Kategorie: Kommunen

Kärnten und die Steiermark sollen zum Green Tech Valley werden

Published on 2. November 2020

Die Bereiche Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft bieten angesichts des europäischen Green Deals enorme Wachstumschancen in der grünen Transformation. In Kärnten können 70 bis 100 Betriebe diesem Zukunftssektor zugerechnet werden. In der Steiermark sind es 220 Unternehmen, die Mitglied des steirischen Green Tech Cluster sind. Dank einer neuen bundesländerübergreifenden Kooperation steht diese Plattform nun auch Kärntner Unternehmen offen. Mit der Stadt Villach wird zudem eine Kärntner Kommune Cluster-Partner.

„Wir etablieren damit den Süden Österreichs als Green Tech Valley und erhöhen mit der Zusammenarbeit unsere internationale Sichtbarkeit und Strahlkraft“, sagt der Kärntner Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig.

Viola aus Österreich mahnt „Recycle deine Elektroaltgeräte!“

Ein wichtiges Netzwerk

„Der Green Tech Cluster ist ein international top bewertetes Netzwerk, das Unternehmen beim Wachstum mit grünen Innovationen stärkt“, erklärt die Kärntner Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig. „Durch die nunmehrige Zusammenarbeit von Kärnten und Steiermark im Cluster werden Synergien gehoben und die kritische Masse in diesem Bereich ausgebaut. Grüne Technologien gehören zu den wichtigsten Zukunftsthemen – so wie der Silicon Alps Cluster in der Sparte der elektronikbasierten Systeme soll der Green Tech Cluster Kärntner Betrieben aus den Bereichen Solar, Biomasse, Wind, Wasserkraft oder Recycling internationale Sichtbarkeit, gemeinsame Innovationsmöglichkeiten und ein wertvolles Netzwerk bieten.

Ein erster gemeinsamer Themenschwerpunkt beider Bundesländer ist die nachhaltige Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff als Treiber der Energie- und Mobilitätswende. Dazu erscheint Ende November das Green Tech Radar, das die Technologie- und Marktentwicklung der kommenden Jahre aufzeigt. Um Covid-bedingt nun den Export dieser Technologien weiter zu stärken, werden im Cluster gemeinsame Aktivitäten umgesetzt. Mit der Kampagne „Don’t waste // invest“ wird das Know-how von Unternehmen wie Lindner Recycling international kommuniziert. Gemeinsame Einkäufertage sowie eine neue Vertriebsplattform werden nachhaltige Lösungen internationalen Kunden zugänglich machen.

Green Tech bietet für Kärnten und die Steiermark die nächste große Zukunftschance.

Die Süd-Achse wird weiter gestärkt

Die Steiermark und Kärnten haben in den vergangenen Jahren sehr erfolgreiche Kooperationen aufgebaut – etwa mit der Forschungsgesellschaft JOANNEUM RESEARCH, dem gemeinsamen Mikroelektronik-Cluster Silicon Alps und dem Forschungszentrum Silicon Austria Labs. „Ich freue mich daher, dass wir nun auch im Bereich der grünen Technologien verstärkt zusammenarbeiten und damit die Süd-Achse weiter stärken“, meint die steirische Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl. „Der Sektor ist seit vielen Jahren ein wesentliches wirtschaftliches Stärkefeld der Steiermark. Ich bin davon überzeugt, dass wir wechselseitig voneinander profitieren können und künftig gemeinsam einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten werden.“

Green Tech bietet für Kärnten und die Steiermark die nächste große Zukunftschance, die bestehende Achse bei der Entwicklung und Anwendung von Wasserstoff-Technologien künftig noch weiter zu stärken. Mit der HyCENTA Forschungsgesellschaft der TU Graz wurde bereits ein relevanter wissenschaftlicher Partner gewonnen. Die Green Tech Kooperation bietet nun dem Wirtschaftsstandort Kärnten weiteres Potential, die Riesenchancen von Wasserstoff zu nutzen: in der Industrie, im Verkehrsbereich, in der Wirtschaft und für Green Jobs.

Villach macht mit

Ihren Beitritt zum Cluster bereits beschlossen hat diese Woche die Stadt Villach. Energiereferentin Vizebürgermeisterin Irene Hochstetter-Lackner: „Wir räumen den Themen Energieeffizienz, E-Mobilität, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert ein und haben für unser Engagement schon internationale Preise erhalten. Spätestens seit der Milliarden-Investition bei Infineon ist Energieeffizienz nun auch ein industrieller Schwerpunkt in unserer Stadt. Als Partner des Green Tech Clusters kann Villach als Brückenkopf für regionale Unternehmen fungieren und den Konnex zu relevanten Playern herstellen.“

Breitgefächertes Wissen wird gebündelt und multipliziert sich mit der Anzahl der Partner. 2018 hat der Cluster 37 Innovationprojekte mitinitiiert, über 1.500 Ideen bei Unternehmen generiert und rund 1.200 B2B-Kontakte erfolgreich hergestellt. „Der KWF bringt 100.000 EUR jährlich für vorerst zweieinhalb Jahre als Anschubfinanzierung in dem Cluster ein und gestaltet den Jahresplan und die Aktivitäten mit“, berichtet KWF-Vorstand Erhard Juritsch. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich in Österreich Kooperation als überlegener Modus in der Forschung etabliert und die Forschungsachse Süd wächst mit der Koralmbahn ab 2025 noch enger zusammen.

Grüne Technologien sind mit attraktiven Konditionen förderbar und werden es auch auf lange Sicht bleiben. Die Unternehmen im Cluster zahlen je nach Unternehmensgröße Jahresbeiträge von zwischen 750 und 5.900 EUR. Die Unternehmen lernen voneinander, entwickeln gemeinsam F&E-Projekte, nutzen das Netzwerk und direkte Marktzugänge. Das Wachstum Kärntner Unternehmen im Green Tech-Segment in Bezug auf Umsatz und Beschäftigung ist prozentuell größer als das regionale BIP-Wachstum Kärntens.

Klimaschutz schafft Wachstum

Die 220 Unternehmen im Green Tech Cluster haben binnen eines Jahrzehnts diesem Bereich die Arbeitsplätze auf über 25.000 verdoppelt und die Umsätze auf mehr als fünf Milliarden Euro verdreifacht. Mit ihren Technologien leisten die Unternehmen einen globalen Beitrag zum Klimaschutz und der Kreislaufwirtschaft.

Der Cluster unterstützt mit F&E-Projektentwicklung, Technologietrends, Marktchancen sowie globalen Kontakten. Der Cluster wurde wiederholt zum weltbesten Umwelttechnik-Cluster gerankt (VDI/VDE, Global Cleantech Directory sowie Regiostars Award der EU).

Vor den Vorhang, Wiener Neustadt!

Published on 20. Oktober 2020

Im Zentrum von Wiener Neustadt – unmittelbar angrenzend an den Stadtpark – entsteht in den kommenden Jahren ein lebendiges und nachhaltiges neues Stadtquartier mit einem diversifizierten Mischnutzungskonzept. Klemens Hallmann, Gründer und Alleineigentümer der HALLMANN HOLDING, hat gemeinsam mit seiner 100%igen Tochtergesellschaft SÜBA AG sowie mit dem renommierten Architekturbüro Moser Architects einen intensiven Planungs- und Evaluierungsprozess gestartet und sich ein hohes Ziel gesetzt: Eine innovative Quartiersentwicklung mit höchsten Standards für Qualität und Nachhaltigkeit, die Bedürfnisse der Menschen in Wiener Neustadt erfüllen soll.

Das Gelände an der Lederergasse 31 war vom 16. Jahrhundert bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts vor allem eines: ein Ort des sozialen Miteinanders. Während der städtische Brauhof mit seinem weitläufigen Garten und mehreren Sälen viel Platz zum Verweilen bot, war auch der Stadtpark seit jeher ein besonderer Erholungsraum für die Menschen vor Ort. Nachdem ab 1969 nur mehr große Handelsunternehmen auf dem Gelände ansässig waren, bekommen die Wiener Neustädter das Areal nun wieder zurück.

„Wir lassen die ursprüngliche, soziale Bedeutung des Areals wiederaufleben und geben den Wiener Neustädtern einen Teil ihrer Stadt zurück. Durch einen diversifizierten Nutzungsmix mit modernem Wohnraum, großzügigen öffentlichen Plätzen und attraktiven Einkaufs- sowie Gastronomie-Möglichkeiten wollen wir starke nachhaltige Akzente im Herzen der Stadt setzen und ein einzigartiges architektonisches Landmark-Projekt gestalten. Damit ermöglichen wir einen Mehrwert für die Stadt selbst und für ihre Bevölkerung. Überdies setzen wir für das Land Niederösterreich richtungsweisende Impulse bei der Stadtentwicklung“, erklärt Hallmann. Er hat das Potenzial des zentral gelegenen urbanen Areals erkannt und war federführend bei der gesamten Projektentwicklung.

Nach abgeschlossenem Widmungsverfahren wird das Projekt ehestmöglich eingereicht. Nach Vorliegen des Baubewilligungsbescheids wird unverzüglich mit dem Bau begonnen. Vom Startschuss der Bauarbeiten weg wird die Fertigstellung des gesamten Stadtquartiers rund drei Jahre benötigen. Das Projektvolumen umfasst ca. 200 Mio. Euro.

Klaus Schneeberger (Bürgermeister Wiener Neustadt), Marius Moser (CEO Moser Architects) Heinz Fletzberger (Vorstand SÜBA AG).

Starker Impuls für die zukünftige Stadtentwicklung

„Das Wohnen per se hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert“, meint Hallmann. „Mittlerweile verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit, Wohnen und Freizeit und es bedarf ganzheitlicher Konzepte, die diesen veränderten Bedürfnissen der Menschen Rechnung tragen. Diese Erkenntnisse lassen wir selbstverständlich auch in unsere Planungen hier in Wiener Neustadt einfließen.“

Im Rahmen der innovativen Quartiersentwicklung wird eine Nettonutzfläche von 55.000 m2 auf einer Grundfläche von 23.000 m2 neugestaltet. Neben einem diversifizierten Wohnungsmix bildet ein vielfältiges Bildungsangebot ein wesentliches Key-Asset des Projekts. Ein musischer Bildungscampus, bestehend aus einem Kindergarten, einer Volksschule, einer Neuen Mittelschule sowie einem auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Konzertsaal, macht das Projekt vor allem auch für junge Familien interessant. Abgerundet wird das neue Stadtquartier durch attraktive Einkaufsmöglichkeiten, ein umfassendes Ärztezentrum, kleinformatige Gastronomie-Flächen, einladende Fitnessbereiche sowie moderne Büroflächen sowohl im Erdgeschoss als auch auf den Dächern. Die öffentlich nutzbaren Angebote nehmen 44% der Gebäudefläche ein. Durch die vielseitige und zukunftsträchtige Mischnutzung wird das Prestige-Projekt nicht nur einen großen Beitrag für die Menschen in Wiener Neustadt leisten, sondern darüber hinaus die zukünftige Stadtentwicklung aktiv mitgestalten.

Cleverer Wohnungsmix für alle Generationen

Insgesamt werden rund 600 Wohneinheiten realisiert – inklusive Balkons, Terrassen oder Privatgärten. Der Wohnungsbereich wird 56% der Gebäudeflächen umfassen. Der durchdachte Wohnungsmix richtet sich dabei sowohl an junge als auch an ältere Menschen und reicht von Micro-Apartments bis hin zu betreutem Wohnen. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 25 und 85 m2. Besondere Bedeutung hat auch die Leistbarkeit für die Verantwortlichen: „Die Grundrisse werden bei dem Projekt entsprechend flexibel geplant, wodurch wir den Menschen für jede Lebensphase den richtigen Wohnungstyp anbieten können. Dabei werden sie in Abhängigkeit zum Preis und der Kaufkraft gestellt, um so vor allem auch leistbar zu bleiben. Es werden Mietwohnungen ebenso wie Eigentumswohnungen angeboten“, erklärt Heinz Fletzberger, Vorstand der SÜBA AG.

„Das vorliegende Projekt ist für die Stadt Wiener Neustadt gleich aus mehreren Gründen von immenser Bedeutung“, bestätigt Bürgermeister Klaus Schneeberger. „Erstens zeigt es, wie innovative Stadtentwicklung in Zukunft ablaufen wird: Wir verdichten bereits versiegelte Flächen im Stadtkern und können dadurch Grünräume erhalten. Zweitens schaffen wir mit dem Quartier neuen Wohnraum in der Innenstadt und sorgen damit für erhöhte Frequenz, was wiederum direkt dem Handel zugutekommt. Und drittens können wir mit dem Kindergarten, der Volks- und Mittelschule, sowie der Musikschule Platz für wichtige öffentliche Einrichtungen schaffen, wodurch wir auch die Qualität der Aus- und Weiterbildung vor allem unserer Kinder massiv erhöhen. Im Rahmen der nun folgenden Ausstellung können sich die Bürger noch vor der Realisierung aktiv einbringen und selbst auch Vorschläge machen.“

Heinz Fletzberger (Vorstand SÜBA AG) und Klemens Hallmann (Gründer und Alleineigentümer der Hallmann Holding.

CO2-Reduktion durch Einsatz innovativer Technologien

Auch die Nachhaltigkeit wird im Rahmen des smarten Mischnutzungskonzepts bei dem Landmark-Projekt großgeschrieben. Durch den Einsatz innovativer Technologien wie beispielsweise der Betonkernaktivierung, bei der über das Grundwasser, Erdwärmesonden und Wärmepumpsysteme die Gebäudedecken als Wärme- und Kältespeicher eingesetzt werden, wird der CO2-Fußabdruck maßgeblich reduziert.

In Kombination mit dem Einsatz von Photovoltaikanlagen und Grünstrom sowie den angestrebten klimaaktiv- und Greenpass-Zertifizierungen untermauern die Projektentwickler rund um Klemens Hallmann eindrucksvoll die ökologische Verantwortung, der sie bei diesem Projekt nachkommen. Die grüne Handschrift zeigt sich außerdem auch in puncto Bodenschutzstrategie: Die Liegenschaft ist derzeit zu 100% versiegelt und wird im Zuge der Neuentwicklung des Areals und im Sinne einer zukunftsfähigen Raumordnung zu entsiegeltem, urbanem Raum umgewandelt.

Darüber hinaus spielt die Begrünung des Areals eine zentrale Rolle in der Quartiersentwicklung. Neben dem unmittelbar angrenzenden Stadtpark sorgen großzügige Grünflächen mit beschatteten Sitzgelegenheiten, vertikale Gärten und begrünte Dächer für eine willkommene Erholungsmöglichkeit im urbanen Raum. Ergänzt wird dieses Green Building-Konzept durch eine klimaschonende autofreie Zone. Hierfür wird eine unterirdische, ein- und zweigeschossige Tiefgarage mit ca. 900 Parkplätzen, E-Ladestationen, Fahrradstellplätzen sowie Carsharing-Angeboten geplant. Zusätzlich wird das bestehende, infrastrukturelle Angebot der Umgebung um eine Bushaltestelle im Bildungscampusbereich erweitert. Der Einsatz innovativer, energieeffizienter Technologien wird überdies bei den neuen Wohnungen für im Vergleich deutlich günstigere Betriebskosten sorgen.

Neuinterpretation bestehender architektonischer Merkmale

Bei der Gestaltung des Stadtquartiers gehen die Projektentwickler bewusst auf die vorhandenen architektonischen Gestaltungsmerkmale ein, um das Areal nahtlos in die Umgebung einzubetten. Dabei sind neben der traditionellen österreichischen Dachform mit kleinteiliger Deckung vor allem Erker als prägnante Ausbuchtung der Fassade und schattenspendende sowie witterungsgeschützte Arkaden von Bedeutung und werden im Zeitgeist von Morgen neu interpretiert.

„Bei einem Projekt dieser Dimension ist es unabdingbar, auf die vorhandenen Strukturen einzugehen und auch das große Ganze – also das bestehende Ortsbild – im Blick zu haben. Durch die Neuinterpretation der traditionellen Elemente brechen wir das mögliche Volumen auf, um qualitative Aufenthaltsbereiche im Innen- und Außenraum entwickeln und Durchblicke, Einblicke und inszenierte Räume kreieren zu können. Durch die Höhenstaffelung der einzelnen Baukörper in Kombination mit viel Grün in Form von Rasenflächen und schattenspendenden Bäumen haben Klemens Hallmann und ich gemeinsam ein stimmiges Gebäudeensemble geschaffen, das die öffentlichen Plätze perfekt akzentuiert und einen identitätsstiftenden Mehrwert für alle Bewohner bietet“, so Marius Moser, CEO der Moser Architects, über die gestalterische Identität des Projekts.

Integration der Stadtbevölkerung als Erfolgs Momentum

Nicht nur bei der ganzheitlichen Planung des Projekts gehen die Projektentwickler auf die Bedürfnisse der Wiener Neustädter ein, sondern auch bei der Namensfindung. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs mit den Schulen und Bildungsstätten Wiener Neustadts wird die Stadtbevölkerung aktiv miteinbezogen und zur Namensgebung animiert. Dabei werden die besten Namensvorschläge mit hochwertigen Preisen, die den jeweiligen Klassen direkt zugutekommen, prämiert.

„Bei der Planung und Entwicklung dieses Landmark-Projekts in Wiener Neustadt stehen die Anliegen und Bedürfnisse der Bewohner an oberster Stelle“, verspricht Klemens Hallmann. „Mit der Quartiersentwicklung wollen wir aus dem Areal, das in den vergangenen Jahren primär als Wirkungsstätte großer Handelskonzerne gedient hat, wieder einen nachhaltigen, zukunftsorientierten, pulsierenden und modern gestalteten Lebensraum machen, in dem sich die Menschen über Generationen hinweg wohl fühlen können.“

Hinter den Kulissen

Klemens Hallmann ist ein österreichischer Unternehmer und Investor. Die von ihm gegründete HALLMANN Corporate Group ist eine der großen österreichischen Unternehmensgruppen mit Schwerpunkt auf Immobilien und Unternehmensbeteiligungen. Klemens Hallmann ist Alleineigentümer und Aufsichtstrat der SÜBA AG, einem seit über 39 Jahren erfolgreichen Bauträger. Zudem ist Hallmann Kernaktionär und Aufsichtsrat bei MagForce AG, einem auf dem Gebiet der nanotechnologisch unterstützten Krebstherapie führenden Unternehmen, sowie Kernaktionär der auf digitale Finanzberatung spezialisierten JDC Group.

Neben den oben genannten Beteiligungen ist Klemens Hallmann Aufsichtsrat und Großaktionär der PANTAFLIX AG sowie der Film House Germany AG und deren Tochtergesellschaften Summerstorm Entertainment und Egoli Tossell Film New GmbH sowie Executive Producer mehrerer internationaler Kinofilme.

Die HALLMANN HOLDING ist seit über 20 Jahren in der Entwicklung und Adaptierung qualitativ hochwertiger Immobilien-Projekte in Österreich, Europa und weltweit sowie als Investor tätig. Einen der Schwerpunkte bilden der Erwerb von Luxusimmobilien, Zinshäusern und die Revitalisierung von Liegenschaften. In Österreich zählt sie mittlerweile zu einem der großen unabhängigen Akteure auf diesem Gebiet.

Es wird (wieder) ordentlich investiert!

Published on 20. Oktober 2020

Bis 2022 investiert die Admonter Holzindustrie AG nicht weniger als 25,5 Millionen Euro – rund 19 Millionen davon in Anlagen und Maschinen, 1,5 Millionen in den technologischen Fortschritt und in die Digitalisierung. Weitere fünf Millionen Euro sind diverse Investitionen in unterschiedlichste Bereiche wie zum Beispiel Forschung & Entwicklung. „Durch diese Investitionen werden, und das ist für uns sehr wichtig, die bestehenden Arbeitsplätze nicht nur abgesichert, sondern unser Vertrieb wird in die Lage versetzt, neue Märkte zu erschließen“, erklärt Vorstand Gerhard Eckhart. Solche Investitionen in Maschinen und Technologien bedeuten einen erheblichen Leistungssprung der Systeme und Prozesse. Die daraus entstehenden Vorteile hinsichtlich Produktivität, Präzision, Flexibilität & Lieferzeit können so einem noch größeren Kundenkreis nähergebracht werden. „Wir sind stolz darauf, gerade in Zeiten wie diesen solche Investitionen tätigen zu können und mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Wir setzen damit ein klares Signal auf Wachstum und Bekenntnis zum Standort“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Pichler.

Um die hohe Qualität der Produkte und das Knowhow zu sichern, werden die Produkte der Admonter Holzindustrie AG ausschließlich in Admont produziert und veredelt. Derzeit werden 55.000 m³ Holz zu Naturholzprodukten in Form von 2- und 3-Schicht Parkett, 3-Schicht Platten, Türen, Treppenlösungen und Akustikelementen verarbeitet. Das entspricht einer Jahresmenge von umgerechnet 1,7 Millionen m². Die Hauptmärkte sind der DACHI-Raum, ebenso werden die hochwertigen Produkte auch in Überseemärkte wie Australien, China und in die USA exportiert.

Alles aus einer Hand

Um dies auch weiterhin gewährleisten zu können, setzt das Tochterunternehmen des Benediktinerstiftes Admont mit knapp 300 Mitarbeitern auf junge motivierte Arbeitskräfte. „Die Entwicklung junger Menschen ist uns in unseren Betrieben sehr wichtig“, bekräftigt Eckhart. Demzufolge ist die Admonter Holzindustrie AG ein staatlich qualifizierter Lehrbetrieb mit insgesamt acht Lehrberufen und derzeit 20 aktiven Lehrlingen.

Um weltweit rund um die Uhr eine Produktpräsentation gewährleisten zu können, setzt man bei Admonter stark auf digitale Medien und online Tools. Vor allem durch die Covid-19 Pandemie wurde deutlich, wie wichtig Digitalisierung und moderne Verkaufskonzepte sind. So kann man stolz behaupten, in diesem Bereich Vorreiter zu sein und Kunden davon stets zu überzeugen. Die Nominierung des online Tools VRroomz zum OÖ Werbepreis CAESAR 2020 zeigt, dass diese technische, innovative Lösung als funktionierende Verkaufsunterstützung wahrgenommen wird. Wichtig ist auch die Verknüpfung zwischen online und den stationären Admonter Schauräumen. Kunden wollen die Produkte auch in echt „erleben“; so ist Holz als Material ideal geeignet, um die Sinne zu wecken und so die Vorteile von Echtholz entdecken zu können. Die Admonter Holzindustrie ist Komplettanbieter von Premiumprodukten in Echtholz für die Innenraumgestaltung. Dieser USP zeichnet die Firma aus und ist gerade deswegen bei Architekten sehr beliebt, da sie bei Admonter „alles aus einer Hand“ bekommen. Um dieses Leistungsangebot stets attraktiv zu gestalten braucht es Innovationen, wofür eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung zuständig ist. Mit den innovativen Produkten wurde die Admonter Holzindustrie auch schon zweimal mit dem „Reddot Design Award“ ausgezeichnet.

„Unser neuer Standort bietet alle Möglichkeiten, um uns in Sachen Internationalisierung und Innovation nachhaltig weiterentwickeln zu können“, sagt Neuroth-CEO Lukas Schinko.

Hörakustiker Neuroth eröffnete neuen europaweiten Produktionsstandort

Trotz der Corona-Krise hat auch die Neuroth-Gruppe einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gesetzt: Österreichs führender Hörakustiker Neuroth hat kürzlich in Lebring (Südsteiermark) seinen neuen gruppenweiten Produktionsstandort offiziell eröffnet – und damit einen weiteren Meilenstein in der über 110-jährigen Unternehmensgeschichte gesetzt. Rund 190 Mitarbeiter sind vom langjährigen Sitz in Schwarzau nach Lebring übersiedelt. „Unser neuer Standort bietet alle Möglichkeiten, um uns in Sachen Internationalisierung und Innovation nachhaltig weiterentwickeln zu können“, sagt Neuroth-CEO Lukas Schinko, der das Traditionsunternehmen in vierter Generation leitet. „Damit unsere Wirtschaft wieder in Schwung kommt, ist gerade jetzt eine Investition in den heimischen Standort wichtiger denn je“, bestätigt Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer.

Auf rund 3.700 m² werden im neuen Supply Center individuelle Hörgeräte und Gehörschutz-Lösungen gefertigt. Es ist eines der größten Hörakustik-Labore Europas und eine „weitere Aufwertung für uns als Wirtschaftsstandort“, wie Bürgermeister Franz Labugger betont. „Wir wollten nicht nur eine helle, moderne Arbeitsatmosphäre schaffen, sondern auch die wichtigsten Kompetenzen unter einem Dach bündeln – davon werden auch unsere Kunden profitieren“, meint Schinko. Neben der gruppenweiten Produktion, Werkstatt und Logistik sind daher in Lebring auch weitere Unternehmensbereiche angesiedelt – etwa die Landesorganisation Österreich, die Medizintechnik-Sparte und der B2B-Gehörschutz-Bereich. Auch ein eigenes Fachinstitut soll im nächsten Jahr eröffnen – die hauseigene Neuroth-Academy wird künftig ebenfalls hier angesiedelt sein. Das europaweite Headquarter der Neuroth-Gruppe bleibt weiterhin in Graz.

Nur rund ein Jahr sind von der Entscheidung über den Standortwechsel bis heute vergangen. Das bisherige Investitionsvolumen in die umfangreichen Umbauarbeiten des Gebäudes, das bis 2018 Hauptsitz der Firma Isovoltaic war, betrug rund drei Millionen Euro. Weitere Investitionen werden folgen – unter anderem in die Neugestaltung der „Erlebniswelt Wirtschaft“, im Zuge dessen die Türen für Besucher geöffnet werden sollen. „Ein Hörgerät ist mittlerweile zum praktischen Allround-Kommunikationsmittel geworden, das man drahtlos mit dem Smartphone und Fernseher verbinden kann“, erklärt Schinko. „Aber nach wie vor wird eine Hörminderung leider häufig verdrängt oder stigmatisiert.“

Die Kernkompetenz von Neuroth liegt in der individuellen Anpassung von Hörlösungen an die Bedürfnisse der Kunden. Mittels modernen 3D-Druckern und feinster Handarbeit werden in Lebring sogenannte Otoplastiken (Ohrpassstücke) produziert und mit der nötigen Technik bestückt. Mit dem Umzug nach Lebring bleiben wichtige Arbeitsplätze im Bezirk Leibnitz erhalten. Weitere sollen schon bald neu geschaffen werden: Denn am bisherigen Standort in Schwarzau entsteht eine Pflegeinrichtung für Senioren. Mit dem bekannten österreichischen Pflege- und Gesundheitsdienstleister SeneCura wurde ein sehr erfahrener und langfristiger Betreiber gefunden.

Die Bauarbeiten für die Errichtung der Recyclingaufbereitungsfläche sind bereits angelaufen.

Held & Francke investiert 20 Millionen

Die zur Habau Group gehörende Held & Francke Baugesellschaft m.b.H mit Hauptsitz in Linz errichtet auf einer Fläche von ca. 45.000 m² einen neuen Standort in Hinzenbach (Oberösterreich). „Mit diesem Projekt investieren wir innerhalb der nächsten drei Jahre 20 Millionen Euro und schaffen so über 40 neue Arbeitsplätze in der Region Eferding“, erläutert Harald Krammer, technischer Geschäftsführer des Unternehmens. Auch für die Habau Group insgesamt handelt es sich um eine wichtige strategische Investition, wie deren CEO Hubert Wetschnig festhält: „Von der Erweiterung des Standortes in Hinzenbach mitsamt eigener Asphaltmischanlage profitieren sowohl Held & Francke als auch die gesamte Unternehmensgruppe. Dadurch gewinnen wir wieder ein Stück mehr Unabhängigkeit und vergrößern unsere Wertschöpfungskette.“

Die Bauarbeiten für die Errichtung der Recyclingaufbereitungsfläche sind bereits angelaufen. Dort wird Held & Francke mit Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit in Zukunft Abbruchmaterialien wie Asphalt, Altbeton und Ziegel aufbereiten. „Ein vernünftiger Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Firmenphilosophie“, so Johann Knöll, ebenfalls technischer Geschäftsführer. „Mit den entstehenden Recyclinganlagen, die Baustoffe in Top-Qualität herstellen, können wir unsere nachhaltige Arbeitsweise weiter verbessern.“

Das Herzstück dieser Recyclingsaufbereitungsfläche ist eine hochmoderne Asphaltmischanlage. „Sie wird den höchsten ökologischen Standards gerecht, indem sie behandelte Altasphalte so aufbereitet, dass sie einer neuen umweltfreundlichen Verwendung zugeführt werden können“, sagt Josef Zauner, kaufmännischer Geschäftsführer. Geplant ist auch die Errichtung eines Bürogebäudes, in dem neben Arbeitsplätzen auch Schulungs- und Seminarräume mit modernster Ausstattung entstehen.

Zukunftsweisende Gemeinden vor den Vorhang

Published on 3. Oktober 2020

LandLuft als Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Städte und Gemeinden sowie ihre engagierten Bürger als Positiv-Beispiele in die Öffentlichkeit zu tragen und durch das Auf- und Vorzeigen nachvollziehbarer Lösungen möglichst viele Nachahmer zu finden.

„Boden g’scheit nutzen“ lautet das Motto des LandLuft Baukulturgemeinde-Preises 2021. Aus mehr als hundert eingereichten Beiträgen hat die Jury 13 Gemeinden (und 28 Projekte) als Vorzeigebeispiele ausgewählt, die in die nächste Runde des mehrstufigen Prozesses kommen. Die nominierten Kommunen und Projekten bzw. die Menschen dahinter sind nun eingeladen, ihre baukulturellen Aktivitäten und Erfolge im Rahmen eines öffentlichen Jury-Hearings am 16. Oktober in Waidhofen/Ybbs zu präsentieren.

Im Frühjahr 2021 werden die potenziellen Preisträger-Gemeinden von der Jury bereist. Die Preisverleihung findet am 23. September 2021 in Wien statt. Danach beginnt für LandLuft die Baukulturvermittlung mit Publikationen, Wanderausstellungen, Filmen, Exkursionen, Vorträgen und Webinaren. Der Verein setzt auf die Erfolgsbeispiele der prämierten Gemeinden und die unmittelbare Ansprache von Menschen über Geschichten, Bilder und Zitate.

Bewusstsein für die Knappheit der Ressource Boden führt zu einer Belebung der Zentren.

Für die Belebung der Zentren

Warum Grund und Boden in den Mittelpunkt der Vereinstätigkeit gerückt ist, erklärt LandLuft-Obfrau-Stellvertreter Roland Wallner: „Raumplanung und Bodenpolitik sind die Grundlage für eine gute Baukultur. Ein schönes Haus oder eine kommunale Einrichtung am falschen Ort ist aus unserer Sicht kein gutes Bauwerk. Wer zum Beispiel an den Stadt- und Ortsrändern Boden für Einkaufszentren versiegelt, produziert Leerstand in den Zentren und mehr motorisierten Individualverkehr. Als Kollateralschaden dieser Auslagerung wird auch noch der Ort für die Bewohner unattraktiv, weil die Lebensqualität sinkt. Ein Bewusstsein für die Knappheit der Ressource Boden führt hingegen zu einer Belebung der Zentren.“

Zusätzlich zum eigentlichen Baukulturgemeinde-Preis lobt LandLuft auch einen Sonderpreis für außergewöhnliches Engagement aus. Er winkt Initiativen, Unternehmen oder regionalen Zusammenschlüssen, deren boden- und raumordnungspolitisches Engagement besonders vorbildlich ist. Insgesamt 28 Projekte, deren Bandbreite vom Film über die Studienarbeit bis um Bauprojekt reicht, wurden für ihren Einsatz zum Thema „Boden“ nominiert.

Die Gemeinden sind in Summe der größte Bauherr im Land, sie beeinflussen also maßgeblich die (baukulturelle) Entwicklung Österreichs.

Ein enormer Wirtschaftsfaktor

Die LandLuft Baukulturgemeinde-Preise 2009, 2012 und 2016 haben Städte und Gemeinden prämiert, deren baukulturelles Engagement bereits seit Jahren spürbar ist und das Zusammenleben in unterschiedlichsten Bereichen nachhaltig verbessert hat: Umwelt- und Naturschutz, Verkehr, Generationengerechtigkeit, Abbau von Leerständen, Wirtschaft und Infrastruktur, Ortsbild und Siedlungspolitik, Tourismus, Einbindung der Bevölkerung bei relevanten Aufgabenstellungen bzw. Bauvorhaben u. v. m.

„Im Zentrum des Baukulturgemeinde-Preises steht weniger das schöne Gebäude“, erklärt LandLuft-Obfrau Elisabeth Leitner. „Wichtiger ist, wie und in welchem Kontext es entstanden ist und welchen Beitrag es zur kommunalen Entwicklung leistet. Es geht uns um gelebte Baukultur und die Menschen, die sich für eine zukunftsfähige Ortsentwicklung einsetzen. Übrigens sind die Gemeinden in Summe der größte Bauherr im Land, sie beeinflussen also maßgeblich die (baukulturelle) Entwicklung Österreichs!“

Feldkirch in Vorarlberg.

Die 13 ausgewählten Gemeinden:

  • Stadtgemeinde Trofaiach (ST)
  • Stadtgemeinde Mödling (NÖ)
  • Marktgemeinde Ober-Grafendorf (NÖ)
  • Gemeinde Lesachtal (K)
  • Gemeinde Göfis (VO)
  • Marktgemeinde Nenzing (VO)
  • Gemeinde Lang (ST)
  • Stadt Feldkirch (VO)
  • Marktgemeinde Feldkirchen / Donau (OÖ)
  • Marktgemeinde Oberdrauburg (K)
  • Gemeinde Andelsbuch (VO)
  • Gemeinde Innervillgraten (T)
  • Marktgemeinde Thalgau (S)

(nach dem Zeitpunkt der Einreichung gereiht)

Wie Kommunen ihre Klima- und Energiepläne finanzieren können

Published on 17. September 2020

Bis zum 2. Oktober 2020 können alle Behörden, Vertreter und Mitarbeiter in Städten und Gemeinden in Österreich finanzielle Unterstützung und damit verbundene Dienstleistungen erhalten, die bei der Umsetzung der in Klima- und Energieaktionsplänen festgelegten Maßnahmen helfen. Mit dem Ziel, mehr als 320 Millionen Euro an öffentlichen und privaten Investitionen freizusetzen, ist die EUCF auch für alle lokalen Akteure und Institutionen interessant, die sich mit Investitionen in nachhaltige Klima- und  Energieprojekte befassen.

Dafür unterstützt die EUCF Kommunen und Behörden bei der Entwicklung von Investitionskonzepten, mit denen die in lokalen Klima- und Energieaktionsplänen festgelegten Maßnahmen finanziert und umgesetzt werden sollen.

Wirklich nachhaltige Investitionen

Die EUCF wird Städten und Gemeinden mit einem Festzuschuss von 60.000 Euro pro Antrag Aktivitäten und Dienstleistungen finanzieren, die sowohl intern als auch extern für die Entwicklung eines Investitionskonzepts benötigt werden.

Die zweite Zahlung des Zuschusses (30 Prozent des 60.000 Euro Zuschusses) wird erst nach der Validierung des Investitionskonzepts ausgezahlt. Erfolgreiche Bewerber erhalten den Pauschalbetrag zur Entwicklung ihrer Investitionskonzepte, was einen ersten Schritt zu einem vollwertigen Geschäfts- und Finanzplan darstellt. Ziel ist ein entwickeltes Investitionskonzept, das Investoren und Finanzinstitutionen mit den zur Beurteilung eines Investitionsprojekts notwendigen Informationen versorgt. Das übergeordnete Ziel ist der Aufbau einer umfangreichen Pipeline von nachhaltigen Energie-Investitionsprojekten in europäischen Gemeinden.

Lokale Behörden und ihnen untergeordnete Einrichtungen sind große Verpflichtungen eingegangen, um ihren Energieverbrauch und ihre Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren. Bei dem Versuch, ihre ehrgeizigen Klima- und Energieaktionspläne umzusetzen, sehen sie sich jedoch häufig mit finanziellen Zwängen sowie einem Mangel an Kapazitäten für den Zugang zur richtigen Finanzierung konfrontiert. Ziel der EUCF ist es, die Klima- und Energieaktionspläne der Städte in reale Investitionen umzuwandeln. Dafür werden glaubwürdige, robuste und ausgereifte Investitionskonzepte entwickelt. Diese Konzepte sind eine Voraussetzung für den Zugang zu verschiedenen Finanzierungsquellen und sollten die Identifizierung potenzieller Projektpipelines, rechtliche Analysen, Analysen der Regierungsführung, grundlegende Finanzierungsstrategien und Fahrpläne für die Umsetzung umfassen.

Die Online-Bewerbung besteht nur aus einigen kurzen Schritten. Ein Helpdesk ist über die Website verfügbar.

Jetzt bewerben!

Der erste Aufruf zur Einreichung von Bewerbungen läuft derzeit und endet am 2. 10. um 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Informationen und die Möglichkeit zur Online-Bewerbung findet man unter: https://eucityfacility.eu

Die Online-Bewerbung besteht nur aus einigen kurzen Schritten. Ein Helpdesk ist über die Website verfügbar. In Österreich kann man auch den Länderexperten direkt kontaktieren, für Österreich ist dies ce.austria@eucityfacility.eu

Dieser verfügt über Informationen zum Bewerbungsablauf und unterstützt bei den Antragsverfahren (z.B. Klärung des Investitions- und Fachkräftebedarfs der Städte, ggf. Projektaggregation/-pooling, Qualitäts-/Englischprüfung des Antrags). Die Anträge werden nach einer Reihe von Kriterien bewertet, wonach die Anträge mit der besten Bewertung die Zuschussvereinbarung erhalten.

Für Kommunen ist es wichtig, sich zu registrieren und mit dem Antragsverfahren zu beginnen, auch wenn der Antrag nicht abgeschlossen werden kann. Dadurch stellt eine Kommune sicher, dass sie einen Feedback-Bericht erhält, der ihr bei der Bewerbung für nachfolgende Ausschreibungen hilft. Bis zum Sommer 2023 wird es noch drei weitere Ausschreibungszeiträume geben.

Gemeinden und Behörden förderfähig

Die EUCF steht Gemeinden und Kommunalbehörden aller Größenordnungen und ihren Gruppierungen aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten und dem Vereinigten Königreich offen. Bewerber benötigen einen politisch genehmigten Klima- und nachhaltigen Energieplan. Dazu gehören SEAPs (Sustainable Energy Action Plan) /SECAPs (Sustainable Energy and Climate Action Plan), die im Rahmen des Konvents der Bürgermeister entwickelt wurden, oder ähnlich ehrgeizige Pläne mit Klima- und Energiezielen mindestens für das Jahr 2020. https://www.eucityfacility.eu/apply-for-eucf-support/application-process.html

EUCF empfiehlt Behörden sowie Gemeinden, ihre Kräfte und Ressourcen zu bündeln und gemeinsame Anträge einzureichen, um ehrgeizigere Projekte zu entwickeln und ihre Erfolgschancen so zu erhöhen. Private Einrichtungen sind ausgeschlossen. Die EUCF finanziert sämtliche Aktivitäten, die für die Erstellung eines Investitionskonzeptes erforderlich sind. Dazu zählen unter anderem (technische) Machbarkeitsstudien, Marktanalysen, Stakeholder-Analysen, rechtliche, wirtschaftliche und finanzielle Analysen, Risikoanalysen.  Diese Aktivitäten können von internen Mitarbeitern oder von externen Experten durchgeführt werden, die als Subunternehmer beauftragt werden.  Der Zuschuss finanziert die eigentlichen Investitionen nicht direkt, deckt aber die Kosten für die Mobilisierung von Ressourcen und den Zugang zu Dienstleistungen zur Entwicklung eines Investitionskonzepts ab.

Weitere Informationen:

eucityfacility.eu

Wasser im Mittelpunkt

Published on 6. September 2020

Bereits seit 18 Jahren ist die niederösterreichische Wirtschaftsagentur ecoplus mit einer eigenen Break Out Session bei den Alpbacher Technologiegesprächen vertreten. Im Pandemie-Jahr 2020 lautet das übergeordnete Thema „Fundamentales“. „Dementsprechend haben wir eines der höchsten Güter der Menschheit in den Mittelpunkt gestellt“, sagte am Wochenende der nö. Technologielandesrat Jochen Danninger. Dabei beleuchtete eine hochkarätige Runde die verschiedensten Perspektiven des Themas – als Ökosystem und Lebensraum ebenso, wie als Energielieferant, Wirtschaftsfaktor und aus gesundheitlicher Sicht.

In Österreich sind wir es gewohnt, jederzeit Trinkwasser in hervorragender Qualität zur Verfügung zu haben. Aus globaler Sicht ist das allerdings keine Selbstverständlichkeit und daher ist Forschung im Bereich Wasser auch von so großer Bedeutung. Danninger: „In Niederösterreich haben wir mit dem Wassercluster Lunz sozusagen ein großes ‚Naturlabor‘, in dem drei Universitäten zusammenarbeiten und – europaweit einzigartig – Grundlagenforschung zum Ökosystem Wasser betreiben.“

Artenvielfalt und Nährstoffangebot

Im Rahmen der virtuellen, interaktiven ecoplus Break Out Session wurde einerseits die aktuelle Situation betrachtet und andererseits analysiert, welche Entwicklungen im Zuge der Klimaveränderung und der Globalisierung beim Thema Wasser zu erwarten sind. Martin Kainz erforscht am Wassercluster Lunz die Zusammenhänge zwischen Artenvielfalt und Nährstoffangebot in Gewässern. Schadstoffe stören die natürliche Balance und können auch schwerwiegende Auswirkungen auf den Menschen haben. Die Forschergruppe konzentriert sich dabei vor allem auf Lipide und welche Auswirkungen eine Mangelversorgung auf die Gehirnentwicklung von Fischen hat. Daraus könnten sich Hinweise ergeben, dass auch beim Menschen eine falsche Ernährung neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer begünstigen könnte.

Beim Zusammenhang von Wasser und Gesundheit kommt dem Sicherheitsmanagement von Wasserressourcen höchste Priorität zu. Andreas Farnleitner leitet den Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit an der Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften. Er informierte über den aktuellen Forschungsstand in der Mikrobiologie. Modernste Technologien können nicht nur die Spuren von Krankheitserregern verfolgen, sondern diese Methoden können auch zunehmend automatisiert werden. Damit steht eine große Informationsmenge zur Verfügung, um weltweit die Grundlagen für eine sichere Wasserversorgung zu schaffen.

Ausgleich und öffentliche Versorgung

Wasserhygiene steht auch im Zentrum der Arbeit von Regina Sommer, die die Abteilung Wasserhygiene an der Medizinischen Universität Wien leitet. Ihre Aufgabe ist es, Menschen vor Infektionen, die durch Wasser hervorgerufen werden, zu schützen. Eine wirksame Methode ist die UV-Desinfektion von Wasser und hier ist heimisches Know-how weltweit federführend. Das gilt auch für zukunftsweisende Sensorsysteme, wie sie von Martin Brandl und seinem Team am Zentrum für Wasser- und Umwelt Sensorik der Donau-Universität Krems entwickelt werden. Mit sogenannten „Smart Sensors“ können viele Parameter gleichzeitig überwacht werden, die für eine qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung wichtig sind.

Genützt werden diese modernen Technologien unter anderem auch vom Wasserversorger EVN Wasser, der mit seiner Infrastruktur die Versorgungssicherheit für ganz Niederösterreich gewährleistet. „Dabei stellen uns Klimawandel und Urbanisierung vor neue Herausforderungen“, so Geschäftsführer Franz Dinhobl. Wasser ist in Österreich zwar ausreichend vorhanden, aber nicht gleich verteilt. Hier muss ein Ausgleich durch die öffentliche Versorgung erfolgen. Immerhin zeigen diverse Studien – zuletzt per März 2020 im Auftrag der ÖVGW durch das Institut für Siedlungswasserbau, Industriewasserwirtschaft und Gewässerschutz an der Wiener Uni für Bodenkultur –, dass wir trotz Hitzewellen prinzipiell keine Wasserknappheit befürchten müssen.

„Es gibt aber Regionen, die stark von zunehmender Trockenheit betroffen sind“, konstatiert Studienautor Roman Neunteufel. Und man kann und soll sehr wohl als Einzelner etwas tun. Neunteufel: „Wirklich sparen kann man beim Wasser, das wir mit unseren täglichen Gütern verbrauchen. Das sind rund 5000 Liter Wasser am Tag – das sogenannte virtuelle Wasser.“ Für die Wasserversorger sind dabei vor allem die Verbrauchsspitzen, die im Frühjahr beim Befüllen der Swimmingpools und im Sommer beim Wässern des Gartens entstehen, ein Problem. „Gerade in Trockenperioden sollten sich die Verbraucher fragen, ob es wirklich notwendig ist, den ganzen Garten zu wässern“, sagt Neunteufel. „An solchen Tagen sind die Anlagen der Versorger ohnehin schon an der Kapazitätsgrenze.“

Die durchgehende, ungestörte und sichere Wasserversorgung hierzulande ist die Hauptaufgabe der in der ÖVGW zusammengeschlossenen Mitgliedsunternehmen. Aktuell zählen dazu mehr als 260 Wasserversorgungsunternehmen und über Kooperation mit Landesverbänden weitere 1.500 Wasserversorger, die rund 80 Prozent der heimischen Bevölkerung mit Trinkwasser versorgen. „Alle Trinkwasserversorger, also auch die kleinsten Betriebe, sind in Österreich in ein System eingebunden, das Ausbildung und Überwachung umfasst“, erklärt ÖVGW-Präsident Franz Dinhobl. „Dadurch und über das 80.000 km lange Leitungsnetz ist sichergestellt, dass alle Wasserversorger in Österreich rund um die Uhr ausgezeichnetes Trinkwasser liefern.“

In der neuesten Wasserversorgungsstudie über Klimaszenarien und Versorgungssicherheit berichten Neunteufel und sein Team, dass es 2019 echte Versorgungseinschränkungen nur in einem Fall gab. In einem zweiten Fall haben Sparaufrufe genügt, um eine Versorgungseinschränkung zu verhindern. Insgesamt gab es 2019 eine weniger angespannte Ressourcensituation als 2018 – als außergewöhnliche Vorkommnisse wurden dennoch wiederholt Rückgänge der Ressourcenverfügbarkeit (außergewöhnliche Absenkung der Brunnenwasserspiegel) und Verbrauchsspitzen genannt. Belegt ist aber jedenfalls ein außergewöhnlich niedriger Grundwasserspiegel infolge von regional oder saisonal geringem Niederschlag sowie zum Teil auch gleichzeitigem Auftreten erhöhter Entnahmemengen.

Was getan wird

Auf Bundesebene steht der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) im Vordergrund, für den derzeit das Projekt „Wasserschatz Österreichs“ (Laufzeit bis Ende 2020) realisiert wird. Im Bereich der Bundesländer hat NÖ kürzlich sein Strategiekonzept überarbeitet und unter dem Namen „Wasserzukunft Niederösterreich 2050“ veröffentlicht. Darin wird u.a. empfohlen, dass kommunal bzw. privatrechtlich organisierte Wasserversorgungsanlagen durch zentral organisierte Beratungskapazitäten unterstützt, lokale Gewinnungsstellen auch bei Anschluss an regionale oder überregionale Verbünde erhalten und Erneuerungen im langfristig nötigen Umfang und die Finanzierbarkeit der Wasserversorgungsysteme sichergestellt werden. In Vorarlberg gibt es flächendeckende Trinkwasservorsorgekonzepte (VTWK) mit Planungsetappen bis 2025 und 2040. Die Sicherung der Bedarfsdeckung ist derzeit laut Landesregierung NICHT (Hervorhebung durch den Verfasser) in allen „Ländle“-Gemeinden (z.B. des Bregenzerwaldes) gegeben.

In der oberösterreichischen Landesstrategie „Zukunft Trinkwasser“ sind strategische Positionen zu den drei „Säulen“ Grundwasserschutz, Verteilstruktur und Organisationsform festgehalten. Zusätzlich sind darin Strategien zu Einzelwasserversorgung, Krisenvorsorge und Notwasserversorgung sowie Vermarktung festgelegt. Zum verbesserten Grundwasserschutz soll flächendeckende, grundwasserschonende landwirtschaftliche Bodennutzung gestärkt und besonders relevante Grundwasserbereiche vor in Konkurrenz stehenden Flächennutzungen geschützt werden. Weiters sollen Schutz- und Schongebiete vorsorgend bewirtschaftet werden und zielgerichtete flächendeckende Sanierungsmaßnahmen in belasteten Grundwasserkörpern erfolgen. Und: „Bestrebungen zur Liberalisierung des Wassersektors werden mit Nachdruck abgelehnt.“

So empfinden das auch die Kärntner, wenn sie die Trinkwasserversorgung als Teil der Daseinsvorsorge in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht auf dem Grundsatz der Gemeinnützigkeit und nicht als „Handelsware“ sehen. Die langfristige Strategie des Trinkwasserversorgungskonzepts Kärnten beinhaltet die Verbindung des Zentralraums durch Ringschluss und die Ergänzung der Bedarfsdeckung im Ring um das Zentrum – die Verbindung der Städte Klagenfurt, Villach, Feldkirchen, St. Veit – mit Trinkwasser von außen. Oberkärnten (höher bzw. alpin) werde mit höheren Niederschlagsmengen gegenwärtig und auch in Zukunft im Vergleich zu Unterkärnten (zudem dichter besiedelt) geringere Probleme in der Trinkwasserversorgung aufweisen. In der überregionalen Wasserzuteilung liegt der Schwerpunkt im Wörtherseeraum und dem Bereich Klagenfurt.

Last but not least empfiehlt der Wasserversorgungsplan in der „Grünen Mark“ u.a. einheitliche Standards für die Datenweitergabe der unterschiedlichen Monitoringsysteme, eine optimierte behördliche Kontrolle von Bewirtschaftungsvorgaben sowie einen Geothermie Kataster und Grundlagen zur Optimierung des Ressourcenschutzes und der Grundwasserbewirtschaftung. Weitere steirische Maßnahmen für eine sichere Trinkwasserversorgung sind die Evaluierung des Wasserbedarfsprognosemodells in 10-Jahres-Abständen, die Sicherung der Transportleitungskapazitäten sowie Erfassung und Analyse bereits verfügbarer Trinkwasserverkommen für den Wasserausgleich innerhalb des Bundeslandes. Insbesondere werden dabei mögliche Störfälle und potenzielle Auswirkungen des prognostizierten Klimawandels berücksichtigt (z. B.: Prüfung einer zweiten steirischen Transportleitung aus der Obersteiermark in den Süden bzw. Osten der Steiermark) und eine generelle Studie über die Nutzungs- und Verteilungsmöglichkeiten von Tiefengrundwasser in Katastrophenfällen erstellt.

Alles hängt am Wind

Published on 6. September 2020

Österreich möchte bis 2030 – also innerhalb des nächsten Jahrzehnts – 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewinnen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden in der Vergangenheit bereits wichtige Schritte in Form von Ausbau und Erneuerung (Repowering) von Windparks gesetzt. Eines dieser Repowering-Projekte befindet sich im Burgenland in den Gemeinden Gols und Mönchhof.

Die Bauarbeiten hierzu haben im Herbst 2019 begonnen und werden voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen sein. Der gesamte Windpark wird über eine Leistung von 143 Megawatt verfügen und rund 90.000 Haushalte mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgen. Mit 26 Turbinen gehört das Projekt zu einem der größten Windparks in Österreich. Betrieben werden die Anlagen vom burgenländischen Familienunternehmen Püspök Group.

Vorreiter Burgenland

Das Gesamtvolumen an Fremd- und Eigenkapital der geplanten Investitionen in den Windpark beläuft sich auf beachtliche 143 Millionen Euro. Die Europäische Investitionsbank stellt im Rahmen des Fremdkapitals von insgesamt 107,4 Millionen Euro ein Direktdarlehen in Höhe von 71,6 Millionen sowie einen über die UniCredit Bank Austria durchgeleiteten Kredit in Höhe von 35,8 Millionen Euro bereit. Das Direktdarlehen der EIB ist durch eine Garantie des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) besichert, das Kernstück der Investitionsoffensive für Europa. Dabei arbeiten die EIB und die Europäische Kommission als strategische Partner zusammen, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu steigern.

„Österreich verfolgt mit Nachdruck den Wechsel zu einer nachhaltigen, wettbewerbsfähigen und sicheren Energieversorgung“, sagt der für das Geschäft der EIB hierzulande zuständige Vize-Präsident Andrew McDowell. „Dem Ausbau der Windkraft kommt bei dieser Energiewende eine wichtige Rolle zu. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich die Zusammenarbeit mit der Püspök Gruppe und den Bau eines neuen Windparks im Burgenland, das unter den Bundesländern in der Windkraft eine Vorreiterrolle innehat. Der Wechsel hin zu erneuerbaren Energieträgern zählt für uns als EU-Klimabank zu unseren absoluten politischen Kernzielen und ist ein vorrangiger Finanzierungsbereich.“

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind …

„Die Europäische Union bestätigt mit der Transaktion erneut ihr Engagement zur Förderung erneuerbarer Energien in Österreich sowie ihre Unterstützung zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele des Landes“, meint der für Wirtschaft zuständige EU-Kommissar Paolo Gentiloni. „Mit Projekten wie diesem werden wir die Ziele des Europäischen Green Deal umsetzen und bis 2050 Klimaneutralität erreichen.“

Summa summarum zeigt das aktuelle Repowering-Projekt durch die Verdreifachung der Stromproduktion auf der gleichen Fläche, welche technologischen und wirtschaftlichen Fortschritte die letzten zwei Jahrzehnte in der Windkraftnutzung gebracht haben. „Es stellt einen Meilenstein auf dem Weg zur Erreichung der österreichischen Klimaziele dar“, meint Geschäftsführer Lukas Püspök. „Für die Bewältigung der Klimakrise braucht es auch weiterhin große Anstrengungen. Langfristig positive Rahmenbedingungen für den Ausbau der ‚Erneuerbaren‘ müssen endlich Realität werden.“

Hinter den Kulissen

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Sie vergibt langfristige Mittel für solide Projekte, die den Zielen der EU entsprechen. Die Investitionsoffensive für Europa ist eine der wichtigsten Maßnahmen der EU zur Stärkung der Investitionen für mehr Wachstum und Beschäftigung. Dazu werden neue und vorhandene Finanzierungsmittel intelligenter genutzt. Die EIB-Gruppe spielt eine zentrale Rolle in der Investitionsoffensive. Dank Garantien aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) sind die EIB und der Europäische Investitionsfonds in der Lage, einen größeren Teil des Projektrisikos zu übernehmen. Das erleichtert es privaten Geldgebern, sich ebenfalls an den Projekten zu beteiligen. Ziel der EIB-Gruppe war es, bis Ende 2020 zusätzliche Investitionen von 500 Milliarden Euro anzustoßen. Dieses Ziel hat sie bereits im Juli erreicht und übertroffen (!) Die im Rahmen des EFSI bisher genehmigten Projekte und Vereinbarungen dürften Investitionen von rund 524 Milliarden Euro mobilisieren und rund 1,4 Millionen kleinen und mittelständischen Unternehmen in der gesamten Europäischen Union zugutekommen.

Die Püspök Gruppe beschäftigt sich seit 1997 mit der Entwicklung, der Errichtung und dem Betrieb von Windparks. Nach Umsetzung des aktuellen Ausbaus betreibt das familiengeführte Unternehmen Windkraftanlagen mit einer Leistung von in Summe rd. 400 Megawatt. Damit werden rund 260.000 österreichische Haushalte mit sauberem Strom versorgt. Die aktuellen Repowering Projekte (die Erneuerung von Kraftwerken), der WindparkPannonia-Gols sowie der Windpark Mönchhof, bei denen in Summe 25 Altanlagen zur Gänze abgebaut wurden und 30 Neuanlagen aufgebaut werden, liegen in den nordburgenländischen Gemeinden Gols und Mönchhof und sollen bis Ende 2021 fertiggestellt sein.

Für die Beratung der kompletten Finanzierung, Due Diligence und die Finanzdokumentation zeichnet Wolf Theiss verantwortlich. „Nachhaltige Energieversorgung, digitale und soziale Infrastruktur sowie Umwelttechnologien sind Standortfaktoren, die für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Region unerlässlich sind“, fordert der federführende Wolf Theiss Partner Andreas Schmid.

Ein Blick übers Land

Selbstverständlich weht der Wind nicht nur im Burgenland. So hat beispielsweise die Windkraft Simonsfeld in Ernstbrunn im niederösterreichischen Weinviertel mit einer Öko-Stromproduktion von 577 Gigawattstunden für rund 144.000 Haushalte 2019 ihre bisher größte Elektrizitätsmenge erzeugt – mehr als in jedem anderen Jahr ihrer Firmengeschichte seit 1996. Zurückzuführen ist das Rekordergebnis zum einen auf das außergewöhnlich gute Wind Jahr 2019, zum anderen auf den Vollbetrieb von 13 im Jahr 2018 neu errichteten Windkraftwerken. Diese Propeller haben erstmals ein volles Betriebsjahr zur Gesamtproduktion an elektrischer Energie beigesteuert.

Nach der Energie Burgenland Windkraft und der EVN Naturkraft ist die Windkraft Simonsfeld der drittgrößte Windenergieerzeuger in Österreich. Die Firma, die 1996 als GmbH gegründet worden war und 2009 in eine AG umgewandelt wurde, betreibt im Inland 84 Windkraftanlagen und zwei weitere in Bulgarien. Im Geschäftsjahr 2019 hat die Windkraft Simonsfeld einen Umsatz von 42,9 Millionen Euro erwirtschaftet – ein Anstieg um 22 Prozent gegenüber 2018 und der bisher höchste Erlös der Firmengeschichte. Das Privatunternehmen steht im Eigentum von mehr als 2.000 Aktionären, viele von ihnen kommen aus dem Weinviertel.

Relevant ist das „himmlische Kind“ u.a. auch für die börsennotierte Vienna Insurance Group (VIG), die seit 2007 ununterbrochen im internationalen Nachhaltigkeitsindex FTSE4Good gelistet ist. Der FTSE4Good wurde vom globalen Indexanbieter FTSE Russell ins Leben gerufen, um die Leistung von Unternehmen zu messen, die starke Umwelt-, Sozial- und Governance-Praktiken (ESG) aufweisen. Die FTSE4Good-Indizes werden von einer Vielzahl von Marktteilnehmern verwendet, um verantwortungsvolle Investmentfonds und andere Produkte zu schaffen und zu bewerten. „Als börsennotiertes Unternehmen eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie zu verfolgen, bildet eine wichtige Bewertungsbasis, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im FTSE4Good-Index kontinuierlich vertreten zu sein, der zu den größten und bedeutsamsten Nachhaltigkeitsindizes weltweit zählt, ist für uns sehr wertvoll. Wir intensivieren bewusst unsere Maßnahmen im ESG-Bereich“, erklärt Elisabeth Stadler, Generaldirektorin der Vienna Insurance Group.

Im Umweltbereich sieht beispielsweise die von der VIG im Vorjahr veröffentlichte Klimawandelstrategie einen schrittweisen Rückzug aus Investitionen im Kohlesektor und den sofortigen Stopp von neuen Versicherungsverträgen für Kohlekraftwerke bzw. -minen vor. Die VIG hat zudem beschlossen, den Anteil an umweltfreundlichen Investitionen zu erhöhen. „Allein 2019 haben wir deutlich mehr als 150 Mio. Euro in Green Bonds investiert und das Volumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Damit unterstützen wir gezielt Projekte wie Windparks“, so Stadler.

Pöttinger lässt sich nicht beirren

Published on 11. August 2020

Trotz der aktuell sehr herausfordernden Zeit hält Pöttinger an seinen ambitionierten Plänen fest: Nach einer etwas mehr als einjährigen Bauphase soll das neue Werk in St. Georgen bei Grieskirchen eröffnet werden. Mit einer Investitionssumme von 25 Millionen Euro wird in der ersten Bauetappe ein Gebäude mit 6.300 m2 errichtet. Spätestens im Frühsommer 2021 startet dort die Montage von Rundballenpressen und Großschwadern.

An der knapp 150-jährigen Geschichte des Grieskirchner Landmaschinenherstellers sieht man, wie Erfolg geerntet wird: wenn fast 2.000 engagierten Mitarbeiter weltweit, ein innovatives Produktportfolio und ein visionärer Unternehmergeist sehr gut zusammenspielen. Nun wird ein weiteres, neues Kapitel aufgeschlagen: Pöttinger ist stolz auf seine Tradition und seine Wurzeln und bekennt sich daher eindeutig zum Standort Österreich. Mit St. Georgen realisiert Pöttinger nach dem Werksausbau in Grieskirchen und der Errichtung des neuen Ersatzteil-Logistikcenters in Taufkirchen/Tr. das dritte Bau-Projekt im Bezirk Grieskirchen.

Die beschränkten Flächenkapazitäten im Stammwerk führten bereits vor Jahren dazu, dass eine Montagehalle angemietet werden musste. Mit dem Standort St. Georgen hat Pöttinger einen optimalen Platz zur Ablöse der Mietflächen gefunden, der auch mit Blick in die Zukunft ausreichende Ausbaumöglichkeiten bietet. Der neue Standort liegt genau in der Mitte zwischen Taufkirchen/Tr. und Grieskirchen. In diesem Gewerbegebiet entsteht ein modernes Gebäude, das sich harmonisch ins Landschaftsbild einfügt. Mit Dachbegrünung, großzügigen Grünflächen und Einsatz von Holz als Baustoff wird großer Wert auf eine umweltfreundliche Bauweise gelegt.

So soll das neue Montagewerk aussehen (Rendering).

Bestes Arbeitsergebnis für die Region

Als Hersteller von Landtechnik setzt das Unternehmen auf eine umwelt- und ressourcenschonende Bauweise. Durch das Angebot von attraktiven Arbeitsplätzen bietet Pöttinger einen positiven Impuls für die Wertschöpfung in der Region, hat aber auch stets das gesunde Wachstum des Unternehmens im Fokus. „Der Markt definiert den Fortschritt des Baus“, erklärt Jörg Lechner, der für den Bau zuständige Geschäftsführer. „Wirtschaftlich vorausschauend zu agieren ist unsere Prämisse, unter der wir diese Investitionen geplant haben.“ Auf dem 17 ha großen Gelände wird mit der Montagehalle der Grundstein für das neue Werk gelegt. Die Pläne für eine flexible Erweiterung sind bereits vorhanden. Der jüngste Spross in der großen Pöttinger Produkt-Familie ist die „Impress“ Rundballenpresse. Diese wird ihre neue Heimat in St. Georgen finden, genauso wie die großen TOP-4-Schwadkreisel.

Angesichts der aktuell sehr fordernden Umstände will das fortschrittliche Unternehmen trotzdem auf Kurs bleiben. „Im neuen Werk werden wir Landtechnik leben, mit besonderem Augenmerk auf einem nachhaltigen und ergonomischen Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter“, sagt Lechners Kollege Gregor Dietachmayr als Sprecher der Pöttinger-Geschäftsführung. „Die Investition von 25 Millionen Euro in die erste Ausbaustufe ist ein wohlüberlegter Meilenstein auf dem weiteren Weg des Unternehmens.“ Für den Masterplan zur Gesamtumsetzung wurden die Steyrer Poppe*Prehal Architekten –  Spezialisten nachhaltiger Konzepte, gepaart mit hochwertiger Architektur für Industrie und Gewerbegebäude – beauftragt. „Besonders wichtig ist den Eigentümern Heinz und Klaus Pöttinger, mit dem neuen Werk den Standort zu stärken und durch die erweiterten Kapazitäten zukunftsorientiertes, flexibles Wachstum zu ermöglichen“, bestätigen die Architekten Andreas Prehal und Helmut Poppe. „Gerade in Zeiten wie diesen erkennt man, welch enorm große Rolle Regionalität für beständiges Wachstum, Qualität und Klima spielt.”

Pöttinger-Landmaschine „in Aktion“ (Rundballenpressen).

Führend im Ideenmanagement

Im Übrigen ist bei Pöttinger das Ideenmanagement schon viele Jahre fixer Bestandteil der Unternehmensorganisation. Kürzlich ist es gelungen, als österreichische Firma beim großen „Nachbarn“ zu punkten. Viele renommierte Unternehmen von Airbus bis Viessmann bewerben sich jährlich um den Deutschen Ideenmanagement Preis, die höchste Auszeichnung für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess von Unternehmen beim „Nachbarn“. Heuer stellte sich Pöttinger erstmals der Bewertung der unabhängigen Jury. Der Verbesserungsprozess des österreichischen Herstellers konnte sich sehr gut behaupten: In der Königsdisziplin „Bestes Ideenmanagement 2020“ gewann Pöttinger als erstes österreichisches Unternehmen den 1. Preis.

Der Landmaschinenhersteller fördert die Ideen der Mitarbeiter mit dem Kaizen-Prozess und dem Pöttinger-Verbesserungs-Prozess (PVP). Die internationale Jury war beeindruckt von der Integration des gesamten Verbesserungsprozesses. Dieser ist nicht nur in der Konzernzentrale, sondern an allen internationalen Standorten ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Ein fix angestelltes Team an Kaizen-Managern führt laufend über alle Standorte Audits und Verbesserungsworkshops durch. Dabei wird sowohl die Produktion als auch die Verwaltung gründlich unter die Lupe genommen. Davon profitiert auch das Pöttinger Sä Technik-Werk im deutschen Bernburg. Rund drei von vier Pöttinger-Mitarbeitern beteiligen sich an Verbesserungsprozessen. Dass es sich auch für die Mitarbeiter auszahlt, ist ein wesentlicher Bestandteil: Je nach Wirkungsgrad werden die 7.000 Ideen pro Jahr mit teilweise beachtlichen Prämien honoriert. 

Aufgrund der aktuellen Situation wurde der Preis nur digital übergeben. Die Freude im Unternehmen ist jedoch groß: „Die Landtechnik als innovative Branche lebt von kreativen Ideen“, erläutert Dietachmayr. „Es kommt nicht nur auf die großen Innovationen an – die Vielzahl an kleinen, gut durchdachten Vorschlägen ist ausschlaggebend.“ Der konkrete Verbesserungsprozesses bringt dem Unternehmen eine jährliche Einsparung von ca. sechs Millionen Euro!

Das Gemeindepaket für Oberösterreich mit 344 Millionen

Published on 11. August 2020

Im Land Oberösterreich rechnet man für das heurige Jahr mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag an Steuerausfällen. Bereits per Ende Juli haben die Steuerausfälle in Oberösterreich mit aktuell 186 Millionen Euro im laufenden Jahr die Verluste der Wirtschaftskrise für das ganze Jahr 2019 übertroffen.

Auch die Gemeinden und Städte sind natürlich massiv von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Das Land Oberösterreich hat daher – nach einem 580 Millionen Euro Oberösterreich-Paket für den Arbeits- und Wirtschaftsstandort – auch ein 344 Millionen Euro Gemeindepaket geschnürt, um die Liquidität zu sichern und Investitionen in den Kommunen zu ermöglichen. Denn um das Bundesland wieder „stark“ zu machen, braucht es auch starke Gemeinden, die weiterhin die Finanzkraft haben, um in wichtige Projekte investieren zu können. Der regionale Wirtschaftskreislauf muss mit Unterstützung der öffentlichen Hand in Schwung gehalten werden. Das Wiedererstarken des Arbeits- und Wirtschaftsstandortes Oberösterreich soll vor allem auch über Investitionen in den Gemeinden gelingen, denn Investitionen in den Kommunen schaffen und sichern Arbeitsplätze bzw. stärken die Wirtschaft direkt vor Ort. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern nimmt Oberösterreich mit dem Gemeindepaket viel „frisches“ Geld in die Hand. In den vergangenen Jahren hat das Land durch einen konsequenten „Chancen statt Schulden“-Kurs „finanzielle Muskeln“ aufgebaut. Seit 2017 wurde eine halbe Milliarde Euro an Schulden reduziert.

Als kleinste Gemeinde Oberösterreichs bekommt Rutzenham zusätzlich 12.000 Euro.

Anreize für Gemeindeprojekte

Das 344 Millionen Euro Gemeindepaket in Oberösterreich sieht einen Mix von verschiedenen Maßnahmen vor:

  • 50 Millionen Euro Sonderzuschüsse für Gemeinden und Städte: Alle Gemeinden und Städte werden von diesem zusätzlichen Geld profitieren. Aufgeteilt werden die 50 Millionen Euro nach der Einwohnerzahl und jeweiligen Finanzkraft der Gemeinden bzw. Städte. Möglich wird das durch eine Erhöhung der Bedarfszuweisungsmittel (BZ). So erhält etwa die kleinste Gemeinde Oberösterreichs Rutzenham (298 Einwohner) zusätzlich 12.000 Euro, die Landeshauptstadt Linz rund 3,4 Millionen Euro.
  • Anreize für neue Gemeindeprojekte schaffen: Erhöhung der Bedarfszuweisungsmittel um weitere 25 Millionen Euro. Oberösterreichs Gemeinden und Städte erhalten von der Gemeindemilliarde des Bundes für laufende und neue Projekte 162 Millionen Euro. Das BZ-Ressort wird um weitere 25 Millionen Euro aufgestockt, damit die Gemeinden diese Bundesmittel auch „abholen“ können. Den Gemeinden wird für neue Projekte vom Land ein Zuschlag in der Höhe von 20 Prozent zu den Mitteln des Bundes gewährt.
  • Das Land Oberösterreich erlässt Darlehen in der Höhe von 25 Millionen Euro zur Gänze. Somit stehen weitere 25 Millionen Euro an Bedarfszuweisungsmitteln für Gemeindeprojekte zur Verfügung, um die regionale Wirtschaft zu stärken.
  • 15 Millionen Euro Budgetreserven im BZ-Ressort wurden freigegeben und werden den Gemeinden für ihre Projekte zur Verfügung gestellt.
  • Erhöhung des Landesanteils am Strukturfonds um rund vier Millionen Euro. Der Strukturfonds sichert den finanzschwachen Gemeinden eine gewisse Mindestausstattung an finanziellen Mitteln. Der Landesanteil am Strukturfonds wird vom Land Oberösterreich von 5,75 auf 10 Mio. Euro erhöht. Mit dieser Steigerung beträgt der Strukturfonds damit in Summe 70 Millionen Euro. Der Strukturfonds wird vorwiegend aus BZ-Mitteln gespeist.
Die Landeshauptstadt Linz erhält rund 3,4 Millionen Euro.

Gemeindeförderungen bleiben

  • 75 Millionen Euro: Das Land Oberösterreich hält trotz massiver Steuerausfälle an allen geplanten Gemeindeförderungen fest. Die Landesförderungen werden trotz historischer Steuerausfälle für das Bundesland an die Gemeinden ausgezahlt.
  • Das Land Oberösterreich unterstützt Kinderbetreuungseinrichtungen mit 45 Millionen Euro. Die Beiträge für Kinderbetreuungseinrichtungen wurden bzw. werden durch das Bundesland trotz Schließung unverändert weitergeleistet.
  • Sofortige Auszahlung der zweiten Rate aus dem „Sondertopf des Landes für ein gutes Leben in den Gemeinden“. Die zweite Rate in Höhe von fünf Millionen Euro aus dem 2019 eingerichteten Sondertopf für Direktzuschüsse zu Gemeindeinvestitionen wird umgehend den Gemeinden ausbezahlt.
  • Das BZ-Ressort und die Gemeinden werden ermächtigt, weitere 100 Millionen Euro an Fremdmitteln aufzunehmen, um Gemeindeprojekte finanzieren zu können.

25 Milliarden Euro warten auf ihre Verwendung

Published on 27. Juli 2020

Durch ein stärkeres Bekenntnis seitens der VÖPE zu regionalen Vergaben aller Auftragnehmer inklusive der Subunternehmen könnten dadurch rund 250.000 Arbeitsplätze in Österreich gesichert bzw. geschaffen werden, rechnen VÖPE-Präsident Erwin Soravia und Josef Muchitsch – Nationalratsabgeordneter sowie Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz – vor.

Denn ab Herbst werde die Krise an die Türen der Baufirmen „klopfen”. Und: Am Bau trifft im Winter die Corona-Arbeitslosigkeit auch noch auf die Winterarbeitslosigkeit. Der Staat alleine wird das nicht mehr „stemmen“ können, deshalb muss die Konjunkturlokomotive Bau auch durch private Bauprojekte mit „Sprit“ versorgt werden. „In der Krise gilt es, alle Kräfte ohne Vorurteile noch stärker zu bündeln“, sagt Muchitsch. „Dabei darf nur die Vernunft zählen! Wir haben nur dann eine Chance, gut ins Frühjahr zu starten, wenn wir die Zeit bereits jetzt nutzen und baureife Projekte schneller startklar machen. Je größer die Bauprojekte, umso länger die Vorarbeiten und die Vorlaufzeiten.“

Eine Studie des Institutes für Höhere Studien (IHS) belegt: Jede investierte Million Euro sichert rund zehn Arbeitsplätze, schafft eine Wertschöpfung durch direkte und indirekte Effekte von mehr als 900.000 Euro und sorgt für eine Steuer- und Abgabenleistung von mehr als 300.000 Euro. „Dieses Geld kommt wieder direkt in Österreich an und bringt die Konjunktur insgesamt zum Laufen“, meint VÖPE-Präsident Soravia. „Eine interne Umfrage unter unseren Mitgliedern hat ergeben, dass derzeit rund 25 Milliarden Euro an Bauvorhaben mangels Bescheiden und durch fehlende Beschlüsse in Bauausschüssen auf Eis liegen. Wenn nur ein Teil dieser privaten baureifen Projekte jetzt schneller bewilligt wird und der Rest in Etappen, wird daraus das größte Konjunkturpaket der 2. Republik.“

25 Milliarden Euro warten darauf, auf österreichischen Baustellen anzukommen und 250.000 Arbeitsplätze zu sichern bzw. zu schaffen.

Stärkeres Bekenntnis zu regionalen Vergaben

Die gemeinsamen Forderungen von VÖPE und GBH umfassen vier Punkte: Schnelle Behördenwege, verbindliche Fristen und Zeitfenster auf Behördenseite, planbare und verlässliche Timelines sowie digitalisierte Prozesse, die der modernen Realität entsprechen.

Gekoppelt sind diese gemeinsamen Forderungen daran, dass alle Auftragnehmer – auch Subunternehmen – seitens der VÖPE noch stärker an regionale Vergaben gebunden werden. Muchitsch: „Jeder einzelne Euro, der schneller auf österreichischen Baustellen landet und somit in heimische Unternehmen und ihre Beschäftigten investiert wird, bekämpft die Rekordarbeitslosigkeit.”

Beide fordern die politisch Verantwortlichen auf, endlich in die Umsetzung zu kommen: „Baubescheide raus aus Schubladen, Aufträge an regionale Unternehmen mit ihren Beschäftigten in Österreich und rauf auf Baustellen. Fakt ist: Der laut Ökonomen und Wirtschaftsexperten prognostizierten negativen Entwicklung am Arbeitsmarkt kann nur mit Beschäftigung entgegengewirkt werden. Dazu gilt es, alle Kräfte zu bündeln und alle Möglichkeiten zu nutzen. Raus aus der Krise durch Investitionen in den Arbeitsmarkt. Nur wenn wir jetzt säen, können wir in einigen Monaten und Jahren gemeinsam ernten. Die politisch Verantwortlichen sind nun gefordert, die dazu notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Hinter den Kulissen

Verantwortlich für mehr als zehn Prozent des BIP und mehr als 20.000 Mitarbeiter (Bau- und Baunebengewerbe nicht inkludiert), haben sich heuer im Frühjahr rund zwei Dutzend der führenden Immobilienprojektentwickler in einer konstituierenden Sitzung zur Gründung der Vereinigung Österreichischer Projektentwickler gemeinsam formiert. Die VÖPE positioniert sich als überregionale, parteiunabhängige Kompetenzstelle. Mit entsprechenden Expertenkreisen möchte die neue Vereinigung als Ansprech- und Kompetenzpartner ihr Wissen um die Anliegen der Branche in die Gestaltung von neuen Gesetzen, Normen und Verordnungen – ob Bau-, Steuer- oder Mietrecht – miteinbringen. Die Themenkomplexe der VÖPE sind vor allem solche, die alle Österreicher betreffen. Sie reichen von Altersvorsorge und Stadtentwicklung über Wohnen und Arbeit der Zukunft bis hin zur Entwicklung von Lebensräumen. Gezielt sollen auch Fachthemen wie verlässliche Rahmenbedingungen im Widmungsprozess, Digitalisierung von Behördenverfahren Vorhaltenskodex der Projektentwickler, aber auch Themen rund um Miet- und Baurecht bearbeitet und vorangetrieben werden.

(v.l.n.r) VÖPE-Finanzvorstand Gerald Beck, Vizepräsident Peter Ulm, Präsident Erwin Soravia, Vize-Präsident Hans-Peter Weiss.

Die VÖPE setzt sich dafür ein, im Austausch mit den Stakeholdern der Branche verlässliche und transparente Rahmenbedingungen für die Projektentwickler Österreichs herzustellen. Die Spitze der VÖPE bilden Erwin Soravia als Präsident und Peter Ulm, Hans-Peter Weiss sowie Andreas Köttl als Vize-Präsidenten. Zu den aktuellen Mitgliedern zählen u.a. 3SI Immogroup GmbH, 6B47 Real Investors AG, allora Immobilien GmbH, ARE Austrian Real Estate Development GmbH, Bau&Boden Immobilien GmbH, C&P-Immobilien AG, Consulting Company Immobilien GmbH, Eyemaxx Real Estate AG, Go Asset Development GmbH, Immofinanz AG, Invester United Benefits GmbH, J&P Immobilienmakler GmbH, planquadr.at Immobilien und Projektentwicklungs GmbH, Property Invest Holding GmbH, Riedergarten Immobilien Gruppe- WH Holding GmbH, Soravia IFA GmbH , SÜBA AG, Technopark-Raaba Projektentwicklung GmbH, Trivalue Management GmbH, UBM Development Österreich GmbH, value one Holding AG, Venta Consulting GmbH, Winegg Realitäten GmbH und WK Development GmbH.