mit der IV-Vizepräsidentin und Vorstandsvorsitzenden der Infineon Technologies Austria AG, Sabine Herlitschka, und dem IV-Vizepräsidenten und Geschäftsführer der Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG, Philipp von Lattorff, anlässlich der Vorstellung des neu gewählten IV-Präsidiums. „Alleine diese beiden Unternehmen stehen für 2,6 Mrd. Euro an Investitionen in Österreich.“

Der neue IV-Präsident betonte zudem den positiven Demokratisierungsschub, den der aktuelle Wahlprozess organisationsintern ausgelöst habe: „Dieser Diskurs ist wichtig. Aber die IV war und ist stets eine geeinte, geschlossene Organisation gewesen und wird daher nun auch die Gestaltung der Zukunft geeint und geschlossen angehen.“ Der Stellenwert der heimischen Industrie könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, „denn sie ist der Garant für Stabilität, ist der Treiber für Innovation und Fortschritt. Sie steht im engeren Sinn für 22 Prozent der nationalen Wertschöpfung und rund eine Mio. Arbeitsplätze, sie steht für Beschäftigung und Wohlstand – dafür setzen wir uns weiter ein.“ Derzeit jedoch stehe Österreich vor der größten wirtschaftlichen Herausforderung der Zweiten Republik. „Wir erwarten heuer einen Wirtschaftsrückgang von rund acht Prozent. Daher brauchen wir jetzt ein starkes, wirkungsvolles Krisenmanagement. Erste Maßnahmen wurden bereits gesetzt, weitere müssen im zweiten Halbjahr folgen – national wie international“, stellte Knill klar.

Der neue Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Knill.

Auf nationaler Ebene gelte es dabei , den Wirtschaftsstandort bestmöglich abzusichern. „Wir müssen rasch die richtigen Schritte setzen, um den Konsum zu stärken, Kosten zu senken und Kapital zu sichern.“ Konkret bedeute das u.a. neue Maßnahmen bei der Kurzarbeit, Entlastungen bei den Lohnnebenkosten und die Senkung der Körperschaftsteuer auf 21% sowie eine Stärkung des Eigenkapitals von Betrieben.

Beim Thema Digitalisierung habe Corona zwar „einen Schub“ bewirkt, aber Österreich müsse hier „vom Mittelmaß ins Spitzenfeld vorstoßen“. „Wachstum und Effizienz sind die Stellschrauben für den Weg aus der Krise. Wir müssen daher Input und Output in ein besseres Verhältnis bringen – sei es in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitsbereich, in der Bildung oder im Pensionssystem. Nur so kommen wir – gemeinsam mit einer starken Industrie – aus der Krise. Als exportorientierte Volkswirtschaft brauchen wir wieder ungehinderten Zugang zu unseren Märkten, wir brauchen wieder Reisefreiheit – in Europa wie auch international. Wir brauchen ein starkes Europa für ein erfolgreiches Österreich.“

Mit den Besten messen

IV-Vizepräsident Philipp von Lattorff betonte ebenfalls den hohen Stellenwert von ­Forschung und Innovation: „Das sichert Österreichs Wohlstand, Arbeitsplätze und damit den sozialen Frieden. Die Industrie trägt maßgeblich dazu bei. Immerhin leistet sie rund die Hälfte aller Investitionen in diesem für die heimische Wettbewerbsfähigkeit so entscheidenden Bereich.“

Österreichs Ziel müsse es aber sein, ins Spitzenfeld zu kommen. „Unsere Forschungsquote sollte bis 2030 auf mindestens vier Prozent des BIP steigen – derzeit liegen wir bei nur 3,19 Prozent“, forderte von Lattorff. „Wir brauchen eine Top 3-Platzierung im Digital Economy and Society Index (DESI) der EU-Kommission. Derzeit liegt Österreich nur auf Platz 11. Und wir müssen bis 2022 die Weichen für mehr Technikgraduierte stellen, denn wir brauchen Mitarbeiter mit den bestmöglichen Qualifikationen.

Industrie-Abschwung verlangsamt sich erneut deutlich

Die schrittweise Entspannung der Industriekonjunktur in Österreich nach dem abrupten Einbruch durch den Lockdown im März setzt sich per Ende Juni fort. „Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex stieg im Juni auf 46,5 Punkte. Damit erreicht der Indikator den höchsten Wert seit dem Beginn der Corona-Krise. Allerdings wird die Schwelle von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird, vorerst weiter unterschritten“, sagt UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Unsere Industrie befindet sich demnach erkennbar auf dem Wege der Besserung, hat allerdings aus dem Lockdown noch nicht auf einen Wachstumspfad zurückgefunden. Der stark exportorientierten heimischen Industrie fehlt insbesondere die Nachfrageunterstützung aus dem Ausland.

Die schrittweise Entspannung der heimischen Industriekonjunktur setzt sich weiter fort.

„Der Anstieg des vorläufigen Einkaufsmanagerindex für die verarbeitende Industrie in der Eurozone auf 46,9 Punkte im Juni zeigt, dass sich das Exportumfeld für Österreich etwas entspannt hat. Jedoch sinkt –  wenn auch langsamer als in den Vormonaten – die Industrieproduktion der wichtigsten Handelspartner Österreichs erneut. Insbesondere die deutsche Industrie präsentiert sich trotz des Anstiegs des Einkaufsmangerindex auf 44,6 Punkte noch schwach. Dagegen versprüht das erstmalige Überschreiten der Wachstumsschwelle des französischen Indikators seit Jänner Optimismus“, so Bruckbauer.

Geringster Produktionsrückgang seit Februar

Während einerseits der schwierige Start der deutschen Industrie aus dem Lockdown den österreichischen Produktionssektor belastet, besteht andererseits aufgrund der etwas früheren Öffnung der heimischen Wirtschaft im Vergleich zu anderen Ländern ein kleiner Startvorteil. Diese Diskrepanz schlägt sich in der unterschiedlichen Entwicklung der Auftragseingänge aus dem In- bzw. Ausland nieder. „Der Produktionsindex stieg im Juni auf 45,9 Punkte. Die Produktionsrückgänge fielen somit in Österreich deutlich niedriger als in den vorangegangenen drei Monaten aus, da auch die Auftragseingänge spürbar geringer abnahmen als davor. Das inländische Neugeschäft zeigt sich dabei mittlerweile den zweiten Monat in Folge deutlich robuster als die Nachfrage aus dem Ausland“, sagt UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Der Exportauftragsindex blieb trotz eines Anstiegs auf 37,0 Punkte im Juni klar hinter dem Index für die gesamten Neuaufträge von 43,2 Punkten zurück. Angesichts der weiterhin schwachen Nachfrage nahmen die Auftragspolster der heimischen Betriebe trotz der Produktionsrücknahme ab, wenn auch mit deutlich geringerem Tempo als in den vergangenen drei Monaten. Die Anzahl der Neuaufträge war im Juni aber somit erneut geringer als die Anzahl der ausgeführten Aufträge.

Die heimischen Betriebe haben im Juni in Anpassung an die geringeren Produktionserfordernisse den Stellenabbau fortgesetzt. Der Beschäftigungsindex hat sich jedoch das zweite Mal in Folge verbessert und erreicht mit 44,1 Punkten mittlerweile den höchsten Wert seit Februar. Das Tempo des Beschäftigtenrückgangs gegenüber dem Vormonat hat sich somit erneut verlangsamt. „Seit dem Beginn der Corona-Krise sind in der österreichischen Industrie viele Jobs verloren gegangen. Durch die starke Ausnutzung der Kurzarbeitsregelung zeigt sich der Arbeitsmarkt der Industrie im Vergleich zur Gesamtwirtschaft jedoch deutlich robuster. Während die Beschäftigung im ersten Halbjahr 2020 in der Gesamtwirtschaft um durchschnittlich 2,6 Prozent im Jahresvergleich abgenommen hat, sank die Anzahl der Arbeitsstellen in der Sachgüterindustrie nur um etwas mehr als 1 Prozent“, so Pudschedl.

Obwohl die Industrie einen Beschäftigtenanteil an der Gesamtwirtschaft von rund 17 Prozent hält, waren nur 7 Prozent der zusätzlichen Arbeitslosen vorher in der Industrie beschäftigt. Die Arbeitslosenquote in der österreichischen Industrie ist im ersten Halbjahr 2020 zwar von 3,7 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf durchschnittlich 5 Prozent gestiegen, in der Gesamtwirtschaft nahm die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum jedoch von 7,6 Prozent auf sogar 10,6 Prozent zu.

Während sich die Beschäftigtenlage in der Industrie während der Corona-Krise dank der Kurzarbeitsregelung spürbar günstiger darstellt als in der Gesamtwirtschaft, wird der Weg aus der Krise für die Industrie bezogen auf die Beschäftigung voraussichtlich von geringeren Fortschritten gekennzeichnet sein. Im Dienstleistungssektor ist nach den ersten Lockerungsmaßnahmen der Arbeitsmarkt bereits in Bewegung gekommen. Die Erholung der Beschäftigung in der Industrie dürfte sich bedingt auch durch die hohe Exportabhängigkeit des Sektors zäher gestalten.

Anhaltende Talfahrt der Preise

Angesichts der schwachen Nachfrage haben die heimischen Betriebe versucht die Umsätze durch eine Reduktion der Verkaufs- bzw. Angebotspreise anzukurbeln. Im Juni sanken die Verkaufspreise den zwölften Monat in Folge und der entsprechende Index ging sogar auf 42,8 Punkte zurück, den niedrigsten Wert seit dem Frühjahr 2009. Trotz der Rabattierungen gelang es nur unzureichend die Nachfrage zu stärken, zumindest nahmen die Bestände in den Verkaufslagern erneut zu, obwohl die Produktion weiter zurückgefahren worden war.

Die Bestände in den Vormateriallagern gingen dagegen erstmals seit drei Monaten geringfügig zurück, obwohl die Einkaufspreise ihre Talfahrt beschleunigt fortsetzten. „Der Rückgang der Einkaufs- und Verkaufspreise in der heimischen Industrie hat sich im Juni nochmals beschleunigt. Seit genau einem Jahr befinden sich die Preise mittlerweile auf Talfahrt. Durch den Einbruch des Ölpreises hat die Kostendynamik stärker nach unten gezeigt als die Angebotspreise. Die Ertragssituation der heimischen Betriebe hat sich aufgrund der sinkenden Umsätze in diesem Zeitraum im Durchschnitt dennoch nicht verbessert“, meint Pudschedl.

Ende der Rezession in Sicht

Infolge der Aufhebung weiterer Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie hat sich die Talfahrt der österreichischen Industriekonjunktur im Juni den zweiten Monat in Folge deutlich verlangsamt. Der Anstieg des UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex wurde vor allem von der starken Abschwächung der Schrumpfungsraten von Output, Neugeschäft und Beschäftigung getragen. Die anhaltenden Preisrückgänge im Ein– und Verkauf und der starke Anstieg der Bestände in den Fertigwarenlagern weisen allerdings deutlich auf die schwierige Nachfragesituation hin. Mit einem durchschnittlichen Wert im zweiten Quartal 2020 von unter40 Punkten zeigt der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex die schwerste Rezession der heimischen Industrie seit der Finanzkrise an. Damit hat die Industrie zum voraussichtlich stärksten Rückgang der österreichischen Wirtschaft von rund 15 Prozent zum Vorquartal im zweiten Quartal 2020 beigetragen.

Die Lockerungsmaßnahmen und die Aussicht auf eine weitere Normalisierung des Wirtschaftslebens trugen dazu bei, dass die Geschäftsaussichten der heimischen Industrie binnen Jahresfrist auf 45,6 Punkte geklettert sind und damit im Juni den höchsten Stand seit Februar erreicht haben. „Der Aufwärtstrend des UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex und der Produktionserwartungen der Betriebe unterstützen unsere Erwartungen, dass die Rezession in der Industrie und in der Gesamtwirtschaft im Sommer endet und in der zweiten Jahreshälfte eine spürbare Erholung einsetzt. Mit einem BIP-Rückgang um rund 8 Prozent im Jahr 2020 und einem Wirtschaftswachstum um rund 7 Prozent 2021 gehen wir unverändert von einem etwas verzögerten V-förmigen Konjunkturverlauf aus. Ende 2021 wird die österreichische Wirtschaftsleistung voraussichtlich um rund ein Prozent das Vorkrisenniveau verfehlen“, meint Bruckbauer.