Der Blick zur (Metallwaren-)Industrie

Der Sektor erleidet „dank“ Corona im Krisenjahr ein Produktionsminus von bis zu 10 Prozent, hat aber durchaus erfreuliche Perspektiven.

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Für das Krisenjahr 2020 musste die Branche ein Produktionsminus im Bereich von 10 Prozent hinnehmen. Dass die Metallwarenerzeuger auf ihren Auslandsmärkten im Vorjahr ein höheres Umsatzminus verhindern können, war in erster Linie Exportzuwächsen in einigen baunahen Bereichen wie der Produktion von Heizkesseln und -körpern zu verdanken und bestätigt vor allem die Ausnahmeposition einzelner Unternehmen.

Die Metallwarenerzeugung profitierte auch 2020 noch von der relativ lebhaften Hochbaukonjunktur in Österreich.

© Unger Steel

Mit wenigen Ausnahmen sind zahlreiche Sparten der Branche tief ins Minus gerutscht: Von der Wirtschaftskrise waren die Industriezulieferer – vor allem sind das die Hersteller von Schmiedeteilen, Drehteilen oder Oberflächenveredelungen – stärker als die baunahen Bereiche (neben Heizkesseln und -körpern auch Beschläge und der Stahlbau) betroffen. Außerdem profitierte die Metallwarenerzeugung auch 2020 noch von der relativ lebhaften Hochbaukonjunktur in Österreich selbst und in wichtigen Exportmärkten, vor allem in Deutschland.

Mögliche Erholung 2021 kann Einbußen nur zum Teil ausgleichen

Die Branche kann wahrscheinlich auch 2021 mit keiner stärkeren Erholung rechnen und wird ihr Produktionsniveau aus 2018 frühestens 2022 wieder erreichen. Wesentliche Impulse könnten 2021 von den großen industriellen Metallwarenverbrauchern, dem Maschinenbau, der Elektro- und der Fahrzeugindustrie kommen. Zugleich wird aber die Baunachfrage schwächer, sowohl im Wohnungsneubau als auch im Wirtschaftsbau, dem wichtigsten Kunden der Sparte Stahlbau.

Aufgrund der massiven Geschäftseinbußen und der hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten wird sich die Investitionskonjunktur in den großen Exportmärkten der Metallwarenerzeugung in Summe nur langsam erholen. Das sind Deutschland, die Schweiz, die USA, Frankreich, Italien und Tschechien, wo insgesamt rund 60 Prozent der heimischen Metallwarenexporte abgesetzt werden. Zumindest in den westeuropäischen Märkten sollten Österreichs Metallwarenerzeuger von Zuwächsen der Ausrüstungsinvestitionen profitieren können. Hingegen wird die Baunachfrage vor allem in Deutschland, dem Ziel eines Drittels der Branchenexporte, schwächer.

Nicht zuletzt wird die ab 2021 zu erwartende höhere Zahl an Unternehmensinsolvenzen zu Anpassungen von Handelsbeziehungen und einer Neuausrichtung von Wertschöpfungsketten der Metallwarenerzeugung führen. Das heißt, dass die Erholung nach der Krise auch kurzfristig mit höheren Kosten verbunden sein wird und den Prozess damit bremst.

Die Exporterfolge sind bemerkenswert angesichts des hohen Kostenniveaus im Land und angesichts dessen, dass einige Warengruppen stärker im Preis- als im Qualitätswettbewerb stehen.

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Eine wettbewerbsstarke Branche mit guten Aussichten

Die Wettbewerbsstärke der Branche zeigt sich sehr gut in dem seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre fast kontinuierlich gestiegenen Außenhandelsüberschuss mit Metallwaren: Erst 2019 ist der Exportüberschuss aufgrund der Stagnation der Exportnachfrage auf 1,8 Milliarden Euro leicht gesunken.

Für die Außenhandelserfolge und die Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Metallwarenerzeugung sind die Konzentration auf qualitativ hochwertige Produkte und/oder die Nutzung günstiger Produktionsstandorte ebenso verantwortlich wie die Tatsache, dass viele Metallwaren im Wirtschaftsprozess unverzichtbar, aber nicht mit anderen Materialien substituierbar sind.

Dennoch sind die Exporterfolge bemerkenswert angesichts des hohen Kostenniveaus im Land und angesichts dessen, dass einige Warengruppen stärker im Preis- als im Qualitätswettbewerb stehen. Die Marktanteilsgewinne mit Metallwaren sind ein Indikator dafür, dass sich die Metallwarenproduzenten vielfach in qualitativ hochwertigen Nischen erfolgreich spezialisieren und eine stabile Marktposition aufbauen konnten.

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