So machen Sie am Bildschirm ein gutes Bild!

Bei Videokonferenzen einen professionellen Eindruck zu hinterlassen ist keine Geheimwissenschaft. Interviewtrainer Arne Johannsen, Chefredakteur von TOP LEADER Print, verrät, worauf es ankommt.

Lesezeit: ca. 3 min

© Arne Johannsen

Arne Johannsen ist Chefredakteur von TOP LEADER print und Interviewtrainer.

„Eine unglückliche Perspektive, falsche Beleuchtung und ein irritierender Hintergrund“, nennt Arne Johannsen die häufigsten Fehler bei Videokonferenzen. „Kaum jemand ist sich bewusst, dass er bei einem Zoom- oder Teams-Meeting auf einer Bühne steht.“

Der erfahrene Wirtschaftsjournalist und Chefredakteur der Print-Ausgabe von „TOP LEADER – Jahrbuch der österreichischen Wirtschaft“ ist seit vielen Jahren erfolgreicher Interview- und Medientrainer – und bietet sein Wissen jetzt auch in Online-Workshops für ein videogerechtes Auftreten an.

© PantherMedia/Andriy Popov

Trotz Impfung: Videokonferenzen werden bleiben

Denn klar ist: Zoom, Teams, Go To Meeting und Co. werden uns noch eine ganze Zeit erhalten bleiben, auch nach einer erfolgreichen Impfung. Denn das Home Office ist gekommen, um zu bleiben: Viele Beschäftigte haben sich an den Komfort gewöhnt, von Zuhause aus zu arbeiten. Laut aktuellen Umfragen möchten 60 bis 70 Prozent der Befragten in Zukunft gerne häufiger vom Home Office aus arbeiten.

Der Grund: „Uns fehlen all die nonverbalen Signale, die wir bei einem persönlichen Gespräch automatisch aufnehmen und die uns ein Gespür für die Situation vermitteln“, sagt Johannsen. „Dieses Defizit führt zu einer Unsicherheit, die wir durch intensives Zuschauen und Zuhören kompensieren wollen – und genau das erfordert enorm viel Konzentration und erschöpft uns so.“ Arbeitsmediziner raten daher zu regelmäßigen Pausen nach 45 Minuten.

Und viele Unternehmen haben gemerkt, dass sich durch virtuelles Arbeiten Reise- und Bürokosten sparen lassen.

Doch damit bleiben uns auch die negativen Auswirkungen der virtuellen Kommunikation erhalten. Video-Konferenzen erfordern mehr Konzentration und sind anstrengender als persönliche Meetings, bestätigen Experten.

Worauf es ankommt

Doch worauf kommt es an, damit man bei Videokonferenzen ein gutes Bild macht? Experte Johannsen nennt die wichtigsten Aspekte:

Killer Perspektive: Die Kamera von unten ergibt kein gutes Bild.

© Arne Johannsen

1) Die richtige Perspektive

Der Laptop oder die externe Kamera sollten sich unbedingt auf Augenhöhe befinden. So lassen sich ungewollte Blicke in die Nasenlöcher vermeiden und umgekehrt schaut die Kamera nicht von oben herunter und macht uns „klein“.

2) Der richtige Abstand

Eine Armlänge zum Bildschirm ist ideal. Warum? Bei einer üblichen Begrüßung per Handschlag – vor Corona – beträgt die Distanz zwischen den beiden Menschen jeweils die Länge der beiden Unterarme. Das ergibt zusammen eine Armlänge – und ist genau der gewohnte Abstand, der uns im persönlichen Gespräch angenehm ist.

Killer Beleuchtung: Kommt das Licht ausschließlich von hinten, bleibt das Gesicht im Dunkeln.

© Arne Johannsen

3) Die richtige Beleuchtung

Ist das Bild schlecht, liegt das in den seltensten Fällen an der Kamera, sondern fast immer an einer mangelhaften Beleuchtung. Die einfache Regel: Das Licht muss immer aus Richtung der Kamera kommen. Wer häufig bei Videokonferenzen dabei ist, sollte sich die Anschaffung einer individuell einstellbaren Ring-Lampe überlegen. (Kostet ca. 40 Euro.)

4) Der passende Hintergrund

Eine leere Wand wirkt kühl und steril, gerahmte Fotos von den Enkelkindern und die Pokale vom Schützenverein lenken ab. Ideal: Einige wenige Dinge im Hintergrund (Bilder eher großflächig), die der Szene ein persönliches Flair verleihen, aber nicht ablenken. Achtung: Künstliche Hintergründe kosten Authentizität und Vertrauen!

5) Passende Kleidung

Schwarz schluckt Licht, weiß reflektiert und irritiert die automatische Helligkeitsanpassung. Knallbunt wirkt bei dem engen Bildausschnitt noch knalliger, Vorsicht also.

Weitwinkelkameras zeigen oft mehr vom Zimmer als man erwartet.

6) Setting-Test

Ganz wichtig: Jeder PC oder Laptop verfügt über eine Kamerafunktion, mit der man vorher sein Setting testen kann. Meistens ergibt das eine Überraschung, weil die Weitwinkelkamera mehr vom Zimmer zeigt, als man erwartet hat.

Konkret schlägt abstrakt

Neben diesen technischen Aspekten hängt das Gelingen eines Online-Auftrittes aber vor allem davon ab, Emotion zu transportieren. „Video ist ein kaltes, unpersönliches Medium“, sagt Arne Johannsen, „damit meine Botschaft ankommt, muss ich Atmosphäre und Nähe erzeugen.“

Wie das geht? „Gerne Halbsätze wie ,Darauf bin ich besonders stolz‘ oder ,Das ist mir sehr wichtig‘ verwenden und möglichst konkrete Beispiele und Bilder verwenden. Am Bildschirm gilt noch mehr als sonst: Konkret schlägt abstrakt!“

Detaillierte Hinweise für gelungene Video-Auftritte gibt Arne Johannsen in einstündigen Online-Workshops.

Mehr Infos unter www.johannsen.at

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