Kategorie: Investment

Österreichische Finanzchefs wegen COVID-19 im Stimmungstief

Published on 2. November 2020

Bereits zum Ende des Vorjahres zeichnete sich eine gewisse Ernüchterung unter Europas Finanzvorständen ab. Durch die weltweite COVID-19-Pandemie hat sich die Stimmung im ersten Quartal 2020 jedoch nochmals drastisch verschlechtert. Das Beratungsunternehmen Deloitte verzeichnet im aktuellen CFO Survey ein Rekordtief seit 2015. Insgesamt wurden im März 2020 rund 1.000 Finanzvorstände aus 18 europäischen Ländern zur aktuellen Situation befragt, darunter auch 50 Top-CFOs in Österreich.

„Das Coronavirus hinterlässt deutliche Spuren in der österreichischen Wirtschaft. Der Großteil der Finanzchefs zeigt sich daher wenig optimistisch: Rund zwei Drittel der österreichischen Befragten blicken pessimistischer in die finanzielle Zukunft ihres Unternehmens als noch vor drei Monaten“, erklärt Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich.

Langfristige Auswirkungen auf Umsatz

Weltweit kursieren die unterschiedlichsten Szenarien zum weiteren Verlauf der Krise und der damit einhergehenden Rezession. Die europäischen Finanzchefs sind laut Deloitte Umfrage derzeit wenig zuversichtlich: Über drei Viertel erwarten innerhalb der nächsten sechs Monaten sinkende Unternehmensumsätze durch COVID-19. In Österreich rechnen zwei Drittel zumindest mit einem kurzfristigen Rückgang, 57 % befürchten auch auf lange Sicht rückläufige Umsatzzahlen.

„Anstelle einer schnellen und starken Erholung bereiten sich die Unternehmen auf eine eher schleppende Erholung ihres Geschäftes vor. Das wird sich längerfristig auf den Erfolg der meisten Unternehmen auswirken“, analysiert Marterbauer.

Trüber Ausblick für Beschäftigung

Aufgrund der verhaltenen Geschäftserwartungen fahren aktuell viele europäische Unternehmen ihre Einstellungspläne zurück. Auch unter den heimischen CFOs gehen 43 % der Befragten von einem Rückgang der Mitarbeiteranzahl in den nächsten zwölf Monaten aus. Dieses Ergebnis markiert eine Trendumkehr im Jahresvergleich. Im vorigen Quartal erwarteten die meisten Unternehmen noch einen Anstieg – aber das war vor COVID-19. Auch die Risikobereitschaft nimmt ab: Nur ein Viertel der österreichischen Befragten ist derzeit bereit, höhere Risiken in der Bilanz einzugehen.

„Generell kommt es aktuell zu einer Neubewertung des Risikoumfeldes durch die Finanzvorstände: Die schlechten Konjunkturaussichten haben den Fachkräftemangel derzeit als größten Risikofaktor abgelöst. Auch die sinkende Auslandsnachfrage bereitet den CFOs momentan Kopfzerbrechen“, ergänzt Deloitte Experte Gerhard Marterbauer.

Reaktive Maßnahmen zur Abfederung

Um die Folgen von COVID-19 für das eigene Unternehmen einzudämmen, setzen viele Befragte auf reaktive Maßnahmen. 55 % der heimischen Unternehmen wollen in erster Linie die Ausgaben reduzieren. Auch neue Arbeitsmodelle für die Belegschaft (52 %) sowie die Überprüfung der Kommunikation mit wichtigen Stakeholdern (42 %) stehen jetzt weit oben auf der Unternehmensagenda. Diese Tendenz lässt sich laut der Deloitte Studie in ganz Europa feststellen.

Auch die strategische Ausrichtung der Unternehmen wird durch die jüngsten Entwicklungen beeinflusst: Neben der Senkung der Kosten und des Betriebsaufwandes sind das Wachstum in bestehenden Märkten und das Vorantreiben der Digitalisierung die zentralen strategischen Ziele der österreichischen CFOs. „In der derzeitigen Krise konzentrieren sich die Unternehmen auf die Sicherung der Liquidität und die effektive Nutzung vorhandener Ressourcen“, sagt Marterbauer. „Auch die Digitalisierung wird nun stark vorangetrieben – das kann auch ein Erfolgsfaktor für die Zeit nach der Krise sein.“ 

Trotz Krise: Viele Österreicher haben dieses Jahr Aktien zugekauft

Published on 23. August 2020

„Ein guter Finanzplaner setzt sich intensiv und genau mit den Bedürfnissen seiner Kunden auseinander. Das ist vor allem in Krisenzeiten gefragt. Durch die Erhebung bekommen wir einen tieferen Einblick in die finanziellen Wünsche und Sorgen der Österreicher. Dabei gab es durchaus einige Überraschungen“, kommentiert Mag. Helmut Siegler, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Financial Planners. Wenig verwunderlich ist, dass sich beinahe alle Kunden (93 Prozent) mit finanziellen Ängsten an ihren Finanzberater gewandt haben. Mehr als zwei Drittel der Kunden (70 Prozent) bereitete die Verschuldungssituation der Nationalstaaten Kopfzerbrechen. Passend zum Klischee der Österreicher als fleißige Sparer, sorgten sich auch zwei von drei Konsumenten (63 Prozent) um ihr Geld auf der hohen Kante. Ebenso war die Sicherheit des Euros für gut jeden zweiten (55 Prozent) ein Thema. So manche böse Zunge würde behaupten, die Österreicher würden sich in finanzieller Sicherheit wiegen – oder hätten sehr großes Vertrauen in die heimische Politik. So fürchtet sich nur jeder Dritte (34 Prozent) vor der Einführung neuer Steuern und auch die Sorge vor der Deflation spielt keine große Rolle (8 Prozent). Die Umfrage des Verbandes zeigt mitunter ein zeitliches Angst-Barometer: Kunden waren mit Bekanntgabe des Lockdowns im März am besorgtesten um ihr Vermögen (73 Prozent), gefolgt von April (18 Prozent).

„Anleger haben größtenteils einen kühlen Kopf bewahrt und keine emotionalen Kurzschluss-Entscheidungen getroffen“, meint Helmut Siegler, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Financial Planners.

Österreicher trotzen lang gehegtem Klischee

Heimischen Investoren eilt üblicherweise der Ruf voraus, risikoscheue Aktien-Verweigerer zu sein. Diesem Bild wird in der Umfrage des Verbandes getrotzt: Immerhin gaben 92 Prozent der befragten Finanzplaner an, während der Covid-19-Krise zumindest gelegentlich von Kunden kontaktiert worden zu sein, um Zuzahlungen in Veranlagungsformen mit höherem Aktienanteil vorzunehmen. „Die Österreicher sind dafür bekannt, fleißige Sparer zu sein, aber eher auf renditeschwache Anlageformen wie das Sparbuch zu setzen. Wir beobachten, dass der Aktienanteil steigt. Es ist allerdings noch viel Aufklärungsarbeit im Bereich der Finanzbildung erforderlich, um zu verdeutlichen, dass die Börse auch für den Durchschnittsösterreicher Chancen bietet“, ist Siegler überzeugt. Wenige Finanzplaner (36 Prozent) wurden von ihren Kunden seit dem Lockdown im März kontaktiert, um Notverkäufe von Veranlagungspositionen vorzunehmen. Siegler zufolge ist das ein Indiz, dass Österreicher sattelfester in Geld-Fragen werden: „Anleger haben größtenteils einen kühlen Kopf bewahrt und keine emotionalen Kurzschluss-Entscheidungen getroffen. Diese Entwicklung hin zum mündigen Konsumenten ist eine Bestätigung unserer Arbeit als Verband.“

Rettungsringe dankend angenommen

Ein weiterer Teil der Befragung widmete sich finanziellen Engpässen. Das Konzept der Kurzarbeit in Österreich bot Medienberichten zufolge hierzulande für viele Unternehmen und Mitarbeiter Entlastung. Das bestätigt auch die Erhebung des Verbandes. Nämlich berieten mehr als zwei Drittel der Probanden (83 Prozent) ihre Klienten rund um das Thema Kurzarbeit für Mitarbeiter. Neben der Regierung waren allerdings auch heimische Banken gefragt, um die Liquidität für die Wirtschaft zu sichern. Die meisten kamen dieser Verantwortung nach, indem sie unter anderem Stundungen für Kredite zur Verfügung stellten. Dieses Angebot ist auch dankend angenommen worden – immerhin wurden 71 Prozent der befragten Finanzplaner zumindest gelegentlich auf eine Erweiterung des Kreditrahmens angesprochen.

Ersterscheinung: https: //www.die-wirtschaft.at (hier klicken)

Das Gemeindepaket für Oberösterreich mit 344 Millionen

Published on 11. August 2020

Im Land Oberösterreich rechnet man für das heurige Jahr mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag an Steuerausfällen. Bereits per Ende Juli haben die Steuerausfälle in Oberösterreich mit aktuell 186 Millionen Euro im laufenden Jahr die Verluste der Wirtschaftskrise für das ganze Jahr 2019 übertroffen.

Auch die Gemeinden und Städte sind natürlich massiv von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Das Land Oberösterreich hat daher – nach einem 580 Millionen Euro Oberösterreich-Paket für den Arbeits- und Wirtschaftsstandort – auch ein 344 Millionen Euro Gemeindepaket geschnürt, um die Liquidität zu sichern und Investitionen in den Kommunen zu ermöglichen. Denn um das Bundesland wieder „stark“ zu machen, braucht es auch starke Gemeinden, die weiterhin die Finanzkraft haben, um in wichtige Projekte investieren zu können. Der regionale Wirtschaftskreislauf muss mit Unterstützung der öffentlichen Hand in Schwung gehalten werden. Das Wiedererstarken des Arbeits- und Wirtschaftsstandortes Oberösterreich soll vor allem auch über Investitionen in den Gemeinden gelingen, denn Investitionen in den Kommunen schaffen und sichern Arbeitsplätze bzw. stärken die Wirtschaft direkt vor Ort. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern nimmt Oberösterreich mit dem Gemeindepaket viel „frisches“ Geld in die Hand. In den vergangenen Jahren hat das Land durch einen konsequenten „Chancen statt Schulden“-Kurs „finanzielle Muskeln“ aufgebaut. Seit 2017 wurde eine halbe Milliarde Euro an Schulden reduziert.

Als kleinste Gemeinde Oberösterreichs bekommt Rutzenham zusätzlich 12.000 Euro.

Anreize für Gemeindeprojekte

Das 344 Millionen Euro Gemeindepaket in Oberösterreich sieht einen Mix von verschiedenen Maßnahmen vor:

  • 50 Millionen Euro Sonderzuschüsse für Gemeinden und Städte: Alle Gemeinden und Städte werden von diesem zusätzlichen Geld profitieren. Aufgeteilt werden die 50 Millionen Euro nach der Einwohnerzahl und jeweiligen Finanzkraft der Gemeinden bzw. Städte. Möglich wird das durch eine Erhöhung der Bedarfszuweisungsmittel (BZ). So erhält etwa die kleinste Gemeinde Oberösterreichs Rutzenham (298 Einwohner) zusätzlich 12.000 Euro, die Landeshauptstadt Linz rund 3,4 Millionen Euro.
  • Anreize für neue Gemeindeprojekte schaffen: Erhöhung der Bedarfszuweisungsmittel um weitere 25 Millionen Euro. Oberösterreichs Gemeinden und Städte erhalten von der Gemeindemilliarde des Bundes für laufende und neue Projekte 162 Millionen Euro. Das BZ-Ressort wird um weitere 25 Millionen Euro aufgestockt, damit die Gemeinden diese Bundesmittel auch „abholen“ können. Den Gemeinden wird für neue Projekte vom Land ein Zuschlag in der Höhe von 20 Prozent zu den Mitteln des Bundes gewährt.
  • Das Land Oberösterreich erlässt Darlehen in der Höhe von 25 Millionen Euro zur Gänze. Somit stehen weitere 25 Millionen Euro an Bedarfszuweisungsmitteln für Gemeindeprojekte zur Verfügung, um die regionale Wirtschaft zu stärken.
  • 15 Millionen Euro Budgetreserven im BZ-Ressort wurden freigegeben und werden den Gemeinden für ihre Projekte zur Verfügung gestellt.
  • Erhöhung des Landesanteils am Strukturfonds um rund vier Millionen Euro. Der Strukturfonds sichert den finanzschwachen Gemeinden eine gewisse Mindestausstattung an finanziellen Mitteln. Der Landesanteil am Strukturfonds wird vom Land Oberösterreich von 5,75 auf 10 Mio. Euro erhöht. Mit dieser Steigerung beträgt der Strukturfonds damit in Summe 70 Millionen Euro. Der Strukturfonds wird vorwiegend aus BZ-Mitteln gespeist.
Die Landeshauptstadt Linz erhält rund 3,4 Millionen Euro.

Gemeindeförderungen bleiben

  • 75 Millionen Euro: Das Land Oberösterreich hält trotz massiver Steuerausfälle an allen geplanten Gemeindeförderungen fest. Die Landesförderungen werden trotz historischer Steuerausfälle für das Bundesland an die Gemeinden ausgezahlt.
  • Das Land Oberösterreich unterstützt Kinderbetreuungseinrichtungen mit 45 Millionen Euro. Die Beiträge für Kinderbetreuungseinrichtungen wurden bzw. werden durch das Bundesland trotz Schließung unverändert weitergeleistet.
  • Sofortige Auszahlung der zweiten Rate aus dem „Sondertopf des Landes für ein gutes Leben in den Gemeinden“. Die zweite Rate in Höhe von fünf Millionen Euro aus dem 2019 eingerichteten Sondertopf für Direktzuschüsse zu Gemeindeinvestitionen wird umgehend den Gemeinden ausbezahlt.
  • Das BZ-Ressort und die Gemeinden werden ermächtigt, weitere 100 Millionen Euro an Fremdmitteln aufzunehmen, um Gemeindeprojekte finanzieren zu können.

25 Milliarden Euro warten auf ihre Verwendung

Published on 27. Juli 2020

Durch ein stärkeres Bekenntnis seitens der VÖPE zu regionalen Vergaben aller Auftragnehmer inklusive der Subunternehmen könnten dadurch rund 250.000 Arbeitsplätze in Österreich gesichert bzw. geschaffen werden, rechnen VÖPE-Präsident Erwin Soravia und Josef Muchitsch – Nationalratsabgeordneter sowie Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz – vor.

Denn ab Herbst werde die Krise an die Türen der Baufirmen „klopfen”. Und: Am Bau trifft im Winter die Corona-Arbeitslosigkeit auch noch auf die Winterarbeitslosigkeit. Der Staat alleine wird das nicht mehr „stemmen“ können, deshalb muss die Konjunkturlokomotive Bau auch durch private Bauprojekte mit „Sprit“ versorgt werden. „In der Krise gilt es, alle Kräfte ohne Vorurteile noch stärker zu bündeln“, sagt Muchitsch. „Dabei darf nur die Vernunft zählen! Wir haben nur dann eine Chance, gut ins Frühjahr zu starten, wenn wir die Zeit bereits jetzt nutzen und baureife Projekte schneller startklar machen. Je größer die Bauprojekte, umso länger die Vorarbeiten und die Vorlaufzeiten.“

Eine Studie des Institutes für Höhere Studien (IHS) belegt: Jede investierte Million Euro sichert rund zehn Arbeitsplätze, schafft eine Wertschöpfung durch direkte und indirekte Effekte von mehr als 900.000 Euro und sorgt für eine Steuer- und Abgabenleistung von mehr als 300.000 Euro. „Dieses Geld kommt wieder direkt in Österreich an und bringt die Konjunktur insgesamt zum Laufen“, meint VÖPE-Präsident Soravia. „Eine interne Umfrage unter unseren Mitgliedern hat ergeben, dass derzeit rund 25 Milliarden Euro an Bauvorhaben mangels Bescheiden und durch fehlende Beschlüsse in Bauausschüssen auf Eis liegen. Wenn nur ein Teil dieser privaten baureifen Projekte jetzt schneller bewilligt wird und der Rest in Etappen, wird daraus das größte Konjunkturpaket der 2. Republik.“

25 Milliarden Euro warten darauf, auf österreichischen Baustellen anzukommen und 250.000 Arbeitsplätze zu sichern bzw. zu schaffen.

Stärkeres Bekenntnis zu regionalen Vergaben

Die gemeinsamen Forderungen von VÖPE und GBH umfassen vier Punkte: Schnelle Behördenwege, verbindliche Fristen und Zeitfenster auf Behördenseite, planbare und verlässliche Timelines sowie digitalisierte Prozesse, die der modernen Realität entsprechen.

Gekoppelt sind diese gemeinsamen Forderungen daran, dass alle Auftragnehmer – auch Subunternehmen – seitens der VÖPE noch stärker an regionale Vergaben gebunden werden. Muchitsch: „Jeder einzelne Euro, der schneller auf österreichischen Baustellen landet und somit in heimische Unternehmen und ihre Beschäftigten investiert wird, bekämpft die Rekordarbeitslosigkeit.”

Beide fordern die politisch Verantwortlichen auf, endlich in die Umsetzung zu kommen: „Baubescheide raus aus Schubladen, Aufträge an regionale Unternehmen mit ihren Beschäftigten in Österreich und rauf auf Baustellen. Fakt ist: Der laut Ökonomen und Wirtschaftsexperten prognostizierten negativen Entwicklung am Arbeitsmarkt kann nur mit Beschäftigung entgegengewirkt werden. Dazu gilt es, alle Kräfte zu bündeln und alle Möglichkeiten zu nutzen. Raus aus der Krise durch Investitionen in den Arbeitsmarkt. Nur wenn wir jetzt säen, können wir in einigen Monaten und Jahren gemeinsam ernten. Die politisch Verantwortlichen sind nun gefordert, die dazu notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Hinter den Kulissen

Verantwortlich für mehr als zehn Prozent des BIP und mehr als 20.000 Mitarbeiter (Bau- und Baunebengewerbe nicht inkludiert), haben sich heuer im Frühjahr rund zwei Dutzend der führenden Immobilienprojektentwickler in einer konstituierenden Sitzung zur Gründung der Vereinigung Österreichischer Projektentwickler gemeinsam formiert. Die VÖPE positioniert sich als überregionale, parteiunabhängige Kompetenzstelle. Mit entsprechenden Expertenkreisen möchte die neue Vereinigung als Ansprech- und Kompetenzpartner ihr Wissen um die Anliegen der Branche in die Gestaltung von neuen Gesetzen, Normen und Verordnungen – ob Bau-, Steuer- oder Mietrecht – miteinbringen. Die Themenkomplexe der VÖPE sind vor allem solche, die alle Österreicher betreffen. Sie reichen von Altersvorsorge und Stadtentwicklung über Wohnen und Arbeit der Zukunft bis hin zur Entwicklung von Lebensräumen. Gezielt sollen auch Fachthemen wie verlässliche Rahmenbedingungen im Widmungsprozess, Digitalisierung von Behördenverfahren Vorhaltenskodex der Projektentwickler, aber auch Themen rund um Miet- und Baurecht bearbeitet und vorangetrieben werden.

(v.l.n.r) VÖPE-Finanzvorstand Gerald Beck, Vizepräsident Peter Ulm, Präsident Erwin Soravia, Vize-Präsident Hans-Peter Weiss.

Die VÖPE setzt sich dafür ein, im Austausch mit den Stakeholdern der Branche verlässliche und transparente Rahmenbedingungen für die Projektentwickler Österreichs herzustellen. Die Spitze der VÖPE bilden Erwin Soravia als Präsident und Peter Ulm, Hans-Peter Weiss sowie Andreas Köttl als Vize-Präsidenten. Zu den aktuellen Mitgliedern zählen u.a. 3SI Immogroup GmbH, 6B47 Real Investors AG, allora Immobilien GmbH, ARE Austrian Real Estate Development GmbH, Bau&Boden Immobilien GmbH, C&P-Immobilien AG, Consulting Company Immobilien GmbH, Eyemaxx Real Estate AG, Go Asset Development GmbH, Immofinanz AG, Invester United Benefits GmbH, J&P Immobilienmakler GmbH, planquadr.at Immobilien und Projektentwicklungs GmbH, Property Invest Holding GmbH, Riedergarten Immobilien Gruppe- WH Holding GmbH, Soravia IFA GmbH , SÜBA AG, Technopark-Raaba Projektentwicklung GmbH, Trivalue Management GmbH, UBM Development Österreich GmbH, value one Holding AG, Venta Consulting GmbH, Winegg Realitäten GmbH und WK Development GmbH.

Die Wiener Börse hält sich sehr ordentlich

Published on 27. Juli 2020

Die Handelsumsätze an der Wiener Börse haben sich im ersten Halbjahr positiv entwickelt: mit 39,18 Mrd. Euro liegen sie mehr als ein Fünftel (plus 23,86 Prozent) über der Vergleichsperiode des Vorjahres. Gleichzeitig baute der heimische Börsenbetreiber seine Marktanteile aus. Die Zahl der neu an der Wiener Börse gelisteten Anleihen hat sich verglichen zum ersten Halbjahr 2019 mehr als verdreifacht. Seit Beginn des Jahres gab es 1.020 neue Bond-Listings. 676 stammen von internationalen Kunden, darunter die Banco Bilbao Vizcaya Argentina, die zweitgrößte Bank Spaniens und eine der 50 größten Banken weltweit. Seit März ist sie der größte Anleiheemittent in Wien.

„Dass mehr Unternehmen die heimische Börse nutzen, wird für künftiges Wachstum entscheidend sein“, sagt Börsenvorstand Christoph Boschan. „Während aktuell noch Kredite im Vordergrund stehen, wird bald die Stunde des Eigenkapitals schlagen. Denn der Weg aus der Krise führt langfristig nur über Rekapitalisierung. Damit es für Österreichs Wirtschaft schneller bergauf geht, braucht es eine rasche Fortsetzung des von der Regierung vor Corona eingeschlagenen Weges.“

Pandemie sorgt für Schwankungen an den Börsenmärkten

Mit 6,53 Mrd. Euro lag der durchschnittliche Monatsumsatz in Wien auf dem höchsten Wert seit 2010. An den beiden stärksten Handelstagen im ersten Halbjahr, dem 20. März und dem 19. Juni (Quartalsverfallstag), wurden 777 und 915 Mio. Euro umgesetzt. Die umsatzstärksten österreichischen Aktien im ersten Halbjahr 2020 waren Erste Group Bank AG mit 7,09 Mrd., vor OMV AG mit 5,51 Mrd. und Raiffeisen Bank International AG mit 3,34 Mrd. Euro. Auf Platz vier und fünf folgten voestalpine AG (3,12 Mrd.) und Verbund AG (2,46 Mrd. Euro).

Neue Initiativen der Wiener Börse, wie der Handel an Feiertagen und die Erweiterung des internationalen Segments „global market“, liefern zusätzliches Volumen. Im global market verzeichnet die Wiener Börse 2020 bislang knapp 1,73 Mrd. Euro Umsatz, im gesamten Jahr 2019 waren es 1,79 Mrd. Der Feiertagshandel am 6. Jänner (138 Mio., 2019 fiel der 6. Jänner auf ein Wochenende), 21. Mai (185 Mio., + 40 Mio. mehr als im Vorjahr) und 11. Juni (288 Mio., + 87 Mio. Mehr als im Vorjahr) brachte zusätzliche 611 Mio. Euro. Mehr als 85 Prozent der Aktienumsätze an der Wiener Börse kommen von internationalen Handelsteilnehmern.

Der heimische Leitindex ATX fiel im Jahresverlauf 2020 um 29,14 Prozent. Das Jahreshoch am 2. Jänner lag bei 6.208,00 Punkten, das Jahrestief am 18. März bei 3.135,05 Punkten. Seit dem Jahrestiefststand und dem gemeinsamen Aufruf der börsennotierten Unternehmen und wichtiger Stakeholder an die Investoren, sich nicht von österreichischen Aktien abzuwenden, verzeichnete der österreichische Nationalindex einen Zuwachs von +38,47 Prozent. Die Marktkapitalisierung aller heimischen, an der Wiener Börse notierten Unternehmen lag per 30. Juni 2020 bei 90,04 Milliarden Euro.

15 Jahre VÖNIX Nachhaltigkeitsindex an der Wiener Börse

Seit Juni hat der VÖNIX – einer der weltweit ersten nationalen Nachhaltigkeitsindizes – eine neue Zusammensetzung: Neu in den Index aufgenommen wurde die Raiffeisen Bank International AG. Der VÖNIX ist in sein 16. Index-Jahr getartet und ist damit ein Zeichen für gelebte Nachhaltigkeit am Standort Österreich. Er beinhaltet jene an der Wiener Börse notierten Unternehmen, die hinsichtlich ökologischer und gesellschaftlicher Aktivitäten und Leistungen führend sind. Die Berechnung und Verteilung erfolgt durch die Wiener Börse.

Das sind die 19 VÖNIX-Mitglieder 2020/21:

  • Agrana Beteiligungs-AG
  • AMAG Austria Metall AG
  • AT & S
  • BKS Bank
  • Burgenland Holding
  • CA Immobilien Anlagen
  • Erste Group Bank
  • EVN
  • Kapsch TrafficCom
  • Lenzing
  • Palfinger
  • Raiffeisen Bank International
  • Rosenbauer
  • Telekom
  • Uniqa Insurance Group
  • Verbund
  • Vienna Insurance Group
  • Wienerberger
  • Zumtobel

Namhafte Akteure des heimischen Kapitalmarkts ermöglichen durch ihre Kompetenzen und Beiträge das laufende Indexmanagement und Nachhaltigkeitsresearch. Diese Partner sind die VBV-Vorsorgekasse, die Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative und die Security KAG sowie, als technische Partner, die rfu – verantwortlich für die Nachhaltigkeitsanalyse – und die Wiener Börse – zuständig für Indexmanagement und laufende Berechnung und Publikation.

Die Ausgezeichneten

Wiener Börse Preis 2020: OMV gewinnt ATX- und Corporate Bond-Preis

Börse-Preis für die OMV: CFO Reinhard Florey (l.), Börse-CEO Christoph Boschan.

Der Wiener Börse Preis wurde heuer aufgrund der Covid-19-Maßnahmen schon vor einiger Zeit in kleinem Rahmen in der Wiener Börse übergeben. Der ATX-Preis 2020 ging an die OMV, die damit erstmals die Königsdisziplin für sich entscheiden konnte. Das Unternehmen überzeugte die Juroren und Kapitalmarkt-Experten der ÖVFA mit einer ausgezeichneten und ausführlichen Finanzberichterstattung, umfangreicher IR-Tätigkeit sowie sehr guter Performance und Liquidität im Berichtsjahr 2019. Weiters punktete der Konzern mit klarer Strategie sowie gut wahrnehmbarer Corporate Governance. Die OMV landet auch beim Corporate Bond-Preis auf dem ersten Platz. Insgesamt ist OMV mit 16 Auszeichnungen das meistgekürte Unternehmen in der Geschichte des Wiener Börse Preises.

Börse-Preis 2020: Palfinger CEO Andreas Klauser (l.) und Palfinger Head of IR Hannes Roither.

In der Kategorie „Mid Cap“ stand heuer Palfinger auf Platz 1. Das Unternehmen überzeugte die Jury im Peer Group-Vergleich und bei Strategie/Unternehmensführung. Der VÖNIX-Nachhaltigkeitspreis ging an die Oberbank, die mit ihrer gesamtheitlich nachhaltigen Geschäftsstrategie hervorstach und heuer erstmals einen Preis entgegennahm. Bei den Medien punktete heuer die Erste Group: Sie eroberte den ersten Platz in der Kategorie „Journalisten-Preis“, nach Stockerlplätzen in den vergangenen drei Jahren. Die Fach-Jury begründete ihre Wahl mit dem umfangreichen Angebot für Journalisten, womit das Medien-Team der Erste Group Standards für Kommunikation in der Finanzbranche setzt.

Die Preisträger 2020 auf einen Blick

ATX-Preis

  1. Platz: OMV AG
  2. Platz: Wienerberger AG
  3. Platz: CA Immobilien Anlagen AG

VÖNIX Nachhaltigkeitspreis

  1. Platz: Oberbank AG
  2. Platz: Lenzing AG und Telekom Austria AG

Mid Cap-Preis

  1. Platz: Palfinger AG
  2. Platz: UBM Development AG
  3. Platz: Marinomed Biotech AG

Journalisten-Preis

  1. Platz: Erste Group Bank AG
  2. Platz: Flughafen Wien AG
  3. Platz: Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

Corporate Bond-Preis

  1. Platz: OMV AG

Der Wiener Börse Preis wird gemeinsam von Aktienforum, APA-Finance, Cercle Investor Relations Austria (C.I.R.A.), Oesterreichische Kontrollbank (OeKB), Oesterreichische Nationalbank (OeNB), Österreichische Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (ÖVFA) mit CFA Society Austria, Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG), VÖNIX-Beirat, Wiener Börse, Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und Zertifikate Forum Austria (ZFA) verliehen.

„Die Stärke der heimischen börsengelisteten Unternehmen ist Teil jener Kraft, die für den Wohlstand und die Weiterentwicklung Österreichs entscheidend ist“, meint Christoph Boschan. „Mit der Dynamik der österreichischen Unternehmen konnte ein Stillstand im Land vermieden werden. Die Auszeichnung mit dem Wiener Börse Preis soll den Aushängeschildern am heimischen Markt Rechnung tragen. Sie ist nur ein kleiner Teil der Anerkennung, die den heimischen Unternehmen zusteht.“

Zweistelllige Millioneninvestition in Neulengbach

Published on 29. Juni 2020

In Neulengbach wurde am 26. Juni der Spatenstich eines niederösterreichweiten Vorzeigeprojektes gesetzt. Der Düngemittelproduzent Karner erweitert seinen Betrieb und wird dafür um 10,8 Millionen Euro ein neues Firmenareal errichten.

Entgegen der allgemeinen Tendenz, Investments aufzuschieben, entschied sich die Firmenleitung bewusst dazu, mit dem Baustart nicht zu warten. „Die Coronakrise wird uns zwar noch länger begleiten, nichtsdestotrotz gibt es zahlreiche weitere Zukunftsfragen, die dringend Lösungen erfordern“, erklärt Robert Karner, Geschäftsführer der Karner Düngerproduktion GmbH. „Speziell die Entwicklungen in Bezug auf die Klimaveränderung und die damit einhergehenden Probleme in der Landwirtschaft erfordern ein Handeln ohne weiteren Aufschub. Mit dem Ausbau unseres niederösterreichischen Standortes sind wir voll einsatzfähig, sobald die klimatischen und ökologischen Herausforderungen wieder in den Vordergrund des öffentlichen Bewusstseins rücken.“

Die Karner Düngerproduktion GmbH in Neulengbach errichtet um 10,8 Millionen Euro eine moderne Firmenzentrale mit angeschlossener Fertigung.

Produktionsausbau im Kampf gegen Schädlinge, Trockenheit & Co.

Karner produziert seit mehr als einem Vierteljahrhundert Düngemittel für die Landwirtschaft und ist über Österreichs Grenzen hinaus erfolgreich. Alle Produkte eignen sich sowohl für die Nutzung in der konventionellen als auch in der ökologischen Landwirtschaft und setzen in ihrer Zusammensetzung auf die Wiederherstellung des natürlich-biologischen Gleichgewichts, das den Böden durch exzessive Nutzung und geoklimatische Veränderungen in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend verloren gegangen ist.

„Egal ob Engerlinge, Rübenrüssler oder Trockenheit: Hinter jedem vermeintlichen Problem liegt ein biologisch nachweisbarer Grund, dem man mit dem Einsatz des jeweils richtigen Düngers erfolgreich begegnen kann. Unter diesem Aspekt ließen sich trotz zunehmender Schädlinge und Trockenheit bessere Erträge erwirtschaften. Hier ist noch viel Luft nach oben“, ist Karner überzeugt.

Was das niederösterreichische Erfolgsunternehmen auszeichnet, ist die wissenschaftlich fundierte und nachhaltige Begleitung. Sowohl die Produkte selbst als auch die Einsatzgebiete werden von einem externen Partner laufend untersucht und evaluiert. „Am neuen Standort können wir die Produktion mit modernster Technologie und einer verbesserten Infrastruktur auf neue Beine stellen – etwa durch eine deutlich erweiterte Forschungs- und Entwicklungsabteilung sowie eine moderne Fermentationsanlage. Damit können wir die Düngemittel zielsicher auf die landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zukunft weiterentwickeln, um zur Versorgungssicherheit im Land beizutragen“, so Karner. Die Produktionskapazität wird nach Ende der 14-monatigen Bauzeit bei fünf Millionen Hektar liegen – das entspricht einer Steigerung von 500 Prozent.

Von der neuen Betriebsstätte profitiert nicht nur die Karner Düngerproduktion – auch die gesamte Region wird beflügelt.

Wirtschaftslandesrat: „Arbeitsplätze sichern“

Durch den Bau der neuen millionenschweren Firmenzentrale wird die Karner Düngerproduktion GmbH nicht nur die niederösterreichische Bauwirtschaft beleben, sondern auch regionale Arbeitsplätze schaffen, betonte Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger am 26. Juni beim Spatenstich in Neulengbach. „Damit die Wirtschaft in Niederösterreich wieder in Schwung kommt, ist es wichtig, dass unsere Betriebe wieder in den Standort investieren.  Von der neuen Betriebsstätte in Neulengbach wird nicht nur das Unternehmen selbst profitieren, sondern die gesamte Region beflügelt. Herzlichen Dank an Robert Karner, dass er mit seinem Betrieb Niederösterreich die Treue hält und kräftig investiert. Damit wird ein Signal gesetzt und ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Unternehmen seinem Beispiel folgen. Der Wirtschaftsstandort Niederösterreich hat für jedes Unternehmen das passende Angebot!“

Helmut Miernicki, Geschäftsführer von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, verwies darüber hinaus auf das Innovationspotenzial, das in niederösterreichischen Firmen steckt. „Niederösterreichs Unternehmen sind sehr divers aufgestellt. Das ermöglicht selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten innovative Großprojekte wie hier in Neulengbach. Es verdeutlicht, dass es Branchen gibt, die nach wie vor steigende Auftragslagen haben. Auf diese Bereiche gilt es jetzt bewusst zu setzen.“

Karner erzeugt biologische Düngemittel, die in der konventionellen und biologischen Landwirtschaft eingesetzt werden.

Hinter den Kulissen

Die Karner Düngerproduktion GmbH mit Firmensitz in Neulengbach (Bezirk St. Pölten Land) produziert und vertreibt biologische Düngemittel für den Einsatz in der konventionellen und biologischen Landwirtschaft. Während die meisten Dünger in erster Linie auf Stickstoff, Phosphor und Kalium setzen, bestehen die Dünger der Karner Düngerproduktion GmbH aus mindestens 25 Nährstoffen. Das Unternehmen ist europaweit tätig, der Exportanteil ins europäische Ausland liegt bei 85 Prozent.

Das Ziel aller Produkte ist der nachhaltige und ökologische Einsatz von Dünger, der die Nähstoffzusammensetzung des Bodens wieder in seinen natürlichen Ursprung zurückführt. Sobald die Bodenbalance wiederhergestellt ist, steigen nicht nur die landwirtschaftlichen Erträge nachweislich. Gesenkt wird damit auch die Nitratbelastung des Grundwassers sowie der Bedarf an Pflanzenschutzmitteln (z.B. Fungizide und Pestizide). Zudem wurde nachgewiesen, dass sich die Wasserspeicherkapazität des Bodens durch speziell abgestimmte AKRA Düngemischungen um den Faktor 20 erhöhen lässt, damit passiver Hochwasserschutz betrieben wird und darüber hinaus wieder die Fähigkeit zurückerlangt, vermehrt klimaschädliches CO2 zu binden.

Die Karner Düngerproduktion GmbH hat es sich zum Ziel gesetzt, die Landwirtschaft in eine neue und verantwortungsvolle Ära zu begleiten. Die Notwendigkeit dazu führen die mittlerweile unübersehbaren Folgen der Klimaerwärmung eindrücklich vor Augen. Für die wissenschaftliche Begleitung und Evaluierung der AKRA Düngemittel zeichnet das bodenökologische Analytikunternehmen Unterfrauner verantwortlich. Seine Expertise wird auch nach der Erweiterung der internen Forschung durch den Neubau ab Sommer 2021 beibehalten, um eine fundierte externe Überprüfung zu garantieren.

Der neue Firmensitz befindet sich in unmittelbarer Nähe des aktuellen Produktionsortes in Neulengbach und umfasst eine Größe von ca. 25.000 Quadratmetern. Durch den geplanten Neubau werden etwa 9300 Quadratmeter Produktions-, Forschungs- und Verwaltungsflächen geschaffen. Die Fertigstellung ist im Sommer 2021 geplant. In der ersten Phase nach Inbetriebnahme der neuen Stätte wird der Mitarbeiterstand von derzeit 17 auf 30 bis 35 Vollzeitäquivalente verdoppelt. Die Investitionssumme beläuft sich auf 10,8 Millionen Euro.

Nachhaltig bleibt nachhaltig erfolgreich

Published on 29. Juni 2020

Die Privatanleger in Österreich haben ihre Investments in Nachhaltige Geldanlagen 2019 von 3,8 auf rund 6,8 Milliarden Euro gesteigert und tragen damit zu knapp 36 Prozent zum Gesamtwachstum Nachhaltiger Geldanlagen bei. Insgesamt wurden per Ende des Vorjahres 30,1 Milliarden Euro in Anlageprodukte investiert, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien explizit in den Anlagebedingungen festschreiben. Das sind rund 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Berücksichtigt man außerdem die Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich per Ende 2019 eine Gesamtsumme von rund 107 Milliarden Euro für die verantwortlichen Investments in Österreich. Dies sind die Kernergebnisse des Marktberichts 2020 des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG).

Privatanleger in Österreich haben ihr Engagement im Bereich der Nachhaltigen Geldanlage 2019 deutlich gesteigert: Rund 3 Milliarden Euro privater Investoren flossen 2019 in nachhaltige Fonds und Mandate, was einem Wachstum von 77 (!) Prozent entspricht. Mit ihren rund 6,8 Milliarden Euro halten Privatanleger rund 25 Prozent der Nachhaltigen Geldanlagen in Österreich, 75 Prozent der Gesamtsumme Nachhaltigen Geldanlagen in Höhe von rund 30,1 Milliarden Euro entfallen auf institutionelle Investoren.

Die Ursache für das deutlich gestiegene Interesse privater Anleger liegt nach Einschätzung des FNG insbesondere in der deutlich intensivierten Berichterstattung über Nachhaltige Geldanlagen im Zuge der verschiedenen europäischen Maßnahmen zur Förderung dieser Anlageform und der damit gestiegen Bekanntheit entsprechender Anlagen. Zudem tragen Fridays for Future, die Diskussionen zum Kohleausstieg, zur CO2-Steuer und weiteren Initiativen zu einem gesteigerten gesellschaftlichen Klima- und Umweltbewusstsein bei. „Mit einem Anteil von 15,9 Prozent sind nachhaltige Fonds und Mandate ein fester Bestandteil des österreichischen Finanzmarktes – Tendenz wachsend“, stellt Wolfgang Pinner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FNG und Leiter für Österreich fest. „Denn mit der verpflichtenden Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenz in der Anlageberatung werden sich auch immer mehr Privatanleger dem Thema Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage zuwenden.“

Mehr als 30 Milliarden Euro bedeuten einen neuen Rekordwert für Nachhaltige Geldanlagen in Österreich.

Neue Rekorde

Die 30,1 Milliarden Euro markieren einen neuen Rekordwert für die Nachhaltige Geldanlagen in Österreich. Gegenüber dem Vorjahr ist ihr Volumen um 38 Prozent gestiegen. 14,6 Milliarden Euro (+31 Prozent) entfielen dabei auf nachhaltige Mandate, 14,7 Milliarden (+49 Prozent) auf nachhaltige Investmentfonds. Bei den Fonds und Mandaten erreichten die nachhaltigen Produkte nach Berechnungen des FNG einen Marktanteil von knapp 16 Prozent.

Die Nutzung von Ausschlusskriterien ist bei der Gestaltung nachhaltiger Fonds und Mandate nach wie vor von besonderer Bedeutung. 98 Prozent dieser im Marktbericht erfassten Anlageprodukte nutzen sie, um kontroverse  Emittenten vom Investment auszuschließen. Bei den Unternehmen werden dabei besonders häufig die Ausschlusskriterien Waffen und Rüstung, Kohle, Kernenergie, Menschen- sowie Arbeitsrechtsverletzungen aktiviert. Besonders stark gestiegen ist im Berichtsjahr auch die Nutzung des normenbasierten Screenings, bei dem die Konformität der Anlagen mit internationalen Normen und Standards, z.B. mit dem UN Global Compact, überprüft wird. Das unter Nutzung dieser nachhaltigen Anlagestrategie verwaltete Vermögen legte um 81 Prozent zu und erreichte per Ende 2019 ein Volumen von rund 27 Milliarden Euro. Vergleichsweise hohe Wachstumsraten verzeichneten auch die Stimmrechtsausübung (+47 Prozent auf 12 Milliarden Euro) sowie die nachhaltigen Themenfonds, die um 50 Prozent auf 1 Milliarde Euro zulegte.

Auch die Verantwortlichen Investments erreichten Ende 2019 in Österreich mit knapp 107 Milliarden Euro einen neuen Höchststand und lagen damit um beachtliche 64 Prozent über dem Vorjahreswert. In die Berechnung der Verantwortlichen Investments fließen neben den Nachhaltigen Geldanlagen auch solche Geldanlagen ein, bei denen Nachhaltigkeitskriterien nicht auf Produktebene für einzelne Fonds oder Mandate definiert, sondern auf übergeordneter Unternehmensebene für alle Kapitalanlagen berücksichtigt werden.

Weiteres Wachstum erwartet

Auch für das laufende Jahr erwartet die überwiegende Mehrheit ein weiteres Wachstum der unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verwalteten Geldanlagen. Rund jeder vierte (23,8 Prozent) im Rahmen des Marktberichts befragte Experte prognostiziert ein Wachstum von bis zu 15 Prozent, 42,9 Prozent der Befragten ein Wachstum von 15 Prozent bis 30 Prozent. Jeder dritte (33,3 Prozent) Befragte erwartet sogar einen Anstieg um über 30 Prozent.

Weiteren Rückenwind dürfte die Nachhaltige Geldanlage erhalten, wenn sich die ersten Studien bestätigen, die nachhaltigen Fonds eine höhere Krisenfestigkeit attestieren als ihren konventionellen Pendants. So zeigt beispielsweise eine Analyse der Wertentwicklung von mehr als 2.000 Aktienfonds durch Scope Analysis, dass nachhaltige Aktienfonds im ersten Quartal 2020 in allen betrachteten Regionen – Global, Europa, Nordamerika und Schwellenländer – weniger an Wert verloren als ihre konventionellen Wettbewerber.

Gesteigertes gesellschaftliches Klima- und Umweltbewusstsein pusht die Nachhaltige Geldanlage.

Rendite-Argument würde noch mehr Zuwachs bringen

Obwohl das Thema Nachhaltigkeit in den Medien viel Aufmerksamkeit erhält und die Anleger die Wichtigkeit von ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten bei der Auswahl von Anlagen betonen, könnten nachhaltige Anlagen noch mehr genutzt werden, steht in einer von der LGT Bank Österreich beauftragten, aktuellen Studie über das Anlegerverhalten im deutschsprachigen Raum.

Die Hälfte der Befragten ist demnach der Meinung, dass nachhaltige Vermögensanlagen helfen würden, ethische Standards in der Wirtschaft durchzusetzen, soziale Bedingungen zu verbessern und die Umwelt und das Klima zu schützen. Ein Großteil zeigt sich „besorgt“ über den Klimawandel (83) und die sich zunehmend öffnende Schere zwischen Armen und Reichen (75 Prozent). Ebenfalls signalisieren 43 Prozent großes Interesse an der Integration von ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance) in Anlagen, nachhaltigen Fonds (48), Impact Investing und Microfinance (55 Prozent).

Zwischen diesen Aussagen und dem tatsächlichen Verhalten klafft allerdings eine große Lücke: Immer noch sind erst fünf Prozent des Vermögens von österreichischen Anlegern auch wirklich nach nachhaltigen Kriterien investiert, so die Studie. Die Anleger gewichten in ihrer Wahrnehmung reine Renditeüberlegungen klar höher als Umwelt- oder soziale Aspekte, heißt es. Ein Viertel der österreichischen Private-Banking-Kunden sind nämlich der Meinung, dass die Rendite von nachhaltigen Anlagen im Gegensatz zu traditionellen Anlagen generell niedriger sei.

„Es ist den Instituten nicht wirklich gelungen, den Anlegern eine fundierte Informationsbasis zu Nachhaltigkeit zu vermitteln“, erklärt der Studienleiter Univ.-Prof. Teodoro D. Cocca von der Universität Linz. „Es scheint, als ob sie das Thema gegenüber außen stärker forcieren als in der Kundenberatung. Dadurch könnten auch hartnäckige Vorurteile gegenüber nachhaltigen Anlagen, wie der vermeintliche Renditenachteil, abgebaut werden.“

So holen Sie sich bares Geld!

Published on 15. Juni 2020

TOP LEADER hat redaktionell darüber berichtet: Bei Gemeinde- und Unternehmenskrediten wurden seitens der Kreditinstitute zu hohe Zinsen verrechnet. Laut nunmehr geklärter Rechtslage dürfen zu viel verrechnete Zinsen zurückverlangt werden!

Das kann zehntausende Euro auch in Ihrem Fall ausmachen! Denn auch ohne Rechtsstreit lässt sich eine sehr hohe Prozentzahl von in Österreich vergebenen Krediten verbessern. Diese finanziellen Nachteile auch für Sie zu beseitigen, haben sich die gerichtlich beeidigten Sachverständigen, Unternehmensberater und Vermögensberater der Kommunal-Beratung zur Aufgabe gemacht und in sehr vielen Fällen auch erfolgreiche Verbesserungen verhandelt. Bisher wurde für rund 250 Körperschaften öffentlichen Rechtes und Unternehmen (Referenzen zu den durchgeführten Überprüfungen können jederzeit gerne auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden) ein professioneller Finanzierungs-Check seitens der Kommunal-Beratung durchgeführt und es konnten bis dato bereits mehr als 15 Millionen Euro an Gutschriften realisiert werden!

Anspruch auf Rückzahlung haben ALLE, die zu viele Zinsen bezahlt haben: Gemeinden, Unternehmen und auch private Kreditnehmer! Es lohnt sich also auf jeden Fall, wenn auch Sie Ihre Verträge von den unabhängigen Experten der Kommunal-Beratung analysieren lassen. Dabei wird überprüft, ob einerseits die derzeitigen Konditionen noch marktüblich sind und andererseits Anspruch auf „Negativzinsen“ besteht. Die Tätigkeit der Kommunal-Beratung wird dabei ausschließlich auf Erfolgsbasis honoriert. Falls keine Verbesserungen für Sie festgestellt werden können, kostet Sie diese Analyse also keinen einzigen Euro-Cent!

Holen Sie sich bares Geld.

Sie interessieren sich für die Einzelheiten? Im Detail arbeitet die Kommunal-Beratung folgendermaßen:

  1. Voranalyse anhand des aktuellen Kredit- und Darlehensnachweises
  2. Detailanalyse jener Kredit- und Darlehensverträge samt aktuellen Darlehensauszügen, Side-letter und Vertragsnachträgen, die gemäß Voranalyse eine Einsparung vermuten lassen
  3. Schriftliche Berichterstattung an Sie
  4. Wahrnehmung der schriftlichen Verhandlungen mit den derzeit finanzierenden Banken betreffend die gewünschte Zinsvereinbarung inkl. Kontrolle der neuen Konditionenvereinbarungen anhand der Vertragsergänzungen
  5. Kann kein zufriedenstellendes Verhandlungsergebnis mit den derzeit finanzierenden Banken erzielt werden, Durchführung der neuen Kredit- und Darlehensausschreibungen samt schriftlicher Berichterstattung und Kontrolle der neuen Verträge
  6. Kontrolle der Kredit- und Darlehensverträge und -auszüge hinsichtlich Zinsverrechnung, laufende Begleitung der Kredit- und Darlehen samt Feststellung, ob weitere Einsparungen möglich sind.
Unternehmensberater und Steuerexperte Thomas Swancar.

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Ihre

Kommunal-Beratungs GmbH

Thomas Swancar

1040 Wien, Trappelgasse 4

Tel.: 01/503 730 020

Mobil: 0676/3095200

Fax: 01/503 730 040

office@kommunal-gruppe.at
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Das Reich der Mitte ist uns voraus

Published on 15. April 2020

Die globale Corona-Pandemie stellt Wirtschaft und Finanzmärkte vor historische Herausforderungen. Die Unsicherheit hat die Volatilität im März sowohl an den Aktien- als auch an den Anleihenmärkten auf ein Niveau wie vor 12 Jahren, während der Finanzkrise, steigen lassen. Der amerikanische Aktienmarkt verzeichnete den schnellsten Kurssturz von einem Allzeithoch der Nachkriegsgeschichte. Allein im März gab es im S&P 500 13 Tage mit Veränderungen von über 4 Prozent im Tagesverlauf. Zum Vergleich: In den letzten 5 Kalenderjahren gab es gerade einmal zwei solcher Tage.

Nach Ansicht von Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt, lohnt ein Blick dorthin, wo COVID-19 als erstes zuschlug: „China ist uns bei der Bewältigung der Krise ein bis zwei Monate voraus und liefert sehr gutes Anschauungsmaterial, was wir wirtschaftlich noch zu erwarten haben.“

Chinesische Erfahrungswerte nutzen

Zwei Fragen stellen sich derzeit im Besonderen: Erstens, wie lange dauert die Krise und wie gravierend sind ihre wirtschaftlichen Folgen? Und zweitens, ob die Corona-Krise nach dem Crash im März nun bereits vollständig eingepreist ist. Die Antwort zur ersten Frage hängt laut Tilmann Galler einerseits von der Medizin ab und wie schnell es gelingt, einen Impfstoff, ein wirksames Medikament oder einen zuverlässigen Schnelltest zu entwickeln. Andererseits gilt es seiner Meinung nach zu beobachten, wie erfolgreich die fiskalischen und monetären Hilfspakete die drei wirtschaftlichen Schocks absorbieren können, die durch die inzwischen global verordneten Maßnahmen zur Einschränkung der sozialen Kontakte ausgelöst wurden: „Die globale Wirtschaft muss nun fast gleichzeitige Schocks verdauen: einen Angebotsschock, einen Nachfrageschock und einen Liquiditätsschock – das macht diese Krise so einzigartig und gefährlich“, ist der Experte überzeugt.

Ein Blick nach China sei in der aktuellen Situation aufschlussreich, weil das Land schon einige Wochen länger mit der Krise zu kämpfen hat und es entsprechend für verschiedene Bereiche schon Erfahrungswerte gibt. So führte der Ausbruch der Corona-Krise in den ersten beiden Monaten des Jahres zu einem Rückgang der chinesischen Industrieproduktion von 13,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Einzelhandelsumsätze sind sogar um 20,5 Prozent gefallen. „Besonders von der Krise betroffen ist aber der Dienstleistungssektor – Hotellerie, Konzertveranstalter und Kinobetreiber mussten Umsatzrückgänge zwischen 78 und 96 Prozent hinnehmen. Das Problem ist nun für viele Unternehmen, dass die Umsätze einbrechen, aber die Fixkosten bleiben“, stellt Tilmann Galler fest. Und das Liquiditätspolster vieler betroffener kleiner und mittelständischer Unternehmen sei relativ dünn. Eine Umfrage in China kam zum Ergebnis, dass bei rund zwei Drittel der Unternehmen die Liquidität für maximal zwei Monate reicht. „So führt der Angebots- und Nachfrageschock fast zwangsläufig zu Liquiditätsengpässen auf dem Finanzierungsmarkt, weil Unternehmen zur Liquiditätsbeschaffung ihre Kreditlinien ziehen oder es zu Kreditausfällen kommt“, sagt Galler.

Diese wirtschaftlichen Dynamiken seien seit Implementierung der Eindämmungsmaßnahmen nun auch in Europa und den USA zu beobachten. Aus diesem Grund hätten die Notenbanken weltweit die Liquiditätsschleusen in einem nie dagewesenen Ausmaß geöffnet und die Regierungen weltweit haben erhebliche Fiskalprogramme verabschiedet, um den betroffenen Unternehmen zu helfen, über die Schocks hinwegzukommen.

Corona-Krise ist eine temporäre Krise

China und inzwischen auch Südkorea lieferten aber auch Anschauungsmaterial zum Weg aus der Krise. Neben rigorosen Maßnahmen zur Einschränkung sozialer Kontakte haben ausgeprägte Tests zur Eindämmung der Epidemie beigetragen. Die Lockerung der Quarantänemaßnahmen und die Normalisierung der Wirtschaft haben in diesen Ländern wieder begonnen, unterstützt durch weitere Konjunkturpakete.

„Das sollte uns bei der aktuell schlechten Nachrichtenlage vor Augen führen, dass die Corona-Krise eine temporäre Krise ist. Für Unternehmen bedeutet das, dass in diesem Jahr die Gewinne aufgrund der globalen Rezession zwischen 20 und 30 Prozent fallen werden, doch für die Bewertung von Unternehmen spielt es eine viel größere Rolle, was in den Jahren danach passieren wird“, erklärt Tilmann Galler. Und hier sollte man sich den Optimismus nicht nehmen lassen, dass sich nach dem Überwinden der Krise die Ertragslage wieder deutlich verbessern werde.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis zyklischer Märkte hat Krisenniveau erreicht

Einen guten Hinweis darauf, dass nach den kräftigen Kursverlusten inzwischen Krisenbewertungen an den Aktienmärkten Einzug gehalten haben, gibt nach Analyse von Tilmann Galler der Blick auf das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): „Zyklische Märkte wie der DAX oder auch Schwellenländer-Aktien haben inzwischen ein KBV auf dem Niveau vergangener Krisen. Der Mut, in solchen schwierigen Zeiten Positionen zu halten oder gar aufzubauen, wurde nach den Erfahrungen der letzten drei Jahrzehnte auf mittel- bis langfristige Sicht mit überdurchschnittlichen Erträgen belohnt. Den Pessimisten mögen die aktuellen Schlagzeilen gehören – den Optimisten gehört jedoch die Zukunft“, sagt Galler.

Tilmann Galler ist als globaler Kapitalmarktstratege für die deutschsprachigen Länder bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt tätig.

Börsennotierte SW Umwelttechnik feiert erfolgreichstes Geschäftsjahr in der Firmengeschichte

Published on 15. April 2020

Mit einer Umsatzsteigerung von 26 Prozent auf 97,2 Mio. € (VJ: 77,4 Mio. €) und ausgezeichneten Ergebniszahlen erwirtschaftete SW Umwelttechnik zum zweiten Mal in Folge das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Geschichte des Unternehmens. „Das Geschäftsjahr 2019 ist für uns außerordentlich erfreulich verlaufen“, meint Vorstand Klaus Einfalt. Der regelrechte Bauboom führte zu einer ausgezeichneten Auftragslage in allen Geschäftsbereichen. „Mit großem Einsatz unserer Mitarbeiter ist es uns gelungen, die guten Rahmenbedingungen voll auszuschöpfen und so dieses ausgezeichnete Ergebnis zu erzielen.“

Die Eröffnung des Werksausbaus in Alsózsolca sowie die erfolgreich platzierte Kapitalerhöhung waren Höhepunkte des abgelaufenen Geschäftsjahres. Bei der erfolgreich platzierten Kapitalerhöhung im Dezember wurden alle 66.000 Neuen Aktien gezeichnet. „Wir sehen das rege Interesse an den Unternehmensanteilen als Bestätigung unseres Kurses“, kommentiert Einfalt die Kapitalerhöhung. Vorstand und Aufsichtsrat werden nach derzeitigem Stand der Hauptversammlung eine Dividende von 0,60 € je Aktie vorschlagen. Die aktuelle Sondersituation – bedingt durch das Coronavirus – kann es jedoch kurzfristig erforderlich machen, der Hauptversammlung einen geänderten Dividendenvorschlag vorzulegen.

Sehr gute Zahlen

Das EBIT stieg um 55 Prozent auf 11,6 Mio. (VJ 7,5 Mio.). Das EBITDA beläuft sich auf 15,4 Mio. (VJ 11,1 Mio.). Die EBIDTA-Marge liegt bei 15,7% (VJ 14,2%). Das Finanzergebnis beträgt -2,0 Mio. (VJ -2,2 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern stieg aufgrund der guten operativen Entwicklung auf 9,6 Mio. (VJ 5,3 Mio.), das Ergebnis nach Steuern ist nahezu doppelt so hoch wie im Vorjahr und liegt bei 8,1 Mio. (VJ 4,6 Mio.). Mit dem ausgezeichneten Ergebnis und der erfolgreich platzierten Barkapitalerhöhung konnte das Eigenkapital auf 16,6 Mio. verdoppelt werden (VJ 8,2 Mio.), die Eigenkapitalquote stieg damit auf 18% (VJ 9,7%).

Die extreme Konjunktur wurde in einer hohen Bautätigkeit in allen Segmenten sichtbar: Industrie- und Gewerbebetriebe investierten kräftig im Bereich Hoch- und Wohnbau. Auch die Auftragslage mit Projekten aus Kanalisation und Entwässerung sowie Straßen- und Bahninfrastruktur im Bereich Tiefbau und Verkehr entwickelte sich hervorragend. Die Umsätze in Ungarn und Rumänien sind deutlich gestiegen, ebenso die Umsätze bei den wichtigsten Exportmärkten Slowakei und Italien.

Die vergangenen zwei Jahre waren von einer außergewöhnlich starken Konjunktur in beiden Geschäftsbereichen geprägt, mit diesem Schwung ist SW Umwelttechnik ins neue Jahr gestartet. Die Bauwirtschaft lief die ersten zwei Monate 2020 auf Hochtouren, die Auftragslage gestaltete sich sehr gut.

„Beginnend mit Mitte März waren aber auch wir gefordert, in der gesamten SW Gruppe Maßnahmen zu setzen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen – zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit sowohl unserer Mitarbeiter als auch der Bevölkerung in unseren Märkten. Wir befassen uns intensiv damit, die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern“, so Klaus Einfalt. Die weitere Entwicklung der Pandemie und die damit verbundenen Effekte werden in den kommenden Wochen und Monaten einschätzbar werden. „Wir evaluieren die Situation laufend und werden alle erforderlichen Schritte im Sinne der Gesundheit unserer Belegschaft sowie des Unternehmens selbst setzen“, sagt Einfalt.