Schlagwort: Börse

Trotz Krise: Viele Österreicher haben dieses Jahr Aktien zugekauft

Published on 23. August 2020

„Ein guter Finanzplaner setzt sich intensiv und genau mit den Bedürfnissen seiner Kunden auseinander. Das ist vor allem in Krisenzeiten gefragt. Durch die Erhebung bekommen wir einen tieferen Einblick in die finanziellen Wünsche und Sorgen der Österreicher. Dabei gab es durchaus einige Überraschungen“, kommentiert Mag. Helmut Siegler, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Financial Planners. Wenig verwunderlich ist, dass sich beinahe alle Kunden (93 Prozent) mit finanziellen Ängsten an ihren Finanzberater gewandt haben. Mehr als zwei Drittel der Kunden (70 Prozent) bereitete die Verschuldungssituation der Nationalstaaten Kopfzerbrechen. Passend zum Klischee der Österreicher als fleißige Sparer, sorgten sich auch zwei von drei Konsumenten (63 Prozent) um ihr Geld auf der hohen Kante. Ebenso war die Sicherheit des Euros für gut jeden zweiten (55 Prozent) ein Thema. So manche böse Zunge würde behaupten, die Österreicher würden sich in finanzieller Sicherheit wiegen – oder hätten sehr großes Vertrauen in die heimische Politik. So fürchtet sich nur jeder Dritte (34 Prozent) vor der Einführung neuer Steuern und auch die Sorge vor der Deflation spielt keine große Rolle (8 Prozent). Die Umfrage des Verbandes zeigt mitunter ein zeitliches Angst-Barometer: Kunden waren mit Bekanntgabe des Lockdowns im März am besorgtesten um ihr Vermögen (73 Prozent), gefolgt von April (18 Prozent).

„Anleger haben größtenteils einen kühlen Kopf bewahrt und keine emotionalen Kurzschluss-Entscheidungen getroffen“, meint Helmut Siegler, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Financial Planners.

Österreicher trotzen lang gehegtem Klischee

Heimischen Investoren eilt üblicherweise der Ruf voraus, risikoscheue Aktien-Verweigerer zu sein. Diesem Bild wird in der Umfrage des Verbandes getrotzt: Immerhin gaben 92 Prozent der befragten Finanzplaner an, während der Covid-19-Krise zumindest gelegentlich von Kunden kontaktiert worden zu sein, um Zuzahlungen in Veranlagungsformen mit höherem Aktienanteil vorzunehmen. „Die Österreicher sind dafür bekannt, fleißige Sparer zu sein, aber eher auf renditeschwache Anlageformen wie das Sparbuch zu setzen. Wir beobachten, dass der Aktienanteil steigt. Es ist allerdings noch viel Aufklärungsarbeit im Bereich der Finanzbildung erforderlich, um zu verdeutlichen, dass die Börse auch für den Durchschnittsösterreicher Chancen bietet“, ist Siegler überzeugt. Wenige Finanzplaner (36 Prozent) wurden von ihren Kunden seit dem Lockdown im März kontaktiert, um Notverkäufe von Veranlagungspositionen vorzunehmen. Siegler zufolge ist das ein Indiz, dass Österreicher sattelfester in Geld-Fragen werden: „Anleger haben größtenteils einen kühlen Kopf bewahrt und keine emotionalen Kurzschluss-Entscheidungen getroffen. Diese Entwicklung hin zum mündigen Konsumenten ist eine Bestätigung unserer Arbeit als Verband.“

Rettungsringe dankend angenommen

Ein weiterer Teil der Befragung widmete sich finanziellen Engpässen. Das Konzept der Kurzarbeit in Österreich bot Medienberichten zufolge hierzulande für viele Unternehmen und Mitarbeiter Entlastung. Das bestätigt auch die Erhebung des Verbandes. Nämlich berieten mehr als zwei Drittel der Probanden (83 Prozent) ihre Klienten rund um das Thema Kurzarbeit für Mitarbeiter. Neben der Regierung waren allerdings auch heimische Banken gefragt, um die Liquidität für die Wirtschaft zu sichern. Die meisten kamen dieser Verantwortung nach, indem sie unter anderem Stundungen für Kredite zur Verfügung stellten. Dieses Angebot ist auch dankend angenommen worden – immerhin wurden 71 Prozent der befragten Finanzplaner zumindest gelegentlich auf eine Erweiterung des Kreditrahmens angesprochen.

Ersterscheinung: https: //www.die-wirtschaft.at (hier klicken)

Die Wiener Börse hält sich sehr ordentlich

Published on 27. Juli 2020

Die Handelsumsätze an der Wiener Börse haben sich im ersten Halbjahr positiv entwickelt: mit 39,18 Mrd. Euro liegen sie mehr als ein Fünftel (plus 23,86 Prozent) über der Vergleichsperiode des Vorjahres. Gleichzeitig baute der heimische Börsenbetreiber seine Marktanteile aus. Die Zahl der neu an der Wiener Börse gelisteten Anleihen hat sich verglichen zum ersten Halbjahr 2019 mehr als verdreifacht. Seit Beginn des Jahres gab es 1.020 neue Bond-Listings. 676 stammen von internationalen Kunden, darunter die Banco Bilbao Vizcaya Argentina, die zweitgrößte Bank Spaniens und eine der 50 größten Banken weltweit. Seit März ist sie der größte Anleiheemittent in Wien.

„Dass mehr Unternehmen die heimische Börse nutzen, wird für künftiges Wachstum entscheidend sein“, sagt Börsenvorstand Christoph Boschan. „Während aktuell noch Kredite im Vordergrund stehen, wird bald die Stunde des Eigenkapitals schlagen. Denn der Weg aus der Krise führt langfristig nur über Rekapitalisierung. Damit es für Österreichs Wirtschaft schneller bergauf geht, braucht es eine rasche Fortsetzung des von der Regierung vor Corona eingeschlagenen Weges.“

Pandemie sorgt für Schwankungen an den Börsenmärkten

Mit 6,53 Mrd. Euro lag der durchschnittliche Monatsumsatz in Wien auf dem höchsten Wert seit 2010. An den beiden stärksten Handelstagen im ersten Halbjahr, dem 20. März und dem 19. Juni (Quartalsverfallstag), wurden 777 und 915 Mio. Euro umgesetzt. Die umsatzstärksten österreichischen Aktien im ersten Halbjahr 2020 waren Erste Group Bank AG mit 7,09 Mrd., vor OMV AG mit 5,51 Mrd. und Raiffeisen Bank International AG mit 3,34 Mrd. Euro. Auf Platz vier und fünf folgten voestalpine AG (3,12 Mrd.) und Verbund AG (2,46 Mrd. Euro).

Neue Initiativen der Wiener Börse, wie der Handel an Feiertagen und die Erweiterung des internationalen Segments „global market“, liefern zusätzliches Volumen. Im global market verzeichnet die Wiener Börse 2020 bislang knapp 1,73 Mrd. Euro Umsatz, im gesamten Jahr 2019 waren es 1,79 Mrd. Der Feiertagshandel am 6. Jänner (138 Mio., 2019 fiel der 6. Jänner auf ein Wochenende), 21. Mai (185 Mio., + 40 Mio. mehr als im Vorjahr) und 11. Juni (288 Mio., + 87 Mio. Mehr als im Vorjahr) brachte zusätzliche 611 Mio. Euro. Mehr als 85 Prozent der Aktienumsätze an der Wiener Börse kommen von internationalen Handelsteilnehmern.

Der heimische Leitindex ATX fiel im Jahresverlauf 2020 um 29,14 Prozent. Das Jahreshoch am 2. Jänner lag bei 6.208,00 Punkten, das Jahrestief am 18. März bei 3.135,05 Punkten. Seit dem Jahrestiefststand und dem gemeinsamen Aufruf der börsennotierten Unternehmen und wichtiger Stakeholder an die Investoren, sich nicht von österreichischen Aktien abzuwenden, verzeichnete der österreichische Nationalindex einen Zuwachs von +38,47 Prozent. Die Marktkapitalisierung aller heimischen, an der Wiener Börse notierten Unternehmen lag per 30. Juni 2020 bei 90,04 Milliarden Euro.

15 Jahre VÖNIX Nachhaltigkeitsindex an der Wiener Börse

Seit Juni hat der VÖNIX – einer der weltweit ersten nationalen Nachhaltigkeitsindizes – eine neue Zusammensetzung: Neu in den Index aufgenommen wurde die Raiffeisen Bank International AG. Der VÖNIX ist in sein 16. Index-Jahr getartet und ist damit ein Zeichen für gelebte Nachhaltigkeit am Standort Österreich. Er beinhaltet jene an der Wiener Börse notierten Unternehmen, die hinsichtlich ökologischer und gesellschaftlicher Aktivitäten und Leistungen führend sind. Die Berechnung und Verteilung erfolgt durch die Wiener Börse.

Das sind die 19 VÖNIX-Mitglieder 2020/21:

  • Agrana Beteiligungs-AG
  • AMAG Austria Metall AG
  • AT & S
  • BKS Bank
  • Burgenland Holding
  • CA Immobilien Anlagen
  • Erste Group Bank
  • EVN
  • Kapsch TrafficCom
  • Lenzing
  • Palfinger
  • Raiffeisen Bank International
  • Rosenbauer
  • Telekom
  • Uniqa Insurance Group
  • Verbund
  • Vienna Insurance Group
  • Wienerberger
  • Zumtobel

Namhafte Akteure des heimischen Kapitalmarkts ermöglichen durch ihre Kompetenzen und Beiträge das laufende Indexmanagement und Nachhaltigkeitsresearch. Diese Partner sind die VBV-Vorsorgekasse, die Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative und die Security KAG sowie, als technische Partner, die rfu – verantwortlich für die Nachhaltigkeitsanalyse – und die Wiener Börse – zuständig für Indexmanagement und laufende Berechnung und Publikation.

Die Ausgezeichneten

Wiener Börse Preis 2020: OMV gewinnt ATX- und Corporate Bond-Preis

Börse-Preis für die OMV: CFO Reinhard Florey (l.), Börse-CEO Christoph Boschan.

Der Wiener Börse Preis wurde heuer aufgrund der Covid-19-Maßnahmen schon vor einiger Zeit in kleinem Rahmen in der Wiener Börse übergeben. Der ATX-Preis 2020 ging an die OMV, die damit erstmals die Königsdisziplin für sich entscheiden konnte. Das Unternehmen überzeugte die Juroren und Kapitalmarkt-Experten der ÖVFA mit einer ausgezeichneten und ausführlichen Finanzberichterstattung, umfangreicher IR-Tätigkeit sowie sehr guter Performance und Liquidität im Berichtsjahr 2019. Weiters punktete der Konzern mit klarer Strategie sowie gut wahrnehmbarer Corporate Governance. Die OMV landet auch beim Corporate Bond-Preis auf dem ersten Platz. Insgesamt ist OMV mit 16 Auszeichnungen das meistgekürte Unternehmen in der Geschichte des Wiener Börse Preises.

Börse-Preis 2020: Palfinger CEO Andreas Klauser (l.) und Palfinger Head of IR Hannes Roither.

In der Kategorie „Mid Cap“ stand heuer Palfinger auf Platz 1. Das Unternehmen überzeugte die Jury im Peer Group-Vergleich und bei Strategie/Unternehmensführung. Der VÖNIX-Nachhaltigkeitspreis ging an die Oberbank, die mit ihrer gesamtheitlich nachhaltigen Geschäftsstrategie hervorstach und heuer erstmals einen Preis entgegennahm. Bei den Medien punktete heuer die Erste Group: Sie eroberte den ersten Platz in der Kategorie „Journalisten-Preis“, nach Stockerlplätzen in den vergangenen drei Jahren. Die Fach-Jury begründete ihre Wahl mit dem umfangreichen Angebot für Journalisten, womit das Medien-Team der Erste Group Standards für Kommunikation in der Finanzbranche setzt.

Die Preisträger 2020 auf einen Blick

ATX-Preis

  1. Platz: OMV AG
  2. Platz: Wienerberger AG
  3. Platz: CA Immobilien Anlagen AG

VÖNIX Nachhaltigkeitspreis

  1. Platz: Oberbank AG
  2. Platz: Lenzing AG und Telekom Austria AG

Mid Cap-Preis

  1. Platz: Palfinger AG
  2. Platz: UBM Development AG
  3. Platz: Marinomed Biotech AG

Journalisten-Preis

  1. Platz: Erste Group Bank AG
  2. Platz: Flughafen Wien AG
  3. Platz: Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

Corporate Bond-Preis

  1. Platz: OMV AG

Der Wiener Börse Preis wird gemeinsam von Aktienforum, APA-Finance, Cercle Investor Relations Austria (C.I.R.A.), Oesterreichische Kontrollbank (OeKB), Oesterreichische Nationalbank (OeNB), Österreichische Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (ÖVFA) mit CFA Society Austria, Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG), VÖNIX-Beirat, Wiener Börse, Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und Zertifikate Forum Austria (ZFA) verliehen.

„Die Stärke der heimischen börsengelisteten Unternehmen ist Teil jener Kraft, die für den Wohlstand und die Weiterentwicklung Österreichs entscheidend ist“, meint Christoph Boschan. „Mit der Dynamik der österreichischen Unternehmen konnte ein Stillstand im Land vermieden werden. Die Auszeichnung mit dem Wiener Börse Preis soll den Aushängeschildern am heimischen Markt Rechnung tragen. Sie ist nur ein kleiner Teil der Anerkennung, die den heimischen Unternehmen zusteht.“

Börsennotierte SW Umwelttechnik feiert erfolgreichstes Geschäftsjahr in der Firmengeschichte

Published on 15. April 2020

Mit einer Umsatzsteigerung von 26 Prozent auf 97,2 Mio. € (VJ: 77,4 Mio. €) und ausgezeichneten Ergebniszahlen erwirtschaftete SW Umwelttechnik zum zweiten Mal in Folge das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Geschichte des Unternehmens. „Das Geschäftsjahr 2019 ist für uns außerordentlich erfreulich verlaufen“, meint Vorstand Klaus Einfalt. Der regelrechte Bauboom führte zu einer ausgezeichneten Auftragslage in allen Geschäftsbereichen. „Mit großem Einsatz unserer Mitarbeiter ist es uns gelungen, die guten Rahmenbedingungen voll auszuschöpfen und so dieses ausgezeichnete Ergebnis zu erzielen.“

Die Eröffnung des Werksausbaus in Alsózsolca sowie die erfolgreich platzierte Kapitalerhöhung waren Höhepunkte des abgelaufenen Geschäftsjahres. Bei der erfolgreich platzierten Kapitalerhöhung im Dezember wurden alle 66.000 Neuen Aktien gezeichnet. „Wir sehen das rege Interesse an den Unternehmensanteilen als Bestätigung unseres Kurses“, kommentiert Einfalt die Kapitalerhöhung. Vorstand und Aufsichtsrat werden nach derzeitigem Stand der Hauptversammlung eine Dividende von 0,60 € je Aktie vorschlagen. Die aktuelle Sondersituation – bedingt durch das Coronavirus – kann es jedoch kurzfristig erforderlich machen, der Hauptversammlung einen geänderten Dividendenvorschlag vorzulegen.

Sehr gute Zahlen

Das EBIT stieg um 55 Prozent auf 11,6 Mio. (VJ 7,5 Mio.). Das EBITDA beläuft sich auf 15,4 Mio. (VJ 11,1 Mio.). Die EBIDTA-Marge liegt bei 15,7% (VJ 14,2%). Das Finanzergebnis beträgt -2,0 Mio. (VJ -2,2 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern stieg aufgrund der guten operativen Entwicklung auf 9,6 Mio. (VJ 5,3 Mio.), das Ergebnis nach Steuern ist nahezu doppelt so hoch wie im Vorjahr und liegt bei 8,1 Mio. (VJ 4,6 Mio.). Mit dem ausgezeichneten Ergebnis und der erfolgreich platzierten Barkapitalerhöhung konnte das Eigenkapital auf 16,6 Mio. verdoppelt werden (VJ 8,2 Mio.), die Eigenkapitalquote stieg damit auf 18% (VJ 9,7%).

Die extreme Konjunktur wurde in einer hohen Bautätigkeit in allen Segmenten sichtbar: Industrie- und Gewerbebetriebe investierten kräftig im Bereich Hoch- und Wohnbau. Auch die Auftragslage mit Projekten aus Kanalisation und Entwässerung sowie Straßen- und Bahninfrastruktur im Bereich Tiefbau und Verkehr entwickelte sich hervorragend. Die Umsätze in Ungarn und Rumänien sind deutlich gestiegen, ebenso die Umsätze bei den wichtigsten Exportmärkten Slowakei und Italien.

Die vergangenen zwei Jahre waren von einer außergewöhnlich starken Konjunktur in beiden Geschäftsbereichen geprägt, mit diesem Schwung ist SW Umwelttechnik ins neue Jahr gestartet. Die Bauwirtschaft lief die ersten zwei Monate 2020 auf Hochtouren, die Auftragslage gestaltete sich sehr gut.

„Beginnend mit Mitte März waren aber auch wir gefordert, in der gesamten SW Gruppe Maßnahmen zu setzen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen – zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit sowohl unserer Mitarbeiter als auch der Bevölkerung in unseren Märkten. Wir befassen uns intensiv damit, die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern“, so Klaus Einfalt. Die weitere Entwicklung der Pandemie und die damit verbundenen Effekte werden in den kommenden Wochen und Monaten einschätzbar werden. „Wir evaluieren die Situation laufend und werden alle erforderlichen Schritte im Sinne der Gesundheit unserer Belegschaft sowie des Unternehmens selbst setzen“, sagt Einfalt.

Leading Company Wiener Börse

Published on 6. März 2020

Die Rahmenbedingungen waren im Vorjahr und kurz danach rund um den Globus bestimmt nicht die einfachsten, was die Stichworte „Brexit“ und „immer stärker werdende Regulierung“ oder auch das Coronavirus verdeutlichen. Entsprechend schwer taten sich auch die renommiertesten europäischen „Kollegen“ wie Deutsche Börse, Londoner Börse oder Euronext.

Umso bemerkenswerter ist vor diesem Hintergrund, dass die Wiener Börse bei den Aktienumsätzen 2019 mit mehr als 60 Mrd. € den Rückgang in Grenzen halten und dank Wachstum bei IT-Services, Marktdaten und Anleihen-Listing-Geschäft sogar gut kompensieren konnte. Die Börsenumsätze liegen in Wien stabil am 5-Jahres-Durchschnitt, der österreichische Leitindex ATX verzeichnete sogar einen zweistelligen Zuwachs.

Der CEO der Wiener Börse, Christoph Boschan, freut sich über ein starkes Jahr 2019.

Bei den Börsengängen kann 2019 sogar als starkes Jahr bezeichnet werden. Immerhin debütierten drei Unternehmen im Top-Segment prime market: Marinomed Biotech (1.02.2019), Frequentis (14.05.2019) und Addiko Bank (12.07.2019). RHI Magnesita notiert seit März 2019 wieder im standard market. „Das Geniale an einem Börsengang ist, dass er gleichzeitig für Finanzierung, enorme Sichtbarkeit und Sicherstellung einer nachhaltig professionellen Unternehmensorganisation sorgt. Unternehmen können so auch ihre Nachfolge regeln“, sagt der CEO der Wiener Börse, Christoph Boschan. „Wir als Börsenunternehmen selbst konnten die geringeren Handelseinnahmen gut durch Wachstum in anderen Geschäftsbereichen ausgleichen, sodass wir die Jahresplanung exakt erreicht haben.“

Mit einem Kursanstieg von +63% seit Jahresbeginn war 2019 Warimpex Finanz- und Beteiligungs AG der größte Kursgewinner im prime market, gefolgt von S Immo AG (+53,4), Wienerberger AG (+49), Neuzugang Marinomed Biotech AG (+38,7) und UBM Development AG (+37,1%). Die umsatzstärksten österreichischen Aktien 2019 waren Erste Group Bank AG mit 11,63 Mrd. € vor OMV AG mit 7,93 Mrd. und voestalpine AG mit 7,01 Mrd. €. Auf Platz vier und fünf folgten Raiffeisen Bank International AG (5,21 Mrd.) und Andritz AG (4,57 Mrd. €). Die Marktkapitalisierung der an der Wiener Börse notierten Unternehmen lag per Dezember 2019 bei 118,32 Mrd. €.

Der Vorsitzende des Frequentis-Aufsichtsrats und Mehrheitseigentümer der Frequentis AG, Hannes Bardach, mit Christoph Boschan beim Frequentis-Börsengang. 2019

Die Wiener Börse will ihre strategischen Initiativen heuer konsequent weiterverfolgen. „Für Wachstum und Beschäftigung sollte die Regierung rasch dort anknüpfen, wo die Arbeit leider viel zu lange unterbrochen werden musste: Konsequente Körperschafts- und Kapitalertragssteuerreform sowie wirtschaftliche Bildung für jedermann“, fordert Boschan. „Wir brauchen mehr Inklusion, nicht nur eine kleine Finanzelite, sondern alle Österreicher sollten befähigt werden, am Unternehmenserfolg teilzuhaben. Seitens der Börse werden wir alles dazu beitragen, den heimischen Finanzmarkt weiterhin zuverlässig mit bester Infrastruktur zu versorgen.“

30 Neuzugänge im „global market“

Ende Oktober 2019 wurde das beachtliche Angebot im global market der Wiener Börse noch einmal erweitert. Zu den bisher schon 250 US-Titeln kamen noch einmal 30 hinzu, darunter Wertpapiere des weltweit tätigen Finanzdienstleisters „Bank of New York Mellon“, „Fidelity National Information Service“ (Software und Abwicklung finanzieller Transaktionen), der größten Hotelketten weltweit, „Hilton Worldwide Holdings“, der Ratingagentur „Moody’s“ und einem der größten Einzelhändler der USA, „Target“. Im global market sind damit bereits mehr als 680 Wertpapiere aus 26 Ländern handelbar.

„Ein weiter Veranlagungshorizont ist enorm wichtig, sowohl zeitlich als auch inhaltlich“, erläutert Boschan. „Nach dem Motto „buy local – invest global“ bietet das Segment global market an der Heimatbörse zu Inlandskonditionen Zugang zu international gefragten Wertpapieren. Diesen Kurs werden wir beibehalten und unser Angebot kontinuierlich verbreitern.“

Leading Know-how

Die Wiener Börse liefert Know-how für den CEE-Raum.

Als einzige Wertpapierbörse des Landes betreibt die Wiener Börse auch den zentralen Marktdatenfeed für Zentral- und Osteuropa (CEE) und hat sich in der Berechnung von Indizes auf die Region etabliert. Sie kooperiert im Verbund mit ihrer Holding-Mutter CEESEG mit über zehn Börsen in CEE und wird für dieses einzigartige Know-how weltweit geschätzt.

Mit einem umfangreichen Upgrade des Handelssystems hat sie im Vorjahr einen weiteren Meilenstein in ihrer IT-Strategie erreicht: Der Umstellungsprozess auf das neue „T7“-Handels-System wurde im Juli 2017 mit der Migration des Aktienhandels gestartet, 2019 kamen Anleihen, Optionsscheine und Zertifikate hinzu. Im Dezember wurden abschließend die Wertpapiere und Marktmodelle der Partnerbörsen Budapest, Laibach, Prag und Zagreb in die neue Technologie-Welt übertragen. Für diese Börsen ist die Wiener Börse als technischer Systembetreiber und IT-Dienstleister tätig und gewährleistet die Versorgung mit neuesten Informationstechnologien und Services wie z.B. real-time Indexberechnung und Verteilung der Börsedaten. Neben der Abdeckung neuester regulatorischer Anforderungen wie MiFID II bringt die modernste Systemgeneration u.a. einen massiv verbesserten Transaktionsdurchsatz und die Unterstützung von neuen Ordertypen sowie 24/7-Verfügbarkeit in der Cloud.

Top-aktuell

Am 23.3. werden an der Wiener Börse einige Änderungen wirksam. Der weltweit größte Produzent von gestrichenem Recyclingkarton, Mayr-Melnhof Karton AG, ersetzt dann den oberösterreichischen Flugzeugkomponentenhersteller FACC AG im Leitindex ATX. Mayr-Melnhof AG überholte die FACC AG bei der Höhe der Streubesitzkapitalisierung. Zuletzt waren die Aktien des Kartonherstellers zwischen 1994 und 2014 fast durchgängig im Leitindex vertreten. Im ATX five, der die fünf größten börsennotierten Unternehmen zusammenfasst, ersetzt die Bawag Group AG die voestalpine AG.

Die fünf größten Unternehmen an der Wiener Börse sind damit Erste Group Bank AG, OMV AG, Verbund AG, Raiffeisen Bank International AG und, erstmals, Bawag Group AG.

Nach einem Aktienrückkauf mit darauffolgender Einziehung der Aktien erhöht sich der Streubesitzfaktor der Bawag Group AG von 0,7 auf 0,8. Der Streubesitzfaktor von Marinomed Biotech AG steigt von 0,5 auf 0,6, nachdem ein Hauptaktionär im Jänner Anteile veräußerte. Der Streubesitzfaktor der S Immo AG sinkt von 0,7 auf 0,6 – die Investoren Pecik und Ketterer haben ihre Anteile im Rahmen einer Kapitalerhöhung der S Immo AG im Jänner erhöht. (Der Streubesitzfaktor drückt aus, wie viele Aktien eines Unternehmens im Publikum gestreut sind und beeinflusst, wie stark eine Aktie im Index gewichtet ist.) fffffffff

So kann man von der Wiener Börse profitieren

Die Wiener Börse bietet über 350 Seminare und Weiterbildungsmöglichkeiten, um den gewaltigen Kaufkraftverlust in Österreich zu bekämpfen.

Aktuelle Erhebungen der Österreichischen Nationalbank (OeNB) zeigen, dass mit rund 300 Mrd. (!) € ein großer Teil (40%) des österreichischen Privatvermögens als Bankeinlage oder Bargeld nahezu zinslos geparkt ist; die heimische Bevölkerung nimmt damit einen großen Kaufkraftverlust hin. Im Gegensatz dazu stehen bei Aktieninvestments Aussichten auf schöne Renditen: Seit seinem Bestehen wirft der Leitindex ATX knapp 6,4% jährlich ab. Hohe Dividendenausschüttungen bringen dabei Ertrag und Stabilität ins Depot.

Boschan: „Auf der Reise vom Sparer zum Investor müssen Anleger vier Wegweiser konsequent beachten: 1) An das langfristige Ziel denken; 2) Nicht alles auf einmal investieren, sondern schrittweise ein- und aussteigen; 3) Risiko streuen, indem man nicht alles auf ein Pferd setzt; 4) Nur kaufen, was man versteht, oder sich erklären lassen kann. Also nicht auf ‚den heißen Tipp‘ warten.“

Einen entscheidenden Beitrag zur Performance leistet die Dividende. Inklusive Dividenden liefert der heimische Leitindex seit seinem Bestehen eine Performance von +487,04% (ATX Total Return), ohne Dividenden sind es +201,06% (ATX). Noch nie (!) haben ATX-Unternehmen mehr Gewinne in Form von Dividenden ausgeschüttet als 2019. Ihre Eigentümer profitieren von insgesamt 3,2 Mrd. € für das vergangene Geschäftsjahr. Alle 20 Unternehmen des Leitindex zahlten in den beiden Vorjahren eine Dividende aus und mit einer Dividendenrendite von 3,8% rangiert der österreichische Markt im absoluten Spitzenfeld in Europa.

Der ATX Total Return hat eine Performance +487,04%.

Bei einem Anlagehorizont von Jahrzehnten entfaltet sich die exponentielle Kraft des Zinseszinses. „Wer an technischen Fortschritt und die Weiterentwicklung der Menschheit glaubt, der sollte sich nicht nur als Konsument am Wirtschaftsleben beteiligen, sondern auch als Investor“, appelliert Christoph Boschan an die Einstellung der Menschen gegenüber Aktien. „Mit einer monatlichen Sparrate von 100 Euro könnten unter Annahme der historischen Rendite im österreichischen Leitindex über ein Arbeitsleben von 50 Jahren hinweg aus 60.000 rund 440.000 Euro werden.“

Erspartes verwenden, nicht verschwenden

Das Eigentum an österreichischen Unternehmen in Form von Aktien wird aktuell mit 27,5% besteuert, Spareinlagen mit 25%. Wird Gold länger als ein Jahr gehalten und dabei Gewinn erzielt, ist dieser steuerfrei. Die Wiener Börse setzt sich daher für die Gleichbehandlung von Kapitalerträgen ein, allen voran für die Wiedereinführung der Befreiung von der Wertpapier-Kapitalertragssteuer bei einer Behaltefrist von über einem Jahr. Dabei werden langfristige Aktien-Investments gefördert. „Das bestärkt die ruhigen Hände am Markt und belohnt eine langfristige Orientierung“, sagt Boschan. „Es muss klar zwischen kurzfristiger Spekulation und langfristiger Investition in die heimische Realwirtschaft unterschieden werden.“

Und wie geht’s weiter?

Wie schnell Stimmungen an den Börsen drehen können, zeigen die vergangenen Tage und Wochen. Noch im Februar herrschte an den Märkten in Bezug auf den Ausbruch des Coronavirus (Covid-19) Gelassenheit: In den USA markierten Dow Jones und Nasdaq einen Rekord nach dem anderen. Auch der 50 führende Unternehmen der Euro-Zone umfassende Euro Stoxx 50 markierte noch am 20. Februar bei 3.867,26 Punkten ein Mehrjahreshoch. Doch dann kam es zu panikartigen Verkäufen, die am Montag, 9. März, einen Höhepunkt oder besser formuliert eigentlich einen Tiefpunkt erreichten: Der Euro Stoxx 50 sackte um rund 8,3 Prozent ab, ebenso der FTSE 100 der Börse London, der DAX in Frankfurt um 7,88 Prozent. Schwer getroffen wurde auch der italienische Leitindex FTSE MIB, der mit großen Abschlägen von 9,84 Prozent notierte – und last but not least verzeichnete auch der ATX der Wiener Börse ein Minus von 8,7 Prozent.

In Europa sprachen die Händler von einem schwarzen Montag –Anleger befürchten schwere Auswirkungen der Virusepidemie auf das Wirtschaftswachstum. Nun sind Ängste und Panik nachvollziehbar, aber TOP LEADER möchte doch auch in diesen schweren Zeiten Börse-CEO Christoph Boschan zu Wort kommen lassen: „Es ist ein großer Fehler, sich aufgrund kurzfristiger, wenn auch gravierender, Schwankungen von Aktien abzuwenden. Denn mit der richtigen Strategie, nämlich Investition statt Spekulation, ist das Risiko viel geringer als medial dargestellt. Phasen von Rückgängen an Aktienmärkten sind seltener und kürzer als Phasen des Anstiegs. Kapitalmärkte reflektieren das Wirtschaftswachstum langfristig naturgesetzmäßig. Einfache Anlagegrundsätze minimieren die Schwankungen stark und befreien die Anleger von der Not, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen und die richtige Aktienwahl zu treffen.“ Übrigens haben die jüngsten Ereignisse sogar zumindest eine positive Seite: Die Kurseinbrüche führten bei vielen Basiswerten zu einem deutlichen Anstieg der impliziten Volatilität. Dies wiederum schlägt sich in günstigeren Preisen bei vielen Zertifikaten nieder – etwa bei Discountern, Aktienanleihen und Bonus-Zertifikaten.