Kategorie: Köpfe

Menschen in Bewegung: Aufsteiger und Umsteiger November 2020/1

Published on 2. November 2020

Österreichs Wirtschaft „lebt“ von jenen Frauen und Männern, die wichtige Entscheidungen treffen, neue Karrieregipfel erklimmen oder einfach gute Ideen realisieren – zu unser aller Wohl!

Eine Chefin für die Erste (Bank)

Der Aufsichtsrat hat Gerda Holzinger-Burgstaller zur neuen CEO der Erste Bank Österreich ernannt. Sie folgt zum 1.1.2021 Peter Bosek nach, der die Bankengruppe verlassen wird. Holzinger-Burgstaller ist seit 2019 als CFO und CRO im Vorstand. Sie arbeitet seit 14 Jahren in der Bankengruppe.

Innerhalb des neuen Vorstandteams der Erste Bank Österreich wird Holzinger-Burgstaller als CEO, CFO und COO fungieren. Willibald Cernko soll als stellvertretender CEO und Firmenkundenvorstand der Erste Bank Österreich die Rolle der Bank im Firmenkundengeschäft weiter ausbauen. Alexandra Habeler-Drabek, Chief Risk Officer (CRO) der Erste Group, wird zusätzlich die Verantwortung für das Risikomanagement der Erste Bank Österreich übernehmen. Thomas Schaufler wird als Vorstandsmitglied weiterhin für das Privatkundengeschäft zuständig sein.

Neuer Aufsichtsratschef bei der HOGAST

Die HOGAST startet mit einem neu formierten Aufsichtsrat in die Wintersaison und das Jahr 2021. Bei der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung der Einkaufsgenossenschaft für Hotellerie und Gastronomie übernahm Werner Magedler den Vorsitz, weil sein Vorgänger Markus Tipotsch die maximale Funktionsdauer von drei mal drei Jahren erreicht hatte und statutengemäß aus dem HOGAST-Aufsichtsrat ausgeschieden ist.

Werner Magedler ist Geschäftsführer der „Rainer Hotels“ in Wien und seit sechs Jahren Mitglied im höchsten Gremium der Genossenschaft. Außerdem leitet er eine Consulting-Firma und ist Aufsichtsrat der Hobex AG.

Neue Aufsichtsrätin für Casinos und AUA

Christine Catasta, seit kurzem Leiterin des ÖBAG-Beteiligungsmanagements und zuvor CEO von PwC Österreich, wurde von der ÖBAG für die vakante Stelle im Aufsichtsrat der Casinos Austria AG (CASAG) nominiert. Angesichts der aktuellen Herausforderungen der CASAG soll Christine Catasta das Unternehmen in dieser schwierigen Zeit mit ihrer großen Expertise begleiten und unterstützen.

Gleichzeitig übernimmt Catasta auf Basis der Austrian Airlines-Standortvereinbarung Mandate im Aufsichtsrat der Austrian Airlines AG sowie im Vorstand der Österreichischen Luftverkehrs-Privatstiftung (ÖLP), der Mehrheitseigentümerin der Austrian Airlines (über die Österreichische Luftverkehrs-Holding). Ihre bisherigen Aufsichtsratsmandate beim Energieversorger Verbund und bei der Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG bleiben davon unberührt.

Neues Vorstandsmitglied bei der Bank Austria

Wolfgang Schilk ist per Anfang November als Chief Risk Officer (CRO) in den Vorstand der UniCredit Bank Austria eingezogen und folgt in dieser Funktion Jürgen Kullnigg nach, der als Chief Risk Officer Mitglied des Vorstands der HypoVereinsbank (UniCredit Bank AG) in Deutschland wird. Dank seiner umfassenden Erfahrung (etwa als Mitglied des Vorstands der YapiKredi Group von 2010 bis 2016) und davor im Risikomanagement der UniCredit Bank Austria ist Schilk bestens qualifiziert, diese Übergabe erfolgreich und reibungslos zu managen.

Neue Finanzchefin bei Bayer Austria

Helga Aigner leitet seit Kurzem als CFO den Finanzbereich bei Bayer Austria. In dieser Funktion zeichnet sie für die Finanzplanung und -strategie in Österreich und in der gesamten Region Südosteuropa verantwortlich. Die erfahrene Finanz- und Wirtschaftsexpertin ist seit 24 Jahren bei Bayer tätig, zuletzt als Leiterin Business Services für die Region Südosteuropa. Sie verfügt über profundes Prozess-Know-how der Ländergruppen in Südosteuropa sowie über umfassende Fähigkeiten zur Durchführung komplexer Transformationsprojekte.

Aigner begann ihre Karriere bei Bayer Austria als Controllerin für die Division Pharma. Nach nur vier Jahren übernahm sie als Head of Business Planning die Leitung des Controllings und Supply Chain Managements und orchestrierte in den folgenden Jahren das Controlling, das Supply Chain Management und die Kunden- und Vertriebsservices für den gesamten Healthcare Bereich. Helga Aigner studierte berufsbegleitend Europäische Wirtschaft- und Unternehmensführung und hält einen Master in Engineering der Technischen Universität Wien.

Neuer Geschäftsführer für P8 Marketing

Philipp Tirmann ist künftig als Teil der Geschäftsführung bei P8 Marketing für den Standort Wien und den Aufbau der neuen Business Unit „P8 Content Power“ verantwortlich.

Nach dem Studium Telekommunikation und Medien war Tirmann in den vergangenen 13 Jahren bei der Mediengruppe ProSiebenSat.1 PULS 4 beschäftigt. Dort leitete er das Projekt UEFA Champions League auf PULS 4, baute danach als Informationsdirektor die Informationsschiene von PULS 4 aus und festigte dabei die Position von Café Puls als Marktführer des österreichischen Frühstücksfernsehens. Zuletzt fungierte Tirmann bei der ProSiebenSat.1 PULS 4 als Director für Business Development and Innovation und war dort für die Entwicklung von Multi-Channel-Formaten wie Klima Heldinnen, 4LIFECHANGERS und Road To Digital Austria verantwortlich.

Menschen in Bewegung: Aufsteiger und Umsteiger Oktober 2020/2

Published on 19. Oktober 2020

Eine neue Präsidentin

Im Rahmen der 27. Ordentlichen Generalversammlung der österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) wurden Präsidium und Vorstand neu gewählt. Dabei kam es, gewissermaßen zu einem Generationswechsel und einer deutlichen Verjüngung der Gremien.

Zur Präsidentin wurde Marcela Atria (Atria Media) gewählt, als Vizepräsidenten bestätigt wurden Thomas Kralinger (Kurier) und Erwin Vaskovich (Publicis Media Austria). Weiters wurde als dritter Vizepräsident Robert Langenberger (Styria Medienhaus Lifestyle) neu ins Präsidium gewählt.

Stephan Sharma

Neuer Vorstand für Energie Burgenland

Der Aufsichtsrat der Energie Burgenland hat aufgrund der Ausschreibungen Stephan Sharma und Reinhard Czerny mit Wirkung ab 1.1.2021 einstimmig zu Mitgliedern des Vorstandes bestellt. Weiters wurde Sharma mit der Funktion des Vorsitzenden des Vorstandes und Czerny mit der Funktion des Finanzvorstandes betraut.

Der Vorsitzende der Aufsichtsrates Johann Sereinig zeigte sich erfreut „dass zwei Top- Manager für die Energie Burgenland gewonnen werden konnten, die sich durch umfassende und internationale Erfahrung in der Energie- und Finanzwirtschaft sowie durch hohe Professionalität und unternehmerische Erfolge auszeichnen“.

Neue COO bei Randstad Österreich

In ihrer neuen Position als Chief Operating Officer bei Randstad treibt Ulla Havas (41) ab sofort die Vernetzung der unterschiedlichen Geschäftsprozesse voran. Gleichzeitig wird die Oberösterreicherin das Konzept „tech&touch“ weiter ausbauen, das für die Digitalisierung des Geschäftes mit gleichzeitiger Zentrierung auf den Menschen steht.

Vor ihrem Einstieg bei Randstad war die Doktorin der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften unter anderem beim Konsumgüterhersteller Unilever und der Verlagsgruppe News tätig.

Johann Brandstetter

Internorm erweitert die Chefetage

Europas Fenstermarke stellt langfristige Weichen für die Zukunft.  Der Übergang der Geschäftsführung Internorm International von Helmuth Berger auf drei weitere Geschäftsführer mit der Unterstützung einer erweiterten Geschäftsleitung wurde beschlossen. Die neue Geschäftsführung wird ab 1.11. um Johann Brandstetter (56, Vertrieb & Marketing), Markus Dietachmair (38, Controlling & Abwicklung) und Martin Weinrotter (42, Produktion) erweitert.

Das Geschäftsführungsteam soll gemeinsam mit Thomas Walluschnig (Entwicklung Exportmärkte) den bisherigen Erfolg von Internorm fortsetzen und weiterentwickeln.

TOP LEADER Franchise-Frau

Der Österreichische Franchise Verband kürte Nina Pongratz zum Besten Franchise-Partner 2020 (Newcomer) in Österreich. Die erst 29 Jahre junge Unternehmerin hat es geschafft, mit ihrem Soluto Partnerbetrieb in nur zwei Jahren im Bereich Bau und Handwerk durchzustarten.

Die Niederösterreicherin brachte frischen Wind in die Männerdomäne und zeigte, wie man sich binnen kürzester Zeit in der Baubranche einen Namen macht – und dabei ordentliche Gewinne erzielt. Soluto Pongratz übernimmt Brand- und Wasserschadensanierungen, Leckortungen und zerstörungsfreie Rohrsanierungen in Mödling, Baden, Wiener Neustadt und den angrenzenden Gebieten.

BIG verlängert mit ihren Chefs

Die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) hat als Eigentümervertreterin der Republik die beiden Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in ihrem Amt für eine weitere Funktionsperiode bestätigt. Hans-Peter Weiss wurde zum CEO und Wolfgang Gleissner zum COO bestellt. Die Funktionsperioden der beiden Geschäftsführer beginnen im 2. Quartal 2021.

Die BIG ist seit 2019 eine Beteiligung der ÖBAG. Das Portfolio der BIG umfasst Universitäten, Schulen und Spezialimmobilien und beinhaltet mehr als 2000 Liegenschaften. Die seit 2013 operativ tätige Tochtergesellschaft ARE konzentriert sich auf die Entwicklung und die Vermietung von Büro- und Wohnimmobilien. Hans-Peter Weiss ist seit 2011 Geschäftsführer der BIG, Wolfgang Gleissner bereits seit 2003; die Funktionsverlängerung ist somit ein klares Zeichen für Verlässlichkeit und Stabilität.

Menschen in Bewegung: Aufsteiger und Umsteiger – Oktober 2020/1

Published on 4. Oktober 2020

Harald Hauke wird neuer ARA-Vorstand

Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) als Österreichs treibende Kraft in der Kreislaufwirtschaft hat einen neuen Vorstand: Dr. Harald Hauke (53) folgt auf Werner Knausz, der weiterhin der ARA beratend zur Seite stehen wird. Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Dr. Christoph Scharff wird Hauke Ansprechpartner für alle Akteure der Kreislaufwirtschaft sein.

Dank seines vielseitigen beruflichen Werdeganges kennt Hauke sowohl die Bedürfnisse der Wirtschaft als auch die Einsatzgebiete der ARA mit einem Umfeld aus Kommunen, Abfallwirtschaftsverbänden, Politik, NGOs und Konsumenten. Harald Hauke ist seit 2012 Geschäftsführer der ARA Tochter Austria Glas Recycling und darüber hinaus seit 2018 Geschäftsführer von ARAplus, der Vertriebs- und Servicemarke der ARA. Zuvor war er vorwiegend in multinationalen Unternehmen, zuletzt in einer globalen Position beim größten Nahrungsmittelkonzern der Welt. Hauke ist auch Mitglied des Vorstands beim Kreditschutzverband von 1870.

Neue Versicherungsvorständin

Mit dem Eintritt von Mag. Kathrin Kühtreiber-Leitner in den Vorstand am 1. Oktober hat der seit Frühjahr geplante Führungswechsel in der Oberösterreichischen Versicherung AG begonnen.

Bis Jahresende bleibt Generaldirektor Dr. Josef Stockinger Vorstandsvorsitzender in einem Dreier-Vorstand. Ab 1. Jänner 2021 übernimmt Stockingers bisheriger Stellvertreter Mag. Othmar Nagl den Vorstandsvorsitz. Mag. Kathrin-Kühtreiber-Leitner wird dann für die restlichen Agenden von Dr. Josef Stockinger, insbesondere Vertriebsorganisation, Marketing und Kommunikation, verantwortlich zeichnen.

Poppmeier übernimmt bei SPAR

Neuer Vorstandsvorsitzender der SPAR Holding AG wird ab 1.1.2021 Mag. Fritz Poppmeier (54). Der Jurist und Sohn des SPAR-Gründers Dr. Fritz Poppmeier ist seit 26 Jahren in unterschiedlichen Funktionen im Unternehmen tätig. Bereits seit 1999 ist er Mitglied des SPAR-Konzern-Vorstands. Als Vorstandsvorsitzender wird er die Bereiche Unternehmensstrategie, PR, Nachhaltigkeit, Einzelhandels-Vertrieb, Logistik, Zweigniederlassungen, Expansion und REGIO verantworten.

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender wird KR Hans K. Reisch (58), Enkel des SPAR-Gründers Hans F. Reisch und seit 33 Jahren in unterschiedlichen Positionen im Unternehmen tätig. Seit 2001 verantwortet er im SPAR-Konzern-Vorstand u.a. die Bereiche Finanzen, Filialen und TANN. Ab 2021 wird er zusätzlich für Controlling, Personal, Personalentwicklung und Recht zuständig sein.

Neue Chefin für die Wirtschaftsforschung 

Monika Köppl-Turyna agiert ab 1. November als neue Direktorin des unabhängigen EcoAustria Instituts für Wirtschaftsforschung. Die 35-jährige Ökonomin promovierte 2011 an der Universität Wien und war von 2011 bis 2015 Assistenzprofessorin am Lisbon University Institute. Anschließend war sie bei Agenda Austria als Senior Economist tätig. Seit 2015 ist sie zudem Universitätslektorin an der Wirtschaftsuniversität Wien und Fellow der Global Labour Organisation. Darüber hinaus ist sie seit 2017 Vorstandsmitglied der European Public Choice Society.

Köppl-Turyna habilitierte sich im Sommer 2020 an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Im aktuellen Ökonomen-Ranking von Presse/FAZ/NZZ belegt sie Rang 12 der einflussreichsten Ökonomen in Österreich. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Öffentliche Finanzen, Verteilungsfragen, Steuerwettbewerb und Fragen der politischen Ökonomie.

HP Österreich bekommt einen neuen Chef

Michael Smetana (52) übernimmt zum 1. November 2020 als Managing Directory die Geschäftsleitung von HP Österreich. Der gebürtige Wiener ist seit knapp 30 Jahren in vielfältigen internationalen Fach- und Führungsfunktionen bei HP tätig.

„Michael Smetana ist ein sehr erfahrener Manager und ein exzellenter Kenner des IT-Marktes in Österreich“, kommentiert Bernhard Fauser, Managing Directory Central Europe Market bei HP. HP Österreich hat seinen Sitz in der Technologiestraße in Wien. Neun der zehn größten Unternehmen in Österreich sind Kunden; fast jeder zweite professionelle Anwender vertraut auf eine PC-Hardware von HP, gleichzeitig kommt in Österreich auch jeder zweite Drucker von HP.

Neue Chefin für eine neue Agentur

Die bisherige Leiterin der Kommunikationsabteilung der Deutschen Handelskammer in Österreich (DHK) und ehemalige „WirtschaftsBlatt“-Journalistin Sissi Eigruber (48) hat sich mit ihrer Agentur „TextHelden“ selbstständig gemacht. Ihr Angebot umfasst Texte für alle Bereiche der Unternehmenskommunikation – von Pressetexten bis zum Ghostwriting für Reden und Videostatements – sowie die Konzeption und Produktion von Printprodukten. Außerdem produziert TextHelden professionelle Kurzvideos, die unmittelbar nach der Aufnahme auf Social-Media-Kanälen gepostet werden können.

Eigruber hat Theaterwissenschaften und Publizistik und Kommunikationswissenschaft in Wien studiert und den Universitätslehrgang für Öffentlichkeitsarbeit sowie eine Ausbildung zum Video Engineer absolviert. Nach dem Start ihrer Karriere im Bereich Öffentlichkeitsarbeit beim ÖAMTC wechselte sie in den Journalismus und war 15 Jahre lang als Wirtschaftsjournalistin tätig. 2014 kehrte sie als Mitarbeiterin der Pressestelle der Wirtschaftskammer Wien in den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zurück und wechselte anschließend als Kommunikationsleiterin zur Deutschen Handelskammer in Österreich.

Geballte Agentur-Kompetenz unter einem Dach

Published on 3. Oktober 2020

Dominik Frey gründet gemeinsam mit Helmut Kosa und Erich Silhanek die neue Agentur LEADS&CONTENT. „Das ist ein logischer Schritt zur richtigen Zeit“, erklärt Frey. „Bedingt durch die derzeitige Krise stehen viele Unternehmen unter starkem Druck. Gerade die Neukundenakquise ist aufgrund der Rahmenbedingungen besonders schwierig. Umso wichtiger ist die Frage: Wie komme ich an neue Kunden und wie kann ich bestehende Kundenbeziehungen intensivieren?“

Die Services von LEADS&CONTENT reichen von Vertriebsberatung/Konzeption und CRM/Data Management bis zur Erstellung des „richtigen“ Contents wie Bewegtbild, PR und Digitales Storytelling über Kundenbindungs-Apps sowie innovative neue Lösungen.

„Content wird derzeit im Bereich Neukundenstrategie oft unterschätzt oder falsch eingesetzt“, meint Helmut Kosa. Eine optimierte Content Gestaltung, die zielgerichtete Ausspielung in den richtigen Kanälen und die laufende Performanceoptimierung der Kampagnen sind ein wesentlicher Bestandteil der Leadgenerierung. Daher ist das gebündelte Angebot von LEADS&CONTENT der ideale Ansatz.“

Nachhaltig und unabhängig

Durch das jahrelange Know-how der Hands-on-Unternehmer im Agentur-, Medien-, Digital- und Dialogmarketing kann auf ein großes Netzwerk an Profis zugegriffen werden, mit dem LEADS&CONTENT nachhaltige und qualitative Umsetzungen aller Content-, Performance- und Lead-Themen unter einem Dach garantiert.

„LEADS&CONTENT ist neutraler und unabhängiger Partner, bei uns bekommt der Kunde wirklich nur das, was für die Generierung von Neukunden und die Intensivierung bestehender Kunden sinnvoll ist – nicht mehr, nicht weniger und gemäß unserem Leitsatz ‚Leads are king – wir sind Ihr (Neu-)Kundenmagnet‘“, sagt Frey.

Enge Kooperation mit &US und love2care

„Das Thema Leadgenerierung und Content Produktion ist eine ideale Erweiterung des &US-Leistungsportfolios“, erklärt Erich Silhanek. „LEADS&CONTENT ist ein wichtiger Puzzlestein, der uns für viele Kunden gefehlt hat, genauso wie es umgekehrt sehr befruchtend sein wird.“

love2care ist das Social Responsibility-Unternehmen von Dominik Frey mit der Vision, das Spenden zum Lifestyle zu machen, um vor allem jüngere Menschen zum Spenden zu bewegen und damit Non-Profit-Organisationen europaweit zu supporten. „love2care kann dabei zur Leadgenerierung und Pushen von Marken, Produkten sowie Testimonials ein innovatives Tool für LEADS&CONTENT Kunden sein.“

Das sind die drei Gründer

Dominik Frey ist Co-Gründer und Ex-Gesellschafter (Exit 2019) von Opinion Leaders Network/leadersnet.at. Davor war er als Head of Advertising & Projects bei der Wirtschaftszeitung medianet tätig. Seine erste berufliche Station waren die Bezirksblätter Niederösterreich, bei denen er als Redakteur arbeitete, um danach zum Planet Music als Konzertveranstalter, Redakteur und Sales-Verantwortlicher zu wechseln. Seit Ende 2019 betreibt Dominik Frey zudem das Unternehmen love2care, das über die innovative „donate2win“ Methode jüngere Menschen zum Spenden motiviert.

Helmut Kosa ist Managing Partner der Growth Consultancy &US, wobei der Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf Unternehmens- und Markenpositionierung, der Markenstrategie mit Umsetzung in Werbung sowie im Bereich Vertrieb und seinem Einfluss auf die Optimierung von Geschäftsmodellen liegt. Er war am Aufbau des ersten Online-Vermarktungsnetzwerkes Österreichs beteiligt. Danach Gründung von pjure, der ersten markenführenden, digitalen Werbeagentur und später Verkauf an das globale Agentur-Network Dentsu Aegis Networks mit Übernahme der isobar-Geschäftsführung in Österreich und der Schweiz. Mentor für Unternehmertum, Markenführung und Marketing, Management Coach, Dozentur an der FH St. Pölten („BRAND SLAM – Marken und Markenführung“).

Erich Silhanek ist Managing Partner der Growth Consultancy &US, wobei der Schwerpunkt seiner Tätigkeit in den Bereichen Strategie und Organisationsberatung, der Transformation und Begleitung von organisationalen Veränderungsprozessen mit Fokus auf Vertrieb, Marketing und Controlling liegt. Zuvor globale Funktionen bei Sony Mobile in München, London und Lund, u.a. als Vorstand der Marketing & Vertriebsorganisationen mit Fokus auf Unternehmenswachstum und Optimierungsprozesse, Vertriebs- und Marketingmanagement sowie Controlling und Finanzen, Aufbau von Innovations-Ökosystemen und Durchführung von organisatorischen Veränderungen.

LEADS&CONTENT GmbH i.G.
Am Belvedere 4 – OG 2
1100 Wien, Austria
office@leadsandcontent.com

http://www.leadsandcontent.com

Wie können (Öko-) Wünsche zur Realität werden?

Published on 3. Oktober 2020

Ursula von der Leyen hat in ihrer vielbeachteten Rede zur Lage der Europäischen Union ein Ziel vorgegeben: Reduktion der CO2-Emissionen bis 2030 um 55 statt 40 Prozent in der bisherigen Planung. Klingt ambitioniert, entspricht sicht- und spürbar Notwendigkeiten, hat daher auch Zustimmung in der Europäischen Kommission und im Europäischen Parlament. Das Problem an der Sache: Es ist ein schöner Wunsch, der jedoch nicht realistisch ist. Wishful thinking.

Um nicht missverstanden zu werden: Das bedeutet nun keinesfalls, dass sich die Wirtschaft nicht zum Ziel der CO2-Neutralität bekennt. Dieses Ziel wird nicht nur mitgetragen, sondern sogar erweitert: Mit der Circular Economy, der Kreislaufwirtschaft. Denn Kreislaufwirtschaft als Rückführung aller Ressourcen nach deren Gebrauch ist ganz entschieden weitgehender als eine bloße CO2-Reduktion. Hier wird die Wirtschaft mit ihrer Kreativität, Innovationskraft, aber auch mit den erforderlichen Rahmenbedingungen gefordert sein, entscheidende Beiträge zur Erfüllung dieser neuen, einem weltweiten Trend entsprechenden Wirtschaftsphilosophie zu leisten.

Sowohl beim CO2-Reduktionsziel wie auch bei der Kreislaufwirtschaft bedarf es jedoch nicht nur politisch plakativer Zielsetzungen, die – wie die europäische Erfahrung leider zeigt – meist auf dem Papier stehen bleiben, aber in der Realität nicht umgesetzt werden.

Um in der Realität anzukommen und die wichtigen und richtigen Zielsetzungen auch tatsächlich umzusetzen, bedarf es einer anderen Strategie. Ich möchte eine solche im Folgenden skizzieren.

Das Bewusstsein der Konsumenten für ökologisch richtiges Verhalten muss daher entsprechend entwickelt werden.

Der Öko-Masterplan

Um ein gewünschtes Ziel umzusetzen, braucht man einen strategischen Plan. Einen Masterplan, der sehr konkret sagt, wer bis wann welche Maßnahmen zu setzen hat und dessen Einhaltung kontrolliert, gegebenenfalls auch sanktioniert wird. Dies setzt allerdings wiederum die Zustimmung der Beteiligten voraus. Die Beteiligten wären in diesem Fall einerseits die Politik mit ihrer Zielsetzung und der Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen in den Bereichen Legistik, Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung, Bereitstellung finanzieller Ressourcen etc. 

Der zweite Faktor wäre das Bewusstsein der Konsumenten. Dieser erscheint mir ein ganz entscheidend für das Gelingen des gesamten Plans zu sein. Jeder Konsument ist für eine heile Umwelt, wenn es aber um persönliche Beiträge dazu geht, lässt die Begeisterung dafür rasch nach. Das Bewusstsein der Konsumenten für ökologisch richtiges Verhalten muss daher entsprechend entwickelt werden.

Wir haben es mit einem globalen Problem zu tun, das nur global gelöst werden kann.

Darauf aufbauend sind es die Betriebe, die in ihrem Angebot den Zielvorgaben der Politik sowie den Wünschen der Konsumenten mit ihren Produkten und Dienstleistungen entsprechen müssen. In einem solchen Masterplan müssten auch Zuständigkeiten auf der europäischen, nationalen und regionalen Ebene definiert und darüber hinaus Sektorpläne für Branchen erstellt werden, die sich dann wie ein Puzzle in den großen Masterplan einfügen. Einzubeziehen ist aber jedenfalls auch die internationale Dimension. Wir haben es mit einem globalen Problem zu tun, das nur global gelöst werden kann. Denn was hätte man davon, wenn wir die zehn Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes, für den Europa verantwortlich ist, reduzieren, gleichzeitig aber andere Teile der Welt in kürzester Zeit kompensieren? Europa hat eine Gesamtverantwortung für die Klimaentwicklung der gesamten Welt mitzutragen. Auch dieser Aspekt müsste in einem Masterplan berücksichtigt sein.

Wenn das alles in einem 30-Stufenplan bis 2050 festgelegt wird und dabei jedes Jahr einer Stufe mit Teilzielsetzungen und entsprechenden Maßnahmen entspricht, dann ist ein realistischer Pfad zum Ziel gegeben. Und dann könnte Europa nicht nur die technologische und ökonomische Führerschaft in einem überlebenswichtigen Megatrend übernehmen, sondern die Chancen, die in allen Innovationen liegen, auch vorteilhaft nützen.

Ich bin optimistisch, dass großartige Ziele, die mir sinnvoll und notwendig erscheinen, mit einer professionellen und konsequenten Vorgangsweise unter Einbindung aller Beteiligten auch tatsächlich gelingen können.

Und so kommen wir vom Wunsch zur Realität!

Netze statt Ketten

Published on 19. September 2020

Die Corona-Pandemie dauert mittlerweile ein halbes Jahr. Wie geht es aktuell der heimischen Exportwirtschaft?

2019 war mit 154 Mrd. Euro an österreichischen Warenexporten ein Rekordjahr, die Landung in der Corona-Realität war umso härter. Gerade für unsere international eng verflochtene Wirtschaft ist das eine ziemliche Herausforderung. Natürlich haben viele Unternehmen besonders mit der gesunkenen Nachfrage zu kämpfen, aber Rückmeldungen unserer Exportfirmen und aktuelle internationale Wirtschaftsindikatoren geben Anlass zur Hoffnung. Da niemand genau absehen kann, wie sich die Situation weiterentwickeln wird, sind das Vertrauen und die Investitionsbereitschaft sehr gering. Sehr deutlich wird das auch anhand der aktuellen Zahlen. Die Konsumenten kaufen weniger Autos, sie fliegen weniger auf Urlaub, und sie schieben allgemein größere Investitionen lieber auf. Das schlägt sich natürlich auch auf den B2B-Bereich durch.

Gibt es auch Lichtblicke?

Die letzten Exportzahlen geben Hoffnung. Die OeNB hat das prognostizierte Minus beim BIP von –7,2 % auf minus sechs reduziert. Im Mai gab es bei den Exporten noch ein Minus von 25 %, im Juli hat sich das Minus auf 7 % reduziert. Auch viele Einkaufsmanagerindizes in ganz Europa sind aktuell wieder über der Wachstumsschwelle. Positives kommt aus der für uns wegen enger Zulieferverflechtungen so wichtigen deutschen Industrie: Sie verzeichnete im Juli einen Anstieg der Auftragseingänge um 27,9 %. Diese positiven Tendenzen sind sicher auch auf die Erfolge beim Zurückdrängen des Virus zurückzuführen. Es sind also positive Signale erkennbar. Nun lautet die große Frage, wie es weitergeht; Ob der Tanz zwischen Öffnung und Achtsamkeit gelingt und die Konsumenten wieder Vertrauen schöpfen. Wenn das klappt, können wir die Phase durchstehen. Eine wesentliche Rolle für die Stabilisierung werden auch weitere öffentliche Investitionen spielen. 

Welche Branchen leiden besonders, welche weniger?

Über alle Bereiche hinweg verzeichnen wir in den ersten fünf Monaten 2020 einen Rückgang bei den Warenexporten von 12,9 %. Besonders schwer hat es manche Kernbereiche Österreichs getroffen. Etwa die Maschinen- und Fahrzeugproduktion, die ein Minus von 23 % im Export verzeichnet. Auch bearbeitete Waren und Rohstoffe haben ein Minus von 15 % hinnehmen müssen. Positiv hat sich dagegen der Bereich der Nahrungsmittel und Getränke entwickelt und auch die chemische Industrie. Manche Branchen konnten sich also bislang gut halten. Aber Fakt ist: Im klassischen Exportgeschäft braucht man neue Aufträge. 

Trauen Sie sich eine Prognose zu, was das restliche Jahr bringen wird?

Wir glauben daran, dass sich der positive Trend fortsetzt. Die Devise lautet jetzt, auf Sicht fahren, denn aktuell weiß niemand wirklich, was um die Ecke kommt. Ich würde allerdings meinen, dass es in die richtige Richtung geht. Nur kann sich das leider sehr schnell wieder ändern. Wenn im September und Oktober die Nachfrage wieder einbricht, sind alle positiven Entwicklungen dahin. Das ist aus Sicht des einzelnen Unternehmens so, das gilt aber auch global. Darum müssen wir versuchen, Nachfrage zu schaffen, um das finanzielle Risiko abzufedern.

Wie kann das gelingen?

Nachfrage schaffen wir konkret durch recht hemdsärmelige Arbeit mit den Firmen. Alle unsere Büros sind weltweit besetzt, und die Mitarbeiter vor Ort vernetzen lokale Betriebe mit potenziellen Lieferanten aus Österreich. Wir arbeiten aktuell natürlich vermehrt mit digitalen Formaten, anstatt mit Wirtschaftsmissionen. Virtuelle Treffen sind gut, um die Kundenbindung aufrechtzuerhalten, sie sind aber kein vollwertiger Ersatz für persönliche Treffen mit Neukunden. Da wir vor Ort sind und Neukunden persönlich vorselektieren und dann die Unternehmen vorstellen können, klappt es aber durchaus gut. Im Herbst planen wir auch wieder Wirtschaftsmissionen und Messepräsenzen in der Nachbarschaft. Wir möchten möglichst früh wieder draußen sein – wenn es die Lage zulässt.

Sie vernetzen nicht nur Unternehmen, Sie sorgen auch für Wissenstransfer und präsentieren heimischen Betrieben spannende Innovationen aus aller Welt. Wie gut hat sich dieser Ansatz etabliert?

Dass wir nicht nur den Export unterstützen wollen, sondern auch neue Ideen vermitteln, kommt sehr gut an. Denn wir müssen von den weltbesten Betrieben lernen und uns austauschen. Die Zukunftsreisen haben wir nun auch durch digitale Workshops und interaktive Formate ersetzt. Wenn wir das Format nicht schon vor Jahren erfunden hätten, müssten wir es heute tun. 

Welche Regionen entwickeln sich denn besonders dynamisch?

An erster Stelle ist Südostasien zu nennen. Die Region entwickelt immer mehr Produktionspower, es gibt dort tolle Start-ups und Geschäftsideen. Die Nähe zu etablierten Ländern wie Japan, Südkorea und Singapur, aber auch zu China beschleunigt die Entwicklung. Sehr spannend ist aber auch der Südkaukasus, wo wir gerade einen Stützpunkt planen. Natürlich ist auch weiterhin die Dynamik in Afrika sehr hoch – vor allem im Osten und Westen. Da bringen wir uns schon jetzt in Stellung, weil es schnell gehen kann, wenn sich erst der Nebel lichtet.

Welche Unterstützungsleistungen können Exporteure gerade anzapfen?

Wir helfen natürlich bei Problemen aller Art vor Ort. Finanzielle Förderungen bietet das Exportförderprogramm „go-international“ der WKÖ gemeinsam mit dem BMDW. Dabei handelt es sich um Direktschecks. Mit dem Betriebsmittelfinanzierungsfonds der OeKB stehen darüber hinaus drei Milliarden bereit.

Die Krise hat Abhängigkeiten deutlich gemacht, weswegen die Politik laut über Lieferketten und die Rückverlagerung von Produktion nach Europa nachzudenken begonnen hat. Ein sinnvoller Ansatz?

Reshoring wird planwirtschaftlich sicher nicht funktionieren. Aber ich bin dafür, dass man die Produktion gewisser Schlüsselsektoren wie etwa Pharmazeutika in Europa hält. Ein Bild, das mir besser gefällt, zeichnet sich bei den Wertschöpfungsketten ab. Ketten haben ja viele Glieder, und wenn eines ausfällt, ist sie unterbrochen. Darum brauchen wir Wertschöpfungsnetze. Wenn ein Knotenpunkt in einem Netz zerreißt, kann man ausweichen. Staaten und Unternehmen sollten jetzt also vom Singlesourcing zum Multiplesourcing übergehen.

Passiert das bereits?

Das Bewusstsein ist sicher da. Allerdings muss man immer genau prüfen, ob es sich wirklich auszahlt. Risikostreuung ist aufgrund der Erfahrungen in der Krise für viele Betriebe ein großes Thema. Sie kostet aber mehr, und oft ist sie gar nicht möglich. 

Wieso?

Manche Hidden Champions haben zum Beispiel sehr spezielle Anforderungen und finden überhaupt keinen zweiten Lieferanten, der in der benötigten Qualität liefern kann. Insgesamt wird die Beschaffung digitaler, auch dieser Umstand spricht für Netze. Denn unser System wird komplexer. Deswegen brauchen wir noch mehr Handelsabkommen. Wenn das gelingt, erhalten wir in neuen Netzwerken die Chance, unsere Stärken auszuspielen. Wenn wir uns auf unsere Stärken fokussieren, dann können wir ein innovatives Kompetenzzentrum werden.

Autor/in: Mag. Stephan Strzyzowski

Ersterscheinung: https: //www.die-wirtschaft.at

Das Allerneueste aus Europa

Published on 18. September 2020

Es war die erste Rede und es war eine umfassende Rede. Situationsgemäß hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Corona begonnen und die schnelle Einigung beim Wiederaufbaupaket hervorgehoben. Es ist in der Tat beachtlich, was hier in der Europäischen Union auf den Weg gebracht worden ist.

Zugleich gilt es aber, konsequent weiterzudenken und zu handeln: einen koordinierten Ansatz bei allen Corona Maßnahmen, sowohl im Gesundheitsbereich als auch im Reiseverkehr. Binnenmarkt und Schengen müssen wiederhergestellt werden, nachhaltige Zukunftsinvestitionen angegangen, Fokus auf Digitalisierung und Ausbau der Infrastruktur sowie den Aufbau einer Datenwirtschaft und einen Rahmen für Künstliche Intelligenz gelegt werden.

Ganz entscheidende Prioritäten

Daneben wird der Fokus auf den sozialen Bereich (europäischer Mindestlohn) gelegt, wobei erfreulicherweise das nationale Kollektivvertragsrecht ausdrücklich erwähnt worden ist.

Der Ausbau eines voll funktionierenden Binnenmarktes mit Abbau von Bürokratie und Erweiterung dieses Binnenmarktes im Bereich der Digitalisierung, der Energie und auch des Kapitalmarktes wurden genannt und sind tatsächlich auch aus meiner Sicht ganz entscheidende Prioritäten.

Einen großen Stellenwert nimmt auch der sogenannte „Green Deal“ ein. Ich bin allerdings sehr skeptisch, dass das angestrebte Ziel im Jahr 2030 an Stelle einer Reduktion von CO² von 40 Prozent eine solche von 55 Prozent zu erreichen realistisch ist. Ehrlich gesagt: Ich glaube es nicht und ich halte auch die Vorgangsweise dazu nicht für optimal. Politik kann natürlich Ziele formulieren, aber ohne die Einbindung aller Stakeholders wird die Umsetzung kaum gelingen.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission.

Ein Plädoyer für Circular Economy

Wenn die Europäische Union dieses Reduktionsziel von 50 Prozent bis 2050 tatsächlich erreichen will, ist dazu ein Masterplan mit 30 konkreten Jahresteilzielen erforderlich, der zwischen Politik, Wirtschaft und den Konsumentenvertretungen abgestimmt ist. Ohne das Bewusstsein der Konsumenten kein entsprechendes Handeln der Betriebe, die Politik muss legistische Rahmenbedingungen und Anreize dafür setzen. Auf diese Weise kann man sich zu diesem Ziel bekennen, ja es sogar noch erweitern: Die Kreislaufwirtschaft „Circular Economy“ geht weit über das CO²-Reduktionsziel hinaus und eröffnet eine völlig neue Philosophie des Wirtschaftens: Ressourcen, die gebraucht werden, sollen nach dem Gebrauch wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Eine solche Strategie hätte auch eine gewaltige Innovationskraft und könnte Europa an die Spitze einer weltweiten Entwicklung setzen.

Ähnliches gilt auch für Digitalisierung. Von der Leyen hat eine „Digital Decade“ ausgerufen, verbunden mit einer echten Datenwirtschaft, einer europäischen Cloud, künstlicher Intelligenz und einem Breitbandausbau.

Diese Digitalisierung sollte ebenfalls von den Praktikern mitbegleitet werden. Dazu gibt es den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, der neben dem Europäischen Rat, der Kommission und dem Parlament der vierte Stützpfeiler der EU-Verfassung ist. Dort vertreten sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer, beide von der digitalen Entwicklung massiv betroffen, beide könnten in Kooperation konkrete Konzepte entwickeln, wie Digitalisierung eine Chance wird und keine Bedrohung darstellt. Insbesondere geht es auch darum, kleinere und mittlere Betriebe nicht aus Wertschöpfungsketten herausfallen zu lassen, aber auch jedem einzelnen Mitarbeitenden in den Unternehmungen das Gefühl zu geben, dass er weiß, welche Anforderungen in der Zukunft an ihn gestellt werden und was er tun muss, um diese Anforderungen auch tatsächlich erfüllen zu können.

Mit China sind intensive Verhandlungen, mit dem Ziel eines Investitionsabkommen im Laufen.

Brexit – und China!

Von der Leyen ist schließlich auf die Partnerschaften mit anderen Teilen der Welt eingegangen und hat sich insbesondere skeptisch bezüglich eines Abkommens mit Großbritannien geäußert. Tatsächlich sieht es so aus, als ob entgegen jeglicher Vernunft Großbritannien ein Abkommen grundsätzlich ablehnt. Ob das nur ein Pokerspiel ist oder ob damit Ernsthaftigkeit verbunden ist, werden schon die nächsten Tage zeigen.

Interessant ist, dass mit China intensive Verhandlungen mit dem Ziel eines Investitionsabkommens im Laufen sind und dass dies die Auseinandersetzung zwischen China und den USA durch einen europäischen Mitspieler nicht unwesentlich beeinflussen könnte. Aber auch innerhalb Europas wird die europäische Kommission aktiv, insbesondere am Westbalkan soll die Abhängigkeit von Dritten durch eigene europäische Initiativen vermindert werden.

Insgesamt kann diese Erklärung von Ursula von der Leyen als ermutigend empfunden werden, wenn auch die einzelnen Ziele, die von ihr genannt worden sind, noch viel professionelle Arbeit unter Einbindung aller Beteiligten erforderlich machen.

Hinweis der Redaktion:

Apropos China: Mit großer Freude hat TOP LEADER die freudige Nachricht aufgenommen, dass das spektakuläre Buch unseres Co-Herausgebers Christoph Leitl, „China am Ziel – Europa am Ende?“ schon nach wenigen Wochen bereits IN ZWEITER AUFLAGE erschienen ist. Klare Leseempfehlung! Verlag ecowin, ISBN: 978-3-7110-0256-3, € 20.-

Hier dazu der Link zur Besprechung der Erstauflage in den PREMIUM ONLINE NEWS (hier klicken)

Bestellen Sie die 2. Auflage (Corona aktualisiert)

Menschen in Bewegung: Aufsteiger und Umsteiger

Published on 18. September 2020

Eine neue Chefin bei Polar

Mit Eva Hilf hat eine international erfahrene Expertin für Digitalisierung und Transformation die Geschäftsführung der Polar Electro Austria und damit das Ruder des Sportuhren-Pioniers übernommen.

Hilf ist seit sieben Jahren für den Wearables-Hersteller und Fitness-App Entwickler in globalen Rollen tätig und hat mit ihrer Kompetenz maßgeblich zum Wachstum und der Entwicklung des Polar Geschäfts beigetragen – unter anderem in Zentralosteuropa, Nord- und Südamerika, als Commercial Director und als Mitglied des Global Sales Management Teams. Wichtige Stationen ihrer Laufbahn waren BRITA sowie P&G, wo sie bereits international ausgerichtete, stark expansions- und transformationsgetriebene Vertriebs- und Marketingrollen innehatte.

Neuer COO bei AT&S

Ingolf Schröder (48) verantwortet seit dem 1.9. als neuer COO und nunmehr vierter Vorstand der börsennotierten AT&S die Bereiche Operations, Quality, Global Supply Chain Management sowie EHS. Der bisherige COO Heinz Moitzi konzentriert sich nun als CTO auf die Weiterentwicklung der R&D-Aktivitäten des österreichischen Technologieunternehmens. „Mit der Berufung von Ingolf Schröder verstärken wir technologisch unser erfolgreiches Vorstandsteam, mit ihm werden wir den erfolgreich eingeschlagenen Wachstumskurs gezielt weitergehen“, kommentiert der AT&S-Aufsichtsratsvorsitzende Hannes Androsch.

Schröder arbeitete 24 Jahre in unterschiedlichen Positionen bei Osram. Zuletzt war er in seiner Funktion als Senior Vice President Operations & Quality global für alle operativen Prozesse an 23 Standorten über drei Business Units und Regionen hinweg mitverantwortlich. Als COO der Business Unit Automotive war er für übergreifende operative Prozesse zuständig, unter anderem hat er maßgeblich an der Entwicklung und Einführung eines neuen Produktionssystems mitgewirkt. Zudem hatte er eine Schlüsselrolle bei der Umwandlung des traditionellen Betriebs in ein vernetztes und digitalisiertes Unternehmen inne.

Neuer Vorstand bei der Oberbank

Der Aufsichtsrat der Oberbank hat Martin Seiter (35) zum vierten Vorstandsmitglied ernannt und damit den Vorstand erweitert. Er wird seine Vorstandstätigkeit am 1. Oktober 2020 antreten. Seiter ist seit 14 Jahren bei der Oberbank beschäftigt, war mit 25 der jüngste Filialleiter und übernahm zunehmend Führungsverantwortung, vornehmlich im Privatkundenvertrieb. Zuletzt war er in der Leitung des Geschäftsbereichs Oberösterreich Süd, dem größten und ertragsstärksten Markt der Oberbank.

Seiter wird im Vorstandsteam für die Geschäftsabteilungen Corporate & International Finance, Treasury & Handel sowie für Global Financial Institutions verantwortlich sein. Zusätzlich wird er die regionale Zuständigkeit für die Wachstumsmärkte Wien, Süddeutschland und die Slowakei übernehmen. Das Vorstandsteam der Oberbank besteht somit aus Generaldirektor Franz Gasselsberger und den Vorstandsdirektoren Josef Weißl, Florian Hagenauer und Martin Seiter.

Neue Vorständin bei der Allianz

Anne Thiel (49) hat per 1.9. als CFO das Vorstandsressort Finanzen in der Allianz Gruppe Österreich übernehmen und folgt damit Eva Meyer-Schipflinger, die eine globale Führungsposition in der Allianz SE in München angetreten hat.

Ihre Karriere in der Allianz Gruppe begann Thiel 2006 im Bereich des Allianz Banking Strategie Teams. Ab 2009 war sie in Group Treasury & Corporate Finance insbesondere für die Liquiditätsplanung und Kapitalmanagement Projekte verantwortlich, sowie für die Schaffung eines Governance-Rahmens für Solvency II für die Allianz SE. 2019 wurde sie zum Head of CFO Office ernannt. Vor ihrer Zeit bei der Allianz war sie neun Jahre bei der Dresdner Bank Gruppe, davon fast vier Jahre in London.

Neuer Vorstand bei der Austrian Anadi Bank

Markus Gerstberger (38) wird neuer Retail- und Digital-Vorstand der Austrian Anadi Bank. Der Bankmanager der jungen Generation kann als Digital Native und Experte für Digital Banking auf jahrelange Führungserfahrung im Bankensektor verweisen: In den vergangenen acht Jahren hatte der studierte Betriebswirt mit MBA-Abschluss aus St. Gallen die Position des Director Consumer Business bei der Santander Bank Österreich inne. Dort zeichnete er verantwortlich für das österreichweite B2B2C Konsumentenfinanzierungsgeschäft, Karten und Vorsorgeprodukte.

Im Verlauf seiner Karriere bei Santander absolvierte Gerstberger Auslandseinsätze, vertrat den CEO in verschiedenen Gremien, wirkte maßgeblich an der Weiterentwicklung der Gesamtunternehmensstrategie mit und rief ein Talent Management Programm ins Leben. Vor seiner Funktion bei Santander in Österreich bekleidete Gerstberger leitende Positionen bei der GE Money Bank Österreich sowie der Santander Consumer Bank AG in Deutschland.

Neue Chefin bei Mercer

Seit Kurzem verantwortet Michaela Plank die Geschäftsleitung der Mercer Austria GmbH. Sie ist bereits seit mehr als 19 Jahren für Mercer tätig und genießt im Markt und bei Kunden einen hervorragenden Ruf als ausgewiesene Fachexpertin für betriebliche Altersvorsorge, Pensionskassen und Vorsorgekassen. „Die neue Herausforderung reizt mich, denn ich sehe weiterhin viel Wachstumspotential im österreichischen Markt, insbesondere auch im Zukunftsthema Nachhaltigkeit – sowohl für Pensionen, Investments aber auch im People Management“, so Plank zu ihrer neuen Position.

Die erfahrene Managerin verhalf in verantwortlicher Position zahlreichen Beratungsprojekten insbesondere zur Implementierung von Pensionskassen- und Versicherungslösungen sowie zur Unterstützung in Veranlagungsbeiräten zum Erfolg. Plank bleibt Leiterin des Geschäftsbereichs Wealth und verantwortet außerdem weiterhin das Segment Mergers & Acquisitions in Österreich.

Der große PON (Premium Online News) Report

Published on 18. September 2020

Nach dem starken Einbruch infolge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie im Frühjahr setzt die österreichische Wirtschaft die zur Jahresmitte begonnene Erholung zu Herbstbeginn fort. „Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator ist im August um 0,8 auf minus 1,4 Punkte gestiegen“, sagt UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. „Das neuerlich deutliche Plus signalisiert das hohe Wachstumstempo der österreichischen Wirtschaft. Allerdings nimmt die Dynamik schrittweise ab. Erstmals seit dem Ende des Lockdowns verbesserte sich der Indikator um weniger als einen Punkt gegenüber dem Vormonat. Es zeichnet sich klar ab, dass die Wachstumszuwächse, die sich aus der Wiedereröffnung der Wirtschaft ergeben haben, mittlerweile weitgehend aufgebraucht worden sind und für die weitere Erholung der Wirtschaft einiger Gegenwind besteht. Dies wird sich in den kommenden Monaten in einem geringeren Tempo der Erholung niederschlagen.“

Die Detaildaten des aktuellen UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators zeigen die ersten Anzeichen einer Ermüdung der Erholung gegen Ende des dritten Quartals bereits an. Nach der raschen Verbesserung nach der Wiederöffnung der Wirtschaft hat die Stimmung der Verbraucher mittlerweile den zweiten Monat in Folge einen Rückschlag erlitten. Steigende Infektionszahlen erhöhen die Verunsicherung hinsichtlich einer Normalisierung des Wirtschaftslebens und die ungebrochen angespannte Lage am Arbeitsmarkt verfestigt die Zurückhaltung insbesondere bei der Anschaffung langlebiger Konsumgüter. Nachdem die Bauwirtschaft früh und sehr rasch hochgefahren wurde, hat sich hier die beinahe überschießende Hochstimmung wieder gelegt. Nach dem zweiten Dämpfer in Folge herrscht am Bau im August jedoch weiterhin eine optimistische Grundstimmung vor.

„Während sich die Stimmung am Bau und der Konsumenten im August wieder verschlechtert hat, verstärkten sich jüngst die Signale einer Belebung der internationalen Konjunktur mit einer deutlichen Verbesserung des österreichischen Exportumfelds“, berichtet Bruckbauer. „Von diesem Rückenwind profitiert die heimische Industriestimmung bislang allerdings nur in kleinen Aufwärtsschritten. Dagegen hat die Lockerung der Maßnahmen gegen die Pandemie in einigen Dienstleistungsbranchen im August zunehmend für Hoffnung gesorgt.“

BIP-Prognose für 2020 angehoben

Mit der raschen Öffnung der Geschäfte und der Lockerung der sozialen Distanzierungsmaßnahmen erholte sich die Konsumnachfrage nach dem Tief im April spürbar, da durch Kurzarbeit und umfangreiche soziale Transfers die Einkommenseinbußen in Grenzen gehalten werden konnten. Zudem sorgte der bestehende Nachholbedarf für viel Schwung, gestützt auf die während des Lockdowns angesammelten Ersparnisse. Im Schlepptau der Nachfrageerholung verbesserte sich auch die Lage in Industrie und Gewerbe zumal staatliche Garantien und eine sehr unterstützende Geldpolitik die Bereitstellung von Bankkrediten gefördert und sehr günstige Finanzierungsbedingungen erhalten haben.

„Durch den relativ kurzen Lockdown und die darauffolgende rasche Öffnung der Wirtschaft fiel der Einbruch der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2020 in Österreich geringer aus als erwartet. „Die fiskal- und geldpolitischen Unterstützungsmaßnahmen haben erwartungsgemäß die Grundlage für eine starke Belebung der Wirtschaft im dritten Quartal geschaffen – wir haben daher unsere BIP-Prognose für 2020 von –8 auf –6,3 Prozent angehoben“, so UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Damit wird der Rückgang der Wirtschaftsleistung 2020 deutlich höher ausfallen als während der Finanzkrise. 2009 sank das BIP in Österreich um real 3,8 Prozent.

Der leichte Teil der Rückkehr zu alter wirtschaftlicher Stärke ist weitgehend erledigt. Die jüngsten Stimmungsindikatoren und realwirtschaftliche Daten weisen auf Gegenwind hin. „Wir sind hinsichtlich des Tempos der Erholung zum Jahreswechsel vorsichtiger geworden“, kommentiert Pudschedl. „Zum einen besteht wegen des schwächeren Wirtschaftseinbruchs weniger Spielraum beim Aufschwung und zum anderen ist die Zahl der Neuinfektionen früher als erwartet wieder gestiegen. Wir haben unsere Wachstumsprognose für 2021 von fast 7 auf 5 Prozent gesenkt.“ Die Prognose basiert auf der Annahme, dass es zwar zu keinem nationalen Lockdown kommt, jedoch zumindest bis zum Frühjahr mit lokalen Beschränkungen zu rechnen sein wird. Jedenfalls werden die Folgen der Pandemie weiterhin spürbar sein und Ende 2021 wird die österreichische Wirtschaft das Auslastungsniveau von vor der Coronakrise noch nicht erreichen.

Arbeitslosenquote Ende 2020 noch bei 9,5 Prozent

Die Entspannung der Lage am österreichischen Arbeitsmarkt hat sich mittlerweile verlangsamt. Der weitere Rückgang der Arbeitslosenquote wird sich schwieriger gestalten, zumal vielen Branchen durch die Pandemiemaßnahmen wirtschaftlich belastet sind. Bei einigen Unternehmen wird das Kurzarbeitsprogramm als Überbrückungshilfe der Coronakrise nicht ausreichen, sodass mit Betriebsschließungen und Personalabbau gerechnet werden muss.

„Der laufende Verbesserungstrend am österreichischen Arbeitsmarkt wird sich in den kommenden Monaten weiter verlangsamen. Nach durchschnittlich 10 Prozent im Jahr 2020 erwarten wir für das kommende Jahr eine Arbeitslosenquote von zumindest 8 Prozent“, meint Pudschedl. Damit wird die Arbeitslosenquote 2021 noch deutlich höher sein als vor dem Ausbruch der Coronakrise. Zu Jahresbeginn 2020 war die saisonbereinigte Arbeitslosenquote auf fast 7 Prozent gefallen.

Mit Beginn des zweiten Halbjahres 2020 stieg die Teuerung in Österreich spürbar an. Trotz des gesamtwirtschaftlichen Nachfrageausfalls bedingt durch die Pandemie kam es vor allem in von der Krise besonders betroffenen Bereichen, wie dem Handel, den Bewirtungsdienstleistungen und der Freizeitwirtschaft kaum zu der erwarteten Inflationsdämpfung. Stattdessen wurden zusätzliche Kosten etwa durch Hygienemaßnahmen auf die Preise überwälzt. „In den kommenden Monaten wird die Inflation im Spannungsfeld zwischen einerseits niedrigem Ölpreis und Nachfrageausfall sowie andererseits den höheren Kosten durch die „Coronakrise“ bestimmt werden“, erklärt Stefan Bruckbauer. „Wir gehen davon aus, dass sich die Teuerung bis zum Jahresende relativ stabil um 1,5 Prozent bewegen wird und haben unsere Erwartung für den Jahresdurchschnitt 2020 von 1,1 auf 1,4 Prozent angehoben.“

Die Prognose für die nächsten Monate

Da von keiner wesentlichen Veränderung des aktuell niedrigen Erdölpreises auszugehen ist, wird bis knapp über den Jahreswechsel 2020/21 von diesem ein dämpfender Effekt auf die Inflation ausgehen. Ab dem Frühjahr 2021 wird der dämpfende Effekt jedoch voraussichtlich auslaufen. Zudem dürfte die seit 1. Juli 2020 geltende Reduktion der Umsatzsteuer auf vor Ort verzehrte Speisen und Getränke bzw. kulturelle Veranstaltungen auf fünf Prozent nicht verlängert werden, was zusätzlichen Preisauftrieb verursachen könnte.

Wenn auch die Zulassung eines Impfstoffs im ersten Halbjahr 2021 schrittweise zur Normalisierung des öffentlichen Lebens führen könnte, wird es noch einige Zeit dauern, bis sich die Konsumnachfrage wieder voll entfalten können wird. Auch wird die wirtschaftliche Unsicherheit sowie die nur langsame Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt die Nachfrage noch längere Zeit beschränken. Daher wird von der Nachfrageseite zwar 2021 im Vergleich zu 2020 ein stärkerer Druck auf höhere Preise ausgehen, dennoch ist für 2021 nach Einschätzung der Ökonomen der UniCredit Bank Austria nur eine moderate Aufwärtsentwicklung der Teuerung auf durchschnittlich 1,6 Prozent zu erwarten.

Da sich die Inflation im Euroraum dagegen bis zum Jahresende 2020 um die Nulllinie herumbewegen dürfte, wird die Europäische Zentralbank ihren expansiven geldpolitischen Kurs fortsetzen. „Die niedrigen Inflationserwartungen und das Risiko einer weiteren Aufwertung des Euro dürfte zu einer Aufstockung des Notfallkaufprogramms PEPP der EZB führen“, erwartet Bruckbauer. „Wir gehen von einer Ausweitung um 500 Milliarden Euro bis Ende 2021 aus. Eine Zinssenkung erwarten wir aus heutiger Sicht jedoch nicht.“

Überwiegender Optimismus im eigenen Betrieb

Da die Corona-Pandemie den österreichischen Unternehmen in den letzten Monaten einiges abverlangt hat, schätzen diese laut einer aktuellen Studie von Deloitte und SORA die Stimmung am Markt doch entsprechend verhalten ein. Innerhalb des eigenen Betriebes überwiegt jedoch der Optimismus. Gleichzeitig gibt es einen großen Wunsch nach Veränderung: Die Unternehmen fordern nachhaltige Maßnahmen und wollen keine Rückkehr zu alten Mustern. Die Senkung der Lohnnebenkosten ist die nachdrücklichste Forderung. Außerdem stehen die langfristige Flexibilisierung der Arbeitswelt und die Ökologisierung des Steuersystems im Fokus. Denn auch in der durch COVID-19 ausgelösten Krise ist der Klimawandel nicht aus den Köpfen der Führungskräfte verschwunden – ganz im Gegenteil.

Mehr als die Hälfte der 614 befragten Führungskräfte glaubt, dass es ihren Kunden und ihrer Branche aktuell eher schlecht geht. „Mitten in der Corona-Krise haben die österreichischen Unternehmen ihren Optimismus nicht verloren – das ist eine erfreuliche Überraschung“, erklärt dazu SORA-Geschäftsführer Christoph Hofinger. „Dennoch nimmt die Sorge um die Marktentwicklung spürbar zu. Die Unternehmen verengen in dieser Situation aber nicht ihren Horizont, sondern sind bereit für nachhaltige Veränderungen.“

Reformbedarf

In puncto regulatorisches Umfeld belegt die Studie: Am wichtigsten sind den österreichischen Unternehmen jetzt Reformen, die ihre Wirkung direkt im Betrieb entfalten. Neun von zehn Befragten fordern eine Senkung der Lohnnebenkosten (95%), eine steuerliche Entlastung nicht entnommener Gewinne (92%) sowie Vereinfachungen bei Förderungen (90%). Im Gegenzug zu diesen Erleichterungen würde die Mehrheit dafür auch andere Abgaben akzeptieren – allen voran im Energiebereich.

„Akuthilfen machen Sinn und bringen kurzfristige Lösungen“, kommentiert Bernhard Gröhs, CEO von Deloitte Österreich. „Langfristig braucht es aber nachhaltige Maßnahmen wie die Senkung der Lohnnebenkosten und die nachhaltige Förderung von Investitionen. Diese Forderungen sind lange bekannt, brennen aber jetzt besonders unter den Nägeln.“ Mehr als die Hälfte der Unternehmen ist laut Umfrage bereit, auch selbst zu investieren: In die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter, in die Digitalisierung sowie in die Umsetzung von Umweltmaßnahmen.

Allerdings haben die Krisenmonate Spuren hinterlassen. Im Vorjahr waren nur 24% über die Umsatz- und Gewinnentwicklung besorgt, heuer sind es ganze 52%. Dennoch sehen 57% der generellen Entwicklung des eigenen Betriebes eher zuversichtlich entgegen. Hinsichtlich des internationalen Umfelds und der globalen Herausforderungen zeigen sich die Unternehmen dagegen sorgenvoll. Das meiste Kopfzerbrechen bereiten die sozialen Folgen der Covid-19-Krise (75%) und die mittelfristige Konjunkturschwäche (70%). Und auch wenn die Corona-Krise allgegenwärtig ist – der Klimawandel ist nicht aus den Köpfen verschwunden. Er stellt für mehr als zwei Drittel (68%) der Befragten eine Sorge dar. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr sogar einen Anstieg um 16 Prozentpunkte.

Die Wirtschaft wird (noch) flexibler

Viele Folgen der Corona-Krise werden die österreichische Wirtschaft laut den Befragten noch länger begleiten. So hat die Pandemie langfristige Auswirkungen auf Arbeitsprozesse und die Unternehmenskultur: Home-Office, Online-Meetings und mehr Selbstverantwortung werden auch in Zukunft bleiben.

74% rechnen mit einer langfristigen Zunahme der Flexibilität in der Belegschaft hinsichtlich ihrer Arbeitsweisen und Aufgaben, 70% erwarten auch flexiblere betriebliche Strukturen. Gesundheitsfördernde Maßnahmen rücken bei 69% in den Fokus.

EY MIXED LEADERSHIP BAROMETER ÖSTERREICH 1/2020

Published on 8. September 2020

  • Anteil der weiblichen Vorstandsmitglieder der im Wiener Börsen Index (WBI) österreichischen gelisteten Unternehmen stagniert
  • Von 191 Vorständen sind aktuell 14 Frauen – zu Jahresbeginn waren 14 von 182 Gremiumsmitgliedern weiblich
  • Frauenanteil in Aufsichtsräten steigt weiter – seit Einführung der Quotenregelung Anfang 2019 wurden 44 Frauen neu in Kontrollgremien aufgenommen
  • Trotz Fortschritt erfüllt fast jeder vierte der Quotenregelung unterliegende Aufsichtsrat die Quote noch nicht

Wien, 03. September 2020. Die Anzahl weiblicher Vorstandsmitglieder in Österreichs börsennotierten Unternehmen (Stichtag 1. August 2020) ist im Vergleich zum Jahresende (Stichtag 1. Dezember 2019) stagniert und bei 14 geblieben. Somit stehen in den im Wiener Börse Index notierten heimischen Unternehmen immer noch 14 weibliche Vorstandsmitglieder 177 männlichen gegenüber. Im Vergleich zum Jahresbeginn gab es sogar einen leichten prozentuellen Rückgang von 7,7 auf 7,3 Prozent – bei gleichbleibender Anzahl weiblicher Vorstandsmitglieder wurden neun zusätzliche männliche Vorstandsmitglieder in die Chefetagen aufgenommen.

Bereits mehr als jedes vierte Aufsichtsratsmitglied der österreichischen WBI-Unternehmen ist aktuell eine Frau: Seit Jahresbeginn ist damit in den Aufsichtsräten der österreichischen WBI-Unternehmen insgesamt die Anzahl der Frauen von 26,2 auf 27,2 Prozent gestiegen. In den Aufsichtsgremien sind damit 145 Frauen (27,2%) und 389 Männer (72,8%) vertreten.

Das sind einige der Ergebnisse des Mixed Leadership Barometers der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Dafür werden regelmäßig die Strukturen von Vorständen und Aufsichtsräten der im Wiener Börse Index gelisteten österreichischen Unternehmen analysiert.

„Der Frauenanteil bei Vorstandsmitgliedern der österreichischen börsennotierten Unternehmen stagnierte im letzten halben Jahr erneut – es sind weiterhin 14 Frauen, sodass nur rund jedes 14. Vorstandsmitglied weiblich ist. Dieses eindeutige Missverhältnis zeigt, dass der Aufstieg für Frauen in die Vorstandsetagen weiterhin sehr schwierig ist und die Unterstützung von Politik, Unternehmen und auch vom persönlichen Umfeld teilweise fehlt. Wenn die Zahl der Frauen weiter im Tempo der letzten Jahre von unter einem Prozentpunkt steigt, wird es bis zum Jahr 2073 dauern, bis in den Vorstandsgremien 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer sitzen“, kommentiert Helen Pelzmann, Partnerin (EY Law) und Verantwortliche für die Initiative „Women. Fast Forward“ bei EY Österreich, die Ergebnisse.

Der schleppende Anstieg über die letzten Jahre sei aus Sicht von Pelzmann auf folgendes zurückzuführen: „Obwohl Unternehmen immer mehr den Wert und die Notwendigkeit von vielfältig zusammengestellten Teams erkennen und auch wissen, dass sie im ‚War for Talents‘ nicht auf Frauen verzichten können, scheuen sie diesen Veränderungsprozess noch in den obersten Leitungsfunktionen und verkennen so auch die hohe Symbolkraft weiblicher Führungskräfte. Dies gilt nicht nur in Hinblick auf junge weibliche Nachwuchskräfte, sondern für die junge Generation insgesamt, der Diversität sehr wichtig ist. Keine Frauen in den Vorstandsetagen sind ein starkes Indiz, dass es sehr wohl Aufstiegshindernisse gibt und Tradition anstatt Wandel, Aufbruch und Fortschritt gelebt wird. Es braucht jedenfalls gemeinsame Anstrengungen, um zu verhindern, dass die zarten Entwicklungen der letzten Jahre durch die Coronakrise zunichte gemacht werden“, so Pelzmann.

„Wie unterschiedliche Studien zeigen, hat die Corona-Pandemie zu einer verstärkten Rückkehr traditioneller und überholter Geschlechterstereotypen geführt. Um den Haushalt und Homeschooling haben sich vermehrt die Frauen in der Familie gekümmert, auch weil sie öfter in Teilzeitstellen arbeiten. Hier sind die Unternehmen gefordert, durch ein flexibles Arbeitsumfeld und die Möglichkeit, von Zuhause zu arbeiten, eine gute Grundlage zu schaffen, um beiden Geschlechtern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern und dadurch die Gleichstellung der Frauen voranzutreiben“, sagt Pelzmann.

Die meisten Frauen sind momentan in den Chefetagen in der Konsumgüterbranche anzutreffen, wo ihr Anteil bei 19 Prozent liegt. An zweiter Stelle folgt die IT-Branche (12,5%) und an dritter Stelle die Finanzbranche (7,7%). Keine einzige Vorständin gibt es in fünf Branchen: Automobil, Immobilien, Rohstoffe, Telekommunikation und Transport.

Gut jedes vierte Aufsichtsratsmitglied in WBI-Unternehmen ist weiblich


Der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder ist weiter gestiegen: Seitdem mit 1. Jänner 2018 die gesetzliche Genderquote von 30 Prozent in Kraft getreten ist, erhöhte sich der Frauenanteil in den Kontrollgremien der österreichischen WBI-notierten Unternehmen deutlich von 18,8 auf 27,2 Prozent. Dies ist darauf zurückzuführen, dass jene österreichischen im WBI notierten Unternehmen, die die Quote erfüllen müssen, mehr Frauen in den Aufsichtsräten haben. Gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt ist die Zahl der Frauen in den Aufsichtsräten der österreichischen WBI-Unternehmen von 26,3 auf 27,2 Prozent gestiegen. Von den derzeit 534 Aufsichtsratsmitgliedern der im WBI notierten österreichischen Unternehmen sind 145 Frauen. Der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder ist damit bereits das siebte Halbjahr in Folge gestiegen. In 66 Prozent der gelisteten österreichischen Unternehmen sind inzwischen mindestens zwei Aufsichtsräte Frauen, bei 81 Prozent gibt es zumindest ein weibliches Gremiumsmitglied.

„Bei der Einführung der Quotenregelung für Aufsichtsräte gab es viele Bedenken und Diskussionen. Auch wenn Quoten sicher kein Allheilmittel sind, sehen wir in diesem Fall einen ganz klaren Effekt. Seit der Einführung vor zweieinhalb Jahren ist der Frauenanteil in den Kontrollgremien deutlich gestiegen. Die Quote hat die Themen Diversität und Gleichstellung deutlich nach oben an die Spitze der Unternehmens-Agenda gehievt. Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass gemischte Teams besser arbeiten und auch die wirtschaftliche Performance des Unternehmens positiv beeinflussen“, so Pelzmann.

Aufholbedarf trotz Fortschritt: Fast jeder vierte Aufsichtsrat, der der Quotenregelung unterliegt, erfüllt die Quote noch nicht


Trotz deutlicher Fortschritte bei der ausgewogenen Besetzung von Aufsichtsräten gäbe es immer noch Aufholbedarf, so Pelzmann: „Die Genderquote zeigt Wirkung, es gibt 44 weibliche Aufsichtsratsmitglieder mehr als zum Zeitpunkt des Inkrafttretens. Dieser Zuwachs ist zu einem überwiegenden Teil darauf zurückzuführen, dass jene österreichischen im WBI notierten Unternehmen, die die Quote erfüllen müssen, mehr Aufsichtsratsposten an Frauen vergeben haben. Allerdings ist das Ziel noch nicht erreicht. Fast jedes vierte verpflichtete österreichische Unternehmen erfüllt die Genderquote im Aufsichtsrat noch nicht“.

„Dass es im letzten halben Jahr wenig Veränderungen gab, ist auch auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Manche Unternehmen haben ihre planmäßige Hauptversammlung und damit auch die Neubestellung des Aufsichtsrats in den Herbst verschoben. In den nächsten Monaten werden wir wieder deutlich mehr Bewegung sehen“, so Pelzmann.

Am höchsten ist der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder wie im Vorjahr in der Energiebranche (35,5%), wo jedes dritte Aufsichtsratsmitglied eine Frau ist. Ähnlich hoch ist der Anteil in der Finanz- (33,1%), Transport- (29,6%) und Telekommunikationsbranche (26,7%).

Fast jedes 13. Vorstandsmitglied in Österreich ist eine Frau


Nach wie vor ist in 45 von 58 österreichischen börsennotierten Unternehmen noch keine Frau im Vorstand vertreten. Immerhin drei der insgesamt 14 Frauen in Vorstandsetagen leiten das Unternehmen als CEO: Herta Stockbauer bei der BKS Bank, Karin Trimmel beim Kräuterlikörhersteller Gurktaler und Elisabeth Stadler bei der Vienna Insurance Group. Sechs Frauen stehen dem Finanz-Ressort vor.

In eigener Sache: Frauenanteil bei EY


Mit Stichtag 1. August 2020 waren von den 38 Partnern von EY Österreich acht Frauen – das entspricht einem Anteil von 21,05 Prozent. Auf Management-Ebene liegt der Frauenanteil aktuell bei 45,01 Prozent. EY möchte den Frauenanteil auf Führungsebene weiter systematisch vergrößern und baut dabei auf Programme, die teilweise bereits seit mehreren Jahren schon bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ansetzen. Der Frauenanteil in der gesamten Belegschaft von EY Österreich liegt momentan bei 56,21 Prozent.

EY im Überblick


EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter an vier Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 160 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt über 280.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Kunden überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Transaktionsberatung und Managementberatung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ey.com/at 

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.