(Auch) Wienerberger trotzt der Krise

Published on 18. Mai 2020

Die Wienerberger Gruppe erzielte im ersten Quartal trotz erster negativer Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sehr starke Ergebnisse. Damit konnte Wienerberger an die positive Entwicklung aus dem Vorjahr anknüpfen. „Das erste Quartal 2020 hat erneut bestätigt, dass wir unsere Position in den letzten Jahren massiv gestärkt haben“, kommentiert CEO Heimo Scheuch die Unternehmensentwicklung. „Mit unserem tollen Portfolio, der breiten Aufstellung im Wohnbau und Infrastrukturbereich in 30 Ländern und unserem Fokus auf Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung können wir auch in Krisenzeiten aus einer Position der Stärke heraus agieren. Wir haben das richtige Set-Up, um die Krise zu meistern und unseren Wachstumskurs langfristig erfolgreich fortzusetzen.“

Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal 2020 um 2% auf 793 Mio. € (Vorjahr: 777 Mio.). Diese positive Entwicklung wurde von der guten Nachfrage nach hochwertigen Produktlösungen in allen Märkten getragen. Der starken operativen Entwicklung standen erste negative Auswirkungen der Covid-19-Krise entgegen. Beim bereinigten EBITDA erreichte Wienerberger durch den starken Fokus auf innovative Produkte und die erfolgreiche Umsetzung weiterer Effizienzsteigerungsprojekte mit 105 Mio. € dennoch nahezu das Rekordvorjahresniveau (109 Mio. €).

Wienerberger steigert den Umsatz im ersten Quartal um zwei Prozent auf 793 Mio. €.

Dieses starke operative Ergebnis wurde allerdings durch einmalige, nicht liquiditätswirksame Wertberichtigungen beeinträchtigt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie war es notwendig, die Erwartungen in einzelnen Märkten entsprechend anzupassen, was im ersten Quartal 2020 zu Wertberichtigungen von rund 116 Mio. € führte. Der Großteil der Wertberichtigungen (94 Mio. €) entfällt auf die vollständige Firmenwertberichtigung in Nordamerika. Darüber hinaus wurden Abwertungen verschiedener Sachanlagen in ausgewählten europäischen Märkten vorgenommen (22 Mio. €).

Eine halbe Milliarde „flüssig“

Wienerberger hat schnell reagiert und ein umfassendes Maßnahmenprogramm zur Bewältigung der Auswirkungen der Krise aufgelegt, mit besonderem Fokus auf Cash-Generierung, Kostenoptimierung, flexiblen Kapazitätsanpassungen und Sicherung weiterer Liquidität. Scheuch: „Wir bauen auf eine starke Bilanz und konnten im Zuge der letzten Wochen unsere Finanzbasis mit weiteren Bankdarlehen stärken.“ Gleichzeitig wurde die 4%-Anleihe von 300 Mio. € mit 17. April 2020 wie geplant getilgt und somit die größte Rückzahlung für dieses Jahr abgeschlossen. Nach Tilgung der Anleihe verfügt Wienerberger über liquide Mittel von rund 500 Mio. €.

Wienerberger Building Solutions wurde auf ihrem Rekordkurs zwar von ersten Lockdowns in Westeuropa gebremst, der Umsatz konnte dennoch um 5% auf 500 Mio. € gesteigert werden (Vorjahr: 477 Mio.). Das bereinigte EBITDA lag mit 81 Mio. leicht unter dem Vorjahresniveau von 86 Mio. €.

Wienerberger Piping Solutions konnte den Umsatz bei 221 Mio. € nahezu stabil halten (Vorjahr: 224 Mio. €). Das bereinigte EBITDA konnte durch die erfolgreiche Umsetzung der Strategie mit Fokussierung auf höherwertige Produkte und Performancesteigerungsmaßnahmen auf das Rekordniveau von 19 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio.) verbessert werden. Die Geschäftsentwicklung in der Business Unit North America war durch extreme Wetterereignisse und den Ausbruch von Covid-19 negativ geprägt. Der Umsatz belief sich hier auf 71 Mio. €  (Vorjahr: 76 Mio.) und das bereinigte EBITDA auf 5 Mio. € (Vorjahr: 6,5 Mio.).

Wienerberger setzt die Strategie mit Fokus auf Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung fort.

Scheuch setzt auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Wienerberger geht davon aus, dass das zweite Quartal aufgrund der Lockdowns in vielen Märkten am stärksten von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sein wird. Das Unternehmen rechnet aus heutiger Sicht damit, dass die Lockdowns sukzessive beendet werden und es langsam zu einem wirtschaftlichen Normalbetrieb kommen wird. Zusätzlich erwartet Wienerberger, dass ein Großteil der Regierungen neue Wirtschaftspakete als Reaktion auf Covid-19 verabschieden wird, was sich zukünftig positiv auf den Infrastrukturbereich auswirken könnte.

Nach dem temporären Einbruch einiger Märkte durch Covid-19 und der damit einhergehenden äußerst schwierigen Einschätzung hinsichtlich möglicher Entwicklungen, hat das Unternehmen verschiedene Szenarien in Erwägung gezogen. „Unter der Annahme, dass es in den Wienerberger-Märkten zu keinen weiteren Lockdowns kommt und sich die Nachfragesituation rasch wieder normalisiert, rechnen wir heuer mit Marktrückgängen in der gesamten Gruppe zwischen 15 und 20%“, sagt Scheuch. „In diesem Fall wird das bereinigte EBITDA bei 440 bis 480 Mio. € zu liegen kommen.“