Kategorie: Reportagen

2020 kann Österreichs Klima kurz durchatmen

Published on 3. November 2020

Wie Simulationen des Umweltbundesamtes zeigen, erfordert die Klimaneutralität einen weitreichenden Umbau der Wirtschaftssektoren. Darüber hinaus werden die Menschen vor allem ihr Mobilitätsverhalten nachhaltig verändern müssen. „In diesem Zusammenhang gibt das geplante europäische Klimagesetz, das die Green Deal-Ziele rechtsverbindlich verankern soll, Anlass zum Optimismus. Allerdings ist es bisher nur ein Vorschlag der Kommission, der von den Mitgliedern noch angenommen werden muss“, sagt UniCredit Bank Austria Ökonom Günter Wolf in einer Analyse der UniCredit Bank Austria zum Thema Klimaschutz in Österreich.

Für das Gesamtjahr 2020 rechnet die internationale Energieagentur weltweit mit einem Minus von fast acht Prozent. „Trotz des Rekordrückgangs an klimaschädlichen Emissionen zeigt die Entwicklung 2020 auch klar, dass die Klimakrise keinesfalls nur mit der eingeschränkten Nutzung von Flugzeugen und Autos und einem geringeren Energieverbrauch in der Produktion gelöst werden kann“, sagt Wolf. „Dagegen sprechen nicht nur die massiven sozioökonomischen Verwerfungen der Wirtschaftskrise, die sich schon jetzt erkennen lassen. Zudem wächst die Energienachfrage mit der Lockerung der Maßnahmen und der Wirtschaftserholung wieder praktisch ohne Verzögerung.“

Unverändert Handlungsbedarf

In Österreich werden die Treibhausgasemissionen 2020, laut einer Schätzung des Wirtschaftsforschungsinstitutes, um etwa 10 Prozent auf rund 73 Millionen Tonnen sinken, den niedrigsten Wert seit Jahrzehnten. Damit das Land aber bis 2040 klimaneutral wird, wie im Regierungsprogramm festgehalten, muss das Emissionsvolumen auch in den nächsten zwanzig Jahren im Durchschnitt zumindest um 10 Prozent pro Jahr reduziert werden (auch wenn Einsparungen in diesem Ausmaß erreicht werden, werden 2040 noch immer ca. 9 Millionen Tonnen Treibhausgase emittiert, die in Kohlenstoffsenken aufgenommen werden müssen).

Die Klimaneutralität erfordert nicht nur den fast vollständigen Verzicht auf fossile Energien. Der Rest an fossilen Brennstoffen, der beispielsweise zum kurzfristigen Lastausgleich in der Stromversorgung gebraucht wird, muss mit Importen erneuerbarer Energien kompensiert werden. Zudem muss der Teil an nicht vermeidbaren Treibhausgasen, der nicht in natürlichen Kohlenstoffsenken gespeichert wird, in geologische Strukturen eingebunden werden. Derzeit werden nur etwa 5 Millionen Tonnen Kohlendioxid Großteiles von Österreichs Wäldern aufgenommen.

Eine besondere Herausforderung im Verkehr

Auf Sektor ebene sind die größten Treibhausgasemittenten in Österreich die Industrie und der Verkehr, mit einem Anteil an den Gesamtemissionen von rund 34 respektive 30 Prozent. Darüber hinaus tragen die Energieversorger etwa 14 Prozent zum Emissionsvolumen bei und die Landwirtschaft und der Gebäudesektor, dabei vor allem Heizungsanlagen privater Haushalte, jeweils rund zehn Prozent. Im Vergleich zu 1990 hat sich die Menge an Treibhausgasen, die in Österreich emittiert wurden, kaum verändert. Die höchsten Emissionseinsparungen wurden aufgrund effizienterer Heizanlagen und energiesparender Bauweisen im Gebäudesektor (–39 Prozent seit 1990) und mit dem Einsatz erneuerbarer Energien bei den Energieversorgern (–26 Prozent) erzielt. Die Landwirtschaft hat ihr Treibhausgasvolumen um 14 Prozent reduziert. Gleichzeitig sind die klimaschädlichen Emissionen in der Industrie um 13 Prozent und im Verkehr sogar um 73 Prozent gestiegen.

„Angesichts der wachsenden Gütertransportleistung, des hohen Mobilitätsbedürfnisses der Menschen und der Dominanz fossiler Fahrzeugantriebe stellt ein möglichst emissionsfreier Verkehrssektor wahrscheinlich die größte Herausforderung für den Klimaschutz dar“, sagt Wolf. Langfristig ist eine relevante Marktdurchdringung mit E-Fahrzeugen sicher möglich, da die Kfz-Hersteller vor dem Hintergrund der drohenden Strafzahlungen schon jetzt das Segment deutlich forcieren. Allerdings wird die weitgehende Umstellung des Fuhrparks auf emissionsfreie Antriebe noch Jahrzehnte brauchen, gemessen am Anteil von Elektrofahrzeugen und Plug-In-Hybriden am österreichischen Pkw-Bestand von 0,8 Prozent 2019.

Mit der Elektrifizierung des Fuhrparks und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur wächst der Bedarf an „grünem“ Strom. Im sogenannten „Transition-Szenario“ hat das Umweltbundesamt die Maßnahmen skizziert, die zur Erreichung der Klimaneutralität des Landes bis 2050 notwendig sind. Demnach sollte der Gesamtenergieverbrauch des Verkehrssektors um 70 Prozent auf 38 Terawattstunden sinken, wobei vor allem fossile Treibstoffe eingespart werden. Allerdings wird sich der Strombedarf des Sektors in den nächsten dreißig Jahren in etwa versechsfachten, von rund 4 auf 24 Terawattstunden. Der Verkehr verbraucht dann etwa 30 Prozent der gesamten elektrischen Energie in Österreich (derzeit sind es rund 5 Prozent). Auch wenn die benötigte Strommenge bereitgestellt werden kann, wird der Antriebswechsel zum Elektromotor sicher nicht ausreichen, um den Verkehr möglichst emissionsfrei zu bekommen. Das dürfte nur mit einer weitreichenden Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs zum öffentlichen Verkehr möglich sein.

Kostenintensiv, aber realisierbar

Von den rund 27 Millionen Tonnen an Treibhausgasen, die pro Jahr von der Industrie in Österreich emittiert werden, stammen fast die Hälfte von der Stahlindustrie, weitere 20 Prozent von den Bauzulieferbranchen, vor allem der Zementindustrie, und jeweils rund 10 Prozent von der Öl- und Chemieindustrie.

Das größte Treibhausgas-Einsparungspotenzial in der Industrie bietet die weitgehende Umstellung der Stahlproduktion auf die sogenannte Wasserstoffplasmaschmelzreduktion. Allerdings ist die Großindustrielle Anwendung des Verfahrens erst in Entwicklung und der Einsatz des Verfahrens ist klimapolitisch nur sinnvoll, wenn Wasserstoff mit Hilfe von erneuerbarem Strom gewonnen wird. In der Zementherstellung können die energiebedingten Treibhausgasemissionen, das ist rund die Hälfte der Gesamtemissionen der Branche, durch den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energiequellen und energieeffizienteren Produktionsmethoden verringert werden. Um aber die prozessbedingten Emissionen einzudämmen, braucht es in der Branche zum Teil noch im Forschungsstadium befindliche Verfahren.

„Die Frage, wie die notwendigen technologischen Umrüstungen für einen möglichst emissionsfreien Betrieb in vielen Industriebranchen umgesetzt werden können, ohne dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen geschädigt wird, ist noch unbeantwortet“, weiß Wolf. „Auf jeden Fall werden die Klimaschutzmaßnahmen in nächster Zukunft nicht nur die Stahl- und die Zementindustrie mit hohen Kosten belasten. Zudem bleibt die Frage offen, wie die erforderliche Strommenge aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt und den Unternehmen vor Ort zur Verfügung gestellt werden kann.“

Energiesektor mit wichtigen Klimaschutzfunktionen

Der Energiesektor ist in Österreich aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energiequellen zwar nur für 15 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Allerdings kommt dem Sektor im Klimaschutz eine entscheidende Rolle zu, vor allem aufgrund des steigenden Strombedarfs, der sich mit der zunehmenden Elektrifizierung der Wirtschaft und des Verkehrs ergibt. Die Wirtschaftskrise hilft dabei, die Ziele des Energieeffizienzgesetzes für 2020 ohne zusätzliche Maßnahmen zu erreichen, beispielsweise den Anteil an erneuerbarer Energie am Endenergieverbrauch von 34 Prozent. Damit Österreich klimaneutral wird, brauchtes aber noch erhebliche Anstrengungen, nicht nur im Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Im Wesentlichen sind das höhere Energiepreise, die Verschiebung des Personen- und Güterverkehrs in Richtung umweltfreundlicher Verkehrsträger und eine umfassende thermisch-energetische Sanierung von Gebäuden.

Im „Transition-Szenario“ wurden vom Umweltbundesamt für einige Bereiche im Energiesektor konkrete Ziele formuliert. Bis 2050 sind das vor allem der Ausbau der Wasserkraftwerke auf eine jährliche Produktionsleistung von 47 Terawattstunden (2018: 38 Terawattstunden), der Windkraft auf 28 Terawattstunden (2018: 6), der Photovoltaik auf 26 Terawattstunden (2018: 1,4) und der Biomasse- und Biogasanlagen auf 8 Terawattstunden (2018: 5). Im Bereich der Wasserkraft rückt das Ausbauziel bereits 2030 näher, wenn alle Kraftwerke fertiggestellt werden, die laut E-Control bereits 2018 in Bau beziehungsweise eingereicht oder geplant waren. Da schon jetzt etwa 70 Prozent des technisch-wirtschaftlichen Wasserkraft-Potenzials an Österreichs Fließgewässern ausgenutzt werden, bleibt der weitere Ausbau beschränkt.

Schwieriger wird der Ausbau anderer erneuerbarer Energiequellen. Auch wenn in den nächsten Jahren mit verbesserten Rahmenbedingungen in dem Bereich gerechnet werden kann, ist es unwahrscheinlich, dass damit beispielsweise die Vorbehalte gegenüber Windkraftanlagen ausgeräumt werden. Um die Leistung der Windkraftanlagen von 6 auf 28 Terawattstunden zu erhöhen, braucht es zusätzlich zu den aktuell installierten 1.340 Windrädern noch wenigstens 2.000 neue Anlagen (unter der Annahme, dass die Leistungsfähigkeit der Anlagen zunimmt). In diesem Zusammenhang könnte das Ergebnis einer Studie der BOKU Wien vom Juni 2020 die Diskussion zumindest voranbringen: abhängig vom CO2-Preis fallen Opportunitätskosten von ca. 1,4 Millionen Euro pro Windkraftanlage an, die durch eine Photovoltaikanlage mit derselben Leistung ersetzt wird. Diese Kosten eines „ungestörten Landschaftsbildes“ könnten als Kompensationszahlungen für Anrainer von Windparks verwendet werden.

Photovoltaik und Biomasse

Im Bereich der Photovoltaik können die langfristigen Energieziele erreicht werden. Derzeit liefern die Anlagen nur rund 2 Prozent beziehungsweise 1,4 Terawattstunden an elektrischer Energie, die in Österreich erzeugt wird. Auf den vorhandenen Dachflächen könnten noch Anlagen mit einer Gesamtleistung von 12,3 Terawattstunden installiert werden. Die Leistung lässt sich weiter verdoppeln, wenn zudem geeignete Fassadenflächen genutzt und einige größere Anlagen und zusätzliche Speicherkapazitäten errichtet werden. Mit der wachsenden Nachfrage sollten auch die Kosten der Stromerzeugung mittels Photovoltaik sinken.

Auch der zusätzliche Strombedarf aus Biomasse, der langfristig gebraucht wird, kann gedeckt werden. Der Anteil biogener Brennstoffe an der Stromerzeugung in Österreich soll im „Transition-Szenario“ von knapp 5 auf rund 8 Terawattstunden 2050 steigen. Laut dem Biomasseverband ist es möglich, bis 2030 in Österreich zusätzlich Biomassekapazitäten mit einer Gesamtenergieleistung von rund 30 Terawattstunden nutzbar zu machen (derzeit sind es 63 Terawattstunden). Das wäre sowohl für die Strom- als auch für die Wärmeerzeugung mehr als ausreichend, um den zusätzlichen Bedarf langfristig zu decken. Nicht zuletzt, weil der Verbrauch an Biomasse für die Wärmeerzeugung in Gebäuden aufgrund der geplanten Energiesparmaßnahmen nach 2030 stark sinken wird.

Investitionsbedarf wenigstens 2,6 Milliarden Euro pro Jahr bis 2030

Die Ziele aus dem „Transition-Szenario“ wurden in ähnlicher Form im neuen Regierungsprogramm übernommen, mit dem wesentlichen Unterschied, dass bereits 2030 eine vollständige Umstellung der Stromerzeugung auf Ökostrom erreicht werden soll (derzeit sind es 73 Prozent). Entsprechend rasch wird der Investitionsbedarf nicht nur im Energiesektor wachsen. Grundsätzlich bieten Investitionen in eine klimaneutrale Infrastruktur starke Wachstumsimpulse in unterschiedlichsten Branchen, sie schaffen Arbeitsplätze und sind damit ein wirksames Mittel, um die negativen Wirkungen der Corona bedingten Wirtschaftskrise abzufedern.

Eine Studie der TU Wien aus dem Jahr 2019 zeigt, dass ein Anteil von 100 Prozent grünem Strom am Stromverbrauch in Österreich 2030, vor allem aufgrund des stark steigenden Strombedarfs im Verkehr, zumindest 30 Terawattstunden zusätzlicher Leistung aus erneuerbaren Quellen braucht. Die dafür notwendigen Produktionskapazitäten erfordern etwa 2,6 Milliarden Euro an Investitionen pro Jahr in erneuerbare Energietechnologien. Dazu müssen noch etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr an Förderungen für den Strom aus erneuerbaren Quellen ausgegeben werden (wobei die Fördersumme von der allgemeinen Strompreisentwicklung abhängt und bei niedrigen Strompreisen noch höher liegt).

„In Summe sind die Klimaschutzziele äußerst ambitioniert, aber umsetzbar, unter der Voraussetzung, dass die politischen Weichenstellungen dafür rasch erfolgen“, rät Wolf. „Die Investitionssummen sind auch im Energiesektor ungleich höher, wenn schon 2040 ein klimaneutrales Österreich erreicht werden soll.“

Wie CEOs kommunizieren (sollten)

Published on 2. November 2020

Führungskräfte können sich der Positionierung in Social-Media-Kanälen immer weniger entziehen, sind sie doch das Aushängeschild ihres Unternehmens. Müssen CEOs jetzt ständig Video-Selfies posten, Podcasts produzieren und sich zu Influencern entwickeln? Was Pflicht ist und was Kür, diskutierten Experten Ende Oktober bei einer Kooperationsveranstaltung der Österreichischen Marketing-Gesellschaft (ÖMG) und der APA – Austria Presse Agentur. 150 Teilnehmer verfolgten die Veranstaltung digital mit.

Führungskräfte müssen einen persönlichen Account haben und ihre Kommunikation auch auf Online-Kanäle ausrichten. „Sie sind Multiplikatoren und können Botschaften akzentuieren, müssen sich aber nicht unbedingt als die größten Influencer positionieren“, so Livia Dandrea-Böhm, Leiterin A1 External Communication. Die Personalisierung erlaube eine ganz andere Nähe, sieht auch Klemens Ganner, Geschäftsführer von APA-DeFacto, Vorteile: „Schließlich orientiert sich der Mensch an Menschen.“

Dabei rückt das Privatleben der CEOs stärker in den Fokus. „Die junge Generation fordert das. Sie will mehr vom Menschen dahinter wissen. Man muss aus sich herausgehen, wenn man da punkten will“, erläuterte Xenia Daum, Geschäftsführerin von styria digital one, die selbst keine privaten Fotos ihrer Wochenendaktivitäten teilt. Spezielle Richtlinien gibt es dabei aber nicht. Man hat zwar lokale Guidelines, ist aber permanent am Experimentieren, strich Christoph Kränkl, Geschäftsführer von SAP Österreich, hervor. Im Gegensatz zu internationalem Content würden Postings, die beispielsweise persönliche Werte kommunizieren, viele Reaktionen auslösen: „Hier gibt es steile Lernkurven.“

Top-CEO ÖBB-Chef Andreas Matthä (rechts, hier mit Siemens-Generaldirektor Wolfgang Hesoun).

Hilfreich bei Employer Branding

Auch bei der Aufgabe, sich als attraktive Arbeitgeber im „War for Talents“ darzustellen, können CEOs durchaus hilfreich sein. „Sie geben dem Unternehmen ein Gesicht und machen die Sache dadurch persönlicher“, so Dandrea-Böhm. Gerade Einblicke in den Arbeitsalltag könnten relevant bei der Mitarbeitersuche sein. SAP entwickle für die Talente-Suche eigene Story-Formate, etwa um Studierende anzusprechen, erklärte Kränkl. Das zeigt Wirkung und wird rege genutzt. Laut Ganner könne man damit auch die interne Kommunikation bedienen.

Es hat sich auch gezeigt, dass es mehr Rückmeldungen gibt, wenn man als Person postet, als wenn das über den Firmenkanal geschieht, ergänzte Daum. Zu beachten ist, dass der Content zum Kanal passt, so werde Lehrlingssuche auf LinkedIn wahrscheinlich nicht so gut funktionieren wie in passenden anderen Kanälen. A1 setzt hier auch auf Radio, „so kommen wir an die Eltern und Großeltern, die dann den Jugendlichen eine Bewerbung bei uns nahelegen“, meint Livia Dandrea-Böhm.

Top-CEO Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz.

Der CEO als Video-Star

Auf dem Vormarsch seien auch Videos, die eine bessere Interaktion versprechen. „Damit muss man sich auseinandersetzen. Vor allem kurze Video-Selfies kommen bei der jungen Zielgruppe sehr gut an“, zeigte sich Xenia Daum überzeugt. Dandrea-Böhm verwies auf den hohen Aufwand, zumindest bei der externen Kommunikation, geht aber von einer zunehmenden Bedeutung aus. „Ich persönlich werde noch länger bei schnellen Fotos bleiben. Aber sonst wird das bei uns schon viel genutzt“, erklärte Kränkl. Auch Podcasts gewinnen an Bedeutung, ergänzte Ganner.

Bleibt die Frage: Selber posten oder delegieren? „Bei A1 ist es eine Mischung. Das Top-Management postet teilweise selbstständig, teilweise schlagen wir auch Sachen vor. Aber nichts geht ohne die Zustimmung des CEOs hinaus“, sagte Dandrea-Böhm. „Das machen die Profis. Ich übergebe Texte, andere bringen es in Form und schicken es raus“, erklärte Kränkl. Daum und Ganner posten selbst, wenn auch laut eigener Einschätzung eher zurückhaltend.

Im Rahmen des Events präsentierte Ganner auch das aktuelle CEO-Ranking von APA-Comm: Erstmals ist ÖBB-Chef Andreas Matthä der präsenteste CEO Österreichs. Dahinter folgen Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Die Plätze vier und fünf belegen OMV-CEO Rainer Seele und Montana Tech-Geschäftsführer Michael Tojner.

Mit Casinos-Austria-Chefin Bettina Glatz-Kremsner erreichte zum ersten Mal eine Frau eine Top-10-Platzierung in diesem Ranking, für das über den Zeitraum eines Jahres 1,13 Millionen Beiträge aus heimischen Tageszeitungen, Magazinen sowie Radio- und TV-Nachrichtenformaten analysiert wurden.

Mit viel Energie das „Multitalent“ Biogas forcieren

Published on 2. November 2020

Ab 2030 soll der Gesamtstromverbrauch in Österreich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Dieses Ziel will die Regierung mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) erreichen, dessen Begutachtungsfrist (für den Gesetzesentwurf) am 28.10. endete und das am 1.1.2021 in Kraft treten soll. Zwar gibt es ziemlich breite Zustimmung dafür, doch steckt der Teufel (wieder einmal) in den Details …

Aktuell liegt der Stromverbrauch hierzulande bei ungefähr 70 Terawattstunden (TWh) pro Jahr, rund 70 Prozent stammen bereits aus erneuerbaren Quellen. Bis 2030 wird der Strombedarf allerdings weiterwachsen und soll zudem zu 100 Prozent „sauber“ sein. Deshalb soll mit dem Gesetz das Fördersystem auf neue Beine gestellt werden, damit zu den bisherigen 54 TWh zusätzlich 27 TWh erzeugt werden können, um den steigenden Strombedarf zu stemmen und die Stromproduktion aus fossilen Quellen auf nahezu null zu fahren. Verteilt werden die 27 TWh laut EAG-Entwurf auf Fotovoltaik (elf), Windkraft (zehn), Wasserkraft (fünf) und Biomasse (eine TWh).

Für die einzelnen Pläne werden in den kommenden neun Jahren insgesamt zehn Milliarden Euro Förderungen ausgeschüttet. Die Kosten von durchschnittlich rund einer Milliarde Euro pro Jahr werden die Stromkunden auf ihren Rechnungen wiederfinden – bis dato waren das „nur“ 700 bis 760 Millionen. Mit den Förderungen, die sich je nach den unterschiedlichen Erzeugungstechnologien differenzieren, sollen aber bis zu 30 Milliarden an Investitionen in Österreich motiviert werden.

So soll Biomasse in unterschiedlichen Klassen mit Marktprämien gefördert werden, nämlich unterschiedlich für Anlagen bis zu 50 Kilowatt (kW), 50 bis 500 kW und 500 kW bis 5 MW. Bestandsanlagen bekommen Marktprämien bis zum Ablauf der Lebensdauer (maximal 30 Jahre). Anlagen mit einer Leistung von 500 kW bis 5 MW erhalten eine Marktprämie, die durch eine Ausschreibung ermittelt wird. Bereits bestehende Biogasanlagen, die aus alten Fördertarifen herausfallen, werden weiter unterstützt, bis ein Gesetz für „grünes Gas“ in Kraft tritt. Neue Anlagen bis zu einer Größe von 150 kW werden auch für die Einspeisung von Ökostrom gefördert.

„Grünes Gas“ wird massiv vermisst!

Hier kommt Biogas ins Spiel – oder sollte ins Spiel kommen, denn „Greening the gas ist ein Schlagwort, das mir im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz noch komplett fehlt“, kritisiert der Vorsitzende der Agrarlandesräte-Konferenz (LARK), Josef Schwaiger. Das sei „in vielen Bereichen der einzig logische Weg, um aus fossilen Energieträgern auszusteigen“. Auch Gas Connect Austria äußerte ähnlich – dennoch soll „grünes Gas“ erst NACH dem EAG zum Thema werden.

Dies ist nicht wirklich einsichtig, denn „grünes Gas“ könnte bzw. sollte DER Wegbegleiter der Energiewende sein. Sein Potenzial umfasst nach aktuellen Berechnungen mindestens zwei Milliarden Kubikmeter Gas. So viel Energie benötigt derzeit eine Million Haushalte, um in einem Winter zu heizen und Warmwasser aufzubereiten. Damit könnte Österreich sogar seinen gesamten Gasbedarf mit Holz- und Biogas aus Brache Flächen und ungenütztem Grünland und Wasserstoff decken.

Bio­gas ist ein en­er­gie­rei­ches Gas, das unter an­ae­ro­ben Be­din­gun­gen durch bio­lo­gi­sche und che­mi­sche Pro­zes­se er­zeugt wird (2009/28/EG). Ab­hän­gig von der Zu­sam­men­set­zung des ver­ar­bei­te­ten Ausgangsma­te­ri­als kön­nen Bio­ga­ser­trag und Zu­sam­men­set­zung va­ri­ie­ren. Für die Erzeugung werden Abfälle der Land- und Forstwirtschaft genützt, aber auch Klärschlamm, die Inhalte aus Biotonnen sowie Abfälle der Lebensmittelindustrie. Nach der Reinigung von Biogas hat es dieselben flexiblen Eigenschaften wie konventionelles Gas. Es taugt zum Heizen, für die Industrie und sogar zum Autofahren. Es wird ins Gasnetz eingespeist, dort gespeichert und dorthin transportiert, wo es gebraucht wird. Und: Weder Biogas noch der erneuerbare Wasserstoff noch das synthetische Gas verursachen klimaschädliche Emissionen und sind somit zu 100 Prozent CO2-neutral.

Auch in das Landschaftsbild fügen sich die schlanken Gastrassen deutlich besser ein: Sie benötigen nur den Bruchteil einer breiten Stromtrasse. Gasleitungen fallen auch nicht auf, während Strommasten das Landschaftsbild empfindlich prägen. Die Gase der Zukunft lassen sich auch gut in unterirdischen Rohrleitungen transportieren. Die bestehende Gasinfrastruktur steht also weiterhin zur Verfügung. Eine 90 Zentimeter dicke Gaspipeline liefert genauso viel „grünes Gas“ wie fünf parallel geführte 380 kV Hochspannungsleitungen – und das auf deutlich weniger Platz. Das Gas der Zukunft lässt sich zudem in großen Mengen aufbewahren: Die Speicher in Österreich fassen bis zu 93 Terawattstunden!

„Grünes Gas“ besticht durch Flexibilität und Vielseitigkeit: Es ist eine hervorragende Wärmequelle, eignet sich als Antrieb für Gasfahrzeuge oder den Betrieb von Kraftwerken, um Strom und Wärme zu gewinnen. So kann es in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent erreichen. Gas-Brennwertgeräte weisen sogar einen Wirkungsgrad von bis zu 96 Prozent auf. Neben dem Gas entsteht in der Biogasanlage „Gär­rest“, das na­he­zu alle Nähr­stof­fe aus dem auf­ge­schlos­se­nen Roh­stoff enthält und daher als wert­vol­ler or­ga­ni­scher Voll­dün­ger mit noch er­heb­li­chen Men­gen an or­ga­ni­schem Koh­len­stoff für die Hu­mus­bil­dung bzw. Koh­len­stoffspei­che­rung im Boden dient.

Biogasanlagen verfügen über die positive Eigenschaft, nahezu jede organische Substanz (ausgenommen holzartige) mittels Bakterien in Energie und organischen Dünger umzuwandeln. Die Ausgangsstoffe werden auch Substrate genannt, wobei man Energiepflanzen, Wirtschaftsdünger und organische Abfälle unterscheidet. Durch diese Ei­gen­schaft der En­er­gie- und or­ga­ni­schen Dün­ger­pro­duk­ti­on ist die Biogastechnik das un­ver­zicht­ba­re letz­te Glied einer er­folg­rei­chen Bio­öko­no­mie­wirt­schaft sowie Klimaschutzpoli­tik.

Drei aktuelle Positivbeispiele

Eine Studie der TU Wien zeigt: Die Land- und Forstwirtschaft könnte sich selbst mit Energie versorgen, wenn man forstwirtschaftliche Reststoffe in Biodiesel und Biogas umwandelt. Der Verbrauch von fossilem Diesel und Erdgas in der Land- und Forstwirtschaft ist für etwa 1,1 Prozent der gesamten österreichischen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Gleichzeitig fallen aber in der Forstwirtschaft auch große Mengen von Schadholz und biogenen Reststoffen an, die zwar für eine stoffliche Verwertung ungeeignet sind, aus denen aber erneuerbare Energieträger wie Biodiesel oder Biogas hergestellt werden können. An der TU Wien forscht man seit Jahren an Methoden, biogene Roh- und Reststoffe auf umweltfreundliche Weise zu nutzen.

Am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften der TU Wien wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, wonach die Land- und Forstwirtschaft ganz auf fossile Kraftstoffe verzichten könnte, wenn man Reststoffe sinnvoll nutzt. Empfohlen wird die Errichtung eines „Reallabors“, um genau zu untersuchen, wie die bereits erprobten Methoden großtechnisch optimal umgesetzt werden können. Das Konzept, das die TU Wien der Studie zugrunde legt, besteht aus mehreren Schritten: Aus biogenen Rohstoffen, etwa aus Holz, das durch Borkenkäfer geschädigt wurde, soll zunächst ein Synthesegas erzeugt werden. Dieses Gas wird dann in einem zweiten Schritt gereinigt, danach kann es entweder zur Herstellung von Holzdiesel verwendet oder in Holzgas umgewandelt werden. Der Holzdiesel ließe sich wie gewöhnlicher Diesel in landwirtschaftlichen Maschinen verwenden, das Gas ließe sich wie herkömmliches Erdgas nutzen und kann ins bestehende Erdgasnetz eingespeist werden.

„Das Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft“, erklärt Prof. Hermann Hofbauer, Leiter der Forschungsgruppe „Zukunftsfähige Energietechnik“. „Land- und forstwirtschaftliche Maschinen sollen mit Holzdiesel betrieben werden, das Holzgas soll für Raumheizung und Warmwasserbereitstellung eingesetzt oder ins Erdgasnetz eingespeist werden.“ Die einzelnen technischen Schritte wurden an der TU Wien bereits ausführlich erprobt: „Die Energieeffizienz der Holzgasproduktion beträgt bis zu 85 Prozent“, sagt Alexander Bartik, der maßgeblich an der Studie auf dem Gebiet der Holzgasproduktion mitarbeitete. „65 Prozent der Energie wird im Holzgas gespeichert, zusätzlich gewinnen wir 20 Prozent durch Wärmeauskopplung.“ Auch bei der Herstellung von Holzdiesel ist der Wirkungsgrad hoch: „Man kann 50 Prozent bei Holzdiesel plus 20 Prozent durch Wärmeauskopplung erzielen“, erklärt Anna Mauerhofer, Expertin auf dem Gebiet der Holzdieselproduktion.

Die verfügbaren Mengen an anfallenden Reststoffen würden problemlos ausreichen, um die Land- und Forstwirtschaft mit Holzdiesel und Holzgas autonom zu versorgen. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt von finanziellen Faktoren ab: Um den Energiebedarf der Land- und Forstwirtschaft bis 2035 aus Reststoffen zu decken, müsste man eine Holzgas-Anlage und neun Holzdiesel-Anlagen mit jeweils 100 MW installieren. „Dafür wäre ein jährliches Investitionsaufkommen von knapp € 200 Millionen über 10 Jahre nötig“, sagt Martin Hammerschmid, verantwortlich für die ökonomische Bewertung der Technologie innerhalb der Studie.

Die Wirtschaftlichkeit der Technologie hängt von der CO2-Bepreisung der fossilen Energieträger ab: Biodiesel aus Holz wäre (je nach Qualitätsklasse des Holzes) ab einem CO2-Preis von ca. 60 bis 170 €/toCO2 wirtschaftlich, Biogas aus Holz bei 25 bis 120 €/toCO2. Man könnte die Preise von Bio-Brennstoffen und fossilen Brennstoffen allerdings auch angleichen, indem man Biogas und Biodiesel verbilligt: „Um den derzeitigen Marktpreis der Produkte zu halten, könnten alternativ für Holzdiesel und Holzgas Förderungen in Form von Investitionsförderungen, Betriebsförderungen oder steuerliche Begünstigungen umgesetzt werden“, erklärt Marton Veress, der sich vor allem mit der Ressourcenabschätzung für die biogenen Kraftstoffe in der Studie befasst hat.

Nachdem bestehende land- und forstwirtschaftliche Geräte, die derzeit Diesel oder Gas nutzen, wie gewohnt mit den neuen Energieträgern weiterverwendet werden könnten, wäre die Produktion von Holzgas und Holzdiesel die kostengünstigste Methode, die Land- und Forstwirtschaft zu defossilisieren. Für das Klima wäre das ein wichtiger Schritt nach vorne – aber das wäre nicht der einzige wichtige Vorteil: Mit der CO2-Einsparung würden auch wesentliche Reduktionen anderer schädlicher Emissionen einhergehen. So würden etwa die Partikelemissionen im Vergleich zu fossilem Diesel um 80 % reduziert werden.

Evonik produziert am Attersee Membrane aus Hochleistungskunststoff.

Evonik: die Biogas-Spezialisten in Schörfling (am Attersee)

Der deutsche Chemiekonzern Evonik Industries AG betreibt seit zehn Jahren einen Standort in Schörfling mit 130 Mitarbeitern. Produziert werden Fasern auf Polyimidbasis und Hohlfasermembrane für Gasfilter, die z.B. bei der Aufbereitung von Biogas eingesetzt werden. Ausgangsstoff ist der Hochleistungskunststoff Polyimid, der in der benachbarten Lenzing AG produziert wird. Membrane der Evonik Fibres GmbH in Schörfling sind mittlerweile weltweit in 300 Biogas-Referenzanlagen in Betrieb, in denen jährlich fast zwei Millionen Tonnen Biogas produziert werden. „Man müsste zwei Millionen Buchen pflanzen und 80 Jahre wachsen lassen, um so eine Menge an Treibhausgas absorbieren zu können“, erläutert Jean-Marc Chassagne, Geschäftsführer der Schörflinger Evonik Fibres GmbH.

Evonik setzt auch selbst auf Biogas: Früher wurde in Schörfling die Raum- und Prozessheizung ausschließlich mit Erdgas betrieben – jetzt verheizt das Unternehmen zu 25 Prozent Biomethan und verbessert damit auch die eigene CO2-Bilanz deutlich. „Wir vermitteln unseren Kunden den Nachhaltigkeitsgedanken, indem wir ihnen Technologien anbieten, die ihnen Umweltvorteile bringen“, sagt Chassagne. „Dieser Gedanke prägt auch unser eigenes tägliches Handeln. Wir legen großen Wert darauf, unsere Produkte so umweltverträglich, sicher und effizient wie möglich zu produzieren.“

Der Fokus auf attraktive Geschäfte der Spezialchemie, kundennahe Innovationskraft und eine vertrauensvolle und ergebnisorientierte Unternehmenskultur stehen im Mittelpunkt der Evonik-Strategie. Sie sind die Hebel für profitables Wachstum und eine nachhaltige Steigerung des Firmenwerts. Evonik ist in mehr als 100 Ländern aktiv und profitiert dabei von seiner Kundennähe und seinen führenden Marktpositionen.

Membrananlage der Biogas-Spezialisten Evonik mit Standort in Schörfling.

Jenbacher trägt wesentlich zur größten Einzel-Biogasmotoren-anlage Deutschlands bei

Bereits 2005, als die meisten Biogasbetreiber noch nicht an Blockheizkraftwerke über 300 kW Leistung zu denken wagten, investierte die BENAS GmbH für eine Anlage in Ottersberg in der Nähe von Bremen in fünf Jenbacher J320 Gasmotoren von INNIO Jenbacher mit einer Leistung von insgesamt 5,24 MW. Nun erweitert BENAS dieses Blockheizkraftwerk (BHKW) um zwei Jenbacher J620 Gasmotoren mit einer Leistung von jeweils 3,05 MW und realisiert damit die größte Einzel-Biogasmotorenanlage Deutschlands.

Die Geschäftsführer von BENAS gelten als Vordenker der Energiewende und als Vorreiter unter den deutschen Biogasbetreibern. Mit dieser Investition erhöht das Unternehmen nicht nur den elektrischen Wirkungsgrad seiner Anlage um 7,2 Prozentpunkte, sondern reduziert gleichzeitig den Rohstoffbedarf, die erforderliche Anbaufläche sowie den Transportaufwand um jeweils 19,5 Prozent. In absoluten Zahlen reduziert sich der Bedarf an Energiemais, aus dem das Biogas für die Anlage zum Teil gewonnen wird, für BENAS um rund 15.500 Tonnen pro Jahr, die erforderliche Anbaufläche um knapp 370 Hektar. Wie schon die erste Anlage wird auch die Anlage in Ottersberg nur mit nachwachsenden Rohstoffen und mit Hühnertrockenkot betrieben.

„Vor zweieinhalb Jahrzehnten zählten wir zu den ersten Landwirten, die eine Biogasanlage bauten“, sagt Jürgen Heitmann, der Gründer der BENAS GmbH. „Damals wie heute möchten wir damit unseren Beitrag zur Energiewende leisten, unseren Betrieb umweltfreundlicher machen und selbstverständlich dabei auch ein wenig Geld verdienen.“ Mit 45 Mitarbeitern bewirtschaftet BENAS an drei Standorten insgesamt 3.300 Hektar Anbaufläche für Energiepflanzen. Die in Eigenregie geplante und errichtete Biogasanlage verfügt heute über 43.000 m3 Gärvolumen, 33.000 m3 Gasspeicher und eine installierte elektrische Leistung von 11,35 MW. Daneben betreibt BENAS noch eine Gasaufbereitungsanlage, in der 1.200 m³/h Biogas zu Erdgasqualität verarbeitet werden.

Durch die Investition in die neue Anlage können in Ottersberg jetzt pro Jahr 28.000 MWh Strom erzeugt und ins Netz eingespeist und eine gemeinsam mit der Gesellschaft für Nachhaltige Stoffnutzung mbH in Halle entwickelte Faseraufbereitungsanlage gleichzeitig mit Wärme versorgt werden.

„Für die Investition ausschlaggebend war die enorme Verbesserung des Wirkungsgrads der Blockheizkraftwerke innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte“, erläutert BENAS-Geschäftsführer Christoph Heitmann, der die neue Anlage geplant und auch in die Realität umgesetzt hat. Im Zuge des Neubaus wurde daher nicht nur die Wärmezufuhr aus dem Kühlwasser, sondern auch die Wärmenutzung aus dem Abgas komplett automatisiert und an das neue Gesamtsystem angepasst. So konnte die Leistung der Faseraufbereitungsanlage um 50 Prozent gesteigert und gleichzeitig durch die verknüpfte Prozessleittechnik ein Höchstmaß an Sicherheit realisiert werden.

Bioenergie wird aufgrund ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten hohe Bedeutung für die Energiewende beigemessen; Biogasanlagen können rasch hochgefahren werden und dadurch Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. „Im Gegensatz zu Solar- oder Windkraft ist Biogas eine speicherfähige Energiequelle, aus der zu jeder Tages- und Jahreszeit Strom oder Wärme erzeugt werden können, egal ob die Sonne scheint, ob es regnet oder stürmt“, erklärt Norbert Hetebrueg, General Manager von INNIO Jenbacher für Zentral- und Nordeuropa. „Die kraftstoffflexiblen Jenbacher Gasmotoren von INNIO werden damit zu einem integralen Bestandteil der globalen Energiewende und können zur Stromversorgungssicherheit beitragen.“

Ein Großteil der Rohstoffe, insbesondere Wirtschaftsdünger und Pflanzenreste, fallen in der Landwirtschaft im normalen täglichen Betrieb an.  Daher bietet der Agrarsektor auch das größte Potenzial für die Produktion von Biogas. Der durchschnittliche Heizwert eines Kubikmeters Biogas entspricht etwa dem von 0,6 Litern Heizöl. Umgerechnet kann damit aus einer Tonne organischen Reststoffen und drei Tonnen Gülle bzw. Festmist Biogas gewonnen werden, das einem Heizwert von 60 Litern Heizöl bzw. 120 kWh Strom entspricht. Gleichzeitig wird dabei der Kohlendioxidausstoß um 200 kg reduziert.

Biogas erreicht seinen maximalen Wirkungsgrad und damit auch seine beste Klimabilanz, wenn es – in Form von Kraft-Wärme-Kopplung – gleichzeitig zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Wertvollster Bestandteil im Biogas ist Methan, das einen Anteil von bis zu 60 Prozent erreichen kann; je höher der Methananteil ist, desto energiereicher ist das Gas.

Wir kümmern uns viel zu wenig um unsere Natur!

Published on 31. Oktober 2020

Auf Basis offizieller Berichte der Mitgliedsstaaten bewertet die Europäische Umweltagentur alle fünf Jahre den Zustand von Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume im Ländervergleich. Eine Analyse der Ranking-Daten durch die Naturschutzorganisation WWF Österreich zeichnet ein alarmierendes Bild der Lage heimischer Ökosysteme: 83 Prozent der bewerteten Arten weisen einen „mangelhaften“ bis „schlechten Zustand“ auf, womit Österreich nur auf dem vorletzten Platz von 28 untersuchten Ländern liegt. Zudem befinden sich 79 Prozent der bewerteten Lebensräume in keinem „guten Zustand“ – auch hier landet Österreich mit Platz 18 nur im hinteren Mittelfeld.

„Österreichs oft strapazierte Rolle als Umweltmusterland ist ein reiner Mythos“, kritisiert WWF-Naturschutzexperte Arno Aschauer. „Im Europavergleich sind wir nur noch Nachzügler, weil wir Natur im großen Stil verbauen, verschmutzen und übernutzen. Die Antwort auf dieses Armutszeugnis muss ein ambitionierter Aktionsplan zum Schutz der biologischen Vielfalt und eine Reduktion des viel zu hohen Bodenverbrauchs sein!“ Zehn bedrohte Tierarten hierzulande sind beispielsweise Luchs, Wolf, Seeadler und das Große Mausohr (eine Fledermausart), aber auch Schwarzspecht (der größte Specht Europas), Bachforelle, Feldhamster, Feldlerche, der Große Eichenbock (unser größter Käfer) und – es muss immer wieder betont werden – die Wildbienen mit etwa 700 Arten.

Wir bauen viel zu viel

Hauptsächliche Belastungsfaktoren für Arten und Lebensräume in Österreich sind die Übernutzung und Verschmutzung der Natur – etwa durch intensive Land-, Forst- und Wasserwirtschaft – sowie die viel zu starke Verbauung des Landes. Der WWF Österreich sieht daher die Bundesregierung und die Bundesländer in der Pflicht, einen konkreten Aktionsplan vorzulegen. „Die neue Biodiversitätsstrategie muss verpflichtende Ziele, Vorgaben und Zuständigkeiten enthalten, damit sie nicht wieder zu einem zahnlosen Papiertiger verkommt“, fordert Aschauer. „Dafür braucht es auch eine ausreichende Finanzierung und ein deutlich besseres Monitoring geschützter Lebensräume und Arten – derzeit gibt es hier massive Defizite!“

Besonders dringend ist die Reduzierung des Bodenverbrauchs: Der Flächenfraß hat längst jedes naturverträgliche Maß überschritten! Tagtäglich verlieren wir rund 13 ha Grünflächen, was maßgeblich zum schlechten Zustand vieler Arten und ihrer Lebensräume beiträgt. „Letztlich leidet auch unsere Gesundheit und Ernährungssicherheit darunter, wenn Österreich weiter rücksichtslos zubetoniert wird“, warnt Aschauer. Eine WWF-Petition gegen den Flächenfraß unter dem Motto „Natur statt Beton“ hat binnen weniger Wochen bereits über 9.000 Unterschriften gesammelt. Darin wird ein Bodenschutz-Vertrag gefordert, den die Bundesregierung mit Ländern und Gemeinden vereinbart, um den Bodenverbrauch auf maximal einen Hektar pro Tag zu reduzieren.

Auch das WWF-Jugendnetzwerk Generation Earth fordert die Politik zum raschen Handeln auf. „Sauberes Wasser, saubere Luft und gute Lebensmittel hängen unmittelbar vom strengen Schutz der Natur ab“, erklärt Magdalena Prieler, Sprecherin von Generation Earth. „Gesunde Lebensräume und eine hohe Artenvielfalt sind die unverzichtbare Lebensgrundlage für uns Menschen. Die Politik darf unsere Zukunft nicht aufs Spiel setzen und muss dem Schutz der Biodiversität viel mehr Gewicht geben!“

Die Petition „Natur statt Beton. Stoppt die Verbauung Österreichs!“ kann online unterzeichnet werden:
www.natur-statt-beton.at/petition

Echte Vorbilder: Entrepreneur und Forscher des Jahres

Published on 20. Oktober 2020

Optimismus dominierte die Vergabe des HERMES.Wirtschafts.Preis des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, der Leitbetriebe Austria und der Tageszeitung „Kurier“ in der Hofburg. Die wichtigste Ehrung des Galaabends, der Titel „Entrepreneur des Jahres“, ging in diesem Jahr an Hannes Bardach, Mehrheitseigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender der Frequentis AG, des Weltmarktführers bei Sprachkommunikationssystemen im Flugverkehr. „Hannes Bardach ist einer der Pioniere der Digitalisierung in Österreich“, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in ihrer Laudatio per Videobotschaft. „Er hat es wie kaum jemand anderer geschafft, kühne technische Visionen zu entwickeln, viele andere Menschen dafür zu begeistern und sie dann konsequent in die Realität umzusetzen. Ohne ihn wäre Österreich ärmer an Ideen und ärmer an technischer Kompetenz, er ist ein Mensch und Unternehmer, auf den Österreich stolz sein kann.“

Auch Leitbetriebe Austria-Geschäftsführerin Monica Rintersbacher versprühte Optimismus: „Wenn nichts mehr so ist wie früher, genau dann ist der richtige Zeitpunkt, um einen Schritt weiter zu gehen. Viele österreichische Unternehmen, allen voran diejenigen, die wir heute hier auszeichnen, tun genau das. Trotz aller aktuellen Probleme spürt man immer stärker so etwas wie Aufbruchstimmung. Auch die enorme Resonanz auf die Leitbetriebe-Ideeninitiative „Made in Austria neu denken“ zeigt den Willen und die Fähigkeit, Wertschöpfung nach Österreich zurückzuholen und wieder neue, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen.“

Österreichischer Pionier der Digitalisierung

Eine zentrale Botschaft des HERMES-Wirtschafts.Preis wurde auch mit dem erstmals gewählten Dresscode „Tracht“ unterstrichen: Die Stärkung des Standorts durch Regionalisierung, die Wertschöpfung nach Österreich zurückholt, hochwertige Arbeitsplätze auch außerhalb der Ballungszentren sichert, globale Lieferketten verkürzt und so auch die Versorgungssicherheit entscheidend verbessert. „Die rasant fortschreitende Digitalisierung treibt einerseits die für eine Exportnation unverzichtbare, globale wirtschaftliche Kooperation voran, andererseits ermöglicht sie es, die Regionen durch Homeoffice, Remote Working, Zusammenarbeit in geographisch breit diversifizierten Teams zu stärken“, so Rintersbacher.

Auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck betonte die Chancen der Digitalisierung für unseren Wirtschaftsstandort: „Die Corona-Krise hat uns in das digitale Zeitalter gebeamt. Viele Unternehmen haben aus der Not eine Tugend gemacht und auch in der Krise Chancen gesehen. Die Investitionsprämie wird sehr gut angenommen und österreichische Unternehmen nutzen diese, um gerade jetzt in ihre Zukunft zu investieren. Davon fließt ein wesentlicher Teil in die digitale Transformation der Unternehmen, damit diese auch auf künftige Herausforderungen bestmöglich vorbereitet sind.“

Die HERMES-Preisträger 2020:

Dienstleistung: XING E-Recruiting GmbH, Kristina Knezevic, Country Manager Austria XING und XING E-Recruiting & Jutta Perfal-Strilka, Geschäftsführerin XING E-Recruiting Wien

Familien: GrECo International AG, Friedrich Neubrand, CEO in der Holding und Vorstand der GrECo Gruppe

Frauen: MediaShop GmbH, Katharina Schneider, Geschäftsführerin

Handel: Fussl Modestraße, Ernst Mayr, Geschäftsführer

Industrie: Rosenbauer International AG, Daniel Tomaschko, CTO

International: Single Use Support GmbH, Johannes Kirchmair & Thomas Wurm = Gründer und Geschäftsführer

„Entrepreneur des Jahres“ : Hannes Bardach, Eigentümer und Vorsitzender des Aufsichtsrats, Frequentis AG

Der HERMES.Wirtschafts.Preis ist der jährlich vergebene Preis für herausragende Unternehmen und Unternehmer in Österreich und wird in den Kategorien Dienstleistungs-, Familien-, Handels-, Industrie- und von Frauen geführte Unternehmen sowie International vergeben. Als Sonderpreis wird der „Entrepreneur des Jahres“ verliehen, der eine herausragende Persönlichkeit, welche die österreichische Wirtschaft maßgeblich geprägt hat, auszeichnet. Sinn und Zweck des Preises ist es, Erfolge heimischer Unternehmen sichtbar zu machen und den Standort Österreich zu stärken.

TU Graz und MacroArray Diagnostics gewinnen Houskapreis 2020

Mit einer Dotierung von 500.000 Euro ist der Houskapreis der größte private Preis für anwendungsnahe Forschung. Damit zeichnet die B&C Privatstiftung jedes Jahr herausragende wirtschaftsnahe Forschungsleistungen in Österreich aus. Aus insgesamt 60 Einreichungen wurden die Gewinnerprojekte in einem zweistufigen Verfahren von hochkarätigen Fachexperten ermittelt. In der Kategorie „Hochschulforschung“ gewinnt die Technische Universität Graz mit der Entwicklung einer neuartigen 3D-Nanodruck-Technologie. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ erhält das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics den österreichischen Forschungs-Oskar für seinen einzigartigen Allergietest „Allergy Explorer“.

Aus den fünf nominierten Einreichungen in der Kategorie „Hochschulforschung“ holte Harald Plank vom Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik der Technischen Universität Graz mit dem Projekt „3D-Nano-Printing“ den Hauptpreis mit einem Preisgeld von 150.000 Euro. Plank und sein Team entwickelten eine neuartige 3D-Nanodruck-Technologie, die sogenannte FEBID-Technologie (Focused Electron Beam Induced Deposition), zur Fertigung von komplexen, dreidimensionalen Objekten im Nanobereich. Diese neue Methode wird bereits in Rasterkraftmikroskopen von Industriepartnern eingesetzt und soll neue Anwendungsbereiche erschließen, die mit herkömmlichen 3D-Druckverfahren bisher nicht möglich waren. Projektleiter Harald Plank: „Ausgangssituation dieser Entwicklung war eine ‚schräge‘ Idee, die bei einem Kaffee entstanden ist. Dass diese Vision nach sechs Jahren zu einer industriell relevanten Technologie und schließlich zu einer solchen Auszeichnung führt, erfüllt mich mit großem Stolz.“

In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ waren ebenfalls fünf Projekte nominiert. Hier konnte das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics GmbH mit seinem Forschungsprojekt „Allergy Explorer – der Schlüssel zur Allergiediagnose“ die Fachbeiräte sowie die Jury überzeugen und das Preisgeld von 150.000 Euro gewinnen. Christian Harwanegg, Gründer und CEO von MacroArray Diagnostics: „Mit unserem zeit- und kosteneffizienten Allergietest möchten wir die großen Konzerne auch aufrütteln und vor allem für die Allergie-Patienten eine Erleichterung bei den Testungen schaffen.“ Harwanegg und sein Team haben den Allergietest „Allergy Explorer“ – kurz ALEX genannt – entwickelt, der annähernd 100 Prozent aller global relevanten Allergene in einem einzigen Schritt bestimmen kann und somit mehrere Einzeltests ersetzt. Da für den Test nur ein Tropfen Blut notwendig ist, eignet sich diese wenig invasive Methode auch sehr gut für Kleinkinder.

Den zweiten Platz des Houskapreises 2020 mit einem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro gewann Megan J. Cordill vom Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaft (ESI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Leoben, Steiermark, in der Kategorie „Hochschulforschung“ mit dem Projekt „Unzerbrechliche, flexible Elektronik“. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ konnte das Klagenfurter Unternehmen Bitmovin mit dem Projekt „PROMETHEUS – die Videostreaming-Infrastruktur der Zukunft“ den zweiten Platz für sich entscheiden.

Der Publikumspreis mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 20.000 Euro wurde heuer erstmals mittels Online-Votings von der Öffentlichkeit entschieden. In der Kategorie „Hochschulforschung“ überzeugte Projektleiter Peter Ertl vom Institut für Angewandte Synthesechemie an der Technischen Universität Wien mit dem Projekt „Parkinson-on-a-Chip: Erfassung neurodegenerativer Prozesse in einem Mittelhirn-on-a- Chip-Modell“, in der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ das Unternehmen UrbanGold GmbH aus Leoben mit dem Projekt „Effizientes und umweltverträgliches E-Schrott-Recycling“. Keines der insgesamt zehn nominierten Projektteams ging an diesem Abend leer aus, denn auch die übrigen Nominierten erhalten für ihre Forschungsarbeit ein Preisgeld von je 10.000 Euro.

Drei Strategien gegen „Plastikpandemien“

Published on 20. Oktober 2020

Seit Corona steigt der Verbrauch von Plastik massiv an. Die weltweite Recyclingquote liegt dagegen bei dürftigen 10 Prozent. Der Rest wird verbrannt, deponiert oder landet schlimmstenfalls in der Natur. Die Pandemie könnte nun Beschleuniger für längst überfällige Veränderungen sein. In drei Zukunftstrends zeigt die globale Unternehmensberatung Kearney auf, wie man die Kunststoffberge endlich abtragen könnte.

Carsten Gerhardt, Nachhaltigkeitsexperte und Partner bei Kearney.

Laut Schätzungen des Umweltbundesamts fallen in Österreich jährlich 900.000 Tonnen Plastikmüll an. Die Recyclingquote beträgt nur 25 Prozent, der Rest wird thermisch verwertet, also verbrannt. Noch schlechter sehen die internationalen Zahlen aus. Von den mehr als 380 Millionen Tonnen Plastik landen 90 Prozent in Deponien, Verbrennungsanlagen und schlimmstenfalls in der Natur. Die Pandemie hat diese Schieflage durch den erhöhten Bedarf an Masken oder Hygieneartikeln zusätzlich verschärft.

Carsten Gerhardt, Nachhaltigkeitsexperte und Partner bei Kearney: „Die schlichte Wahrheit ist, dass unsere Sammel-, Sortier- und Recyclingsysteme schon vor der Pandemie nicht in der Lage waren, das Abfallproblem zu lösen – das Sehen wir jetzt schmerzlich in unseren Parks und anderswo an den Stränden. Ironischerweise ist es aber ausgerechnet die Covid-19-Pandemie, die für den schon vorher begonnenen Umdenkprozess nun zum Beschleuniger werden könnte, um unser Abfallproblem anzugehen.“

Laut einer Kearney-Studie unter US-Konsumenten ist seit Beginn der Pandemie fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) besorgt über den aktuellen Zustand unserer Umwelt. 55 Prozent wollen zukünftig mehr umweltfreundliche Produkte kaufen. Mehr als 50 Prozent der Befragten planen, den Verbrauch von Einwegkunststoffen innerhalb der nächsten zwölf Monate zu reduzieren. Darüber hinaus sind mehr als 60 Prozent der Verbraucher der Meinung, dass Einzelhändler und Konsumgüterunternehmen die staatlichen Standards für Umweltvorschriften übertreffen sollten. Auch mehr und mehr Konsumgüterhersteller sind willens, ihren Anteil an Plastikverpackungen zu reduzieren. Sie reagieren damit auch auf EU-weite Verbot von Einwegverpackungen, das Mitte 2021 in Kraft tritt. Wie sie das schaffen könnten, haben die Nachhaltigkeitsexperten der globalen Unternehmensberatung Kearney in drei Zukunftstrends zusammengefasst.

Zukunftstrend 1: Rethink, Reduce, Recycle!

Auch wenn der Wille zur Veränderung da ist, so stellen doch Kosten, Verfügbarkeit und die Gewohnheiten der Kunden für viele Unternehmen eine große Herausforderung dar. Nichtdestotrotz haben bereits einige Unternehmen den Schritt in Richtung „Rethink, Reduce, Recycle!“ gewagt. „Bei ,Recycle‘ liegt der Fokus auf der Spezifizierung und dem Einkauf von recyceltem Plastik, während die Herstellung und die nachgelagerten Schritte kaum verändert werden.

Tiefergreifende Veränderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette wie die Lösungsansätze der Dimension, Rethink erfordern sowohl ein Umdenken auf Unternehmens- und Zulieferer- als auch Kundenseite. Sie sind daher deutlich komplexer und aufwendiger“, so Gerhardt. Komplexer werden die Prozesse auch mit steigender Umsetzungsdauer. Gerhardt: „Die Reduktion von Plastik im Verpackungsmaterial kann im Vergleich zur Gestaltung einer Kreislaufwirtschaft schneller und für die Kunden praktisch unbemerkt umgesetzt werden. Eine komplette Schließung des Kreislaufs dauert jedoch aufgrund der vielen Berührungspunkte entlang der Wertschöpfungskette deutlich länger.“

Carsten Gerhardt: „Mittlerweile liegt der Preis von r-PET deutlich über zehn Prozent höher als der Preis von neuem, sogenannten Virgin Plastic (PET)“.

Zukunftstrend 2: r-PET statt Virgin Plastic (PET)

Auf den ersten Blick scheint eine Lösung einfach. Recyclingbares Plastik (r-PET) hätte das Potential, uns vor der Plastikpandemie zu retten. Doch die Tücke liegt im Detail. So verpflichteten sich zwar mehr als 30 weltweit führende Konsumgüterhersteller in dem industrieübergreifenden „New Plastics Economy Global Commitment“, ihren Anteil an recyceltem Plastik bis 2025 zu erhöhen. Tatsächlich blieben die meisten Unternehmen aber weit hinter ihren selbstgesteckten Zielen zurück.

Einer der Gründe ist der Preis. Carsten Gerhardt: „Mittlerweile liegt der Preis von r-PET deutlich über zehn Prozent höher als der Preis von neuem, sogenannten Virgin Plastic (PET). Vor einem direkten Materialwechsel scheuen darum viele Unternehmen zurück. Plastik ist in der Konsumgüterindustrie und besonders für Verpackungen im Bereich Hygiene und Kosmetik noch immer das Material der Wahl. Es ist transparent, flexibel, widerstandsfähig, leicht, relativ stark, kann beliebig geformt und eingefärbt werden. Die Verfügbarkeit von Materialien mit ähnlichen Charakteristika wie Plastik sowie einem besseren ökologischen Fußabdruck ist aber nach wie vor begrenzt.“

Dass es auch anderes geht, zeigt beispielsweise Estée Lauder. „Estée Lauder hat für die Marke Aveda einen post-consumer recycled-PET-Anteil von mindestens 85 Prozent für die Verpackung aller aktuellen und zukünftigen Produkte verwendet. Dafür wurden einheitliche Verpackungsprinzipien für alle Produktlinien definiert und mit den externen Verpackungspartnern abgestimmt“, so Dr. Mirko Warschun, Kearney Partner und Leiter Handel und Konsumgüter Europe.

Zukunftstrend 3: Reduktion des Plastikanteils und mehr „Refill“

Ein anderer Ansatz zur Eindämmung des absoluten Plastikverbrauchs ist die Reduktion des relativen Plastikanteils in Verpackungen. So setzt Unilever auf Herstellungsprozesse, die kleine Luftblasen im Material der Plastikflaschen erzeugen. Nachhaltigkeitsexperte Gerhardt: „Das Ergebnis sind leichtere Verpackungen mit reduziertem Materialanteil.

L’Oréal geht noch einen Schritt weiter: In Zusammenarbeit mit dem Verpackungshersteller Albéa soll für ausgewählte Marken nur noch Plastikersatz verwendet werden, beispielsweise Kosmetiktuben aus Papier für Gesichts- oder Körperpflegeprodukte.“ Aber auch wiederbefüllbare Verpackungen reduzieren den Gesamtverbrauch an Verpackungsmaterialen – und das ohne signifikanten Investitionsbedarf. Zudem sind solche Verpackungen nur begrenzt abhängig von der technologischen Entwicklung recycelter Materialien. Dazu Gerhardt: „Shiseido hat erfolgreich wiederbefüllbare Verpackungen im oberen Preissegment eingeführt, beispielsweise für die Marke Haku.“

JETZT zum Top Leader werden

Published on 20. Oktober 2020

Manager und Leader sehen sich heute in Unternehmen mit vielen neuen Rollen und Herausforderungen konfrontiert. Althergebrachte Leadership-Weisheiten, die sich in der Vergangenheit bewährt haben, ziehen heute nicht mehr: In einer zunehmend globalisierten, digitalisierten Welt brauchen Führungskräfte neue, kreative und innovative Strategien, wenn sie ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen wollen. Wie Führung in diesem herausfordernden Umfeld gelingen kann, zeigt der bekannte Mentor, Autor und Berater Ronald Hanisch in seinem neuen Buch „Ich bin dein Leadership-Guru“, das jetzt im Best Practice Verlag erschienen ist.

„Wer die verantwortungsvolle Aufgabe als Leader übernimmt, muss lernen, mit dieser Macht sorgsam umzugehen“, sagt der österreichische Bestseller-Autor Ronald Hanisch, der als international zertifizierter Senior-Projektmanager zahlreiche Projekte in mehreren Ländern betreut. „War es früher noch der patriarchalische Führungsstil, so ist es heute der partizipative Stil, der mittel- und langfristig den Unternehmenserfolg sichert.“ Es gilt, Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse einzubinden, anstatt sie mit Belohnung und Bestrafung bei der Stange zu halten. „Auch dieser Führungsstil wird natürlich nicht ewig währen und in naher Zukunft erneut zu hinterfragen sein“, weiß der preisgekrönte Vortragsredner. Wie in allen anderen Unternehmensbereichen müsse auch auf Führungsebene ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess implementiert werden. „Wer gut führen will, muss unaufhörlich analysieren, anpassen, optimieren und sich flexibel an die aktuellen Anforderungen des Marktes der Zukunft anpassen.“

Wer der Meinung ist, dass Führung immer noch männlich-dominant und hart sein muss, der irrt.

Wer der Meinung ist, dass Führung immer noch männlich-dominant und hart sein muss, der irrt, stellt der gefragte Speaker heraus. Der Weg guten Leaderships führe vielmehr über Klarheit und zielstrebige Begegnungen auf Augenhöhe zum Erfolg. „Manager und Teamleader scheitern, wenn sie die Unternehmenskultur einfach beim Alten belassen.“ Ziel müsse vielmehr sein, den Führungsstil dem Wandel der Zeit anzupassen und umzudenken. „Rückschläge, Stolpersteine und Hürden sind die Belastungsproben, die viele verlernt haben zu meistern – auch dies muss sich ändern, wenn Unternehmen Krisen meistern wollen“, sagt „Projekt-Doktor“ Hanisch.

Erhöhte Achtsamkeit ist gefragt

Gerade in Krisen- und Marktumbruchzeiten wie den aktuellen sollten Führungskräfte, ihre gewohnten Reiz-Reaktionsmuster reflektieren und sofern nötig durchbrechen, denn: In ihnen sind auch ihre Mitarbeiter hochgradig verunsichert. Entsprechend empfindsam sind sie. Deshalb fragen sich viele Top Leader aktuell: Wie kann ich in diesem, von sehr rascher Veränderung und einer hohen Unsicherheit geprägten Umfeld

  • in dem mir anvertrauten Bereich meine Handlungsfähigkeit bewahren,
  • meine Mitarbeiter durch den Dschungel der Veränderungen führen und zugleich
  • als Individuum mir meine Freude an meinem Job bewahren und u.a. im Mitarbeiterkontakt die nötige Zuversicht und Gelassenheit ausstrahlen?

So unterschiedlich die Antworten im Einzelfall abhängig von der Person und Ist-Situation auf diese Frage auch sein mögen, ein Faktor ist für das Bewältigen der hinter ihr stehenden Herausforderungen unabdingbar: eine erhöhte Achtsamkeit beim Führen der eigenen Person sowie der Mitarbeiter – auch Mindful Leadership genannt.

„Mindfulness“, also Achtsamkeit, ist eine besondere Form der Konzentration, bei der man bewusst wahrnimmt, was im Moment ist und geschieht – und zwar ohne dies zunächst zu beurteilen. Ein Vordenker in diesem Bereich war Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn, ein emeritierter Professor der University of Massachusetts Medical School in Worcester. Er entwickelte mit seinem Team in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Trainingsprogramm namens „Mindfulness Based Stress Reduction“, um nachhaltig besser mit Stress und den Herausforderungen im beruflichen und privaten Leben umzugehen. Seine Kerninhalte sind verschiedene Meditationsformen sowie eine gezielte Entwicklung der Achtsamkeit im Alltag. Dieses Programm wird inzwischen seit mehr als vier Jahrzehnten in mehr oder minder modifizierter Form in der Personalentwicklung erfolgreich angewendet und wissenschaftliche Studien belegen seine positiven Effekte – nicht nur auf der psychologischen Ebene.

Achtsame Wahrnehmung, ist gerade in Krisen- und Marktumbruchsituationen wie den aktuellen beim Führen von Mitarbeitern extrem wichtig.

Führungsverhalten verschärft reflektieren

Im Zentrum steht dabei die Entwicklung der Selbststeuerungsfähigkeit durch eine erhöhte und sensiblere Wahrnehmung von sich selbst. Sie ermöglicht es, unbewusst wirkende Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster in sich zu erkennen und bei Bedarf außer Kraft zu setzen – also eingeübte und antrainierte Reiz-Reaktionsmuster zu durchbrechen, denn: Durch diese Form des Bewusstseins-Managements vergeht zwischen dem jeweiligen externen Reiz und unserer Reaktion auf diesen eine kleine Zeitspanne. In ihr können wir unsere Antwort bzw. Reaktion auf den Reiz bewusst wählen. Die achtsame Wahrnehmung dieses inneren Prozesses ermöglicht es somit, unser Empfinden und Verhalten zu steuern.

Dies ist gerade in Krisen- und Marktumbruchsituationen wie den aktuellen beim Führen von Mitarbeitern extrem wichtig, denn in ihnen sind auch diese oft hochgradig verunsichert und teils auch beruflich und privat extrem belastet. Deshalb achten sie auch stärker als in „normalen“ Zeiten auf die Reaktionen, das Verhalten und die Aussagen ihrer Führungskräfte und versuchen hieraus, Antworten auf solche Fragen abzuleiten wie:

  • Wie sicher ist mein Arbeitsplatz?
  • Wie viel Vertrauen schenkt mir mein Chef noch?
  • Wie loyal ist er uns gegenüber, seinen Mitarbeitern?

Unabhängig von der aktuellen Ist-Situation bietet ein Steigern der Achtsamkeit ihrer Führungskräfte Unternehmen jedoch vielversprechende Möglichkeiten.

Sich der Wirkungen des Verhaltens bewusst sein

Deshalb kann ein Verhalten, das in „normalen“ Zeiten durchaus zielführend und angemessen ist, in Krisen- und Marktumbruchsituationen extrem negative Wirkungen haben. Also müssen Top Leader in ihnen ihr Verhalten verschärft reflektieren und gegebenenfalls neu justieren. Allein fällt dies gerade in Zeiten, in denen selbst unter Druck stehen, oft schwer. Deshalb sollten Unternehmen gerade dann erwägen, ihren Führungskräften einen Coach als Sparringpartner zur Seite zu stellen.

Unabhängig von der aktuellen Ist-Situation bietet ein Steigern der Achtsamkeit ihrer Führungskräfte Unternehmen jedoch vielversprechende Möglichkeiten. Untersuchungen zeigen: Durch ein Mindful Leadership können Führungsaufgaben authentischer und erfolgreicher wahrgenommen werden. Das erkannte zum Beispiel Google bereits 2007 und etablierte weltweit mit dem Programm „Search inside yourself“ ein entsprechendes Achtsamkeitsentwicklungsprogramm in seiner Organisation. Auch viele heimische Unternehmen haben inzwischen die Bedeutung einer gezielten Schulung der Achtsamkeit nicht nur ihrer Führungskräfte in der von immer rascheren Veränderungen und einer sinkenden Planbarkeit geprägten Wirtschaftswelt für sich erkannt und bieten ihnen entsprechende Entwicklungsprogramme und Trainings an, denn: Ein wenig selbst-reflektives und sich seiner negativen (Neben-)Wirkungen nicht bewusstes Führungsverhalten verursacht für Unternehmen oft hohe Kosten. Studien belegen u.a. einen negativen Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter, deren Produktivität sowie Fehlzeiten und Fluktuation.

Durch ein Achtsamkeit-basiertes Leadership-Programm können auf die Führungskräfte positiven Wirkungen erzielt werden.

Mindful Leadership hat viele positive Effekte

Durch ein Achtsamkeit-basiertes Leadership-Programm können hingegen bezogen auf die Führungskräfte folgende positiven Wirkungen erzielt werden:

  • Konzentrationsfähigkeit und Kreativität steigen,
  • Aufbau nachhaltiger Stressbewältigungsstrategien,
  • verbesserte Selbst- und Fremdwahrnehmung,
  • Ausbau wichtiger Führungskompetenzen (wie Empathie, Emotionale Intelligenz, Entscheidungsfähigkeit),
  • flexiblerer Umgang mit (neuen) Herausforderungen, höhere Change Kompetenz.

Hieraus resultieren wiederum für die Unternehmen folgende positiven Effekte:

  • höhere Produktivität aufgrund effektiverer Führungsarbeit,
  • höhere Motivation und Zufriedenheit im Team,
  • weniger krankheitsbedingte Fehltage,
  • qualitativ höherwertige (Projekt-)Arbeit durch ein vernetztes Denken und Handeln,
  • höhere Arbeitsidentifikation aufgrund eines mitarbeiterorientierten Betriebsklimas.

Durch ein Mindful Leadership-Programm kann somit nicht nur das Stresslevel der Führungskräfte gesenkt, sondern auch der Unternehmenserfolg gesteigert werden – auch weil ein erhöhte „Mindfulness“ es den Führungskräften ermöglicht, herausfordernde Situationen neu wahrzunehmen und (mit ihren Mitarbeitern) kreativere Problemlösungen zu finden.

Kompetenz zu Selbstführung trainieren

Die Basis für eine achtsame Führung ist eine bewusste Selbstführung. So kennen achtsame Führungskräfte zum Beispiel ihre Werte, Einstellungen und Motive. Deshalb wissen sie auch, warum sie gerade in Stress-Situationen zu gewissen Reaktionen neigen. Also können sie auch ihr Verhalten steuern.

Das dahinterstehende „Selbst-Bewusstsein“ fällt nicht vom Himmel. Es erfordert vielmehr Zeit, der Bereitschaft, sich zu verändern bzw. zu entwickeln sowie ein regelmäßiges Üben. Für Top Leader bedeutet dies konkret: Man sollte z.B. täglich circa 20 Minuten in sich selbst und in die persönliche Entwicklung investieren und die eigene Achtsamkeit etwa durch Meditation trainieren – gerade in (Krisen-)Zeiten wie diesen.

Kündigungen: Welche Fragen sich das Management vorab stellen sollte

Published on 16. Oktober 2020

Für die Kündiger, für die zu Kündigenden, für die „Survivors of downsizing“ – also jene MA, die von den Kündigungen nicht betroffen sein werden. Der Verhaltensforscher Gregor Fauma hat einige zentrale Fragen formuliert, die Führungskräfte ohne größere Blessuren durch die heikle Phase führen können. 

Die Corona-Krise legt Schwachstellen offen, so zum Beispiel in der Unternehmensstruktur und in den Prozessen: Gehen die Umsätze zurück, wird für Unternehmen rasch offensichtlich, wo ihnen die Kosten durch die Finger rinnen, wo Prozesse mehr Aufwand als Erleichterung bedeuten und, wo Mitarbeiter mehr versprechen als sie halten.

Die Krise legt aber auch bei den Führungskräften Schwachstellen offen: Charakterschwache Führungskräfte werden offensichtlich. Jene Führungskräfte, die es jedoch verstehen, in der Krise ihre Legitimation zu liefern, gehen gestärkt aus anstehenden Restrukturierungen hervor. Das „Wie“ spielt bei Kündigungen eine zentrale Rolle. Ein paar Fragen sollen eine Idee liefern, woran man rund um Kündigungen denken sollte:

  • Was ist nach den Kündigungen für einen guten Geschäftsfortgang entscheidend? Sollten die verbliebenen Mitarbeiter selbst die Antwort sein, dann muss man seine Botschaften daraufhin ausrichten.
  • In welcher Abfolge sollen die betroffenen Mitarbeiter, die Share- und Stakeholder informiert werden? Als Mitarbeiter von bevorstehenden Kündigungen über die Medien, den Flurfunk oder aus dem privaten Umfeld zu erfahren, ist erschütternd.
  • Mit welchen Gründen werden die Kündigungen gegenüber der Öffentlichkeit argumentiert? Nicht-stringente Argumentationsketten erzeugen Legitimierungsnotstände gegenüber den Medien und auch intern, die in Folge unnötig Kraft und Zeit kosten.
  • Wer sind die Opfer der Kündigungen? Man kann den Fokus seiner Botschaften auf unterschiedliche Aspekte und Zielgruppen legen. Nicht jeder Aspekt ist gegenüber seiner Ansprechgruppe gleich opportun. Ein heftiger, wenn auch klassischer Fehler ist es, sein Unternehmen als Opfer der Krise darzustellen, speziell angesichts menschlicher Schicksalsschläge.
  • Wie erfolgt die Information intern? Werden Einzelgespräche geführt, wird die gesamte betroffene Gruppe gleichzeitig informiert? Oder erst die Gruppe, dann im Einzelgespräch? Wird die Information, dass gekündigt werden muss, aufgezeichnet und aus der Konserve, zurechtgelutscht nach unzähligen Probeläufen, den Mitarbeitern zur Kenntnisnahme gebracht – oder stellen sich die Führungskräfte live und analog vor die Belegschaft?
  • Wer informiert die betroffenen Mitarbeiter? Die Eigentümerfamilie, die Geschäftsleitung, oder gar die Teamleitung? Eine kleine Empfehlung eines Verhaltensforschers: Die mit Abstand ranghöchste Person des Unternehmens sollte die Belegschaft über die Kündigungen informieren. Die Teamleiter können anwesend sein, die Betriebsräte so und so. Wenn in diesen Momenten die Führung in Deckung geht, wird sie nach der Krise als solche sicher nicht mehr wahrgenommen.
  • Wie sehr soll das Kündigen inszeniert sein? Vorsicht, der Homo sapiens spürt es, wenn geheuchelt wird! Wer gerade in der Krise für eine spätere, gute Nachrede sorgen möchte, sollte hier so offen und ehrlich wie möglich auftreten. Perfektion verboten! Angeschlagen, verletzlich, ge- und betroffen, mitgenommen und auch traurig – das sollte die Grundtonalität in der Kündigungskommunikation gegenüber der Belegschaft sein.
  • Wie persönlich soll die Kündigung inszeniert, ausgestaltet sein? Reichen rechtliche Aspekte? Wer hier Fehler macht, bequeme Wege geht, darf sich nicht wundern, wenn nach der Krise die Teams atmosphärisch wegbrechen und das Commitment gegen Null gehen wird. Es kann gar nicht persönlich genug sein. An dieser Stelle darf nicht gespart werden, die Botschaft wäre katastrophal.
  • Was tun mit den verbleibenden Mitarbeitern? Um die muss man sich ganz besonders kümmern. Deren Wahrnehmung zur Einschätzung der Performance der Führungskräfte im Rahmen der Kündigungen sind für den weiteren Geschäftsverlauf und das Image als Arbeitgeber von immenser Bedeutung. Da steht intensive Kommunikation bevor.
  • Ist raus gleich raus? Welche Gesten kann das Unternehmen gegenüber den gekündigten Mitarbeitern setzen, die eine weitere Verbundenheit in sich tragen? Wie sieht es mit der nächsten Weihnachtsfeier aus, zum Beispiel? Gibt es jemanden, der sich um das Wohlergehen der Gekündigten spürbar intern wie extern sorgt?

Anstehende Kündigungen möglichst menschenverträglich zu gestalten, ist möglich. Nur eine Bitte: Versuchen Sie nicht, den Mitarbeitern irgendetwas vorzumachen. Das geht in jeder Hinsicht nach hinten los. Dann brauchen Sie kein Virus für eine virulente interne Krise.

Ersterscheinung: www.die-wirtschaft.at

Drei Top-Ideen gegen das Virus

Published on 5. Oktober 2020

eyepin launcht digitale Lösung für die Gästeregistrierung in der Gastronomie

Angesichts der Registrierungspflicht von Gästen in Restaurants hat der Marketing-Spezialist eyepin nun einen kostengünstigen und datenschutzrechtlich sicheren Service vorgestellt. Mit SafeGuest können Gäste mit ihrem Mobiltelefon einfach einen QR-Code am Tisch abscannen, ihre Kontaktdaten eingeben und sind somit registriert.

Franz Kolostori, Geschäftsführer von eyepin: „Der Gast braucht in der Regel weniger als eine Minute, um seine Daten einzugeben und für den Lokalbetreiber bietet SafeGuest eine Übersicht, welcher Tisch bereits seine Daten bekanntgegeben hat. Dazu braucht es weder die Installation einer Software noch einer App. Einfacher geht es nicht.“

Lokalbetreiber ersparen sich zusätzliche Zettelwirtschaft und sind damit sicher vor teilweise drakonischen Strafen, denn die Informationen der Gäste werden je nach gesetzlicher Vorgabe DSGVO-konform im Hochsicherheits-Datenzentrum von eyepin gespeichert und sind im Falle eines notwendigen Contact Tracings sofort verfügbar.

„Es gibt in jedem Land und in beinahe jedem Bundesland in der DACH-Region andere gesetzliche Regelungen, die wir über den Standort des Betriebes jederzeit adaptieren können“, erklärt Franz Kolostori.

Im Unterschied zu den meisten verfügbaren Tools ist SafeGuest an regional unterschiedliche Vorgaben der Gesundheitsbehörden anpassbar. „Wir haben in jedem Land und in beinahe jedem Bundesland in der DACH-Region andere gesetzliche Regelungen, die wir über den Standort des Betriebes jederzeit adaptieren können“, so Kolostori.

Der Gastronom meldet sich online bei SafeGuest an und erhält einen Account mit Druckvorlagen für Tischaufsteller und Aushängen. Diese enthalten einen QR-Code sowie eine Kurz-URL, welche die SafeGuest Registrierungs-Site des Betriebes öffnet. Der Gast gibt lediglich seine Daten ein und bekommt eine Bestätigung dafür. Binnen zwei Minuten können sich Betriebe online registrieren und SafeGuest einen Monat kostenfrei nutzen, danach wird eine Monatsgebühr von € 9,90 exkl. MwSt. verrechnet. Der Service kann monatlich gekündigt werden.

www.eyepin.com/de/safeguest

„Dass wir fortan noch einfacher, schneller und vernetzter zusammenarbeiten können, war uns ein wichtiges Anliegen.“

ISS Österreich zeigt sich mit IDA gut gerüstet

Mit der Ausbreitung des Coronavirus sind Unternehmen insbesondere in der Mitarbeiterkommunikation stark gefordert – so auch ISS Österreich, Nummer 1 auf dem heimischen Facility Services Markt. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, vernetzt ISS Österreich nun alle ISS-Teams an den rund 5.000 Kundenstandorten bzw. rund 7.000 Mitarbeiter mit Hilfe einer neuen Mitarbeiter App namens IDA. ISS wird damit nicht nur den aktuellen Entwicklungen im Bereich Digitalisierung gerecht, sondern rüstet sich gegen die Herausforderungen der Corona-Krise und einer möglichen zweiten Welle im Herbst.

Tagesaktuelle Entscheidungen, neue Verhaltensregelungen und Vorkehrungen können so in Echtzeit intern kommuniziert und Maßnahmen gemeinsam umgesetzt werden. „Dass wir fortan noch einfacher, schneller und vernetzter zusammenarbeiten können, war uns ein wichtiges Anliegen“, sagt Nicolas Salinger, Head of Marketing & Sales. Denn gerade die Corona-Krise habe gezeigt, wie wichtig die Kommunikation mit und unter den Mitarbeitern sei. „In vielen Situationen waren wir gefordert, sehr rasch mit allen zu kommunizieren. Mit IDA sind wir in der Lage, unsere Mitarbeiter umgehend zu informieren – unabhängig davon, wo sie sich aufhalten.“

Gerade bei ISS Österreich spielt die interne Kommunikation eine entscheidende Rolle, da die 7.000 Mitarbeiter an einer Vielzahl von Kundenstandorten verteilt sind und rund 80 Prozent aller Mitarbeiter über keinen unmittelbaren PC-Zugang verfügen: „Umso wichtiger war es, dass wir einen Weg finden, unsere Kollegen mit einer intuitiv zu bedienenden und mobilen Plattform immer up-to-date halten“, erklärt Salinger. Dazu wurde von ISS auch ein neues Videoformat namens „ISS TV“ ins Leben gerufen. Das neue Format „ISS TV“ und die damit transportierten CEO-Nachrichten an alle Mitarbeiter waren speziell in den letzten Wochen wichtiger Bestandteil der Krisenkommunikation – auch hinsichtlich einer zweiten Welle wird dieses Format seiner Bedeutung auch künftig gerecht.

Erich Steinreiber, CEO ISS

Besonderen Wert legt der Gebäudespezialist auf die Möglichkeit der Interaktion und Partizipation. In einem unternehmensweiten Wettbewerb wurden Mitarbeiter eingeladen, Namensvorschläge für die App einzureichen – so entstand der Name „IDA“, der auf die dänischen Wurzeln des Konzerns referenziert. Auch in der App selbst gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Interaktion: neben einem Social Feed, der die neuesten Informationen und News im Unternehmen beinhaltet, macht es eine eigene Funktion möglich, dass Mitarbeiter „IDA“ Geschichten aus dem Alltag bzw. vom Team erzählen. Das Einreichen von Geschichten und ebenso das Liken, Teilen oder Kommentieren von Beiträgen bzw. das Empfehlen von neuen Mitarbeitern wird mit Goodie-Punkten belohnt. Diese Punkte können wiederum im internen Goodie-Store gegen Preise, Reisen oder Frühstückstermine mit dem CEO eingetauscht werden. „Die aktuellen Nutzungsraten stimmen uns sehr positiv und wir sehen, dass unsere Teams die App sehr gut annehmen und fleißig am Unternehmensgeschehen teilnehmen“, sagt Salinger abschließend. Damit fühle sich Salinger gut gerüstet für eine mögliche zweite Welle im Herbst.

Markus Nagl (CEO wocodea) und Paula Czeczil (Senior Advisor wocodea).

Neukunden gewinnen in Zeiten von „social distancing“: mit einer Weiterempfehlungs-App

Die Corona-Pandemie mit allen damit verbunden sozialen Einschränkungen macht es für Unternehmen zunehmend schweres Wachstum zu generieren. Das im August gegründete österreichische Start-up Wocodea schafft hier mit seiner gleichnamigen Weiterempfehlungs-App Abhilfe. Sie macht es trotz „social distancing“ auf einfache Art möglich, neue Kunden zu akquirieren. Die App baut auf die persönliche Weiterempfehlung begeisterter Kunden auf und stellt über Social Media den direkten Draht zwischen dem jeweiligen Unternehmen und seinen potentiellen Neukunden her.

„Konkret wurde Wocodea für WhatsApp und den Facebook Messenger entwickelt“, erklärt Markus Nagl, Gründer und Geschäftsführer des Start-ups. Mitgründerin Paula Czeczil: „Wir haben uns schon lange mit Neukundenakquise in einer zunehmend digitalen Welt beschäftigt. In Zeiten von Corona, in denen der persönliche Kontakt schwieriger wird, ist dieser Bedarf mehr denn je gegeben. Mit Wocodea haben wir eine einfach handhabbare Lösung in die Welt gesetzt, die es Unternehmen ermöglicht, auf innovativem, aber trotzdem vertrauensvollen Wege potentielle Kunden anzusprechen.“

Die App – erhältlich für Apple- und Android-Geräte – ermöglicht mit nur einem Klick eine Weiterempfehlung für ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Dienstleistung an persönliche Kontakte – angefangen bei Familienmitgliedern, Freunden oder Bekannten bis hin zu Kollegen. „Nach Gesprächen mit mehr als tausend Verkäufern in den letzten Jahren wissen wir, dass dieser Weg besonders effektiv ist, weil echte Interessenten angesprochen werden. Die Erfolgschancen in der Akquise sind hoch und das Wachstum damit sehr effizient“, informiert Czeczil. Das Konzept ist einzigartig. Nicht das technische Tool = die App gibt die Empfehlung ab, sondern ein begeisterter Kunde. Wocodea ist somit, einfach gesagt, Mundpropaganda in digitaler Form. Eine monetäre Vergütung gibt es für das Abgeben einer Weiterempfehlung nicht, was diese besonders vertrauenswürdig macht. „Ich bin begeistert von dieser Dienstleistung oder diesem Produkt, sieh Dir das dich an, vielleicht findest Du auch Gefallen daran“ – das ist laut Geschäftsführer Nagl die Hauptmotivation für die Nutzung der App. Nagl blickt auf über zehn Jahre Selbstständigkeit im Vertriebsbereich zurück und kennt daher die vertrieblichen Herausforderungen, mit denen insbesondere Einzelunternehmer konfrontiert sind, aus erster Hand.

Für das schmalere Budget gibt es die App als „Easy-Growing“-Variante. Diese ist in erster Linie für Freelancer und Einzelunternehmen konzipiert worden. Die „Professional-Growing“-Variante beinhaltet erweiterte Features und ist insbesondere an Unternehmen gerichtet, die aufgrund ihrer Produktvielfalt mehrere Zielgruppen ansprechen. Zunächst legt ein Unternehmen, zum Beispiel der Friseur Shininghair, in der App ein Profil mit Informationen wie Firmenname, Kurzbeschreibung und einem Willkommensangebot an. Nun ist die Kundin Pia sehr zufrieden mit einer Dienstleistung von Shininghair. Der Friseur bittet Pia, das Unternehmen weiterzuempfehlen und schickt ihr dafür einen Wocodea-Link. Dieser kann nun über WhatsApp oder den Facebook Messenger an beliebig viele Freunde weitergeleitet werden. Natürlich weiß Pia sehr genau, wer Interesse an den Dienstleistungen von Shininghair haben könnte. So wird der „perfect fit“ ermöglicht. Öffnet nun zum Beispiel Pias Freundin Sarah, den Link, erhält sie ein Willkommensangebot. Erst wenn Sarah an diesem Angebot aktiv Interesse zeigt, werden ihre Kontaktdaten an Shininghair weitergeleitet.

Die erste Kontaktperson, die via Wocodea Interesse zeigt, ist kostenlos für das angemeldete Unternehmen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, zwischen den beiden App-Variationen zu wählen. Der Preis für die „Easy-Growing“-Version beläuft sich auf 29,99 Euro, die „Professional-Growing“-App gibt es ab 49,99 Euro pro Monat.

Das sündige Drittel

Published on 3. Oktober 2020

Während die Natur rund um den Globus in beispielloser Geschwindigkeit verlorengeht, beweist die Menschheit an anderer Stelle extreme Ineffizienz: Ein Drittel aller produzierten Nahrungsmittel wird gar nicht gegessen. Das ist eine enorme Verschwendung natürlicher Ressourcen, die einem jährlichen Verlust in Höhe von 850 Milliarden Euro für die Wirtschaft und insgesamt acht Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen entspricht. Auf dem Weg vom Erzeuger zum Verbraucher gehen genießbare, nährstoffreiche Lebensmittel verloren – oder wir entscheiden uns sogar, sie wegzuwerfen.

Details enthüllen der WWF und die Nachhaltigkeits-NGO WRAP in einem aktuellen Bericht. Es werden an buchstäblich JEDEM Punkt entlang der Lieferkette erhebliche Mengen an Lebensmitteln verschwendet. In Entwicklungsregionen sind Verluste bei der Produktion höher, während in entwickelten Regionen die Verschwendung beim Verbraucher überwiegt. Das weltweite Nahrungsmittelsystem verursacht rund 25 Prozent aller Treibhausgasemissionen, verbraucht 70 Prozent der Süßwasserressourcen und zerstört Lebensräume, sodass tausende Arten in aller Welt vom Aussterben bedroht sind. Die Klimakrise wiederum ruft Extremwetter hervor, das die Lebensmittelproduktion kurz- und langfristig erschwert. Für die Erzeugung der Lebensmittel, die Jahr für Jahr in der Tonne landen, wird eine Fläche so groß wie China benötigt. Wären die Lebensmittelabfälle ein Land, lägen sie bei den Treibhausgasemissionen auf dem dritten Platz hinter China und den USA.

Allein in der EU gehen jedes Jahr rund 88 Millionen Tonnen Nahrungsmittel verloren bzw. werden verschwendet – das entspricht 20 Prozent der insgesamt produzierten Nahrungsmittel oder 173 Kilogramm pro Person. Fast die Hälfte der Verschwendung entsteht in Haushalten, weil zu große Mengen gekauft werden oder die Lagerung nicht passt. Auch in der Produktion gehen Lebensmittel verloren: Weil sie gar nicht erst geerntet werden, weil genießbare Produkte wegen ihrer Optik vernichtet werden oder weil sie während Transport oder Lagerung verderben.

Besonders oft im Müll landen noch genussfähiges Brot und Gebäck (28 Prozent) sowie Obst und Gemüse (27 Prozent).

Ein Blick auf Österreich

Bei uns landet jährlich rund eine Million Tonnen Lebensmittel im Müll, die Hälfte davon fällt in Haushalten an. Jeder Haushalt wirft pro Jahr durchschnittlich 133 kg an genussfähigen Lebensmitteln weg, was einem Wert zwischen 250 und 800 Euro entspricht.

Besonders oft im Müll landen noch genussfähiges Brot und Gebäck (28 Prozent) sowie Obst und Gemüse (27 Prozent). Dahinter folgen Milchprodukte und Eier (zwölf Prozent) sowie Fleisch und Fisch (elf Prozent).

Das muss sich ändern!

Generell wird der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung als Chance zur Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen weltweit vernachlässigt. Zwar haben sich Regierungen, die die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentieren, ausdrücklich ein nationales Ziel gesetzt, das dem Ziel der Vereinten Nationen zur Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030 entspricht. Dennoch messen nur die Regierungen von zwölf Prozent der Weltbevölkerung, wie viele Lebensmittel verschwendet werden. Darüber hinaus setzen nur Länder mit 15 % der Weltbevölkerung weitreichende Maßnahmen zum Abbau der Lebensmittelverschwendung um.

Immerhin setzen sich zwei Drittel der 50 größten Lebensmittelunternehmen Ziele, fast die Hälfte misst ihre Lebensmittelabfälle, und ein Drittel führt Maßnahmen durch, um die Abfälle im eigenen Betrieb zu reduzieren. Aber natürlich müssen sich auch die Unternehmen viel mehr darum bemühen, ihre Lieferanten einzubeziehen und die Daten zu ihren Lebensmittelabfällen in stärkerem Maße veröffentlichen. Außerdem müssen mehr Unternehmen der Verringerung von Lebensmittelabfällen Priorität einräumen.

Wir sollten dazu beitragen, die Ernährungssicherheit zu stärken, den Wasserverbrauch zu senken, Geld zu sparen und die Belastung wertvoller Lebensräume zu mindern.

Was für eine große Chance!

Es gilt, den Abbau der Lebensmittelverschwendung als entscheidende Möglichkeit zur Senkung der Treibhausgasemissionen zu nutzen und mit dem Nahrungsmittelsystem den Weg in eine nachhaltigere Zukunft einzuschlagen. So würden wir auch dazu beitragen, die Ernährungssicherheit zu stärken, den Wasserverbrauch zu senken, Geld zu sparen und die Belastung wertvoller Lebensräume zu mindern.

In Europa und auf der ganzen Welt können Regierungen, die bei diesem Vorhaben vorangehen, für die Bürger ihres Landes und auch für die Wirtschaft Vorteile bewirken. Und vor allem können wir alle schon heute einen Beitrag leisten – einfach, indem wir das kaufen, was wir brauchen, und das essen, was wir kaufen!